Night Of The Virgin (2016)

Hier sind die Filme, an denen sich die Gemüter erhitzen und bei denen die Meinungen extrem gespaltet werden.

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Night Of The Virgin (2016)

Beitragvon DriesVanHegen » 27. Nov 2017 15:38

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www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Originaltitel: La Noche del virgen
Herstellungsland: Spanien
Erscheinungsjahr: 2016
Genre(s): Fantasy, Horror, Komödie


Inhalt:
Heute Nacht will er sie endlich loswerden. Nico, Übergebiss, unbeholfen und schon längst über 20, hat sich vorgenommen seine Unschuld zu verlieren. Nur mit wem? Keine Frau lässt sich anbaggern, bis er zur späten Stunde Medea begegnet. Sie ist zwar deutlich älter als er – aber was soll‘s? Reifere Frauen verfügen bekanntlich über mehr Erfahrung. Medeas geheime Vorlieben entpuppen sich jedoch als extrem schmerzhaft und so beginnt für Nico eine Nacht, die er nie vergessen wird – falls er sie überhaupt überlebt…

Quelle: Pierrotlefou.de



Meinung:
Mit NIGHT OF THE VIRGIN steht in diesem, sich langsam dem Ende neigenden, Heimkinojahr einer dieser Filme in den Startlöchern. Dieser bezeichnet in diesem Falle, Filme denen, vor allem im Genrekino, ein gewisser Ruf und damit einhergehend eine gewisse Erwartungshaltung vorauseilt. Marketing (Veröffentlichung in Pierrot le fou's Uncut Mediabook-Reihe, entsprechend verheißungsvoller Trailer) und PR (Kotztüten bei den Fantasy Film Festival-Screenings) geben sich aber auch beste Mühe, das Regiedebut von Roberto San Sebastián als den neuen tabulosen Horrorschocker auszuweisen.

Und damit beginnen schon die Probleme: NIGHT OF THE VIRGIN ist mit Sicherheit einiges, aber ganz genau eben kein Horrorschocker. Eine genretypische Einordnung verbietet sich fast schon, weshalb sich stattdessen ein Vergleich mit den verrückten Werken eines Álex de la Iglesia aufdrängt. Hier wie da bekommt der Zuschauer eine wilde Mixtur aus verschiedenen filmischen Aspekten vorgesetzt, die sich in ihrem schrill überdrehten Wahnwitz nicht katalogisieren lassen. Dabei scheint sich der offensichtliche Plot der NIGHT OF THE VIRGIN an klassischen Teenagerkomödien zu orientieren: Nico (Javier Bódalo), der nicht unbedingt dem gängigen Schönheitsideal entspricht, möchte in der Silvesternacht 2015/2016 endlich seine Jungfräulichkeit verlieren. Nach mehreren missglückten Versuchen kann er endlich die deutlich ältere Medea (Miriam Martín) nach Hause begleiten. In den nächsten Stunden wird sein Vorhaben mehr als nur in die Tat umgesetzt...

Ganz so klassisch wie formuliert, beginnt der Film doch nicht. Stattdessen bekommt man eine äußerst peinlich moderierte Silvestersendung präsentiert. Wie dem Booklet des Mediabooks zu entnehmen ist, ist diese weitgehend unlustige Holzhammermoderation allerdings so gewollt und soll das reale Vorbild persiflieren. Als Nicht-Kenner des spanischen TV-Programms springt der Funke nur spärlich über, aber allemal wird ersichtlich, wie grauenvoll schlecht die alljährlichen Sketche sein müssen. Neben inhaltlicher Irritation schafft es diese mehrminütige Sequenz außerdem mit ihrem schwer einzuordnenden Äußeren zu verwundern. Grieseliges Bild, Vollformat, Bildfehler. Während die Kamera nahezu unbemerkt immer näher an den Bildschirm zoomt, wird dieser mit einem Mal gestochen scharf, die Kamera setzt zurück und man findet sich in einer Großraumdisco wieder, in der die Fernsehübertragung auf eine Leinwand projiziert wird. Dabei poppt ekstatischer Synthwave aus den Boxen (die mich frappierend an einen Song aus THE GUEST erinnerte) und verbreitet Partylaune. Kurze Zeit später variiert der Sound jedoch zu düsteren, bedrohlichen Klängen, so dass der erst nach knapp fünfzehn Minuten eingeblendete Filmtitel mehr wie eine Warnung, denn spaßiges Vergnügen wirkt. Kommen Zuschauer und Nico in Medeas Wohnung an, verstärkt sich dieses unwohle Gefühl schlagartig. Die Wohnung und speziell das Badezimmer können sich nahtlos in die Kategorie der siffigsten Klos der Filmgeschichte (ganz weit vorn neben TRAINSPOTTING und DESPERADO) nominieren lassen und würden mit Sicherheit eine gute Platzierung einfahren.

Womit ich erneut die, in meinen Augen, Fehlplatzierung im Horrorgenre aufgreifen möchte. Überraschen, das kann NIGHT OF THE VIRGIN offenkundig ziemlich gut. Ekeln und verstören zählt noch offensichtlicher zu seinen Stärken. Aber wird er deswegen gleich zum Horrorfilm? Hier ist wenig gruselig, wenig schockierend und am allerwenigsten subtil schauerlich. Um dem Film ein Zielpublikum zuzuschreiben, erscheint das Horrorgenre in der Tat am plausibelsten. Trotzdem würden mich überschwängliche Reaktionen von Anhängern des Mainstreamhorrors eher überraschen. Eben weil der Film auf Grusel pfeift, sich eben nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen lässt und es keine der modernen Jump Scares gibt. Auf der anderen Seite fährt dieser filmische Bastard kein reines Splatterspektakel auf. Es fällt verdammt schwer, für NIGHT OF THE VIRGIN eine Zielgruppe zu definieren. Der Horrorfan wird sprach- und ratlos zurückgelassen und der Gorehound wird sich der fast forward-Funktion seiner Fernbedienung erinnern. Denn eines kann dieses Werk: sich Zeit nehmen. Und davon reichlich. Die erste Stunde ist, trotz des nur langsam in die Gänge kommenden Plots, ausgesprochen spannend und unterhaltsam, da die Figuren und Umgebungen erst vorgestellt und kennengelernt werden. Die zweite Hälfte, der Film läuft fast zwei Stunden, tritt mit repetitiven oder zumindest ähnlichen Handlungsmustern auf die Bremse, zieht und streckt NIGHT OF THE VIRGIN unnachgiebig in die Länge und nimmt ihm die Würze. Selbst in einem der zentralen Akte wird es bei all den dünnflüssig verspritzten Körperflüssigkeiten verdammt zähflüssig, man suhlt sich im schon Gesehenen und beginnt seinen unterhaltsamen Ekel zu unterwandern.

NIGHT OF THE VIRGIN weiß als Groteske zu überzeugen. Schimpftiraden; Sex; abgefahrener, meist unterhalb der Gürtellinie, Humor und viele Liter Körperflüssigkeiten wissen als Gemisch zu unterhalten, aber leider steht sich der Film mit seiner gestreckten Laufzeit (vor allem!) im Finale im Weg. Dabei gibt es handwerklich nahezu keinen Grund zur Kritik. Der begrenzte Schauplatz wird immer wieder spannend in Szene gesetzt und der Schnitt ist stellenweise absolut fantastisch gelungen. Farblich ansprechend düster gestaltet, wird die ranzige Wohnung stimmungsvoll präsentiert und stellt, Ironie in Anbetracht der gestreckten Spieldauer, die im Film verstrichene Zeit als Ungewissheit dar. Schade auch, dass die Beweggründe hinter der Tat etwas nebulös bleiben, denn dort wurde verheißungsvoll geteasert. So bleibt alles etwas beliebig.

Stichwort Hintergründe: wenn man des Films, ob der gestreckten Laufzeit, nicht überdrüssig geworden ist, sollte man sich die kurzen Sequenzen nach dem Abspann betrachten. Dort wird netterweise ein fieser Twist in die Handlung gebracht.
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Re: Night Of The Virgin (2016)

Beitragvon horror1966 » 27. Nov 2017 16:05

Auf den bin ich schon sehr gespannt, Mediabook ist schon im Haus. :mrgreen:
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Re: Night Of The Virgin (2016)

Beitragvon DriesVanHegen » 27. Nov 2017 20:54

Vielleicht sagt er dir mehr zu als mir 8-)
Keineswegs schlecht, aber der ewig in die Länge gezogene Mittelteil hätte deutlich gestrafft werden können. Insgesamt auf 90 Miunuten runtergekürzt, wäre ein schönes kurzweiliges Ekelpaket geworden!
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Re: Night Of The Virgin (2016)

Beitragvon horror1966 » 21. Apr 2018 12:38

So gänzlich konnte mich dieses skurrile Werk dann auch nicht überzeugen. Sicherlich ist das Ganze schon extrem eklig in Szene gesetzt worden, aber die Geschichte hinterlässt keinen in sich geschlossenen Eindruck. Der Hammer ist natürlich die wunderschöne und sehr helle Wohnung, in der möchte man noch nicht einmal tot am Boden liegen. :mrgreen:


6/10
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Re: Night Of The Virgin (2016)

Beitragvon OpFeRmEtZgEr » 21. Apr 2018 13:48

Also isses was für Fliegenpilzteetrinker wie mich und Trebi! ;)
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Re: Night Of The Virgin (2016)

Beitragvon trebanator » 22. Apr 2018 13:14

horror1966 hat geschrieben:...die wunderschöne und sehr helle Wohnung, in der möchte man noch nicht einmal tot am Boden liegen. :mrgreen:


OpFeRmEtZgEr hat geschrieben:Also isses was für Fliegenpilzteetrinker wie mich und Trebi! ;)

...... so ( Tee + Wohnung ) entfaltet sich Geschmack für uns am besten. Auch Käse schmeckt mit blauem Schimmel nochmal so gut. Wenn das Pilzgeflecht die Synapsen überlagert, tritt der wahre Geschmack zutage :D
... He, who makes a Beast of himself , get`s rid of the pain of being a human !
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Re: Night Of The Virgin (2016)

Beitragvon Jenny » 22. Apr 2018 13:16

Iiih, nee sowas kann ich nicht schauen.
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Re: Night Of The Virgin (2016)

Beitragvon trebanator » 22. Apr 2018 13:17

Jenny hat geschrieben:Iiih, nee sowas kann ich nicht schauen.

.... doch, doch. Einfach rein in den Player, Glotze an... und hingucken :D
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Re: Night Of The Virgin (2016)

Beitragvon OpFeRmEtZgEr » 22. Apr 2018 18:33

trebanator hat geschrieben:
horror1966 hat geschrieben:...die wunderschöne und sehr helle Wohnung, in der möchte man noch nicht einmal tot am Boden liegen. :mrgreen:


OpFeRmEtZgEr hat geschrieben:Also isses was für Fliegenpilzteetrinker wie mich und Trebi! ;)

...... so ( Tee + Wohnung ) entfaltet sich Geschmack für uns am besten. Auch Käse schmeckt mit blauem Schimmel nochmal so gut. Wenn das Pilzgeflecht die Synapsen überlagert, tritt der wahre Geschmack zutage :D

Isso:D
Dazu reiben wir uns mit Hexensalbe ein und essen Pilzomlett.
Wie jeden Sonntag beim Teekränzchen mit Jodorowsky:D
Yihaa!
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