Swordbrothers

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Swordbrothers

Beitragvon horror1966 » 2. Okt 2013 19:03

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Swordbrothers
(Hyeoltu)
mit Park Hee-Soon, Jin Goo, Ko Chang-Seok, Kim Kap-Soo, Choi Il-hwa, Jang Hee-jin, Jang In-ho
Regie: Park Hoon-Jung
Drehbuch: Park Hoon-Jung
Kamera: Keine Information
Musik: Keine Information
FSK 16
Südkorea / 2011

Im Jahr 11 der Joseon Dynastie tobt ein erbitterter Kampf zweier Heere auf einem Schlachtfeld in der Manchurai. Die Joseon Soldaten werden vernichtend geschlagen und ihr Heer wird aufgerieben. Zwei überlebende Offiziersbrüder und ein Soldat können flüchten. Als sie vom Feind eingekesselt werden und dem Tod ins Auge blicken, macht einer der Brüder ein Geständnis. Ein erbitterter Kampf beginnt, nicht nur gegen einen übermächtigen Feind sondern auch gegen den eigenen Bruder...


"Swordbrothers" ist definitiv nicht das Schlachten-Epos, das sich manch einer eventuell aufgrund der Inhaltsangabe erwartet. Echte Kampfszenen bekommt man lediglich ganz am Anfang der Geschichte geboten, danach entwickelt sich das Szenario in eine Richtung, die sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird. Statt actiongeladener Geschehnisse präsentiert Regisseur Park Hoon-Jung dem Zuschauer einen Story-Plot, der sich sehr ausführlich mit seinen 3 Haupt-Charakteren beschäftigt, deren Misstrauen untereinander so weit geht, das jeder dem anderen nach dem Leben trachtet. Dabei wird die Geschichte auf 2 Zeitebenen erzählt, denn neben der gegenwärtigen Situation, in der sich die Protagonisten befinden werden immer wieder Flashbacks aus der Vergangenheit eingestreut, die für die Gesamtzusammenhänge äusserst wichtig sind. Die Beleuchtung der Personen fällt hier wirklich sehr ausführlich aus, man erfährt alles über die enge Freundschaft der beiden Offiziersbrüder, aber auch über den einfachen Soldaten, der unfreiwillig in den Krieg ziehen musste.

Die Erzählstruktur des Filmes ist eher ruhig ausgelegt, entwickelt aber mit zunehmender Laufzeit eine immer stärker werdende Intensität. Aus der scheinbar gefahrlosen Situation entwickelt sich immer mehr ein psychisches Katz-und Mausspiel unter den Figuren, die sich gegenseitig belauern und nur auf eine kleine Schwäche des anderen warten, um einen eigenen Vorteil zu erlangen. Am angespanntesten ist sicherlich die Beziehung der beiden Offiziere, denn ihre tiefe Freundschaft ist keieswegs so, wie sie sich auf den ersten Blick darstellt. Durch die eingestreuten Rückblenden eröffnet sich ein Netz aus Lügen, Intrigen und Missgunst, bei dem auch politische Ränkespiele eine große Rolle spielen. Mit der Zeitbaut sich immer mehr Wut und Hass auf, so das ein Ausbruch der Emotionen nur eine Frage der Zeit ist. Obwohl der einfache Soldat mit der Fehde der beiden Freunde rein gar nichts zu tun hat, muss auch er um sein Leben fürchten, denn als Deserteur droht ihm auf jeden Fall die Todesstrafe. Seine Person wird zu einer Art Spielball, versuchen doch beide Offiziere, ihn auf ihre Seite zu ziehen. Auch wenn gerade die erste Stunde von "Swordbrothers" bis auf die Anfangs-Sequenz eigentlich gar keine Action bietet und sehr dialoglastig gestaltet ist, geht eine ungeheuer starke Faszination vom Geschehen aus, der man sich keinesfalls erwehren kann. Park Hoon-Jung hat es exzellent verstanden, den Spannungsbogen langsam aber stetig in die Höhe zu treiben, so das man ungeduldig auf eine Entladung der aufgestauten Emotionen wartet.

Diese Entladung fällt dann allerdings nicht so gewaltig aus wie manes sich vielleicht gewünscht hat, denn es folgen keine großartigen Kämpfe unter den Männern. Zwar gibt es immer wieder Versuche sich gegenseitig zu töten, wer jedoch harausragende Kampf-Passagen erwartet, wird bestimmt etwas enttäuscht sein. Doch gerade weil das nicht der Fall ist, bekommt das Ganze einen äusserst authentischen und überzeugenden Anstrich, hier treffen keine unverwundbaren Superkämpfer aufeinander, sondern ganz normale Menschen, die auch durchaus Schwächen an sich haben. Zudem ist "Swordbrothers" auch überhaupt nicht auf Actionlastigkeit ausgelegt, sondern stellt ganz eindeutig eine Fehde unter 3 Männern in den Focus der Geschichte. Und dieser Aspekt ist ganz hervorragend gelungen, so das man schon fast von einem herausragenden Psycho-Thriller sprechen könnte, wenn es sich nicht um einen Historienfilm handeln würde. Eine äusserst gelungene Dramaturgie der Geschehnisse, erstklassige Darsteller und ein Psychokrieg auf höchster Ebene sind die großen Stärken eines Filmes, der auch beim Zuschauer einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Letztendlich handelt es sich um einen meiner Meinung nach sehr guten Film, der zwar nicht unbedingt viel Action bietet, aber eine extrem spannende-und faszinierende Geschichte erzählt, die einen unwillkürlich in ihren bann zieht. Drei herausragende Hauptdarsteller verleihen dem Szenario sehr viel Glaubwürdigkeit und Intensität, die man über die gesamte laufzeit spüren kann. Wenn man mit den richtigen Erwartungen an diese südkoreanische Produktion herangeht, dann wird man ganz bestimmt nicht enttäuscht, enthält sie doch alle Zutaten für ein kurzweiliges-und sehenswertes Filmerlebnis.


Fazit:


"Swordbrothers" ist insgesamt gesehen ein überdurchschnittlich guter Film, der Tragik, Melodramatik und sehr viel Spannung perfekt miteinander verbindet. Ein psychisches Katz-und Mausspiel und einige nette Actionszenen runden das Ganze sehr gut ab und hervorragende Darsteller verleihen dem Gesamtbild den letzten Schliff. Ich fühlte mich jederzeit bestens unterhalten und kann ohne Bedenken eine absolute Empfehlung fpr diesen Film aussprechen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Koreanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 109 Minuten
Bonus: Behind the Scenes
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