Come and Find Me

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Come and Find Me

Beitragvon horror1966 » 8. Jul 2017 15:53

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Come and Find Me
(Come and Find Me)
mit Annabelle Wallis, Aaron Paul, Garret Dillahunt, Enver Gjokaj, Terry Chen, Zachary Knighton, Chris Chalk, Valerie Tian, Jordana Largy, Michael Kopsa, Jessica Heafey, Dean Redman
Regie: Zack Whedon
Drehbuch: Zack Whedon
Kamera: Sean Stiegemeier
Musik: Nate Walcott
FSK 16
Großbritannien / 2016

Kein Abschiedsbrief, kein Hinweis auf eine Entführung, keine Vorwarnung: Von einem Tag auf den anderen verschwand Davids (Aaron Paul) Freundin spurlos aus seinem Leben. Gerade als David dabei ist, nach über einem Jahr die erfolglose Suche nach Claire (Annabelle Wallis) aufzugeben, stößt er zufällig auf eine neue Fährte. Alle Hinweise deuten darauf hin, dass Claire nicht die Person war, die sie zu sein schien. Die frische Spur bringt ihn allerdings nicht nur ein Stück näher an Claire, sondern ruft auch gefährliche und gewaltbereite Fremde auf den Plan, die mit der Vermissten anscheinend eine offene Rechnung zu begleichen haben ...


Zack Whedon hat sich gleich bei seinem Regiedebüt einer recht komplexen und ambitionierten Aufgabe angenommen, denn seine Erzählung beinhaltet Zutaten aus mehreren verschiedenen Genres. So beginnt "Come an Find Me" beispielsweise in den ersten Minuten noch wie eine typische Liebesgeschichte, geht aber schon nach gut 25 Minuten in einen Mysterythriller über. Im weiteren Verlauf lassen sich dann ganz klare Züge eines Agententhrillers erkennen und gleichzeitig offenbart das Werk auch noch die handelsüblichen Elemente eines Dramas, so das man ohne Weiteres von einem echten Genre-Zwitter sprechen kann. Einerseits beinhaltet der Film in dieser Vielfältigkeit seine große Stärke, auf der anderen Seite sorgt diese aber auch gleichzeitig für kleinere Defizite, denn streckenweise scheint sich Whedon in seinem eigenen Konstrukt ein wenig zu verirren. Das ändert aber nichts an einem konstant guten Spannungsaufbau, denn es gestaltet sich schon äußerst interessant den jungen David (Aaron Paul aus Breaking Bad) auf der abenteuerlichen Suche nach seiner verschwundenen Freundin Claire (Annabelle Wallis) zu begleiten. Schon recht bald stellen sich dabei die ersten Fragen nach deren wahrer Identität, denn ganz offensichtlich ist Claire keinesfalls die Person die sie eigentlich sein sollte.

Die Story wird von nun an immer komplexer und entpuppt sich an einigen Stellen sogar ein wenig verworren. Das liegt in erster Linie daran, das man zwar immer wieder kleinere Mosaiksteine über Claires wahre Identität geliefert bekommt, die aber letztendlich kein wirklich klares Gesamtbild ergeben wollen. Gleichzeitig streut man in regelmäßigen Abständen immer wieder diverse Flashbacks aus der gemeinsamen Vergangenheit des Pärchens ein, was allerdings auch nicht zum besseren Gesamtverständnis beiträgt. Whedon serviert immer wieder Andeutungen und kleinere Puzzle-Teilchen, lässt jedoch die nötige Tiefe vermissen, um dem Zuschauer ein wirklich schlüssiges Bilde über die Zusammenhänge zu liefern. Dadurch bleibt eine ganze Menge der eigenen Fantasie überlassen, da die gelieferten Informationen viel Spielraum für eigene Interpretationen lassen.

Trotz dieses augenscheinlichen Mankos handelt es sich in der Summe um einen sehenswerten und guten Film, der auch in den Hauptrollen ziemlich gut besetzt ist. In der Hauptsache bekommt man es mit der Figur von David zu tun und Aaron Paul kann in seiner Rolle auch größtenteils überzeugen. Teilweise wird dieser Eindruck jedoch durch einige nicht ganz nachvollziehbare Handlungen ein wenig getrübt, denn wenn man mit der Zeit sieht in was der junge Mann hinein geraten ist, wirkt sein Verhalten in manchen Passagen nicht unbedingt logisch. Ganz generell trifft man im Verlauf des Szenarios auf diverse Szenen die es etwas an Glaubwürdigkeit mangeln lassen, aber ehrlich gesagt bewegt man sich bei diesem Punkt noch in einem überschaubaren Rahmen. Eventuell liegt es auch daran das der Regisseur hier anscheinend etwas zu viel wollte, aufgrund seiner Unerfahrenheit jedoch noch nicht dazu in der Lage ist, einen solch komplexen Genre-Mix auch wirklich gänzlich überzeugend ins Bild zu setzen. Trotz alledem ist "Come and Find Me" jedoch ein insgesamt guter Erstling, der vom Anfang bis zum Ende spannende und gute Filmkost liefert.

Mir persönlich hat diese britische Produktion trotz der angesprochenen Schwächen sehr gut gefallen, nur hätte ich mir definitiv mehr Hintergrundinformationen über Claire, deren echter Identität und vor allem über ihre Tätigkeiten gewünscht. Dieser Aspekt der Story wird allerdings viel zu schwammig gehalten und diesen Vorwurf muss sich der gute Zack Whedon auch definitiv gefallen lassen. Wenn man schon einen Beitrag mit den verschiedensten Genre-Zutaten auf die Beine stellt, dann sollte man auch die jeweiligen Ansätze konsequent heraus arbeiten und den Betrachter mit einem gänzlich stimmigen Gesamtbild entlassen. Gerade das geschieht hier aber nicht und dafür sorgt auch das etwas unbefriedigende Ende der Geschichte, denn auch hier kann man sich zwar seinen eigenen Teil denken, bekommt aber keinerlei Gewissheit geliefert.


Fazit:


"Come and Find Me" kann nicht in allen Belangen restlos überzeugen, hinterlässt aber in der Summe einen überdurchschnittlich guten Eindruck. Natürlich liegt das wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters, aber anschauen sollte man sich diese Produktion auf jeden Fall. Einem offensichtlich sehr ambitionierten Regisseur sollte man insbesondere beim Debüt ein wenig Kredit geben, denn trotz mancher Versäumnisse hat Whedon auch eine ganze Menge richtig gemacht.


7/10
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horror1966
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Re: Come and Find Me

Beitragvon horror1966 » 10. Jul 2017 12:21

Kritik ist drin.
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horror1966
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