horror's Reise durch die Welt der Filme

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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 12. Jul 2017 13:24

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Guardians of the Night
(Nochnye strazhi)
mit Ivan Yankovskiy, Leonid Yarmolnik, Lyubov Aksyonova, Sabina Akhmedova, Mikhail Evlanov, Ekaterina Volkova, Konstantin Adaev, Kristina Babushkina, Yuriy Vaksman
Regie: Emilis Velyvis
Drehbuch: Oleg Malovichko
Kamera: Aleksey Kupriyanov
Musik: keine Informationen
FSK 16
Russland / 2016

Pasha, ein Kurierfahrer, stolpert in einen Angriff auf die Vampirprinzessin Dana, mitten in Moskau. Durch einen Zufall und mit der Hilfe der plötzlich auftauchenden Vampirjäger um den mysteriösen Gamayun kann er sie retten. Seine Flucht führt ihn in eine Welt unmenschlicher, mächtiger Wesen. Werwölfe, Goblins und Vampire bekämpfen sich gnadenlos, in einem erbitternden Krieg. Unter der Führung Gamayuns beginnt der Kampf gegen die gefährlichen Kreaturen. Als Pasha seine eigenen, übernatürlichen Fähigkeiten entdeckt, wird ihm bewusst, dass ihn nicht nur der Zufall mit Dana verbindet...


Es ist schon eine nett zusammen geklaute Mischung aus diversen Filmen verschiedenster Genres, die Regisseur Emilis Velyvis mit seiner Produktion auf die Filmwelt los lässt. Dabei gestaltet sich das Ganze größtenteils durchaus unterhaltsam, wobei "Guardians of the Night" ganz eindeutig auf eine jüngere Zielgruppe zugeschnitten ist, die hier sehr wohl auf ihre Kosten kommen sollte. Es handelt sich in erster Linie um eine Geschichte, in der die Genres Fantasy-und Horror aufeinander treffen, zudem wurde der Story auch noch ein wenig Action sowie eine Romanze einverleibt. So entsteht dann eine zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftige Mixtur aus "Twillight" und "Underworld", wobei sich auch noch Anleihen bei den "Men in Black" Filmen erkennen lassen. Wem das noch nicht ausreicht, der bekommt auch noch einige Action-Passagen a la "Matrix" mit geliefert, wobei die Qualität der vorhandenen Szenen aber keinesfalls so hoch angesiedelt ist wie in der Wachowski - Trilogie.

Das Gesamtbild der enthaltenen Zutaten ist gar nicht einmal so schlecht und "Guardians of the Night" schafft es zumindest, den Zuschauer über weite Teile bei Laune zu halten. Dafür fehlt es allerdings etwas an innovativen Ideen, denn aufgrund der Anleihen bei den genannten Vorbildern gibt es nicht wirklich was Neues zu entdecken. Wenn einen das nicht stört ist man bei dieser Produktion recht gut aufgehoben und wird zumindest mit einem kurzweiligen Film konfrontiert, der allerdings nur in wenigen Phasen etwas spektakulärer daher kommt. Inhaltliche Tiefe oder viel Substanz sollte man keinesfalls erwarten, denn dafür ist diese krude Genremischung definitiv nicht ausgelegt.

Die Darsteller agieren solide, ohne das sich jemand besonders in den Vordergrund spielen würde. Es wird gutes Mittelmaß geboten und das passt dann irgendwie auch nahezu zum gewonnenen Gesamtbild dieser russischen Produktion, aus der man meiner Meinung nach mehr hätte heraus holen können. Dafür ist der Film aber insgesamt viel zu sehr auf das breite und vor allem junge Mainstream Publikum ausgerichtet und gestaltet sich auch dementsprechend weich gespült. Dennoch können auch ältere Semester einmal einen Blick riskieren, denn man ist schon oft genug viel schlechter unterhalten worden.

Einen allzu nachhaltigen Eindruck dürfte Velyvis's Werk jedoch nicht im Gedächtnis hinterlassen, denn die relativ seichte Erzählung beinhaltet keinerlei echte Höhepunkte. Aus diesem Grund kann man dann letztendlich nur eine eingeschränkte Empfehlung aussprechen, denn bei eingefleischten Genre Fans dürfte "Guardians of the Night wohl auf geringe Begeisterung stoßen.


Fazit:


"Guardians of the Night" ist eine ganz nette Kombination aus verschiedenen Genres, dürfte aber im Endeffekt lediglich für eine einmalige Sichtung taugen. Die Umsetzung des Ganzen ist dabei ziemlich eindeutig auf die jüngere Generation zugeschnitten, so das sich der Spaß bei den etwas älteren Herrschaften sicherlich in Grenzen halten dürfte.


5/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 15. Jul 2017 13:26

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Don't Hang Up
(Don't Hang Up)
mit Gregg Sulkin, Garrett Clayton, Bella Dayne, Sienna Guillory, Edward Killingback, Jack Brett Anderson, Robert Goodman, Michael Bodie, Philip Desmeules, Parker Sawyers, Alex Dee
Regie: Damien Macé / Alexis Wajsbrot
Drehbuch: Joe Johnson
Kamera: Nat Hill
Musik: Aleksi Aubry-Carlson
FSK 16
Großbritannien / 2016

Die jugendlichen Freunde Sam und Brady suchen sich wahllos Opfer für Telefonstreiche aus und stellen aus Spaß die Aufnahmen online, eventuelle Konsequenzen sind ihnen egal. Der Spieß wird umgedreht, als sie eines Abends einen Anruf entgegennehmen, der sich zunächst nach einem geschmacklosen Scherz anhört. Nach kurzer Zeit nimmt der vermeintliche Streich bedrohliche Züge an: Der anonyme Stalker scheint die Jungs genau zu kennen und bedroht deren Freunde und Familien, wenn sie nicht genau tun, was er ihnen sagt! Während sie fieberhaft nach einer Möglichkeit suchen, den Wahnsinnigen aufzuhalten, fordert sein krankes Spiel das erste Todesopfer, und der Abend hat erst begonnen …


Wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein"


So simpel könnte man den vorliegenden Beitrag "Don't Hang Up" inhaltlich beschreiben, doch damit würde man dem Langfilmdebüt von Damien Macé und Alexis Wajsbrot keinesfalls gerecht werden. Die beiden haben hier nämlich einen Film kreiert, der zumindest im Bezug auf Suspense im oberen Drittel des Genres anzusiedeln ist. Dabei erscheint die Geschichte noch nicht einmal sonderlich innovativ, denn phasenweise kommt es einem so vor, als wenn man das Gesehene nicht zum ersten Mal vor Augen hat. Einmal mehr steht ein in Mode gekommenes Phänomen des Internets zur Geltung, denn bei ihrer Jagd nach Anerkennung und zweifelhaftem Ruhm spielen die beiden Freunde Sam und Brady ihren willkürlich ausgewählten Mitmenschen mitunter die übelsten Telefonstreiche. Dabei denken sie keinesfalls an mögliche Konsequenzen und schon gar nicht daran, das ihnen ihr Verhalten eventuell selbst einmal vor die Füße fällt. Genau das passiert hier aber und die beiden Regisseure dieser britischen Produktion haben das auch extrem spannend und bedrohlich in Szene gesetzt.

Dabei beginnt "Don't Hang Up" noch relativ harmlos und zeichnet in den ersten gut 20 Minuten erst einmal ein Bild der beiden Hauptfiguren, die dadurch beim Zuschauer nicht gerade viele Sympathiewerte erlangen können. Vielmehr tritt eher das Gegenteil ein und man ertappt sich immer mehr bei dem Gedanken, das man den beiden Freunden wünschen würde das sie ihr gedankenloses Handeln einmal am eigenen Leibe spüren würden. Nach der Einführung tritt dieser Fall dann auch ein, doch die dabei entstehende Wucht und Intensität hätte man nicht unbedingt erwartet. Das die folgenden Ereignisse auf simple Rache zurück zu führen sind ist zwar vorhersehbar, was aber auf keinen Fall etwas an der Tatsache ändert, das die Abläufe einem teilweise den Atem stocken lassen. Dies äußert sich nicht durch übermäßig harte Passagen, vielmehr entfaltet das Szenario eine stetig bedrohlicher in Erscheinung tretende Atmosphäre die sich ganz unweigerlich auch auf den Betrachter überträgt. Aus anfänglichem Spaß wird mit einem Mal tödlicher Ernst und die beiden ehemaligen Täter erfahren nun auf sehr schmerzliche Art und Weise wie es ist, wenn man selbst einmal in der Rolle des hilflosen Opfers ist. Macé und Wajsbrot setzen dabei zwar auf die typischen Zutaten des Genres, haben diese aber derart gut in Szene gesetzt, das man selbst durchgehend wie unter Strom steht und dabei selbst ein Teil des Geschehens wird. Zwar erscheint einem nicht immer alles vollkommen logisch und nachvollziehbar, doch dieser Umstand kann im vorliegenden Fall durchaus vernachlässigt werden.

Dennoch stellt man sich schon die Frage, wie der Stalker der beiden jungen Männer dazu in der Lage war diverse Dinge zu bewerkstelligen, um seinen perfiden Racheplan letztendlich auch in die Tat umsetzen zu können. Dieser Aspekt des Ganzen wird allerdings nicht wirklich beantwortet und viel eher der Interpretation des Zuschauers überlassen. Zwar könnte man diesen Punkt als Defizit auslegen, andererseits fällt es aber auch nicht sonderlich schwer, sich seinen eigenen Reim auf die Umstände zu machen. Zudem steht man viel zu sehr im Bann der bitter-bösen Ereignisse die auf die beiden Teenager herein brechen und am Ende in der totalen Tragödie enden. Der Weg dorthin ist mit teils atemloser Spannung regelrecht gepflastert und sorgt so für Genre Unterhaltung, die sich ohne Weiteres mit anderen erstklassigen Vertretern messen kann.

Auch wenn "Don't Hang Up" ganz sicher das Rad nicht neu erfindet, so handelt es sich doch um ein wirklich erstaunlich gutes Regie Debüt, das man sich auf keinen Fall durch die Lappen gehen lassen sollte. Thematisch gesehen schwingt sogar ein hauch von Sozialkritik mit, denn wenn man am Ende der Geschichte den Auslöser für den fiesen Racheplan präsentiert bekommt, dann wird man doch ein wenig nachdenklich. Gedankenlose Handlungen und Taten können nämlich durchaus Katastrophen auslösen und damit verbunden auch für Konsequenzen sorgen, die völlig außer Kontrolle geraten. So hält sich dann letztendlich auch das Mitleid für Sam und Brady in überschaubaren Grenzen, denn vom rein menschlichen Standpunkt aus gesehen kann man die Handlungen ihres Peinigers auf jeden Fall nachvollziehen.


Fazit:


"Don't Hang Up" ist in meinen Augen eine absolut positive Überraschung, denn in Sachen Spannung und Grundstimmung ist das Werk ganz weit oben anzusiedeln. Zudem beinhaltet die Story auch eine nicht unbedingt neu, aber sehr interessante Thematik, die zum Nachdenken anregt. Man sollte sich sehr wohl über eventuelle Konsequenzen eigener Handlungen bewusst sein und nicht völlig gedankenlos seine Zeit mit üblen Streichen vergeuden, die manchmal auch wie ein Boomerang den Weg zu einem zurück finden können.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 16. Jul 2017 13:00

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Eat Locals
(Eat Local)
mit Charlie Cox, Freema Agyeman, Mackenzie Crook, Tony Curran, Eve Myles, Nick Moran, Vincent Regan, Dexter Fletcher, Nicholas Rowe, Ruth Jones, Annette Crosbie, Ben Starr, Jordan Long
Regie: Jason Flemyng
Drehbuch: Danny King
Kamera: Chas Bain
Musik: James Seymour Brett
FSK 16
Großbritannien / 2016

Alle 50 Jahre treffen sich die Vampire Großbritanniens um über ihre Sorgen und Probleme zu diskutieren: Nahrungsvorräte, territoriale Ansprüche, neue Mitglieder. Trotz des abgelegenen Versammlungsortes bekommen die Vampire unverhofft Besuch: Sebastian fährt voller Erwartungen zu der verlassenen Farm, weil er sich eine aufregende Nacht mit der wunderschönen Vanessa erhofft. Doch er ist nicht der einzige ungebetene Gast. Auch eine Gruppe Vampirjäger hat von der Veranstaltung Wind bekommen. Die schwer bewaffnete Truppe liegt auf der Lauer, um die Blutsauger auszurotten. Als alle aufeinander treffen, ist das Chaos perfekt – und der Abend bis zum Tod ruiniert!


Am Beispiel des vorliegenden Filmes kann man hervorragend feststellen, in wie fern sich der Vampirfilm im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Gerade bei britischen Vertretern spuken einem doch immer noch die tollen Produktionen der berühmten Hammer Studios im Kopf herum, aber von diesen klassischen Werken ist "Eat Locals" so weit entfernt wie die Erde von der Sonne. Zumindest bekommt es der Zuschauer nicht mit einem weich gespülten Szenario a la "Twillight" zu tun, aber dennoch präsentiert sich hier zumindest ein sehr gewöhnungsbedürftiger Vertreter seiner Art. Regisseur Jason Flemyng war bisher eher durch diverse Nebenrollen als Darsteller bekannt und legt an dieser Stelle nun sein Debüt vor, mit dem er eine Vampirkomödie mit leichtem Action Einschlag präsentiert. Letzterer lässt sich allerdings hauptsächlich im letzten Drittel des Filmes erkennen, denn bis dahin sind bis auf kleinere Einstellungen keinerlei Wunderdinge zu erwarten. Ganz generell bleibt der eingefleischte Horror Fan eher ein wenig auf der Strecke, denn wer wirklich blutige Vampirkost erwarten sollte, könnte am Ende ein wenig enttäuscht sein.

Stattdessen wird man aber durch teils herrlich skurrile Situationskomik und diverse herzhaft bissige Dialoge entschädigt, wobei der enthaltene Humor vielleicht nicht jeden Geschmack treffen wird.. Es ist halt der typisch schwarze britische Humor, der streckenweise auch durchaus etwas tiefsinniger daher kommt. Das gefällt längst nicht jedem, doch meiner Meinung nach wurde hier die genau richtige Mixtur gefunden, um den Zuschauer gut bei Laune zu halten. Im Grunde genommen bietet "Eat Locals" einen äußerst angenehmen Filmspaß, dennoch kann das Werk aber nicht im vollen Maße überzeugen. Dafür fehlt es der Geschichte nämlich an echten Höhepunkten, die Jason Flemyng aber leider nicht mit eingebaut hat. So hätte man das Ganze ohne Weiteres mit etwas mehr Härte und Blut anreichern können, was im Zusammenspiel mit der teilweise skurrilen Situationskomik und den witzigen Wortwechseln ein noch besseres Gesamtbild ergeben hätte. Aber auch in der vorliegenden Form siedelt sich die Produktion oberhalb des normalen Durchschnittsbereichs an, wobei sie jedoch das vorhandene Potential nicht gänzlich ausschöpft.

Wie dem auch sei, "Eat Locals" wird ganz sicher seine Zielgruppe finden, denn im Grunde genommen wurde nicht allzu viel falsch gemacht. Wenn man überhaupt etwas so richtig kritisieren kann, dann ist es die doch größtenteils fehlende Horror Grundstimmung, die leider nur in vereinzelten Phasen durchscheint. Man sollte also von Beginn an mit der richtigen Erwartungshaltung an die Story heran gehen, denn "Eat Locals" ist auf keinen Fall der handelsübliche Vampirfilm, den man ohne Weiteres in die dafür vorgesehene Schublade stecken kann. Dieser Aspekt fällt sowohl positiv wie auch negativ ins Gewicht, denn bekommt man einerseits einen recht erfrischenden Film serviert, so lässt dieser andererseits manchmal zu sehr die altbekannten Zutaten außer acht. Es kommt also wie immer auf den ganz persönlichen Geschmack an und deswegen wird der Beitrag auch bestimmt die Meinungen spalten.

Letztendlich ist eine Sichtung allemal gerechtfertigt, allerdings wird dieser Vertreter nicht bei jedem einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Dazu fehlt es ganz einfach an echten Highlights, die man in vielen Passagen sicher hätte einbauen können. Ansonsten verbreitet "Eat Locals" aber auf jeden Fall jede Menge Kurzweil, was allein schon durch das ziemlich flotte Tempo der Erzählung gewährleistet wird. Selbst in den dialoglastigen Sequenzen kommt keinerlei Langeweile auf und auch die Darsteller warten mit sehenswerten Leistungen auf. Am besten bildet man sich selbst ein Urteil, denn anschauen sollte man sich das Werk auf jeden Fall.


Fazit:


Für einen Regieerstling ist der Film wirklich gut gelungen, doch mit etwas mehr Gefühl für das Wesentliche hätte man noch viel mehr heraus holen können. Etwas mehr Action und einige blutige Szenen wären da sicher hilfreich gewesen und hätten in der Summe ein noch besseres Gesamtbild entstehen lassen.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 17. Jul 2017 13:44

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Mean Dreams
(Mean Dreams)
mit Josh Wiggins, Sophie Nélisse, Joe Cobden, Bill Paxton, Vickie Papavs, Colm Feore, Ryan Blakely, George Buza, Tara Nicodemo, Mike McPhaden, Richard Waugh
Regie: Nathan Morlando
Drehbuch: Kevin Coughlin / Ryan Grassby
Kamera: Steve Cosens
Musik: Son Lux
FSK 16
Kanada / 2016

Jonas wächst im Hinterland auf einer Farm auf. Er ist ein anständiger Junge, den sein heißblütiges Temperament immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Als die schüchterne Casey mit ihrem Vater, dem bedrohlichen Polizisten Wayne, in die Nachbarschaft zieht, ist Jonas hin und weg. Er will sie vor ihrem Vater schützen und mit ihr fliehen. Seine Gelegenheit sieht er gekommen, als er Wayne bei einem korrupten Deal beobachtet und sich mit dem Geld aus dem Staub macht. Was nicht ohne Folgen für die beiden Liebenden bleibt.


Bei "Mean Dreams" handelt es sich um die zweite Regiearbeit von Nathan Morlando, der mit dieser Arbeit eine äußerst gelungene Kreuzung aus Teenager Drama und einem Thriller vorstellt. Hauptfiguren sind die beiden verliebten Teenies Jonas und Casey, die sich durch widrige Verhältnisse auf der Flucht vor Casey's Vater befinden. Dieser wird vom unlängst verstorbenen Bill Paxton dargestellt, der hier noch einmal ganz groß aufspielt und somit den Fans ganz sicher im Gedächtnis bleiben wird. Er verkörpert die Figur des Bad Cops und brutalen Vaters extrem gut und drückt dem Film damit gleichzeitig seinen ganz persönlichen Stempel auf. Aber auch die beiden jugendlichen Hauptdarsteller Josh Wiggins und Sophie Nélisse hinterlassen einen sehr guten Eindruck, so das man das Schauspiel ganz generell als eine der Stärken dieser Geschichte ausmachen kann. Desweiteren fallen dem Zuschauer die erstklassigen Landschaftsaufnahmen sofort ins Auge, die durch die sehr gekonnte Kameraführung immer wieder ausgezeichnet zur Geltung gebracht werden. Das herbstliche Ambiente des Szenarios passt hervorragend zur Situation der beiden Hauptfiguren, deren Leben ebenso von aufkommender Tristesse gezeichnet ist wie die Jahreszeit. Durch diesen Umstand schwingt dem Ganzen auch durchgehend ein leicht melancholischer Anstrich mit, der einem wie eine zentnerschwere Last auf den Schultern liegt. Man empfindet von Beginn an viel Sympathie für Jonas und Casey, wohingegen Paxton gleich nach wenigen Minuten den Kredit beim Betrachter verspielt.

Seine äußerst rohe und eiskalte Gangart löst Unbehagen aus und der exzellent auftrumpfende Mime tut alles Nötige, um diesen Eindruck auch durchgehend aufrecht zu erhalten. Morlando lässt sich gerade am Anfang viel Zeit, um einem die Hauptfiguren eindringlich näher zu bringen. Die dabei entstehenden Charakter Zeichnungen fallen ausführlich aus und so kann man sich ein gutes Bild vom Innenleben der einzelnen Personen machen. Das alles geschieht in einem eher gemäßigten Tempo, was aber keinesfalls als negativer Kritikpunkt anzusehen ist. "Mean Dreams" wartet nämlich durchaus mit gekonnten Tempowechseln auf, wobei aber insbesondere die überwiegend ruhigen Phasen des Filmes den größten Eindruck hinterlassen. Baut sich in ihnen doch ein Höchstmaß an Intensität auf und gleichzeitig geben sich immer wieder zwischenmenschliche Momente zu erkennen, die einen stellenweise sogar mit einer leichten Gänsehaut ausstatten. Für die emotional härteren und rohen Momente zeichnet dann in regelmäßigen Abständen Bill Paxton verantwortlich, der den nahezu perfekten Kontrast zu den beiden schüchternen Teenagern aufzeigt.

Dadurch ergibt sich eine äußerst gelungene Mixtur, die letztendlich ein herausragendes Gesamtbild an den Tag legt. "Mean Dreams" ist ganz einfach ein wunderschöner Film, der mit wundervollen Bildern nur so gespickt ist und eine richtig tolle Geschichte erzählt. Die Erzählweise mag sicherlich nicht jeden Geschmack treffen, denn das manchmal verschleppte Tempo dürfte wohl nicht jedem gefallen. Für diese Story ist aber gerade dieser Aspekt fast schon zwingend notwendig, denn nur so kann das Szenario seine volle Kraft entfalten. Und das geschieht hier definitiv, das Geschehen geht einem spürbar unter die Haut und zieht einen bis zum bitteren Ende völlig in seinen Bann. Die hier gefundene Mischung aus Drama, Tragödie und Thriller ist absolut brillant und verzaubert den Zuschauer in der Gesamtheit regelrecht.

Morlando hat mit "Mean Dreams" einen wirklich beeindruckenden und herausragenden Beitrag kreiert, der mit Bestimmtheit eine relativ große Zielgruppe ansprechen dürfte. Vor allem in der heute oft hektischen und blutigen Filmwelt ist es immer wieder schön, wenn ein solch ruhiger, aber dennoch äußerst intensiver Genremix präsentiert wird. Wenn man dann auch noch mit erstklassigem Schauspiel und einem authentisch erscheinenden Szenario konfrontiert wird, ist ein erstklassiger Filmgenuss quasi garantiert. Und so kann man dann auch ohne jegliche Gewissensbisse eine absolute Empfehlung für dieses grandiose Werk aussprechen, das ganz bestimmt nachhaltig im Gedächtnis hängen bleibt.


Fazit:


Es sind eben doch zumeist die eher unscheinbaren Titel, hinter denen sich ein Höchstmaß an Qualität zu erkennen gibt. "Mean Dreams" ist dafür ein Paradebeispiel, denn diesen Film muss man ganz einfach gesehen haben. Allein schon die exzellenten Performances der Darsteller ist eine Sichtung wert, wobei insbesondere Bill Paxton noch einmal eine in Erinnerung bleibende Leistung abliefert.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 19. Jul 2017 14:34

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Devil's Candy
(The Devil's Candy)
mit Ethan Embry, Shiri Appleby, Pruitt Taylor Vince, Kiara Glasco, Tony Amendola, Craig Nigh, Leland Orser, Oryan Landa West, Richard Rollin, Shiela Bailey Lucas, Marco Perella
Regie: Sean Byrne
Drehbuch: Sean Byrne
Kamera: Simon Chapman
Musik: Mads Heldtberg / Michael Yezerski
keine Jugendfreigabe
USA / 2015

Seitdem er mit seiner Frau Astrid und Tochter Zooey in ein neues Haus in Texas gezogen ist, in dem vormals eine Bluttat geschah, wird Jesses zuletzt ruhende künstlerische Kreativität von zunehmend höllischeren Visionen beflügelt. Ihm ist nicht bewusst, dass eine dämonische Macht von ihm Besitz zu ergreifen versucht. Seine Leidenschaft scheint sich zunehmend in einen Wahnsinn zu steigern. Und dann taucht Ray auf, der Sohn der vormaligen Hausbesitzer, der nichts Gutes im Schilde führt.


Im Jahr 2009 machte der Australier Sean Byrne auf sich aufmerksam und legt mit seinem Regiedebüt "The Loved Ones" einen herrlich erfrischenden Horrorfilm vor, so das man als Zuschauer durchaus die Hoffnung hegte, das in der Zukunft noch weitere Werke gleicher Güteklasse folgen könnten. Sechs lange Jahre musste man allerdings warten, bis 2015 mit "Devil's Candy" endlich die zweite Arbeit folgte, die nun endlich auch bei uns auf DVD und Blu-ray erschienen ist. Dieses Mal handelt es sich um einen erstklassig inszenierten Okkult Schocker der eine gelungene Hommage an vergangene Zeiten ist und zudem mit einem herrlichen Metal Soundtrack unterlegt ist. Harte Klänge und der Horrorfilm vertragen sich anscheinend sehr gut, denn die musikalische Untermalung des Filmes lässt das Geschehen gleich noch einmal eine Spur intensiver auf einen einwirken. In gewisser Art und Weise verspürt man mit zunehmender Laufzeit fast schon eine hypnotische Anziehungskraft, denn Byrne hat es absolut fantastisch verstanden seiner Erzählung eine sogartige Wirkung einzuverleiben, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann.

In gewissen Phasen des Filmes fühlt man sich ein wenig an Rob Zombies "Lords of Salem" erinnert, wobei die vorliegende Story allerdings um mindestens eine Klasse besser daher kommt. Schon nach einer relativ kurzen Einführungsphase baut sich eine wunderbar dichte und enorm bedrohliche Grundstimmung auf, was ganz sicher auch in der Tatsache begründet ist, das das Böse zu keiner Zeit greifbar ist. Die dämonische Kraft die anscheinend Besitz von zwei Männern ergriffen hat bleibt unsichtbar und kommt lediglich durch die Handlungen zum Ausdruck. Untermalt von den harten Metal Klängen wird dabei ein Höchstmaß an Intensität freigesetzt und in manchen Szenen verspürt man ganz automatisch eine aufkommende Gänsehaut. Man fühlt sich in die Ereignisse eingebunden und fiebert so auch durchgehend mit der kleinen Familie mit, die sich hier mit dem unsichtbaren Grauen auseinander setzen muss.

Dafür hält sich "Devil's Candy" mit visuellen Härteeinlagen äußerst vornehm zurück, dennoch macht sich innerhalb des Szenarios ein durchaus beachtlicher Härtegrad bemerkbar, der sich allerdings hauptsächlich im Kopf des Betrachters seinen Platz sucht. Dieser Aspekt ist jedoch sehr positiv, denn manchmal würden visuelle Gewaltspitzen das Gesamtbild eines Filmes viel eher zerstören, als das sie es hilfreich aufwerten würden. Genau ein solcher Fall liegt hier vor, denn "Devil's Candy" versteht es fast spielerisch, allein durch seine gut erzählte Geschichte und die heraus ragende Atmosphäre zu punkten. Der okkulte Anstrich der Abläufe tut sein Übriges um eine ungeheure Faszination auf den Zuschauer auszuüben, die sich auch bis zur letzten Minute aufrecht erhalten kann. Sean Byrne hat wirklich gute Arbeit geleistet und ein mehr als ordentliches Gesamtpaket geschnürt, das den Liebhaber des okkulten Horrorfilms absolut begeistern dürfte. Auch die relativ kleine Darsteller Riege kommt dem Ganzen sehr zu Gute, denn so kann man sich viel besser auf das Wesentliche konzentrieren und muss sich nicht mit unzähligen Figuren auseinander zu setzen.

Zudem machen die Akteure ihre Sache richtig gut und können allesamt mit überzeugendem Schauspiel aufwarten. So gibt es dann letztendlich auch nichts zu beanstanden an Byrne's zweitem Spielfilm, der eine interessante Geschichte spannend erzählt und zudem mit seiner okkulten Grundstimmung dafür Sorge trägt, das man mit einem überaus gelungenem Filmerlebnis belohnt wird. Mit einer Nettolaufzeit von gerade einmal 74 Minuten ist das Szenario zudem auch genau richtig ausgestattet, so das in keiner Phase auch nur der Ansatz von Langeweile entstehen kann.


Fazit:


"Devil's Candy" ist ein richtig unter die Haut gehender Okkult Schocker, der außerdem auch noch mit absolut passenden Metal Klängen ausgestattet ist. Auch ohne explizite Gewaltdarstellungen entfaltet die Story eine ungeheure Wucht und bleibt dem Betrachter auch nachhaltig im Gedächtnis haften.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 21. Jul 2017 12:32

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Tag
(Riaru onigokko)
mit Reina Triendl, Mariko Shinoda, Erina Mano, Yuki Sakurai, Aki Hiraoka, Ami Tomite, Mika Akizuki, Nanami Hidaka, Hikaru Horiguchi, Nanami Ishimaru, Sayaka Isoyama
Regie: Sion Sono
Drehbuch: Sion Sono / Yûsuke Yamada
Kamera: keine Information
Musik: Susumu Akizuki / Hiroaki Kanai
keine Jugendfreigabe
Japan / 2015

Ein Bus voll mit Schulmädchen wird Teil eines schrecklichen Massakers: Eine mysteriöse Windböe schneidet den Bus durch und tötet dabei alle Mädchen außer der jungen Mitsuko. Diese flieht vor der unheimlichen Macht, nur um sich kurz darauf in einer Zeitschleife wiederzufinden, in der ihre Freundinnen noch am Leben sind. Ein erneutes Massaker zwingt Mitsuko jedoch wieder zur Flucht und ihr wird bewusst, dass sich dies alles um sie zu drehen scheint...


Sion Sono eilt der Ruf voraus, das es sich bei seinen Werken in der Regel um sehr künstlerische Filme handelt, die von vielen Leuten sogar als Meisterwerke angesehen werden. Nun ist "Tag" zugegebenermaßen meine erste Berührung mit dem japanischen Regisseur, aber zumindest auf diesen Beitrag trifft diese Einschätzung definitiv zu. Die zu Grunde liegende Geschichte entpuppt sich regelrecht als visueller Fiebertraum, in dem die Grenzen zwischen Realität und Fiktion vollkommen miteinander verschmelzen, so das am Ende die Botschaft der Erzählung eventuell nicht jedem zugänglich sein dürfte. Auf jeden Fall aber ist diese Produktion absolut sehenswert, bietet sie doch auch eine ganze Menge Annehmlichkeiten für den geneigten Gorehound, denn "Tag beinhaltet einen wirklich hoch angesiedelten Härtegrad. Und auch wenn die größtenteils eher mäßigen CGI Effekte vielleicht darauf hindeuten mögen, handelt es sich in vorliegendem Fall keinesfalls um den handelsüblichen Japan-Trash. Dafür ist das Szenario trotz der enthaltenen Splatter und Gore Einlagen viel zu tiefgründig und fordert den Zuschauer regelrecht dazu heraus, die gesamte Laufzeit über die Konzentration aufrecht zu erhalten. Dennoch ist es in manchen Phasen wirklich gar nicht einmal so leicht den surrealen Bildern zu folgen, die zudem noch eine unglaubliche Faszination auf einen ausüben.

Obwohl während der teils auf den ersten Blick kaum nachvollziehbaren Ereignissen immer wieder diverse Andeutungen in den Raum geworfen werden, kann man die Botschaft des Filmes erst kurz vor dem Ende so richtig entschlüsseln. Dennoch bleibt immer noch genügend Spielraum für ganz eigene Interpretationen, was sicherlich nicht jedem zusagen mag, auf der anderen Seite aber gleichzeitig den besonderen Reiz ausmacht. "Tag" ist auf jeden Fall kein handelsüblicher Vertreter des Horrorfilms, vielmehr offenbart sich ein Szenario das mit Elementen aus den verschiedensten Genres angereichert wurde. Mir persönlich hat besonders gut gefallen, das trotz der etlichen und dabei sehr derben Einlagen auch eine fast schon poetische Note mitschwingt, was dem Ganzen auch gleichzeitig eine äußerst ästhetische Beinote angedeihen lässt

Sono hat seine Erzählung definitiv so umgesetzt das dem Betrachter überhaupt nichts anderes übrig bleibt, als über das größtenteils recht verwirrende Gesamtkonstrukt nachzudenken. Die eigene Fantasie wird ungemein stark in Gang gesetzt und es ist schon eine heraus fordernde Aufgabe, den teils philosophischen Ansätzen der Geschichte zu folgen. Und selbst wenn man sich am Ende keinen echten Reim auf das Ganze machen kann zieht einen dieser Film irgendwie in seinen Bann, was in erster Linie wohl an der visuellen Umsetzung liegen dürfte. Diese Kombination aus äußerst derben Splatter und Gore Effekten und herrlich poetischen Bildern ist ganz einfach grandios gelungen. Dennoch muss man eingestehen, das es sich bei "Tag" auf keinen Fall um leicht bekömmliche Filmkost handelt, so das die breite Masse des Mainstream Publikums ganz bestimmt nicht angesprochen wird. Auch der eingefleischte Horror Junkie dürfte eher zwiespältige Gefühle entwickeln, so das Sono's Geschichte nur eine ganz bestimmte Zielgruppe begeistern dürfte.

Wie dem auch sei, bei dem vorliegenden Film kommt es auf den ganz persönlichen Geschmack an und "Tag" dürfte wohl eindeutig in die Gruppe der "Love or Hate" Filme eingeordnet werden. Für manch einen bestimmt ein extrem außergewöhnlicher und kunstvoller Beitrag, wohin gegen viele Leute sicherlich nicht allzu viel mit der Erzählung anfangen können. Ich kann beide Seiten verstehen, aber anschauen sollte man sich diese Produktion dann doch auf jeden Fall. Nur so kann man sich eine eigene Meinung bilden und manch einer wird vielleicht sogar überrascht darüber sein, wie viel Klasse und Qualität dieser Film beinhaltet.


Fazit:


"Tag" ist alles andere als der alltägliche Einheitsbrei und stellt eine sehr gelungene Mixtur aus verschiedenen Genres dar. Zudem ist die Story mit einer interessanten Botschaft versehen, die sich jedoch erst kurz vor dem Ende so richtig zu erkennen gibt. Zudem wurde das Szenario mit ordentlich härte ausgestattet, wobei die vorhandenen Effekte allerdings nicht zur allerersten Kategorie zu zählen sind. In der Summe präsentiert sich aber ein tolles Gesamtbild, so das man eine Sichtung definitiv empfehlen kann.


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