Trash Fire

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

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Trash Fire

Beitragvon horror1966 » 10. Jun 2017 12:30

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Trash Fire
(Trash Fire)
mit Adrian Grenier, Angela Trimbur, Fionnula Flanagan, AnnaLynne McCord, Sally Kirkland, Matthew Gray Gubler, Ezra Buzzington, Molly McCook, Ray Santiago, Michael Laren
Regie: Richard Bates Jr.
Drehbuch: Richard Bates Jr.
Kamera: Shane Daly
Musik: Michl Britsch
keine Jugendfreigabe
USA / 2016

Webdesigner Owen ist ein Zyniker reinsten Wassers - es ist ein Wunder, dass seine charmante Freundin Isabelle nicht schon längst das Handtuch geworfen hat. Owen gibt sich die Schuld an dem Feuer, das seine Eltern getötet und seine Schwester entstellt hat. Als ihm Isabelle gesteht, schwanger zu sein, bittet sie Owen, wieder Frieden mit seiner Großmutter Violet zu schließen. Owen warnt Isabelle vor dem Besuch, lenkt dann jedoch ein - nur um festzustellen, dass seine schlimmsten Befürchtungen wahr werden könnten.


Schon 2012 machte Regisseur Richard Bates Jr. positiv auf sich aufmerksam, als er gleich mit seinem ersten Langfilm "Excision" einen äußerst eigenwilligen und vor allem zynischen Beitrag präsentierte. Ebenso verhält es sich mit dem vorliegenden "Trash Fire" der den mittlerweile dritten Spielfilm von Bates Jr. darstellt und dabei unmöglich einem bestimmten Genre zuzuordnen ist. Es offenbart sich nämlich ein waschechter Genre-Zwitter, in dem die Grundzüge eines Beziehungsdramas zwar definitiv im Vordergrund stehen, der aber auch gleichzeitig leichte Anleihen beim Horrorfilm erkennen ist und gleichermaßen auch noch wie eine rabenschwarze Komödie daher kommt. Diese außergewöhnliche Mischung macht dieses Werk dann auch zu etwas Besonderem, wobei sicherlich nicht jeder diese Meinung teilen wird. "Trash Fire" könnte nämlich durchaus die Meinungen spalten, da die exzellent umgesetzte Geschichte ganz bestimmt nicht alle Geschmäcker treffen dürfte.Aber allein schon die geschliffenen und größtenteils bitter-bösen Dialoge sind eine Sichtung wert, zudem dieser Aspekt des Gesamtbildes auch gleich von Beginn an die Ohren des Betrachters auf feinste Art und Weise in Beschlag nimmt.

Die ersten gut 30 Minuten widmet Bates Jr. einzig und allein seinen beiden Hauptfiguren Owen und Isabelle,wobei einem nahezu das Paradebeispiel einer dysfunktionalen Partnerschaft aufdrängt. Wenn man den erstklassigen Dialogen und der daraus entstehenden Situationskomik folgt, dann stellt man sich mehr als nur einmal die Frage, wie masochistisch die gute Isabelle doch veranlagt sein muss, um es an der Seite ihres Geliebten auszuhalten. Insbesondere vom guten Owen schlägt einem der pure Zynismus entgegen und streckenweise sind seine Aussagen derart verletzend, das seine Partnerin eigentlich schnellstens das Weite suchen sollte, um keine seelischen Schäden zurück zu behalten. Insbesondere in dieser Phase der Erzählung lebt "Trash Fire" ganz eindeutig von seinen beiden brillant auftrumpfenden Hauptdarstellern, denn Adrian Grenier und Angela Trimbur machen ihre Sache richtig gut und drücken dem Geschehen damit auch ihren ganz persönlichen Stempel auf. Im weiteren Verlauf gesellt sich dann mit Fionnula Flanagan noch eine weitere erstklassig auftrumpfende Darstellerin hinzu, die in der Rolle von Owens Großmutter eine gnadenlos gute Performance an den Tag legt. Ins Spiel kommt die gute Frau dadurch, das Owen seine Vergangenheit aufarbeiten möchte, indem er wieder Kontakt zum kleinen Rest seiner Familie aufnimmt. Aufgrund der in der Inhaltsangabe kurz angerissenen Ereignisse fällt das ziemlich schwer und schon nach wenigen Momenten im Haus der Großmutter wird klar, das der Begriff Dysfunktion auch im Bezug auf Owens Familie eine prägende Rolle spielt.

Oma Violet ist nämlich keinesfalls das liebe Großmütterchen, vielmehr hebt sie den Begriff Miststück in eine vollkommen neue Dimension. Gleichzeitig hält durch ihre Figur auch der Aspekt des religiösen Fanatismus Einzug in das Geschehen, wobei die gute Frau aber auch gleichzeitig eine recht üble Doppelmoral an den Tag legt. "Trash Fire" offenbart ab nun eine herrliche Vielschichtigkeit und macht es dem Zuschauer nicht leicht, die nächsten Züge in diesem abwechslungsreichen Szenario im Voraus zu erkennen. Die Story offenbart dabei eine äußerst beklemmende Grundstimmung, die trotz des immer wieder aufblitzenden Humors eine erstaunliche Dichte erkennen lässt. Zum Ende hin treten dann sogar tragische Elemente auf den Plan, denn das dieser zynische Leckerbissen von einem Film nicht mit einem Happy End versehen ist kann man sich denken. Gerade im finalen Showdown liegt dann aber auch eines der zwei kleineren Mankos von "Trash Fire" begründet, denn an dieser Stelle hätte man sich dann doch etwas Überraschenderes als das Gezeigte gewünscht. Zwar ist das Finale durchaus passend und stimmig, aber aufgrund des bis dahin gewonnenen Gesamtbildes wirkt das Ende fast schon ein wenig platt und einfallslos. Das zweite Defizit ist in meinen Augen die Figur von Owens Schwester Pearl, denn das entstellte Mädchen kommt in der Erzählung viel zu kurz.

Trotz dieser beiden Mankos gewinnt man aber dennoch einen richtig guten Gesamteindruck von "Trash Fire", denn in der Summe ist der Film aufgrund der aufgezählten Dinge ein echtes Brett. Erstklassig agierende Darsteller, jede Menge rabenschwarzer Humor, Zynismus bis zum Abwinken und wunderbar geschliffene Dialoge machen diese Produktion zu einem echten Erlebnis. Bates Jr. hat einmal mehr seinen Spürsinn für den etwas von der Norm abweichenden Film unter Beweis gestellt und somit einen weiteren Beitrag auf die Beine gestellt, der zumindest für eine bestimmte Zielgruppe ein sehr außergewöhnliches Schmankerl darstellen dürfte.


Fazit:


Geschmäcker sind verschieden und das wird sich auch bestimmt in den Kritiken zu diesem Film niederschlagen. Mir persönlich hat "Trash Fire" ausnehmend gut gefallen, denn die Mixtur aus verschiedenen Genres ist einfach nur brillant und lässt einen letztendlich auch über kleinere Mankos hinweg sehen. Wer Wert auf nicht alltägliche Genre-Zwitter mit starken Protagonisten legt, der sollte sich diesen Leckerbissen auf keinen Fall durch die Lappen gehen lassen.


8/10
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Re: Trash Fire

Beitragvon horror1966 » 15. Aug 2017 14:26

Kritik ist drin
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horror1966
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