Blade Runner 2049 (2017)


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Blade Runner 2049 (2017)

Beitragvon MiamiVIP » 8. Okt 2017 13:40

Bild

Originaltitel: Blade Runner 2049

Herstellungsland: USA/Großbritannien/Kanada

Erscheinungsjahr: 2017

Regie: Denis Villeneuve

Darsteller:
Ryan Gosling
Harrison Ford
Ana de Armas
Jared Leto
Mackenzie Davis
Sylvia Hoeks
Lennie James
Carla Juri
Robin Wright
Dave Bautista
Edward James Olmos
Barkhad Abdi

Freigabe: FSK 12

Laufzeit: 163 Minuten

Story:
30 Jahre nach den Ereignissen des ersten Films fördert ein neuer Blade Runner, der LAPD Polizeibeamte K (Ryan Gosling), ein lange unter Verschluss gehaltenes Geheimnis zu Tage, welches das Potential hat, die noch vorhandenen gesellschaftlichen Strukturen ins Chaos zu stürzen. Die Entdeckungen von K führen ihn auf die Suche nach Rick Deckard (Harrison Ford), einem seit 30 Jahren verschwundenen, ehemaligen LAPD Blade Runner.

Quelle: ofdb.de


Kritik:
"Blade Runner" aus dem Jahre 1982 gehört zweifelos zu den größten Filmklassikern überhaupt. Ein für die Nachwelt und zahlreichen Sci-Fi Epos prägendes Meisterwerk, das auch völlig zurecht im Ranking der 25 Filme die man auf dieser Welt gesehen haben muss, seinen Platz gefunden hat. Doch das war nicht immer so. Einst floppte der Film an den Kinokassen, weil man gegen E.T. der zur gleichen Zeit lief, kein Land sah. Völlig absurd aus heutiger Sicht, aber Besucherzahlen haben ja bekanntlich auch noch nie etwas über die Qualität eines Films ausgesagt. Erst mit der Zeit lernte man "Blade Runner" wirklich schätzen und lieben. Ein Werk das die Meisten wahrscheinlich einfach nicht verstanden haben und heute mit All Time Favorits wie "2001" und "Star Wars" auf einer Stufe steht.
Filme dieser Art, in der heutigen Zeit eine Fortsetzung zu spendieren, kommt fast einer Todsünde gleich. Mit dem Wissen wie Filme heute gemacht werden, kann man fast zu 100% davon ausgehen, das das nur Murks wird. Jüngst hatte Ridley Scott - Schöpfer des Originals erst wieder einmal bewiesen, wie schnell man seinen eigenen Klassiker völlig an die Wand fahren kann. Wenn auch "Prometheus" noch annehmbar erschien, hatte man es mit "Alien: Covernant" schon mit einem Rohrkrepierer zu tun, zumal beide Filme um Längen nicht an "Alien" aus dem Jahre 1979 heran reichen. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Wiederbelebung des "Star Wars" Franchises z.B. war immerhin sehr gelungen und enorm retro gestaltet worden. "Roughe One" setzte sogar noch eine ganze Schippe drauf. Der Beweis war also erbracht, das Hollywood es noch immer kann, wenn Hollywood es auch will! Bei "Star Wars" war es allerdings aber nicht nur die Frage nach dem Wollen, sondern vorallem nach dem Müssen! Eine wahre Mamutaufgabe die man schließlich mit Gravur gemeistert hat.

Zurück zu Blade Runner: Hier hatte man es definitiv mit dem nächsten Mamutwerk zu tun. Eine düstere, epische, Film Noir, Sci-Fi Mär die bis heute seines Gleichen sucht. Mit "Blade Runner 2049" kommt nun eine Fortsetzung daher, die 30 Jahre später nach dem Original angesiedelt ist. Von allen Seiten hochgelobt und als modernes Meisterwerk gepriesen, lassen mich solche Äußerungen von vorne herein kalt, da sich derartige Werke im Nachhinein fast immer zu 100% als laues Lüftchen herausstellen. Jedoch bleibt im Nachhinein wieder einmal zu sagen: Ausnahmen bestätigen die Regel!
Mit einer gewissen, aber erfahrungsgemäß abgespeckten Erwartungshaltung, sah ich den Film und mit einer dreifachen Erfüllung kam ich schließlich aus dem Kino. Ja - "Blade Runner 2049" ist es wirklich, dieses moderne Meisterwerk. Aber er ist auch noch viel mehr als das, denn das zuvor besagte Wissen, das Filme dieser Art heute nicht mehr gemacht werden, wurde plötzlich völlig auf den Kopf gestellt. Ganz direkt gesagt, ist dieser Film mehr 80er Jahre Retro Porn, als es je ein Film sein könnte. Ich habe in der heutigen Zeit noch kein Werk gesehen, das so dermaßen auf die gute alte Zeit getrimmt ist, wie "Blade Runner 2049!"
Man vermag es garnicht auszusprechen, aber visuell ist die Fortsetzung seinem Original sogar noch um einiges überlegen. Die Flüge im Streifenwagen, durch die monströse, futuristische Megacity von L.A. sind einfach atemberaubend. Ebenso düster und mit typischen 80er Jahre Ausleuchtungsverhältnissen wurde hier geschickt gearbeitet. Man hat absolut von der ersten bis zur letzten Minute das Gefühl, wieder zurück im "Blade Runner" Universum angekommen zu sein.

Aber nicht nur visuell ist "Blade Runner 2049" eine wahrer Abgesang aufs Original, auch Storytechnisch hat man hier alles richtig gemacht. Man wildert nicht schlicht im Original herum, sondern bewegt sich inhaltlich, wie künstlerisch komplett auf eigenen Beinen. Die Geschichte um eine alternative Zukunft wurde behutsam und konsequent weiter geführt. Die Tatsache, das sich die Replikanten aus ihrer Seriennummern-Existenz weiter entwickeln und um eigene Namen, sowie um ihre Daseinsberechtigungen kämpfen, erweist sich nicht nur als logisch, sondern auch als grandiosen Schritt der Storyschreiber. Zwar nimmt man natürlich die Replikanten-Jagd-Kriminal Geschichte des ersten Films wieder auf, verwandelte sie aber zeitgleich in eine große Mythologie, in der es um Identität, Erinnerung, Schöpfung und grundlegende Veränderungen im Bereich der Menschlichkeit geht. Sind die Replikanten wirklich gesellschaftlich nicht tragbar und mit Recht zu eleminieren, oder haben jene, die sich charakterlich und gefühlsmäßig immer mehr den Menschen ähneln, nicht auch das gleiche Recht zu leben? Eine Frage für die man sich 2 1/2 Stunden Zeit nimmt, um sie zu klären. Dabei ist die Handlung ziemlich intensiv und tiefgängig, so das man bei der ersten Sichtung längst nicht alle Bausteine zusammen gesetzt bekommt.

Auf dem Regiestuhl nam (Gottseidank) nicht Ridley Scott platz, jener war hier nur als Produzent involviert und hätte höchstwahrscheinlich auch seinen zweiten Filmklassiker in den Sand gesetzt. Verantwortlich für die Fortsetzung war diesmal Denis Villeneuve, der sich mit diesem visuellen Rausch zum aktuellen Großmeister des Science Fiction krönt. Dieser überrascht nicht nur allein mit grandiosen Bildern, sondern auch mit erzählerischen Wendungen, die fast meditativ in Szene gesetzt wurden.

Auch Schauspielerisch hat man sich keine Blöße gegeben. Ryan Gosling passt perfekt in die Rolle des neuen Blade Runners K. Skinner. Nach "Drive" und "Only God Forgives" hat sich der Mann nun schon in eine ganze Reihe von Film Noir Klassikern gespielt, da war es nur konsequent und logisch, jenen auch für "Blade Runner 2049" zu angagieren. Fast immer an seiner Seite kursiert seine virtuelle Gespielin Joi, aka Ana de Armas, die schon in "Knock Knock" zu überzeugen wusste. Auf Harrison Ford, der seine Rolle als Rick Deckard wieder einnimmt, muss man allerdings lange warten. (Nicht vom Trailer täuschen lassen) Tritt dieser doch erst im letzten Drittel in Erscheinung und kommt auch nicht über eine Nebenrolle hinaus, was natürlich nicht seine Darbietung schmälern soll. Sämtliche anderen Rollen, auf die ich jetzt nicht näher eingehen werde, sind ebenfalls als überdurchschnittlich bis perfekt zu verzeichnen.

Zum Schluss muss natürlich auch noch was zum Soundtrack gesagt werden. Das 1982er "Blade Runner" Theme von Vangelis, was eigentlich als nicht zu ersetzen gilt, wurde überraschenderweise nicht wieder verwendet. Was jedoch Benjamin Wallfisch und Hans Zimmer für die Fortsetzung kreiert haben erweist sich als mindestens ebenwürdig. Während der Original Score absolut episch und futuristisch daher kam, erweist sich der Soundtrack für die Fortsetzung mehr bedrohlich und finster. Jener Score donnert zwar meist nur vor sich hin, wirkt aber für 30 Jahre spätere und noch unlebenswertere Zukunft absolut genial, so das man Vangelis wirklich zu keiner Zeit vermisst.

Fazit:

Man wird hier kaum etwas finden, was nicht perfekt inszeniert wurde. "Blade Runner 2049" ist für mich eine wahre Überraschung, die in der heutigen Zeit eigentlich undenkbar erschien und wird sicherlich noch zu einem der wichtigsten Filme der letzten 20 Jahre avancieren. Den Status "Modernes Meisterwerk" hat dieser Film absolut verdient und als Fan des Originals, sowie jemand der noch mit den alten Filmen aufgewachsen ist, spreche ich hier voller Hochachtung meinen Respekt aus, denn sowas haben wir mit Beginn der 90er nie wieder gesehen. So bleibt mir zum Schluss nur noch unseren Alleskäufer zu zitieren. Der neue Blade Runner schafft es tatsächlich auf einer Stufe mit dem Original zu stehen, auch wenn dieses immer irgendwo aus einem Mix von Nostalgie und Kultstatus, mit einem geringen Bonus die Nase vorne haben wird.

10/10
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Re: Blade Runner 2049 (2017)

Beitragvon dude-1984 » 8. Okt 2017 17:20

mich juckt eigentlich nur wiese die atmo von damals hier reinverfrachtet haben, fand den blöd ranna zwar nie so kultig wie er überall gemacht wird aber verkehrt war er nich.
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Re: Blade Runner 2049 (2017)

Beitragvon DriesVanHegen » 8. Okt 2017 18:26

Ich muss ja zugeben, dass ich den originalen BLADE RUNNER erst einmal gesehen habe und ich damals den absoluten Kultstatus nicht nachvollziehen konnte. Visuell eindrucksvoll, aber mir hat sich so gut wie nichts festgesetzt. Bin aber trotzdem auf den Neuen gespannt!

Miamis Besprechung reiht sich ja in die international rundum positiven Meinungen passend ein.
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Re: Blade Runner 2049 (2017)

Beitragvon OpFeRmEtZgEr » 8. Okt 2017 18:34

Der Kultstatus ist 100% gerechtfertigt.
Ich hab das auch erst nach zig Anläufen begriffen.
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Re: Blade Runner 2049 (2017)

Beitragvon trebanator » 8. Okt 2017 18:49

...hier auch nochmals meine Meinung dazu:

BLADERUNNER 2049. Böder Titel, saugeile Fortsetzung. Der neue Bladerunner schafft es für mich tatsächlich auf einer Stufe mit dem Oriinal zu stehen. Das Original wird wohl immer wichtiger bleiben. Das liegt aber dann nur an der Nostagie und dem manifestierten Kult in Kopf und Gesellschaft. Ih sehe mich da selbst als betroffen an. Dennoch ist "der Neue" für mich objektiv absolut ebenbürtig. Das konnte wohl nur Villeneuve so hinbekmmen. Denke, das Ridley himself es "verkackt" hätte. So ist der 2049 èr eine in nahezu allen Punkten stimmige Fortsetzung, sowohl was die Story, als auch die Vision angeht. Der Film ist ein spezieller visueller Hochgenuß in der eigenen, dystopischen Welt in der er spielt. Des weiteren steckt der Film voller feiner Details, die das Original als storytechnisch 30 Jahre spätere Zukunft respektieren. Nahezu perfekte Fortsetzung. Ab sofort bei mir nur noch im double-feature mit dem Original. ... 10/10
... He, who makes a Beast of himself , get`s rid of the pain of being a human !
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Re: Blade Runner 2049 (2017)

Beitragvon OpFeRmEtZgEr » 8. Okt 2017 21:29

Ryan Gosling is halt auch n super Darsteller.
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