Wrong Trail

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Wrong Trail

Beitragvon horror1966 » 10. Jun 2017 16:21

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Wrong Trail
(Downhill)
mit Natalie Burn, Ignacia Allamand, Ariel Levy, Bryce Draper, Luke Massy, Matías López, Eyal Meyer, Lisseth Candia Encina, Andrés Gómez, Cristian Cuentrejo, Rodrigo Huepe
Regie: Patricio Valladares
Drehbuch: Patricio Valladares / Barry Keating
Kamera: Cristian Ali Venegas
Musik: Luigi Seviroli
keine Jugendfreigabe
Chile / Frankreich / Kanada / 2016

Montainbike-Star Joe reist mit seiner Freundin Stephanie zu einem großen Rennen in Chile. Während eines Trainings-Laufs retten die beiden mitten im Wald einen lebensgefährlich verletzten Mann, der an einem mysteriösen Virus leidet. Scheinbar war der Fremde vor irgendjemandem auf der Flucht. Es kommt wie es kommen muss. Joe wird von dem Verletzten infiziert, dessen Zustand sich dramatisch verschlechtert. Noch dazu geraten Joe und Stephanie in das Visier von einer Gang brutaler Killern, die alles daran setzen, ein undurchsichtiges Geheimnis zu bewahren. Wird es den beiden gelingen, der Gefahr zu entkommen? Denn der Virus hinterlässt weiter eine Schneise der Zerstörung…


Wrong Turn trifft auf Cabin Fever


Diese Beschreibung trifft wohl am ehesten auf den Film von Patricio Valladares zu, denn ganz offensichtlich hat der gute Mann diese beiden Filmreihen als Vorbild für seine Geschichte genommen, die leider nur teilweise überzeugen kann. Wie schon beim berühmt-berüchtigten "Hidden in the Woods" wird der Zuschauer auch hier mit einem zwiespältigen Eindruck konfrontiert, denn obwohl das Szenario durchaus mit diversen starken Momenten aufwarten kann, ergibt sich letztendlich kein wirklich stimmiges Gesamtbild. Das liegt in erster Linie am Drehbuch dem es hauptsächlich an Logik mangelt, denn größtenteils wird man mit Abläufen und Verhaltensweisen der Akteure konfrontiert, die arg konstruiert und an den Haaren herbei gezogen erscheinen. Dagegen setzt Valladares einige kleinere Goreeinlagen, die den gewonnenen Gesamteindruck des Ganzen aber nur unwesentlich aufwerten können. Zu schwer wiegen nämlich die offensichtlichen Mankos der Story, so will sich beispielsweise trotz offensichtlicher Bemühungen kein konstanter Spannungsbogen aufbauen. Vor allem die ersten gut 30 Minuten gestalten sich dabei äußerst belanglos und bis auf eine eher oberflächliche Charakter-Skizzierung der Figuren bekommt man überhaupt nichts geboten.

Danach kommt dann endlich ein bisschen Bewegung in die Sache und es entwickelt sich eine nicht unbedingt temporeiche Treibjagd auf Menschen, wobei gleichzeitig der aus "Cabin Fever" bekannte Ekel-Faktor Einzug in das Geschehen hält. Zugegebenermaßen offenbart "Wrong Trail" nun einige sehenswerte Einstellungen, aber in der Summe wird ganz einfach zu wenig geboten, um den Betrachter wirklich zu begeistern. Ihre Spannung bezieht die Story im Prinzip lediglich aus der Frage was es mit der ominösen Infizierung auf sich hat, aber mit der Auflösung dieses Rätsels lässt man sich dann doch bis kurz vor dem Ende Zeit. Was man sich dann letztendlich als Erklärung ausgedacht hat ist ehrlich gesagt ein wenig konfus und hinterlässt verwirrende Bilder, auf die man sich keinen wirklichen Reim machen kann. Das hätte man unter Garantie weitaus besser lösen können, andererseits passt das obskure Finale dann doch in das eher mittelmäßige Gesamtbild das man von diesem Werk gewonnen hat.

Auch die Darsteller fügen sich fast nahtlos ins graue Mittelmaß ein, denn richtig überzeugendes Schauspiel bekommt man wahrlich nicht geboten. Streckenweise lässt sich sogar ein dezentes Overacting ausmachen, aber am meisten stören doch die streckenweise hanebüchenen Handlungsweisen der Protagonisten, die man vom Standpunkt der Logik her kaum nachvollziehen kann. Das ist insgesamt gesehen sehr schade, denn obwohl "Wrong Trail" von der Thematik her nichts Neues bietet, hätte man eine ganze Menge mehr aus den vorhandenen Zutaten machen können. Stattdessen aber präsentiert Valladares einmal mehr einen ziemlich unausgegorenen Film, der in der Summe keinesfalls wirklich stimmig daher kommt. Die mangelnde Logik ist dabei ganz sicher das größte Manko und auch mit dem finalen Showdown hat man sich nicht unbedingt einen großen Gefallen getan.

Im Endeffekt ist dieser Beitrag sicherlich kein totaler Rohrkrepierer, aber einen nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Zuschauers wird "Wrong Trail" auch nicht hinterlassen. Zu konfus gestaltet sich die Erzählung, die sich mit ihrem gewöhnungsbedürftigen Ende fast schon ein wenig der Lächerlichkeit preis gibt. Manch einem wird das eventuell sogar recht gut gefallen, aber meinen Geschmack hat man damit keinesfalls getroffen. Wird dem Ganzen doch damit ein unfreiwillig trashiger Anstrich verliehen, der so gar nicht in einen Film dieser Art hinein passt.


Fazit:


Trotz mangelnder Innovation hätte man an dieser Stelle viel mehr aus den Zutaten heraus holen können, denn zumindest ein durchgehend unterhaltsamer Genrebeitrag wäre möglich gewesen. Leider ist dieses Ziel jedoch verfehlt worden, denn bis auf einige starke Momente hat "Wrong Trail" nicht wirklich viel zu bieten, was letztendlich doch schon ein wenig enttäuschend ist.


4/10
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horror1966
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Re: Wrong Trail

Beitragvon horror1966 » 18. Jun 2017 11:58

Kritik ist drin
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horror1966
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