Road 47 - Das Minenkommando

Komödien, Kriegsfilme, Western und schwer einzuordnende Filme finden hier ihren Platz

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Road 47 - Das Minenkommando

Beitragvon horror1966 » 18. Sep 2015 22:59

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Road 47 - Das Minenkommando
(A Estrada 47)
mit Sergio Rubini, Daniel de Oliveira, Thogun, Francisco Gaspar, Júlio Andrade, Ivo Canelas, Richard Sammel, Daniele Grassetti, Francesco Roder
Regie: Vicente Ferraz
Drehbuch: Vicente Ferraz
Kamera: Carlos Arango De Montis
Musik: Luiz Avellar
FSK 16
Brasilien / Italien / Portugal / 2013

Im Jahre 1944 schickt auch Brasilien noch schnell Truppen gegen Hitler, weil so viele brasilianische Schiffe von den deutschen U-Booten versenkt wurden. Einige von ihnen landen in den Bergen Norditaliens und geraten in heftige deutsche Rückzugsgefechte. Dabei wird eine kleine Gruppe von Soldaten von der Haupteinheit abgesprengt und muss sich im minenverseuchten Land auf eigene Faust bis zum nächsten Partisanenstützpunkt durchschlagen. Mit vom Himmelfahrtskommando: Ein desertierter Italiener und ein kriegsmüder Deutscher.


Gerade im Bereich der Kriegsfilme erwartet man zumeist actionreiche Szenarien, die in der Hauptsache von epochalen Schlachten durchzogen sind. So manches Mal trifft man aber auch auf die eher kleinen und ruhigen Vertreter, die in keinster Weise mit den großen Blockbustern aus Hollywood zu vergleichen sind. Im Grunde genommen ist das auch nicht weiter schlimm und insbesondere das europäische Kino hat dem Zuschauer in den letzten Jahren so manchen sehenswerten Vertreter präsentiert, der auch ohne ein riesiges Budget authentische Geschichten an den Mann brachte. Auch "Road 47" zählt ganz eindeutig zu den kleinen Vertretern seiner Zunft, nur entpuppt sich die Gemengelage in der vorliegenden Story vollkommen anders. So bekommt man es zuerst einmal in der Hauptsache mit fünf brasilianischen Soldaten zu tun, was in Filmen dieser Machart doch eher selten der Fall ist. Diese bilden einen kleinen Trupp eines Minenkommandos, was rein inhaltlich ja doch ein gewisses Maß an Spannung suggeriert, letztendlich aber an der eher dürftigen Umsetzung des Ganzen scheitert. Von echtem Kriegsgeschehen ist nämlich den ganzen Film über fast überhaupt nichts zu sehen, legt Regisseur Vicente Ferraz das Hauptaugenmerk doch vielmehr auf die einzelnen Charaktere der kleinen Gruppe.

Normalerweise wäre auch nichts dagegen einzuwenden, doch wer nun mit tiefer gehenden Figuren Zeichnungen rechnet sieht sich am Ende doch arg enttäuscht. Die einzelnen Personen werden stattdessen nur oberflächlich dargestellt und wirken auf den Betrachter ehrlich gesagt schon ein wenig wie Fremdkörper, da man zu keiner Zeit eine wirkliche Bindung zu ihnen herstellen kann. Dieses Gefühl kann man jedoch auch getrost auf die gesamte Produktion anwenden, denn irgendwie will nie ein echter Funke überspringen. Zu sehr hält man sich mit teilweise nichtssagenden Dialogen und banalen Momenten auf, anstatt an dieser Stelle eine intensive Geschichte zu offenbaren. So wirkt dann auch die ruhige Erzähl Struktur in diesem Fall eher ermüdend, als das die Ereignisse in irgendeiner Form echtes Interesse wecken würden. Apropos Ereignisse, mit diesen ist "Road 47" im Prinzip äußerst spärlich bestückt, denn im Grunde genommen leidet die Produktion an der puren Ereignislosigkeit.

Natürlich muss nicht jeder Kriegsfilm vor Action strotzen, aber ein wenig Kriegsgeschehen wäre dann doch von Nöten gewesen, um ein wirklich glaubwürdiges Szenario zu präsentieren. Hier tut sich jedoch so gut wie überhaupt nichts und es bleibt einem nichts anderes übrig, als knapp 100 Minuten eine relativ bescheidene deutsche Synchronisation über sich ergehen zu lassen. Ansonsten wird wirklich kaum etwas angeboten und so macht sich dann auch verhältnismäßig schnell Ernüchterung breit, wobei man stellenweise fast schon von Ermüdungserscheinungen sprechen kann. Es reicht eben einfach nicht aus, um gut 100 Minuten Laufzeit lediglich mit Fußmärschen durch eine verschneite Landschaft auszufüllen und dem Ganzen einige nicht gerade gute Dialoge beizufügen, an manchen Stellen sollte dem Betrachter zumindest das Gefühl verliehen werden, das er es an dieser Stelle auch wirklich mit einem Kriegsfilm zu tun hat. Bis auf die Uniformen deutet allerdings kaum etwas darauf hin und allein schon diese Feststellung sagt alles über die Qualität dieses Beitrages aus, der sich wie ein alter Kaugummi unerträglich in die Länge zieht.

Manch einer mag es eventuell anders sehen, doch "Road 47 - Das Minenkommando" ist wirklich keine Produktion die man unbedingt gesehen haben muss. Ein Kriegsfilm ohne Kriegsgeschehen ist weder Fisch noch Fleisch und wenn dann auch noch das Schauspiel der Akteure im unteren Bereich anzusiedeln ist, bleibt nicht unbedingt viel über um positive Effekte hervor zu heben. Zumindest ein wenig Spannung hätte man doch erwarten können, doch Ferraz lässt in seiner Inszenierung nicht nur diese Grundzutat vermissen sondern eigentlich sämtliche Elemente, die einen Kriegsfilm sehenswert machen.


Fazit:


Statt einer interessanten kleineren Produktion offenbart sich hier phasenweise die gähnende Langeweile, so das man "Road 47" nicht wirklich empfehlen kann. Dabei hätte man aus der Geschichte sicherlich etwas machen können, aber die Macher offerieren dem Betrachter stattdessen ein äußerst zähes Stück Film, das nur schwerlich so etwas wie Begeisterung aufkommen lässt.


3/10
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