horror's Reise durch die Welt der Filme

Hier ist Platz für eure gesehenen Filme, zu denen ihr auch gern etwas schreiben könnt.

AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 8404

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 14. Apr 2018 11:55

Bild




House Harker - Vampirjäger wider Willen
(I Had a Bloody Good Time at House Harker)
mit Derek Haugen, Jacob Givens, Noel Carroll, Whitney Moore, Arlan Godthaab, Nathan Lorch, Talya Carroll, Megan O'Neil, Peter Story, Nate Lane, Milena Ferreira
Regie: Clayton Cogswell
Drehbuch: Clayton Cogswell / Noel Carroll / Derek Haugen
Kamera: Max Margolin
Musik: Tim Sloan
FSK 16
USA / 2016

Die Brüder Charlie und Gerry Harker sind Nachkommen des legendären Vampirjägers Jonathan Harker. Doch ihr Glaube an die Familiengeschichte rund um die Jagd auf Vampire macht sie in der heutigen Zeit nicht zu Helden, sondern zum Gespött der Stadt. Aus finanzieller Not heraus und dank eines ungewollten und recht kuriosen Todesfalls schmieden die Brüder gemeinsam mit ihrem nicht minder schrägen Freund Ned einen genialen Plan: Die erfolgreiche Jagd auf einen Vampir soll mit Hilfe eines Schauspielers öffentlich im Haus Harker inszeniert werden! Dumm nur, dass eben dieser Schauspieler auf einen echten Vampir trifft und dieser schließlich statt des Schauspielers bei den Harkers eintrifft...


Das man auch mit verhältnismäßig wenig Geld einen äußerst unterhaltsamen Film auf die Beine stellen kann wurde schon oft genug unter Beweis gestellt. Mit "House Harker - Vampirjäger wider Willen" liegt ein weiteres Paradebeispiel für diese Behauptung vor, denn das diesem Erstlingswerk von Clayton Cogswell ein ziemlich niedriges Budget zu Grunde liegt merkt man an allen Ecken und Enden. Das ist aber keinesfalls als negativ zu bewerten, da gerade dieser Aspekt den Liebreiz und Charm des vorliegenden Filmes zusätzlich hervorhebt. Die Geschichte an sich ist völlig hanebüchen und beinhaltet jede Menge Gags, von denen allerdings nicht alle zünden können. Das macht bei der vorhandenen Vielzahl jedoch nicht wirklich viel aus, denn während der gerade einmal gut 73 Minuten Nettolaufzeit reihen sich die skurrilen Momente dermaßen dicht aneinander, das man ihnen unmöglich entkommen kann. Zwar gestaltet sich der Humor an manchen Stellen ein wenig flach, um dann aber kurz danach gleich wieder mit herrlicher Situationskomik aufzuwarten. Ebenso verhält es sich mit dem vorhandenen Wortwitz, denn sämtliche Dialoge sprühen nur so vor dem Bemühen, den Zuschauer durchgehend bei Laune zu halten. Zugegebenermaßen gelingt das nicht komplett, aber in der Summe gesehen überwiegen die komischen Momente von denen man kaum genug bekommen kann. Dabei kommt es selbstverständlich auch auf die persönlichen Vorlieben an, denn "House Harker - Vampirjäger wider Willen" kommt vollkommen überzogen daher, was sich in erster Linie auch im Schauspiel der Protagonisten sehr stark niederschlägt. Und an dieser Stelle ist man dann auch bei einem der in meinen Augen absoluten Höhepunkte angelangt, da ganz besonders die drei Hauptdarsteller der Geschichte ihren ganz persönlichen Stempel aufdrücken. Meiner Meinung nach ist Derek Haugen in der Rolle von Ned an dieser Stelle besonders zu erwähnen, erinnert der gute Mann in Sachen Mimik und Gestik doch stellenweise an den guten Simon Pegg, was dem Betrachter in etlichen Situationen unzählige Schmunzler ins Gesicht zaubert.

Aber auch alle anderen Charaktere liefern ordentlich ab, wobei man den Akteuren durchgehend die Spielfreude anmerkt. Alle hinterlassen einen sympathischen Eindruck und die völlig trottelige Interpretation der jeweiligen Charaktere passt perfekt zu dem trashigen Eindruck, den diese Low Budget Produktion hinterlässt. Es handelt sich dabei um wirklich gelungenen und extrem unterhaltsamen Trash, dem das Herzblut und Engagement der Macher förmlich aus jeder einzelnen Pore tropft. Gleichzeitig entwickelt das Szenario einen herrlichen 80er Jahre Charme, was dem Ganzen dann noch einmal zusätzliche Pluspunkte einbringt. Gestaltet sich die erste Filmhälfte noch relativ unblutig, so soll sich das im späteren Verlauf vollkommen ändern. Ganz besonders im letzten Drittel geht es dann ordentlich zur Sache, was den von Haus aus schon guten Spaßfaktor noch einmal zusätzlich nach oben schießt. In dieser Phase der Erzählung wird man dann auch mit Szenen konfrontiert, die an Absurdität kaum noch zu überbieten sind. Natürlich dürfen bei einem Film dieser Art auch diverse Anspielungen auf andere Filme nicht fehlen und so werden beispielsweise Werke wie "Der Exorzist" oder auch die neumodische "Twillight-Saga" liebevoll durch den Kakao gezogen.

Das alles zusammen genommen ergibt eine in allen Belangen extrem turbulente Geschichte, in der einem der trashige Anstrich regelrecht ins Gesicht springt. Gleichzeitig entbehren sogar offensichtliche Logiklöcher eines gewissen Charmes, wobei an dieser Stelle insbesondere die letzten Minuten des Filmes genannt sein sollen. Denn obwohl es zu keiner Zeit geschneit hat sind die Schauplätze wie aus dem nichts auf einmal mit einer dicken Schneeschicht überzogen und man fragt sich unwillkürlich, wie das überhaupt passiert sein kann. Ist im Prinzip aber auch vollkommen egal, denn irgendwie passt diese schräge Momentaufnahme ganz wunderbar in das gewonnene Gesamtbild. Am Ende kann man eigentlich nur hoffen das "House Harker - Vampirjäger wider Willen" gut bei den Leuten ankommt, denn angeblich soll aus dem Ganzen bei einem gewissen Erfolg sogar eine Trilogie werden. Bei solch einem unterhaltsamen und schrägen Spektakel wäre dagegen sicherlich nichts einzuwenden, denn Freunde der skurrilen Horrorkomödien kommen hier voll auf ihre Kosten.

Einmal mehr hat OFDB Filmworks das Gespür für den besondern Film an den Tag gelegt und präsentiert so eine weitere gelungene Veröffentlichung. Dieser Film macht einfach nur Spaß und besticht dabei in erster Linie durch einige Unzulänglichkeiten, die dem Gesamtbild unglaublich viel Charme und Liebreiz verleihen. Was man ansonsten höchstwahrscheinlich negativ beanstanden würde, offenbart sich in der vorliegenden Produktion als absolute Stärke und sorgt so für eine äußerst stimmige Inszenierung. Die einzelnen Zutaten wurden gut miteinander vermischt, so das "House Harker - Vampirjäger wider Willen" definitiv einen der schrägsten beiträge der letzten Zeit darstellen dürfte.


Fazit:


Insgesamt gesehen wurde hier aus eher bescheidenen Mitteln das Maximale heraus geholt. Das Ergebnis ist ein sehr unterhaltsames Filmchen, das mit sympathischen Charakteren, blutigen Passagen und einem wahren Sammelsurium aus Absurditäten aufwartet. Auch wenn sicherlich nicht jeder diese Meinung teilt, mir persönlich hat dieses Werk mehr als gut gefallen und man kann nur hoffen, das es hoffentlich wirklich zu einer Trilogie kommt.


8/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5734
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 16. Apr 2018 15:08

Bild




Art of Revenge - Mein Körper gehört mir
(M.F.A.)
mit Francesca Eastwood, Clifton Collins Jr., Leah McKendrick, Peter Vack, David Sullivan, David Huynh, Marlon Young, Jess Nurse, Mary Price Moore, Melanie Britton
Regie: Natalia Leite
Drehbuch: Leah McKendrick
Kamera: Aaron Kovalchik
Musik: Sonya Belousova
FSK 16
USA / 2017

Als die junge Kunststudentin Noelle von ihrem charmanten Kommilitonen Luke auf eine Party eingeladen wird, ahnt sie nicht, dass diese Nacht ihr Leben für immer verändern wird - das romantische Techtelmechtel mit dem attraktiven Mittzwanziger endet in einer brutalen Vergewaltigung. Niemand schenkt der einst so lebensfrohen Studentin Glauben, und so durchstreift Noelle getrieben von unbändiger Wut den nächtlichen Campus, und fortan ist kein Mann, der je einer Frau Leid angetan hat, seines Lebens mehr sicher.


Rape and Revenge Filme haben seit jeher ihren ganz besonderen Reiz, was in erster Linie sicherlich in der zu Grunde liegenden Thematik begründet ist. Zumeist versucht man in diesen Beiträgen mit visueller und expliziter Härte den Zuschauer an sich zu binden, so wie es beispielsweise in der "I Spit on your Grave" Reihe zu beobachten ist. Das man allerdings auch einen etwas anderen Weg einschlagen kann wird mit dem vorliegenden "Art of Revenge - Mein Körper gehört mir" von Natalia Leite eindrucksvoll unter Beweis gestellt, in dem der Fokus einmal nicht auf extreme Brutalitäten gelegt ist. Selbstredend geht einem die Passage der Vergewaltigung unter die Haut, aber ansonsten hält man sich mit Gewaltspitzen eher vornehm zurück. Stattdessen wird das Hauptaugenmerk ganz eindeutig auf die Hauptfigur Noelle gelegt, die von einer glänzend aufspielenden Francesca Eastwood dargestellt wird. Sie spielt eine junge Kunststudentin die auf einer Party vergewaltigt wird und danach entsetzt feststellen muss das ihr niemand glauben will. Von diesem Zeitpunkt an geht eine an manchen Stellen schon fast furchteinflössende Veränderung in der jungen Frau vor, die am Ende des Filmes von ihrem Kunstprofessor ungewollt, aber nahezu perfekt in Worte gefasst wird. Dieser bezeichnet sie nämlich während einer Rede bei der Abschlussfeier als Studentin, die in letzter Zeit eine regelrechte Transformation durchgemacht hat und das trifft den Nagel auch genau auf den Kopf.

Schon frühzeitig erkennt man dabei die Wesensänderung der jungen Frau, denn nach ihrem furchtbaren Erlebnis erlebt sie die verschiedensten Facetten eines Opfers. Was zunächst noch Ohnmacht und die totale Hilflosigkeit ausdrückt, verwandelt sich mit zunehmender Laufzeit in eine absolute Eiseskälte gegenüber Vergewaltigern, was Frau Eastwood absolut grandios zum Ausdruck bringen kann. Im Gegensatz zu anderen ihr bekannten Opfern die das eigene Martyrium einfach nur vergessen wollen nimmt sie das Heft des Handelns in die Hand. Sie schwingt sich förmlich zur selbst ernannten Rächerin ihrer Leidensgenossinen auf, was den Tätern nicht unbedingt zu Gute kommt. Diese werden nach und nach für ihre Übergriffe bestraft und obwohl die Geschichte an dieser Stelle nicht auf übermäßig harte Aktionen zurückgreift, macht sich ein hohes Maß an Intensität breit. Natalia Leite verlässt sich hierbei ganz und gar auf ihre stark auftrumpfende Hauptfigur, beschäftigt sich aber gleichzeitig auch mit dem Aspekt, wie die Gefühlswelt der anderen Vergewaltigungsopfer aussieht.Dieser Punkt hätte allerdings durchaus noch tiefgehender behandelt werden können, denn leider wird lediglich an der Oberfläche der Thematik gekratzt. Das mag sicherlich an der Omnipräsenz der Hauptdarstellerin und ihrer Handlungen liegen, denn als Zuschauer kann man gar nicht anders, als sich mit der Figur von Noelle auseinander zu setzen. Diese Auseinandersetzung versetzt einen dann unwillkürlich in eine Art Zwiespalt, denn kann man einerseits ihre Taten vom menschlichen Standpunkt her durchaus nachvollziehen, so darf die an den Tag gelegte Selbstjustiz aber dennoch nicht als legales Mittel her halten, um die Täter einer Bestrafung zuzuführen.

Trotzdem gelingt es Leite ziemlich geschickt den Betrachter auf die Seite der Opfer zu ziehen, denn wenn man während des Filmes sieht, das Vergewaltigungen sogar im Internet zu begutachten sind, dann kann in einem schon die kalte Wut aufsteigen. Man fragt sich an dieser Stelle unweigerlich in was für einer Welt wir leben, wenn Männer ihre "Heldentaten" auch noch für jeden ersichtlich ungestraft der Öffentlichkeit preisgeben. Wie krank und pervertiert ist eine solche Welt und wie müssen sich erst die Frauen fühlen, wenn diese Männer noch nicht einmal gesetzlich belangt werden können? Auch dieser Aspekt wird gut in Szene gesetzt, wobei die Begründung für die Straffreiheit eher kurz und knapp erläutert wird. Insbesondere dadurch erhält das Ganze einen äußerst bitteren Beigeschmack, was vor allem für das weibliche Geschlecht schwer zu verdauen sein dürfte. Aber auch als Mann fühlt man sich bei so viel Ungerechtigkeit einer Ohnmacht nahe und verspürt ein stark beklemmendes Gefühl, das wie eine zentnerschwere Last auf den Schultern liegt.

Das die Taten von Noelle Konsequenzen nach sich ziehen dürfte logisch sein, allerdings trifft dies längst nicht nur auf die Täter der sexuellen Übergriffe zu. Gerade zum Ende hin kristallisiert sich nämlich heraus, das ihr Handeln ebenso Konsequenzen für ihre beste Freundin als auch für sie selbst nach sich zieht. Und so wird man letztendlich mit sehr zwiespältigen Emotionen aus diesem Film entlassen, der einen auch lange nach Beendigung der Sichtung noch stark beschäftigt. "Art of Revenge - Mein Körper gehört mir" ist ein echter Tiefschlag in die Eingeweide und schafft es spielerisch, den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute regelrecht an sich zu fesseln. Dieser Film stimmt wirklich nachdenklich und wirft dabei auch einige Fragen auf, die rein objektiv nur schwer zu beantworten sind. Getragen wird dieses Werk nicht nur durch seine jederzeit spannend erzählte Geschichte, sondern in erster Linie von einer grandios auftrumpfenden Francesca Eastwood, die dem Ganzen ganz unweigerlich ihren persönlichen Stempel aufdrückt.


Fazit:


Rape and Revenge Filme funktionieren beileibe nicht nur durch explizit dargestellte Gewaltexzesse und für diese Behauptung liegt hier das absolute Paradebeispiel vor. Regisseurin Natalia Leite geht einen etwas anderen Weg, ohne ihrer Erzählung dadurch Kraft, Wucht, oder Intensität zu rauben. Wer eine Vorliebe für Filme mit der vorliegenden Thematik hat sollte hier unbedingt zugreifen, denn ansonsten verpasst man eine Produktion die es wirklich in sich hat.


9/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5734
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 17. Apr 2018 13:45

Bild




Pfad der Rache
(Act of Vengeance)
mit Antonio Banderas, Paz Vega, Cristina Serafini, Atanas Srebrev, Lillian Blankenship, Elizabeth Brace, Stacey Clickner, Keith D. Evans, Isaac Florentine, Brenda Galaz-Magyar
Regie: Isaac Florentine
Drehbuch: Matt Venne
Kamera: Yaron Scharf
Musik: Frederik Wiedmann
FSK 16
Bulgarien / USA / 2017

Als seine Frau und die gemeinsame Tochter brutal ermordet werden, ist der erfolgreiche Strafverteidiger Frank Valera (Antonio Banderas) verzweifelt. Die Ermittlungen von Polizei und Justiz treten auf der Stelle, und so macht Frank sich alleine auf, den Täter zu finden. Aus der Wut und der Trauer wächst Disziplin: Er legt ein Schweigegelübde ab und fängt an bis zur äußersten Erschöpfung zu trainieren, um seinen Körper in eine stahlharte Waffe zu verwandeln. Auf der Suche nach Rache bringt er nicht nur die lokale russische Mafia gegen sich auf…


Wie so viele andere etwas in die Jahre gekommene Kollegen scheint auch der Spanier Antonio Banderas mittlerweile einen Film nach dem anderen abzudrehen, denn immerhin gingen 2017 nicht weniger als 6 Beiträge des charismatischen Mimen an den Start. Einer davon ist der vorliegende "Pfad der Rache", in dem einmal mehr Rache und damit verbundene Selbstjustiz auf der Tagesordnung stehen. Nachdem Leute wie Charles Bronson oder auch ein Clint Eastwood sowie etliche andere Akteure in diesem Bereich ihre Spuren hinterlassen haben, versucht sich nun der mittlerweile 57 Jährige Banderas darin, den Doppelmord an seiner Frau und seiner kleinen Tochter zu rächen. Man kann sich also denken in welche Richtung die Geschichte von Isaac Florentine tendiert, hat man doch schon unzählige Varianten der Thematik zu Gesicht bekommen. Und dennoch unterscheidet sich die Story ein wenig von den ansonsten üblichen Abläufen, was allein schon in der Tatsache zu erkennen ist, das man hier den Fokus nicht ausschließlich auf harte und brutale Action-Sequenzen legt.

Dennoch beinhaltet das Geschehen durchaus mehrere solcher Passagen, in denen der gute Antonio vor allem physisch überzeugen kann. Es ist schon erstaunlich wie drahtig und fit der gute Mann stellenweise zur Sache geht, was seinen weitesgehend jüngeren Kontrahenten nicht gerade zu Gute kommt. An anderer Stelle bekommt man allerdings auch wirklich sehenswertes Schauspiel der Hauptfigur zu sehen, denn Banderas hinterlässt auch ganz allgemein einen darstellerisch äußerst guten Eindruck. Auch seine Interpretation des Rächers verstärkt diesen Eindruck und unterscheidet sich zudem auch noch von den ansonsten gewohnten Selbstjustiz-Charakteren. So handelt es sich in vorliegendem Fall einmal nicht um einen brachial agierenden Rächer, sondern vielmehr um einen der einen gewissen Stil an den Tag legt. Er handelt nach Anleitungen von Marc Aurel und legt dabei sogar eine Art Schweigegelübde ab, um sich voll und ganz auf seine Aufgabe zu konzentrieren. Dieser eingeschlagene "Pfad der Rache" erscheint fast schon ein wenig außergewöhnlich, passt jedoch absolut gut in das gewonnene Gesamtbild.

Die Erzähl-Struktur der Geschichte lässt lose Anlehnungen an einen Quentin Tarantino erkennen, denn auch hier sind die Abläufe in mehrere Kapitel gegliedert. Vor allem im Nachhinein wirkt das sehr stimmig, werden so doch die einzelnen Etappen der Rache gut an den Mann gebracht. Gleichzeitig dient es in meinen Augen zum besseren Verständnis für die Entwicklung der Hauptfigur, denn Banderas vollzieht mit zunehmender Laufzeit eine Wandlung, die dem Zuschauer äußerst gut und intensiv näher gebracht wird. Die einzelnen Stufen der Trauer werden dabei gut nachgezeichnet, wobei die üblichen Stadien wie Verzweiflung, Wut, aber auch der Wunsch nach richtiger Gerechtigkeit zu erkennen sind. "Pfad der Rache" lässt also durchaus eine gewisse Vielschichtigkeit erkennen und beschäftigt sich nicht mit dem oft verwendeten Wunsch nach blinder Rache. Dies lässt sich insbesondere zum Ende hin erkennen, wenn Banderas das Rätsel um die Identität des Mörders und dessen Motiv klären konnte. Der finale Endkampf der Akteure endet nämlich anders als manch einer es sich eventuell vorstellt und allein schon dieser Aspekt ist einmal eine willkommene Abwechslung. Das wertet den Film noch einmal zusätzlich etwas auf. Das passt richtig gut in ein Szenario, das rein inhaltlich sogar phasenweise ein wenig Tiefgang erkennen lässt.

Und so hebt sich "Pfad der Rache" dann auch etwas von etlichen anderen Vertretern dieser Art ab und tut dies auf eine äußerst wohlwollende Art und Weise. Isaac Florentine ist eine richtig gelungene Kombination aus harter Action und emotionalem Tiefgang gelungen, ohne dabei zu dick aufzutragen. Mit Antonio Banderas wurde die Hauptrolle zudem gut besetzt, verleiht der spanische Mime seinem Charakter doch eine Menge Glaubwürdigkeit und Authentizität. Im gleichen Atemzug verkörpert er auch noch einen stilvollen Rächer, der sich nicht ausschließlich von blinder Rache lenken lässt, sondern stattdessen für echte Gerechtigkeit sorgen will. Man sollte sich diese Produktion also keinesfalls entgehen lassen, beinhaltet sie doch etliche sehenswerte Elemente, die den Selbstjustiz-Thriller nicht nur auf harte Action reduzieren.


Fazit:


Es ist wirklich schön Antonio Banderas endlich einmal wieder in einem sehenswerten Beitrag zu erleben. Und das ist "Pfad der Rache" auf jeden Fall, so das man diesen Film ohne Weiteres als Bereicherung des Genres ansehen kann. Mit Stil und Gerechtigkeitssinn wird hier die Rache für einen Doppelmord ausgeübt und der überzeugende Hauptdarsteller liefert dabei eine überzeugende Performance ab, die ich persönlich ihm ehrlich gesagt nicht mehr zugetraut hätte.


8/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5734
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 18. Apr 2018 10:13

Bild




Die letzten Krieger
(Kolovrat)
mit Ilya Malakov, Aleksey Serebryakov, Aleksandr Ilin, Timofey Tribuntsev, Yuliya Khlynina, Andrey Burkovskiy, Igor Savochkin, Polina Chernyshova, Aleksandr Tsoy
Regie: Dzhanik Fayziev / Ivan Shurkhovetskiy
Drehbuch: Dmitriy Paltsev / Dmitriy Raevskiy / Evgeniy Raevskiy / Sergey Yudakov
Kamera: Maksim Osadchiy-Korytkovskiy
Musik: Serj Tankian
FSK 16
Russland / 2017

Im 13. Jahrhundert kontrollieren die Mongolen und ihr Führer Batu Khan den Großteil der damals bekannten Welt. Auf ihrem Weg nach Westen Richtung Europa dringen sie in das letzte unabhängige Russische Fürstentum ein. Sie wissen jedoch nicht, dass ihre Pläne zu scheitern drohen.Denn eine kleine Truppe heroischer Männer unter der Führung des mutigen Kriegers Kolovrat stellt sich dem Heer tapfer entgegen…


In den letzten Jahren finden vermehrt russische Filme ihren Weg auf den deutschen Heimkinomarkt, die sich auf die verschiedensten Genres verteilen. Darunter verbergen sich so manch kleine Perlen, wobei insbesondere im Bereich der Historienfilme immer wieder interessante und gut gemachte Beiträge zu finden sind. Dazu zählt eindeutig auch "Die letzten Krieger", der aufgrund der knappen Inhaltsangabe schon ein wenig an Frank Miller's "300" erinnert. Auch hier bekommt es eine Handvoll Krieger mit einer zahlenmäßigen Übermacht zu tun, wobei es schon als verwegen anzusehen ist, das sich ca. 20 Männer gegen die wilde Horde der Mongolen stellen. Mann kann es als Mut, aber auch als absoluten Wahnsinn ansehen, aber im Laufe der Geschichte kristallisiert sich ganz eindeutig heraus, das es sich ganz einfach um Patriotismus und unbändige Liebe zum Vaterland handelt. Wie dem auch sei, die Macher haben das Ganze richtig gut in Szene gesetzt und füllen die knapp 2 Stunden Laufzeit mit einer interessanten Geschichte, die zudem auch mit mehreren, sehr sehenswerten Kampfeinlagen gefüllt wurde.

Man sollte dabei allerdings keine epischen Schlachten erwarten, was bei der extrem unterschiedlichen Truppenzahl der jeweiligen Seiten auch nicht zwingend zu erwarten. Und so besinnt man sich dann auch eher auf etwas kleiner ausgefallene Kämpfe in denen es ganz gut zur Sache geht. An dieser Stelle wird auch wieder einmal klar, das eine zahlenmäßige Überlegenheit nicht unbedingt mit einem schnellen Sieg verbunden ist, denn mit List und Tücke kann man auch einen weit überlegenen Gegner zumindest eine geraume Zeit in Schach halten. Genau das kommt in "Die letzten Krieger" äußerst gut zur Geltung und erscheint dabei auch noch ziemlich glaubwürdig. Es wird nicht zu dick aufgetragen und auch die heroische Darstellung der russischen Krieger bewegt sich in einem annehmbaren Rahmen. Es werden keine übermenschlichen Helden aufgebaut sondern lediglich wagemutige und tapfere Männer, die bis zum letzten Blutstropfen für ihre Heimat kämpfen. Das weiß durchgehend zu gefallen und sorgt für hohe Sympathiewerte beim Zuschauer, der insbesondere von der Hauptfigur Kolovrat ziemlich angetan ist.

Der junge Anführer der kleinen russischen Truppe ist nahezu der Inbegriff eines unbeugsamen Kriegers, der mit seiner Leidenschaft auch seine Mitkämpfer zu Höchstleistungen anspornt. Nun muss man sicherlich kein Prophet sein um sich denken zu können, das der Widerstand nur eine begrenzte Zeit aufrecht gehalten werden kann. Alles andere wäre auch völlig unglaubwürdig gewesen und so kommt es am Ende selbstverständlich zum vorgezeichneten Finale. Ein letzter verzweifelter Kampf lässt die Waagschale in eine Richtung kippen, was allerdings auch nicht anders zu erwarten war. Die Regisseure Dzhanik Fayziev und Ivan Shurkhovetskiy haben hier richtig gute Arbeit geleistet und einen opulenten Historienfilm ins Leben gerufen, der sich hinter diversen Hollywood Produktionen nicht zu verstecken braucht. Mit einem geschätzten Budget von 360.000.000 RUR ist das Werk dabei ordentlich ausgestattet und weiß auch in visueller Hinsicht einen überzeugenden Eindruck zu hinterlassen.

Letztendlich kann man dieser Produktion ein sehr gutes Gesamtzeugnis ausstellen, denn die Geschichte wirkt in sich äußerst stimmig und wird flüssig als auch spannend erzählt. Außerdem liefern auch die Darsteller mehr als ordentliche Leistungen ab, wobei Hauptdarsteller Ilya Malakov ganz besonders in Erinnerung bleibt. Und auch wenn in "Die letzten Krieger" vielleicht nicht die ganz großen Schlachten zu begutachten sind gibt es dennoch genügend Kampfszenen zu sehen, die beste und sehenswerte Action anbieten. So kann man am Ende dann auch ohne Weiteres eine Empfehlung an all jene aussprechen die gut gemachte Historienfilme zu schätzen wissen.


Fazit:


Es ist immer wieder schön zu sehen, das man auch in Europa immer wieder fündig wird wenn es darum geht, gute Beiträge des Genres zu entdecken. "Die letzten Krieger" ist ein solcher Fall und eine Sichtung dieser russischen Produktion lohnt sich allemal. Es muss eben nicht immer zwangsläufig Hollywood sein, denn auch auf unserem Kontinent wird gute Arbeit in der Filmwelt abgeliefert.


7/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5734
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 20. Apr 2018 15:08

Bild




Zombies! - Überlebe die Untoten
(Zombies)
mit Tony Todd, Steven Luke, Raina Hein, Amanda Day, Aaron Courteau, Marcus Dee, Heidi Fellner, Todd Vance, Jim Westcott, Amber Rhodes, Brian Thoe, Bruce Miller
Regie: Hamid Torabpour
Drehbuch: Hamid Torabpour
Kamera: Timothy Torabpour
Musik: keine Informationen
keine Jugendfreigabe
USA / 2017

Unsere Welt gleicht einem Schlachtfeld. Blutrünstige Zombies haben die Gewalt über die Erde übernommen, auf der nur die Stärksten überleben werden. Auch im Herzen von Minnesota herrscht Matschhirn-Dominanz. Eine der verstreuten Gruppen der letzten Überlebenden formiert sich rund um Luke (Steven Luke) und versucht tagein tagaus, sich in dieser postapokalyptischen Hölle gegen die Horden Untoter zur Wehr zu setzen. Dabei greifen sie auf alles zurück, was auch nur entfernt als Waffe taugen könnte, wie etwa einem Mähdrescher. Zum Glück ist auch Detective Summers (Tony Todd) dabei, der keine Furcht kennt und am Köpfen von Schlurfern seine hellste Freude hat. Während ihres Überlebenskampfes schwingt stets die Frage mit, ob Luke und die Mitglieder seiner Crew die nötige Ambition und ausreichend Feuerkraft mitbringen, um die Zeit der Untoten zu überdauern.


Nur allzu gern greifen neue Regisseure auf altbewährte Themen zurück, um ihre Erstlingswerke für eine bestimmte Zielgruppe interessant erscheinen zu lassen. Hamid Torabpour hat sich dabei für eine weitere der unzähligen Zombie-Varianten entschieden und dabei einen C-Movie kreiert den die Welt im Prinzip nicht wirklich braucht. Dabei beginnt die Chose durchaus gut und wartet gleich am Anfang mit einem ansehnlichen Härtegrad als auch mit einer gelungenen Atmosphäre auf. Dieser Umstand hält sich allerdings nur wenige Minuten, denn danach flaut das Ganze doch ziemlich stark ab und offenbart eine lang anhaltende Phase der Ereignislosigkeit. Das ändert sich dann auch erst in den letzten gut 25 Minuten, in denen die Geschichte noch einmal etwas an Fahrt aufnimmt und auch diverse Splatter und Gore Einlagen parat hält, was den Zuschauer zumindest ein wenig entschädigt. Bis dahin verläuft das Geschehen jedoch eher träge und es gibt nur in sehr wenigen Fällen kleinere sehenswerte Momente, was das Seherlebnis insgesamt doch erheblich trübt.

Nun sollte man bei dieser mit etwas über 1 Million $ budgetierten Produktion wohl auch nicht zu viel erwarten, aber zumindest eine etwas stimmigere Story hätte man dann doch erwarten können. Hier liegt nämlich das mit Abstand größte Defizit von "Zombies! - Überlebe die Untoten", denn die ausgedünnte Rahmenhandlung beinhaltet nicht sonderlich viel Substanz. Viel schlimmer ist jedoch der Umstand, das die Abläufe größtenteils kaum Zusammenhänge erkennen lassen und das Szenario so auch relativ unrund daher kommt. Das beginnt schon mit den extrem schwachen Figurenzeichnungen die gerade einmal die Oberfläche ankratzen. Besonders fällt dabei die Hauptfigur Luke ins Auge, erfährt man doch während der gesamten Laufzeit so gut wie gar nichts über diese Person. Andererseits kann man diesen Aspekt aber auch auf alle anderen Akteure ummünzen und selbst die Hintergründe für die Zombie-Epidemie bleiben völlig im Dunkeln. Bei diesen Kritikpunkten kann man sich vorstellen, das man sich in rein filmischer Hinsicht fast schon im sogenannten Niemandsland bewegt, denn eine in sich stimmige Geschichte wird vollkommen anders in Szene gesetzt. Da hilft es dann auch eher wenig, das man bei einigen anderen Dingen gar nicht mal so schlecht gearbeitet hat. Die Effekte sind zumindest teilweise nett anzuschauen und auch diverse atmosphärische Augenblicke sind ab und zu sichtbar. Dafür mangelt es allerdings an jeglicher Spannung, denn während der gesamten Laufzeit ist diese nicht einmal wirklich zu erkennen.

Anstatt sich um solche Grundelemente zu kümmern fügt Hamid Torabpour lieber skurrile Figuren in den Raum, was bei der Figur von Haley äußerst stark zum Ausdruck kommt. Die gute Frau wirkt wie eine Art Zombie-Dompteuse mit Augenklappe, wobei auch hier mit keinerlei Hintergrundinformationen zu rechnen ist die diesen Umstand auch nur ansatzweise erklären könnten. Und so ergibt sich größtenteils schon ein ziemlich konfuses Gesamtbild, das sich auch im dargebrachten Schauspiel der Akteure niederschlägt. Zwar wirken diese redlich bemüht, können aber in keiner Phase einen wirklich überzeugenden Eindruck hinterlassen. Und gerade Tony Todd, der wohl das einzig bekannte Gesicht darstellen dürfte agiert äußerst hölzern und ungelenk, was andererseits aber auch ein untrüglicher Beweis dafür ist, das er aufgrund seiner bedingten Schauspielfähigkeiten nie zu den Großen seiner Zunft zu zählen war. Passend dazu hat der gute Tony dann auch noch die schlimmste der deutschen Synchronstimmen erwischt, wobei die Synchro ganz generell nicht zu den besten zählt um es einmal diplomatisch auszudrücken.

In der Summe ist "Zombies! - Überlebe die Untoten" also keinesfalls ein Film den man unbedingt gesehen haben sollt und selbst unter den mittlerweile unzähligen Zombie-Mopeds dürfte diese Produktion lediglich ein Schattendasein fristen. Es fehlt nicht nur an jeglicher Innovation, der Regisseur war noch nicht einmal dazu in der Lage, wenigstens eine in sich stimmige Geschichte zusammen zu schustern. Das deutet nicht gerade auf viel Talent hin, aber eventuell belehrt einen der gute Hamid Torabpour noch zu einem späteren Zeitpunkt eines Besseren. Sein Erstling ist bis auf wenige Momente jedenfalls eher ein Reinfall und beinhaltet nicht sonderlich viele Dinge, die dem Betrachter auch nachhaltig im Gedächtnis haften bleiben. Wenn man nichts anderes zu tun hat kann man mal einen Blick riskieren, man verpasst aber auch nicht viel, wenn dieser Film gänzlich an einem vorbei zieht.


Fazit:


Ein Zombiefilm sollte zumindest kurzweilig unterhalten, aber selbst dieser Aspekt tritt hier nur phasenweise in Erscheinung. Ein paar blutige Einstellungen allein reichen längst nicht aus, um den relativ schlechten Gesamteindruck dieser Produktion aufzuwerten. Zu sehr hakt es an allen Ecken und Enden, als das man "Zombies! - Überlebe die Untoten" positiv bewerten könnte.


3/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5734
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 23. Apr 2018 12:25

Bild




Jeepers Creepers 3
(Jeepers Creepers 3: Cathedral)
mit Stan Shaw, Gabrielle Haugh, Brandon Smith, Meg Foster, Jordan Salloum, Chester Rushing, Jason Bayle, Ryan Moore, Michael Sirow, Joyce Giraud, Michael Papajohn
Regie: Victor Salva
Drehbuch: Victor Salva
Kamera: Don E. FauntLeRoy
Musik: Andrew Morgan Smith
FSK 16
USA / 2017

Im kleinen Städtchen Poho County entdeckt das Polizei-Team um Sheriff Dan Tashtego einen Lkw, gefüllt mit Leichen. Bei der Untersuchung offenbaren sich tödliche Fallen am Fahrzeug, die schnell an vergangene Ereignisse erinnern. Während Tashtego den Fall untersucht, geschehen in der Stadt weitere Schrecken: Die Jugendlichen Addison und Buddy werden plötzlich von einem übernatürlichen Dämon verfolgt und müssen mit ansehen, wie er Menschen in ihrer Umgebung nach und nach zu fassen bekommt. Hilfe suchen sie bei der alten Gaylen. Die scheinbar verrückte Frau hat vor 23 Jahren ihren Sohn verloren und glaubt, das Monster stoppen zu können. Doch der Creeper wird immer hungriger!


Eigentlich hatte man schon nicht mehr damit gerechnet das der mysteriöse Creeper noch einmal auf Beutezug geht, doch nach sage und schreibe 14 Jahren wird man mit dem vorliegenden dritten Teil der Reihe eines Besseren belehrt. Victor Salva präsentiert dabei eine Erzählung die zeitlich gesehen anscheinend zwischen Teil 1 und 2 angesiedelt ist und leider nicht mehr an die Klasse der beiden Vorgänger heran reichen kann. Die Gründe dafür sind mannigfaltig aber in erster Linie wohl ganz eindeutig in der oftmals fehlenden Atmosphäre des Werkes zu suchen. Es ist nämlich nur noch sehr selten etwas von der dichten und bedrohlichen Grundstimmung der beiden Vorgänger zu spüren, was hauptsächlich dem Umstand geschuldet ist das sich ein Großteil des Geschehens am hellichten Tage abspielt. Das nimmt der Hauptfigur viel von ihrer Bedrohlichkeit, denn der Creeper mordet dieses Mal anscheinend lieber im Tageslicht, als das er die Nacht für seine Greueltaten nutzen würde. Diese Variante erscheint ein wenig gewöhnungsbedürftig und trägt auch gleichzeitig dafür Sorge, das nur in relativ wenigen Situationen so etwas wie ein Gänsehaut-Feeling zu verspüren ist, das man in den ersten beiden teilen so sehr geschätzt hat.

Es mag durchaus sein das nicht jeder das so empfindet, aber die mysteriöse und bedrohliche Aura der Hauptfigur leidet ziemlich unter diesem Aspekt. Die Latexmaske des Unholds ist definitiv als solche zu erkennen, was die Illusion des Zuschauers doch ziemlich trübt. Warum Salva dieses Mal nicht vermehrt auf düstere Einstellungen bei Nacht gesetzt hat wird sein Geheimnis bleiben, aber der Geschichte hat es auf jeden Fall nicht gut getan. Dies ist aber längst nicht das einzige Manko des Filmes, denn ganz generell gerät die Erzählung immer wieder ins Stocken. Die Abläufe sind stellenweise ein wenig holprig und man wird das unbestimmte Gefühl nicht los, das die gesamte Chose einen äußerst unvollendeten Eindruck hinterlässt. Trotz einiger wirklich starker Momente will sich in der Summe kein gänzlich in sich stimmiges Szenario ergeben und das trübt den gewonnenen Gesamteindruck dann doch ganz erheblich.

Da waren die beiden Vorgänger dann doch ganz andere Kaliber, wobei insbesondere der starke zweite Teil noch immer in der Erinnerung verankert ist. "Jeepers Creepers 3" kommt jedoch keinesfalls an dieses Niveau heran, was eindeutig in der Veränderung der vorhandenen Stilmittel begründet ist. Da helfen auch die ganzen Tötungen nichts, die sowieso nur in Ansätzen zu sehen sind. Das ist aber gar nicht weiter schlimm, da diese Reihe sich noch nie über einen übermäßigen Härtegrad definiert hat. Viel schwerer fällt dabei die mangelnde Atmosphäre ins Gewicht, war diese Zutat doch im Prinzip die größte Stärke der bisherigen Filme. Auch in darstellerischer Hinsicht ergibt sich nichts Außergewöhnliches, zwar agieren die meisten Protagonisten recht solide, aber gewisse Figuren wirken eher blass und performen stellenweise gar ein bisschen hölzern und ungelenk.

Trotz der aufgezählten Defizite ist "Jeepers Creepers 3" keinesfalls ein Rohrkrepierer, aber wirklich gelohnt hat sich die extrem lange Wartezeit auch nicht. Immerhin hatte Salva 14 Jahre Zeit dafür, eine in sich stimmige Geschichte auf den Weg zu bringen, was aber letztendlich nicht gelungen ist. Das er dann auch noch den Creeper in gewissen Szenen fast schon lächerlich erscheinen lässt wertet die Chose noch einmal etwas ab, denn auch wenn der Bösewicht nicht zu den absoluten Ikonen des Genres zählt, hat er das sicherlich nicht verdient. Am Ende bleibt also nicht mehr übrig als ein dritter Teil, der die in ihn gesetzten Hoffnungen nur in ganz wenigen Momenten erfüllen kann. Der Rest ist ein eher seichter Genrebeitrag den man sich ruhig mal anschauen kann, der aber keinesfalls nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.


Fazit:


Nach den beiden gelungenen Vorgängern erschien nun satte 14 Jahre später eine maximal durchschnittliche Fortsetzung, die man sich auch gut und gern hätte sparen können. Es ist kaum noch etwas von den Stärken der ersten beiden Filme zu verspüren und das stellt letztendlich schon eine herbe Enttäuschung dar. Besonders die Taten des Creepers am Tage wirken befremdlich und lassen kaum eine dichte Grundstimmung in Erscheinung treten. Das schränkt das Filmerlebnis erheblich ein und entlässt einen am Ende eher ein wenig unbefriedigt aus einer Geschichte, von der man sich doch eine Menge mehr erwartet hätte.


5,5/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5734
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 1. Mai 2018 14:15

Bild




Beyond Skyline
(Beyond Skyline)
mit Frank Grillo, Bojana Novakovic, Jonny Weston, Callan Mulvey, Antonio Fargas, Pamelyn Chee, Yayan Ruhian, Jacob Vargas, Iko Uwais, Lindsey Morgan, Samantha Jean
Regie: Liam O'Donnell
Drehbuch: Liam O'Donnell
Kamera: Christopher Probst
Musik: Nathan Whitehead
FSK 16
Großbritannien / Indonesien / Kanada / Singapur / USA / 2016

Der L.A. Cop Mark Corley hat schon bessere Tage erlebt: Gerade als er eine Kaution für seinen eingebuchteten Sohn Trent hinterlegen will, wird die Millionenmetropole Opfer eines konzertierten Angriffs Außerirdischer, die die Menschen der Stadt förmlich aufsaugen. Trent ist unter den Entführten, und Mark nimmt die Verfolgung auf. Tatsächlich gelingt es ihm, an Bord des UFOs zu kommen und mehrere Menschen zu befreien. Danach machen sie sich daran, den Invasoren die Stirn zu bieten


2010 erschien mit dem SCI/FI / Actionfilm "Skyline" ein Werk, das die Meinungen der Zuschauer doch ziemlich stark gespalten hat. Mich persönlich konnte der Film damals überhaupt nicht überzeugen, weswegen ich auch relativ skeptisch an diese Fortsetzung einer eigentlich geplanten Trilogie heran gegangen bin. Aber die Skepsis war größtenteils unnötig, denn immerhin präsentiert sich ein kurzweiliges Action-Spektakel, an dem man durchaus seine Freude haben kann. Zeichneten 2010 noch die Strause Brüder als Regisseure verantwortlich, so nahm im vorliegenden Fall der damalige Co-Autor Liam O'Donnell auf dem berühmten Stuhl Platz und kreierte somit sein Erstlingswerk. Zugegebenermaßen ist die Geschichte nicht mit sonderlich viel Substanz ausgestattet, vielmehr offenbart sich eine eher dünne Rahmenhandlung, in der O'Donnell allerdings ohne jegliche Umschweife auf den Punkt kommt. "Beyond Skyline" macht dabei überhaupt keinen Hehl daraus das die Story den Fokus ganz eindeutig auf die vorhandenen Action-Elemente legt, denn von der ersten Minute an geht es ganz ordentlich zur Sache.

So kommt man als Betrachter erst gar nicht dazu, während der gesamten Laufzeit auf diverse Ungereimtheiten und inhaltliche Schwächen zu achten. Vielmehr konzentriert man sich auf die etlichen Ballereien und gut choreografierten Kämpfe, denn in dieser Beziehung wurde wirklich eine ganze Menge aufgefahren. Die Außerirdischen erinnern teilweise von der Optik her ein bisschen an die Predatoren, aber gleichzeitig schwingt auch ein Hauch von "Pacific Rim" in der Geschichte mit. Das Ergebnis ist ein kurzweiliger und unterhaltsamer Mix, der meiner Meinung nach weitaus besser gelungen ist als sein Vorgänger. Es ist halt das typische Popcorn Kino und keinesfalls das SCI/FI Kino der etwas ernsteren Art. Dafür beinhaltet "Beyond Skyline" zu viele unfreiwillig komische Momente, die dem Ganzen andererseits aber einen angenehm trashigen Anstrich angedeihen lassen.

Vom Schauspiel her sollte man keinerlei Wunderdinge erwarten, die Akteure agieren zumeist sehr solide, ohne das sich dabei jemand nennenswert in den Vordergrund spielen würde. Das gelingt auch nicht Hauptdarsteller Frank Grillo, der in der Rolle des Cops Mark Corley in ein Korsett gepresst wird das mit sämtlichen Klischees beladen ist. Verwitwet, ein Stück dem Alkohol verfallen und mit einem problematischen Sohn gesegnet erfüllt er geradezu die Grundvoraussetzungen dafür, innerhalb des Geschehens zu einem Helden aufzusteigen. Auch die anderen Charaktere sind mit den handelsüblichen Mustern ausgestattet, was einerseits zwar nicht unbedingt einfallsreich erscheint, auf der anderen Seite aber gut in das Gesamtbild hinein passt. Ausführliche Beleuchtungen der einzelnen Figuren sollte man aber nicht erwarten, aber dieser Umstand sollte einem bei der Machart des Filmes nicht wirklich wundern.

Alles in allem ist "Beyond Skyline" ganz sicher kein Meisterwerk, aber immerhin versteht es diese Fortsetzung gut zu unterhalten. Das gelang dem ersten teil nicht wirklich, auch wenn viele Leute das höchstwahrscheinlich völlig anders sehen werden. Es bleibt abzuwarten ob wirklich noch ein abschließender Film folgen wird, was aufgrund der Dialoge in den letzten Szenen des Werkes aber auf jeden Fall möglich erscheint. Wie dem auch sei, hoffentlich lassen sich die Aliens mit dem blauen Licht nicht wieder so viel Zeit, bis sie auf die Menschheit losgelassen werden.


Fazit:


War Teil 1 noch die pure Zeitverschwendung, so kann "Beyond Skyline" zumindest im Bereich der puren Unterhaltung recht gut punkten. Liam O'Donnell kann so ein nettes Regiedebüt feiern, ohne das seine Geschichte aufgrund inhaltlicher Stärken in Erinnerung bleiben würde.


7/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5734
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 1. Mai 2018 17:57

Bild




Todeskreis Libelle
(Una Libélula para cada muerto)
mit Paul Naschy, Erika Blanc, Ángel Aranda, María Kosty, Ricardo Merino, Susana Mayo, Eduardo Calvo, Ramón Centenero, Mariano Vidal Molina, José Canalejas
Regie: León Klimovsky
Drehbuch: Ricardo Muñoz Suay / Paul Naschy
Kamera: Miguel Fernández Mila
Musik: keine Informationen
ungeprüft
Spanien / 1974

Angst und Schrecken erfüllen das Nachtleben von Mailand, als ein geheimnisvoller Killer mit unfassbarer Brutalität eine Mordserie beginnt. Junkies, Prostituierte und Kriminelle sind seine auserkorene Beute und die übel zugerichteten Leichen drapiert er mit blutgetränkten Libellen. Inspektor Paolo Scaporella wird mit dem Fall betraut, denn wenngleich seine Methoden im Polizeistab unbeliebt sind, versprechen sich seine Vorgesetzten durch die eigenwillige Ermittlungsarbeit schnelle Erfolge. Doch die Sache gestaltet sich für Scaporella äußerst schwierig, denn der Mörder scheint ihm immer einen Schritt voraus zu sein und hinterlässt keine Spuren. Als eines Tages ein spezieller Knopf an einem Tatort gefunden wird, beginnt auch Scaporellas Freundin Silvana, eine aufstrebende Modedesignerin, eigenmächtig zu recherchieren. Sie bittet ihren Freund Vittorio darum, den Besitzer des Knopfes ausfindig zu machen und als er etwas herausfindet, schlägt der Mörder wieder erbarmungslos zu und schlachtet den wichtigen Hinweisgeber grausam ab, noch bevor er reden kann. Geschockt vom Tod ihres Freundes, geht Silvana den letzten Andeutungen nach und gerät in die Fänge des Monsters. Für Scaporella zählt nun jede Sekunde. Er muss den Libellen-Mörder erwischen, bevor Silvana sein nächstes Opfer wird!


Manchmal kommt es vor das Genrefilme trotz sämtlicher, notwendiger Zutaten nicht so richtig funktionieren wollen und "Todeskreis Libelle" stellt in dieser Hinsicht geradezu ein exemplarisches Paradebeispiel dar. Diese spanische Produktion aus dem Jahr 1974 entstand unter der Regie von León Klimovsky, der sich in seiner Geschichte ganz eindeutig an dem italienischen Gialli orientiert. So wurde das Szenario dann auch in Mailand abgedreht und mit sämtlichen Elementen des Sub-Genres versehen, kommt jedoch in der Summe nicht wirklich an die meisten italienischen Vertreter heran. Dabei beginnt die Chose doch recht ordentlich und der geheimnisvolle Killer hält schon in den ersten Minuten reichlich Ernte. Dabei geht er auch noch ziemlich variabel mit der Wahl seiner Waffen vor, was dem Film zunächst durchaus einige Pluspunkte angedeihen lässt. Man merkt als Liebhaber des Genre allerdings verhältnismäßig schnell das dem Ganzen eine ganz spezielle Zutat fehlt, denn zu keiner Zeit entfaltet sich eine für einen Gialli typische Atmosphäre. Die Abläufe wirken stellenweise völlig uninspiriert und es überkommt einen immer mehr das Gefühl, als wenn man ganz einfach die einzelnen Versatzstücke des Genres aneinander gereiht hat, ohne der Story jedoch eine Seele einzuhauchen.

In handwerklicher Hinsicht kann man sich dabei gar nicht einmal beschweren, denn in dieser Beziehung wurde im Prinzip solide Arbeit geleistet. An anderen, aber sehr wichtigen Aspekten muss man jedoch erhebliche Abstriche vornehmen, so will sich beispielsweise zu keiner Zeit echte Spannung aufbauen. Und das, obwohl man die Identität des ominösen Killers bis kurz vor dem Ende im Dunkeln hält und sich bis dorthin sichtlich bemüht, den Zuschauer durch mehrere Morde bei Laune zu halten. Der Weg zur Auflösung und Enttarnung des Mörders ist mit der handelsüblichen Rezeptur gepflastert, denn Klimovsky probiert ganz ungeniert, den Betrachter auf eine bestimmte Fährte zu locken. Im Prinzip gar kein Problem, denn diesen Schachzug kennt man ja auch aus unzähligen anderen Vertretern. Die Offensichtlichkeit, mit der der Regisseur dabei die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Person lenkt ist allerdings schon fast peinlich und für jeden Liebhaber dieser Filmart eine regelrechte Beleidigung. Dieser Umstand trübt den Filmgenuss dann schon ganz erheblich, was durch die teils staksig agierenden Darsteller noch zusätzlich verstärkt wird.

Sicher, Paul Naschy agiert als ermittelnder Inspektor ganz passabel und kann vor allem durch seine raue Art mehrere Sympathiepunkte sammeln. Dahingegen ist der Rest der versammelten Riege aber eher zu vernachlässigen, denn keiner der Akteure kommt über den Status der notwendigen Staffage hinaus. Das ist dann doch ein bisschen zu wenig, denn obwohl man in einem Gialli sicherlich nicht zwingend schauspielerische Höhepunkte erwartet, sollte man von den Protagonisten ein wenig Spielfreude erwarten können. Diese ist aber in weiten Teilen der Geschichte nur schwerlich zu erkennen und wenn es da nicht das Raubein Naschy gäbe, würde einem bei diesem Punkt so gut wie gar nichts geboten. Der ständig eine Zigarre qualmende Polizist ist somit das einzige Highlight eines Filmes, der in seiner Gesamtheit doch ein wenig unrund und nicht gänzlich stimmig erscheint. So ist es dann auch nicht wirklich verwunderlich, das sich beim Zuschauer niemals das ansonsten so geliebte Gialli-Feeling einstellen will. Man betrachtet das Szenario eher unbeteiligt und verspürt dabei nicht den Nervenkitzel, denn so viele andere Beiträge des Genres beinhalten.

Letztendlich ist "Todeskreis Libelle" alles andere als ein schlechter Film, aber wenn man trotz der notwendigen Zutaten nicht das nötige Ambiente erzeugen kann, dann ist definitiv etwas falsch gemacht worden. Dabei kann man León Klimovsky noch nicht einmal das Bemühen absprechen, nur wirken die Ereignisse teilweise wie künstlich konstruiert und in einigen Szenen sogar schon ein wenig trashig. In der Summe ist dieses Werk dann auch maximal im guten Durchschnittsbereich anzusiedeln, denn trotz der aufgezählten Defizite gestaltet sich das Ganze immer noch ziemlich unterhaltsam. Mit etwas mehr Fingerspitzengefühl wäre jedoch weitaus mehr drin gewesen, aber auch in dieser Form lohnt sich eine Sichtung allemal. Und das allein schon aufgrund der tollen Veröffentlichung von Subkultur, denn die Br-DVD Kombo kommt mit einer richtig guten Bildqualität daher.


Fazit:


"Todeskreis Libelle" ist bestimmt nicht zu den Größen des Genres zu zählen, aber es gibt auch etliche Beiträge die weitaus schlechter geraten sind. Ein gut aufspielender Hauptdarsteller kann auch durch seine Omnipräsenz die auftretenden Mankos nicht ganz ausgleichen, so das letztendlich doch eine Menge Potential verschenkt wurde.


6/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5734
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 5. Mai 2018 12:44

Bild




Die Hexe - Sie war vor euch hier
(The Inhabitants)
mit Elise Couture, Michael Reed, Judith Chaffee, Rebecca Whitehurst, India Pearl, Vasilios Asimakos, Edmund Donovan, Erica Derrickson, Danny Bryck, Victoria Nugent
Regie: Michael Rasmussen / Shawn Rasmussen
Drehbuch: Michael Rasmussen / Shawn Rasmussen
Kamera: keine Informationen
Musik: John Kusiak / P. Andrew Willis
FSK 16
USA / 2015

Mit ihrem Mann Dan hat sich Jess einen lange gehegten Traum erfüllt und ein Bed & Breakfast gekauft, wie sie es immer schon aufziehen wollte. Doch schon kurz nach dem Einzug fallen ihr merkwürdige Dinge auf: Das Haus scheint besessen zu sein, was ins 17. Jahrhundert zurückreicht, als die erste Besitzerin als Hexe gehängt wurde. Der Fluch soll jeweils auf die neuen Besitzerinnen übergehen. Was das bedeutet, stellt Jess fest, als sie ein paar Tage alleine in ihrem Haus ist.


Gruselfilme sind in der Regel immer wieder eine wohlwollende Abwechslung, da sich das Horrorgenre in der heutigen Zeit ja fast nur noch über immer weiter ansteigende Härte definiert. "Die Hexe" von den Gebrüdern Rasmussen kann man allerdings nicht wirklich in diese Kategorie einordnen, denn die hier erzählte Geschichte präsentiert sich doch fast über die gesamte Laufzeit ziemlich dröge und langweilig. Dabei ist durchaus Potential vorhanden, das jedoch noch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft wurde. In den ersten gut 40 Minuten passiert überhaupt nichts und man muss lediglich etliche Banalitäten und diverse Klischees über sich ergehen lassen. Der Fokus der Erzählung ist fast ausschließlich auf die beiden Hauptfiguren gelegt, wobei dieser Umstand ja nicht unbedingt von Haus aus als negativ zu bewerten ist. Allerdings kommt das Geschehen nur äußerst schleppend in Fahrt, zudem gerät die ganze Chose immer wieder ins Stocken. Das trübt das Filmerlebnis doch erheblich und schon nach gut einem Drittel machen sich beim Zuschauer erste Ermüdungserscheinungen breit.

Selbst als es dann nach einer gefühlten Ewigkeit ein wenig aufwärts geht hält sich die Begeisterung in Grenzen. Ab und zu kommt nun zwar subtile Horror zum Einsatz, doch die wenigen Schockmomente hauen einen auch nicht unbedingt vom Hocker. Obwohl ich normalerweise Filme dieser Art sehr zu schätzen weiß, kann "Die Hexe - Sie war vor euch hier" keinen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Die gesamte Inszenierung wirkt äußerst billig und lässt an allen Ecken und Enden diverse Mankos erkennen. So kann dann auch durchgehend nicht der gewisse Funke überspringen und man quält sich regelrecht mühsam durch eine Geschichte, die man weitaus besser hätte in Szene setzen können. Manch einer mag das sicherlich völlig anders sehen, aber diese Produktion ist ehrlich gesagt ein absoluter Langeweiler, der nur allzu selten mit sehenswerten Momenten aufwartet.

Auch die Darsteller vermochten mich nicht zu begeistern, sie wirken eher blass und lustlos. Das passt aber ganz hervorragend in den gewonnenen Gesamteindruck den diese Low Budget Produktion hinterlässt, denn in der Summe gestaltet sich das Ganze doch extrem zäh und man ist heilfroh, wenn endlich der erlösende Abspann einsetzt. Hierbei handelt es sich natürlich um meine ganz persönlichen Eindrücke, aber nur selten hat mich ein Gruselfilm dermaßen gelangweilt, wie es bei "Die Hexe - Sie war vor euch hier" der Fall war. Bei Schlafstörungen dürfte sich der Film jedoch bestens eignen, denn anders kann ich das Gesehene leider nicht bewerten.

Letztendlich wird dieses Werk bestimmt die Meinungen spalten, aber von einem gelungenen Gruselfilm sollte man zumindest eine dichte Atmosphäre erwarten können. Diese kommt aber trotz des nicht abzusprechenden Bemühens der Macher so gut wie gar nicht auf, was im Endeffekt eine absolute Enttäuschung darstellt. Für mich persönlich handelt es sich hier um knapp 90 Minuten kostbare Lebenszeit, die ich weitaus besser hätte einsetzen können.


Fazit:


Sorry, aber mit diesem Werk haben sich die Gebrüder Rasmussen nicht gerade ein Denkmal gesetzt. Statt Gruselfeeling gibt es gepflegte Langeweile, die lediglich im letzten Drittel des Filmes ein wenig durchbrochen wird. Für eine Empfehlung ist das aber viel zu wenig, wobei selbstverständlich jeder selbst entscheiden muss ob er dieser filmischen Schlaftablette eine Chance gibt.


3/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5734
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 8. Mai 2018 14:20

Bild




Bullet Head
(Bullet Head)
mit Adrien Brody, Antonio Banderas, John Malkovich, Rory Culkin, Ori Pfeffer, Alexandra Dinu, James Robinson, Jay Bogoslovov, Deyan Petrov, Jason Francis, Clive Sawyer
Regie: Paul Solet
Drehbuch: Paul Solet
Kamera: Zoran Popovic
Musik: Austin Wintory
FSK 16
Bulgarien / 2017

Ein letzter Raubzug noch, dann wollen Walker, Stacy und Gage das Verbrechen an den Nagel hängen. Doch obwohl alles genau geplant ist, steht die Unternehmung unter einem schlechten Stern. Auf der Flucht vor der Polizei suchen die drei Unterschlupf in einer riesigen Lagerhalle. Dort sind sie allerdings nicht allein. Weil hier sonst illegale Hundekämpfe stattfinden, lauert ein zurückgelassener Kampfhund. Und mit dem ist ebenso wenig zu spaßen wie mit seinem Herrchen, das ebenfalls auftaucht.


Eine recht prominente Darsteller-Riege und eine interessante Inhaltsangabe schüren beim Zuschauer die Hoffnung auf einen spannenden Film, jedoch kann "Bullet Head" die in ihn gesetzten Erwartungen zu keiner Zeit erfüllen. Dabei beginnt die Geschichte doch im Prinzip ziemlich vielversprechend, um dann aber nach wenigen Minuten eine Richtung einzuschlagen, die man nur schwerlich in Worte fassen kann. Statt einem gelungenen Spannungsbogen und eventuell vorhandenen Action-Passagen offenbart sich ein extrem dialoglastiges Szenario, in dem man lediglich mit etlichen Rückblenden konfrontiert wird. Diese ergeben sich aus den Erzählungen der in einer Lagerhalle eingeschlossenen Räuber, die sich diverse Geschichten aus ihrer Vergangenheit erzählen. Mit dem eigentlichen Inhalt des Filmes hat das nicht sonderlich viel zu tun und genau an diesem Umstand kränkelt das Ganze dann auch recht erheblich. Dabei probiert Regisseur Paul Solet durch dieses Stilmittel eine Art von Charakterzeichnung an den Tag zu legen, aber dieser Schachzug geht eher nach hinten los.

Die gesamte erste Stunde des Werkes geht dabei drauf und entpuppt sich letztendlich als wahres Sammelsurium der Banalitäten, denn das Geschehen plätschert ohne jegliche Höhepunkte munter vor sich hin. Das ändert sich erst ein wenig im letzten Drittel der Produktion, wo zumindest einmal der leise Ansatz von Tempo zu erahnen ist. Das macht den Kohl in der Summe allerdings auch nicht mehr fett, denn die rar gestreuten Schauwerte des Filmes kann man sich wirklich an einer Hand abzählen. Komischerweise erscheint "Bullet Head" aber trotz dieser Tatsache nicht unbedingt langweilig, was aber sicherlich in erster Linie darin begründet ist, das man bis zum Ende die Hoffnung auf eine gewisse Steigerung hegt. Leider tritt diese aber zu keiner Zeit ein, so das in der Endabrechnung von einer herben Enttäuschung zu sprechen ist.

Es ist eine ganz komische Mixtur die hier zu Tage tritt und nur schwerlich einem bestimmten Genre zuzuordnen ist. Zwar sind dezente Ansätze eines Krimis zu erkennen und an ganz wenigen Stellen könnte man sogar den Anflug des Tierhorrors attestieren, jedoch ist die Geschichte insgesamt gesehen weder Fisch noch Fleisch. Es wirkt alles nicht wirklich stimmig und in weiten Teilen ist die Handlungsführung sogar als fahrig einzustufen. Was Solet mit seiner Erzählweise bewirken wollte wird wohl auf immer sein persönliches Geheimnis bleiben, für knapp 90 Minuten gute Unterhaltung hat es aber definitiv nicht ausgereicht.

Zum größten teil erstickt "Bullet Head" in der totalen Belanglosigkeit und kann den Betrachter beim besten Willen nicht vom Hocker hauen. Da helfen auch bekannte Darsteller wie Adrien Brody, Antonio Banderas, oder auch John Malkovich nicht weiter. Das gesamte Szenario wirkt viel zu unentschlossen, als das man zu einem überzeugenden Gesamteindruck gelangen könnte. Und so weiß man auch im ersten Moment nach Beendigung der Sichtung gar nicht, welche Art von Film man da eben gesehen hat. In der Nachbetrachtung hätte man sich die Zeit auch ohne Weiteres sparen können, denn einen nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlässt dieser Film nicht.


Fazit:


Man sollte sich keinesfalls von den bekannten Schauspielern oder der Inhaltsangabe täuschen lassen, denn "Bullet Head" gestaltet sich vollkommen anders als man es erwarten würde. Statt Spannung bekommt man unzählige Dialoge und Rückblenden geboten, so das sich im Endeffekt ein keinesfalls in sich stimmiges Gesamtbild offenbart, das nicht unbedingt auf Begeisterung stößt.


3/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5734
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

VorherigeNächste

Zurück zu "Filmtagebücher"

 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste