Jigsaw


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Jigsaw

Beitragvon horror1966 » 11. Okt 2013 17:08

Jigsaw


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Das Jahr 2004 war gleichzeitig die Geburt einer neuen Identifikations-Figur des Horror-Genres, denn mit John Kramer alias "Jigsaw" erblickte eine neue Ikone die Kinoleinwand, die es innerhalb kürzester Zeit zum Kult-Status bringen sollte. Für die Hauptrolle konnte man mit Tobin Bell die nahezu perfekte Besetzung finden und der bis dahin zumeist in Nebenrollen agierende amerikanische Schauspieler der mit richtigem Namen eigentlich Joseph Tobin heißt, stand auf einmal über Nacht im Fokus eines Filmes, der lediglich der Start zu einem der erfolgreichsten und beliebtesten Horror-Mehrteiler wurde und dafür nur ganze 7 Jahre benötigte. Der "Jigsaw-Killer" unterscheidet sich insbesondere in der Lage seiner Motive von den handelsüblichen Genre-Killern, lässt er seinen Opfern doch immer die Wahl, ob ihnen ihr Leben so wertvoll erscheint, das sie dafür unendliche Qualen und eventuell auch den Verlust diverser Gliedmaßen hinnehmen würden. Zudem sucht sich der an einem unheilbaren Gehirntumor erkrankte Mann ausschließlich Opfer für seine perversen-und kranken Fallen aus, die sich des Wertes ihres Lebens überhaupt nicht bewusst sind und oft vollkommen gleichgültig mit ihrer Gesundheit umgehen. Gerade dieser Aspekt des Mordens ist ein gänzlich neuer und sorgt auch innerhalb der Saw-Fan-Gemeinde für etlichen Diskussions-Stoff, denn trotz der größtenteils abartigen Taten des Mannes empfindet man doch eine Menge Symphatie für ihn und kann seine Handlungsweisen von seinem persönlichen Standpunkt aus manchmal sogar nachvollziehen.

In erster Linie zeichnet sich Jigsaw durch eine enorme Vielfältigkeit aus, denn die unzähligen-unterschiedlichen Fallen die er für seine Opfer auswählt, sind sein absolutes Markenzeichen. Die akribische Planung seiner Verbrechen ist überwältigend und der gute Mann überlässt dabei wirklich nichts dem Zufall. Und auch wenn sich die Figur im dritten Teil der Reihe durch den eigenen Tod im Prinzip aus der Reihe verabschiedet, so ist sie doch auch in den weiteren Fortsetzungen absolut gegenwärtig. Zwar wird sein Werk ab dem Zeitpunkt durch eine andere Person weitergeführt, doch durch ständige Rückblenden wird die Person des John Kramer ständig wieder eingeführt und ist so auch trotz körperlicher Abstinenz die Seele des Saw-Gesamtwerkes, das ohne ihn höchstwahrscheinlich auch nie diesen unglaublichen Erfolg gehabt hätte. So ist dann auch die als pervers zu bezeichnende Genialität seines Planes erst im bisher letzten Teil von Saw zu erkennen und man stellt sich immer wieder die frage, ob der Mann aus Wut, Enttäuschung oder gar purer Verzweiflung so viele Menschen ins Jenseits befördert hat.

Meiner persönlichen Meinung nach wird es eine Mischung aus allen drei Zutaten sein und aus der Sicht eines todkranken Mannes der zur zu gern leben möchte, sind seine Taten-und Beweggründe auch phasenweise durchaus nachvollziehbar. Im Grunde genommen will er den Opfern lediglich die Augen öffnen und ihnen aufzeigen, welch wertvolles Geschenk sie mit ihrem Leben bekommen haben, das sie jedoch letztendlich in keinster Weise zu schätzen wissen. Dabei führt er jedes einzelne seiner Opfer an die Grenzen des Erträglichen und so manches Mal auch weit darüber hinaus. Die Menschen machen in ihrem Überlebenskampf allesamt Grenzerfahrungen, wobei die meisten von ihnen nicht lange darüber nachdenken können, da sie den Kampf nicht überleben. Wenn man es so sehen will, beinhalten die Folterungen von Jigsaw schon fast philosophische Ansätze und er will nichts anderes, als das die von ihm ausgewählten Menschen über den Sinn ihres eigenen Lebens sinnieren, was für den Großteil jedoch gar nicht mehr möglich ist.

Und so bekommt man es hier wirklich mit einer Ikone der Serienkiller zu tun, die sich doch ganz erheblich von den üblichen abhebt. Das begründet sich auch allein schon in der Tatsache, das es sich bei Jigsaw um ein Wesen aus Fleisch und Blut handelt, wohingegen ja andere Genre-Größen (Freddy, Jason, Michael) eher übernatürlichen Ursprungs sind. Vielleicht ist auch das neben dem großen Härtegrad der etlichen Tötungen ein ganz wesentliches Merkmal für den riesigen Erfolg einer Film-Reihe, aber auch des dazugehörigen Haupt-Charakters. Wie dem aber auch sei, der Saw-Killer mit menschlichen Beweggründen ist aus dem Genre definitiv nicht mehr wegzudenken und stellt zudem auch noch eine ungeheure Bereicherung dar.
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