Predator: Upgrade (2018)


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Predator: Upgrade (2018)

Beitragvon MiamiVIP » 27. Sep 2018 00:53

Bild


Originaltitel: Predator, The

Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2018

Regie: Shane Black

Freigabe: FSK 16

Darsteller:
Boyd Holbrook
Olivia Munn
Jacob Tremblay
Thomas Jane
Yvonne Strahovski
Sterling K. Brown
Lochlyn Munro
Niall Matter
Edward James Olmos
Jake Busey
Keegan-Michael Key
Alfie Allen


Story:

Eine Gruppe Soldaten um Sniper Quinn McKenna (Boyd Holbrook) trifft bei einem Einsatz in Mexiko zufällig auf ein außerirdisches Wesen namens Predator. Dessen Rasse ist technisch exzellent ausgestattet und vertreibt sich die Zeit vor allem mit der Jagd auf andere Spezies.
McKenna gelingt es jedoch den Predator festzusetzen und ihm einige seiner Ausrüstungsgegenstände abzunehmen. Bevor er nach dem Einsatz in eine Einrichtung für psychisch auffällige Veteranen eingewiesen wird, sendet er diese seinem Sohn Rory. Während seines Transports in die Anstalt lernt McKenna weitere ehemalige Soldaten wie Baxley (Thomas Jane) kennen. Auf dem Weg soll noch ein kurzer Stop in einer Militärbasis gemacht werden, damit die Biologin Casey Bracket (Olivia Munn) McKenna befragen kann. Als das Alien aus der Anlage flieht, in der es untergebracht wurde, beschließt die Veteranen-Gruppe zu fliehen. Zusammen mit Bracket nehmen sie den Kampf gegen die unüberwindbar scheinende Bedrohung auf.

ofdb.de


Kritik:


Shane Black kehrt zu seinem Ursprung zurück. War jener noch im Original von 1987 als Drehbuch Autor und Darsteller (Hawkins) involviert, zeigt er sich im nun mehr vierten Teil der Reihe wieder am Script und sogar als Regisseur verantwortlich. Ob dieser Faktor im Vorfeld als gutes Omen verschrien, oder gleich als unnötiger Aufguss abgetan wurde, lag im Auge des jeweiligen Betrachters. Das aktuell vorliegende Ergebnis hinterlässt jedenfalls gemischte Gefühle und sollte differenziert betrachtet werden. "Predator: Upgrade" wie er in Deutschland getauft und hierzulande üblich, wieder von völlig schwachsinnigen Titelgebern verbrochen wurde, macht zwar Storytechnisch absolut Sinn, klingt aber Hipster Like und völlig beschissen. Zugegeben, "The Predator" - so der Titel im Original, ist nicht weniger mies und absolut Nichtssagend. Jedoch kann das Werk auch für seinen Namen nichts, also kommen wir zügig zu den eigentlichen Faktoren, die es Gegeneinander abzuwägen gilt.

Pro:

Visuell macht Shane Black alles richtig. Das Szenario spielt sich über seine gesamte Laufzeit komplett im dunkeln ab und kann eine gewisse Grundstimmung erzeugen. Das Predator Design ist klassisch gehalten und CGI Effekte halten sich dezent in Grenzen. Vorallem ist der Gore Gehalt recht hoch gehalten. Hier wird mehr gerupft, geschnetzelt, aufgespießt und zerfetzt, als in allen vorherigen Teilen zusammen. Der Cast ist solide gehalten. Kein Totalausfall, aber auch kein wirkliches Highlight. Anleihen an die ersten Filme der Reihe gibt es ordentlich und reichen von diversen Anspielungen und One Linern, bishin zu netten Next Generation Charakter. Das Jake Busey, Sohn von Gary Busey, welcher schon in Teil 2 als Peter Keys zu sehen war, hier ebenfalls als Junior Dr. Keys autritt, ist auf jedenfall ein cooles Gimmick. Die Story hat zwar gerade auf einem Bierdeckel platz, aber in einem Predator Film ist auch kaum mehr von Nöten. Außerdem bringen einige Neuerungen eine gewisse Frischzellenkur ins Franchise, die spätestens im vierten Teil auch mal für neuen Schwung sorgen. Actionmäßig wird eine Menge geboten. Oftmals bekommt man kaum eine Ruhepause gegönnt. Gefallen hat mir auch, das Shane Black öfter mal mit Jäger und Gejagten Schach spielt, denn jene Rollen vertauschen sich im Laufe des Films mehr als einmal. Neben dem allseitsbekannten Predator, bringt man schließlich noch das "upgegradete" Monster hinzu. Jener Predator mißt mal eben 3 1/2 Meter Körpergröße und bringt ganz neue Gefahren mitsich. Insgesamt sind das doch eigentlich recht gute Anzeichen für einen weiteren Predator Film...oder?


Kontra:

Bereits bei "AvP 2" stellte ich mir folgende Frage: Warum muss man einen Film, der im Ansatz richtig gute Oldschool Anleihen hat, mit soviel neumodischen Bullshit versauen? Fangen wir beim Cast an. Jener ist ansich solide und Quinn McKenna (Boyd Holbrook) als Hauptrolle ist auch nicht unbedingt die schlechteste Wahl, aber wenn man schon einen Thomas Jane (The Punisher) im Cast hat und jenem nur eine beknackte Nebenrolle mit Tourette Syndrom verpasst, dann ist das für mich nicht nachvollziehbar, aber zumindest der am meisten zu verschmerzende Kritikpunkt. Der restliche Maincast fügt sich dann aus einem ausgemusterten Platoon von Verrückten, einer viel zu taffen Wissenschaftlerin, einem behinderten Jungen und dem Leiter der Fraktion "Stargazer" zusammen, die den Predator unbedingt fangen und seine Technologie in Besitz nehmen möchten. Teil 2 lässt also auch hier wieder einwenig Grüßen. Das Problem der einzelnen Charaktäre besteht jedoch darin, das sie viel zu schnell miteinander harmonieren. So sind "Die Verrückten" nach dem ersten Aufeinandertreffen und ein paar wenigen Dialogen mit McKenna, quasi direkt von selbst dazu überredet, Beihilfe zum Beschützen seines Sohnes zu leisten und sich dem Außerirdischen Jäger entgegen zu stellen. Jener ist nämlich in Besitz der von McKenna geklauten Predator Waffen und diese will der freudige Jäger und Sammler natürlich wieder haben...
Shane Black hat "Predator: Upgrade" zudem mit einer ordentlichen Prise One Liner Humor im Stile der "Lethal Weapon" Filme versehen. Das ist zwar von Grundauf nett gemeint und manche Sprüche sitzen auch definitiv, allerdings übertreibt es Black hier maßlos und insgesamt sind die Gags dann doch zuviel des Guten. Zwar driftet der Film nie ins Lächerliche ab, aber die Ernsthaftigkeit hat doch manchmal enorm zu leiden und vorallem muss ein Predator Film keinesfalls komisch und schon garkein Buddy Movie sein. Ein weiterer fataler Punkt ist die Tatsache, das auch niemand wirklich überwältigt oder geschockt von den beiden Predatoren ist und so ziemlich jeder Charakter den totalen Draufgänger, ohne Respekt und Furcht vor den scheinbar unbezwingbaren außerirdischen Wesen markiert. Zuviel Coolness und Gelassenheit, kommt hier maßlos unglaubwürdig noch agierend hinzu.
Der Predator selbst - optisch und brutal wie immer - ist über die Jahre deutlich intelligenter geworden, was vorallem daran liegt, das sich die Außerirdischen mit u.a. auch menschlicher DNA vollpumpen und quasi ganze Rassen absorbieren, um sich immer wieder selbst zu verbessern. Was sich im Ansatz als eine recht gute Idee erweißt, wird allerdings schnell unpassend und unfreiwillig dumm. Wenn der Predator selber mit einer MP herum ballert, die er gerade zu fassen bekommt, oder (nachdem er im hinteren Teil eines fahrenden Armee LKW's gewütet hat) einen abgetrennten Arm zum Fahrer nach vorn streckt, welcher einen Hochdaumen zeigt, weil dieser zuvor die Frage stellte, ob dahinten alles Ok ist, dann kann man als Zuschauer schon mal das Grausen bekommen.
Aber der Predator selbst ist längst nicht allein in Sachen überflüssiger Handlungen. Auch die Protagonisten bekommen hier saudumme Verhaltensweisen aufgebrummt. Wenn sich zwei - aufgespießte und durchlöcherte Charaktäre, in ihren letzten Atemzügen gegenseitig den Gnadenschuss geben, oder sich jemand völlig schleierhaft und unnötig in den Antrieb des Alien Raumschiffes wirft, wenn letztendlich die allgemeine Frage weiterhin im Raum steht, warum die alle ohne jegliche Überredungskunst und eigene Beweggründe überhaupt mit von der Partie sind. Da packt man sich nicht nur einmal an den Kopf.
Als der Predator 2.0. dann auf der Erde erscheint und seine Bluthunde loslässt (ähnliche tauchten ja schon in "Predators" auf) ist das zunächst nichts schlimmes. Als jedoch einer von denen anfängt Handzahm zu werden und freudig hinter den Protagonisten hinterher läuft und diese jenem dann noch das Apportieren beibringen, hört der Spaß auf. Man hat förmlich nur noch darauf gewartet, das der "Alien Köter" mit dem Schwanz wedelt und Pfötchen gibt...
Natürlich sollte man dann noch die mangelnde Atmosphäre erwähnen. Zwar ist der Film wie schon erwähnt stets düster, doch wirkliche Spannung kommt trotz altbekannten Score nicht auf. Dafür ist das Katz und Maus Spiel, welches in den Vorgängern noch zwischen Mensch und Alien Bestand hatte, in eine völlige Action + Buddy Movie One Liner Orgie abgedriftet, in der ganz automatisch keine Spannung aufkommen kann.
Letztendlich hat man sich auch noch eine Hintertür mit offenem Ende für eine weitere Fortsetzung offen gelassen, welches an Peinlichkeit kaum zu unterbieten ist. Ich will an dieser Stelle auch garnicht weiter darauf eingehen, weil man sonst zuviel verraten würde. Sollte jedoch eine weitere Fortsetzung kommen und auf das besagte, offene Ende anschließen, wird das Franchise mMn entgültig an die Wand gefahren und zum Hipster Kult für 12jährige Kacknasen. Ich lehne mich wahrlich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich gerade diesen Punkt als den größten und fatalsten des ganzen Films bezeichne, denn mehr als reiner Dreck, kann dabei in eventuell möglicher Zukunft nicht heraus kommen.


Fazit:

Unterm Strich lässt sich "Predator: Upgrade" im Gesamtbild recht gut mit "AvP 2" vergleichen. Visuell bekommt man alles geboten, was einen Predator Film ausmacht. Die beiden "Raubtiere" machen ordentlich Dampf, blutige Kills gibt es am Fließband und am Unterhaltungswert, wird der Film kaum scheitern. Dagegen stehen aber zuviel unpassender Wortwitz, eine nicht wirklich runde Story, keinerlei Spannung und eine Handvoll saudummer Aktionen, die sich die Mächer hätten sparen können und sogar müssen. So bleibt zumindest am Ende ein reiner No-Brainer, mit ordentlich Gekröse, mehr aber auch nicht. Der Vorgänger "Predators", ist da für mich persönlich, im Gesamtbild der weitaus bessere Film. Da ich ohne Erwartungen ins Kino gegangen bin, wurde ich auch nicht enttäuscht. Wirklich begeistert aber ebenso wenig. Dennoch muss ich das Ganze auch erst einmal etwas sacken lassen, um spätestens bei der Zweitsichtung nochmal ein Gesamturteil zu fällen. Im Augenblick würde ich nicht mehr wie eine gute Durchschnittswertung abgeben.

6/10
Die Ein-Mann-Bux-Ersatz-Armee gegen komische Sehgewohnheiten. :D
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Re: Predator: Upgrade (2018)

Beitragvon OpFeRmEtZgEr » 30. Sep 2018 13:36

Scheisse,lief hier nur ne Woche . Verfickte Scheisse.
Verpasst.
Bin auf Kino angewiesen hier.
LIEBER ASSI ODER PROLL ALS EIN VERBLENDETES HERDENTIER DER HYPOKRITEN!!!
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