Return to Sender

Spannung, Thrill und Suspense trifft man hier an.

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Return to Sender

Beitragvon horror1966 » 16. Sep 2015 15:52

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Return to Sender
Return to Sender)
mit Rosamund Pike, Shiloh Fernandez, Nick Nolte, Camryn Manheim, Alexi Wasser, Rumer Willis, Illeana Douglas, Stephen Louis Grush, Donna Duplantier, Ian Barford, Billy Slaughter, Scout Taylor-Compton, Ryan Phillippe
Regie: Fouad Mikati
Drehbuch: Patricia Beauchamp / Joe Gossett
Kamera: Russell Carpenter
Musik: Daniel Hart
FSK 16
USA / 2015

Miranda ist Krankenschwester mit Ehrgeiz. Sie will sich zur OP-Schwester qualifizieren und ein größeres Haus kaufen. Privatleben hat sie nicht viel, deshalb arrangiert eine Kollegin ein Blind Date für sie. Doch der Mann, der vermeintlich viel zu früh vor ihrer Tür auftaucht und den sie unbedacht ins Haus lässt, will kein romantisches Dinner. Er vergewaltigt sie brutal. Der Täter wird schnell gefasst und verurteilt. Zum völligen Unverständnis ihres besorgten Vaters beginnt Miranda, ihrem Vergewaltiger zu schreiben, besucht ihn sogar regelmäßig. Ein therapeutisches Mittel, um sich dem traumatischen Ereignis zu stellen und sich davon zu befreien? Ganz langsam schleicht sich Miranda in das Vertrauen des Täters …


Filme in denen eine Vergewaltigung im Mittelpunkt steht gibt es zur Genüge und gerade in den letzten Jahren wurde eine solche Thematik zumeist in Form eines Rape and Revenge Filmes (I spit on your Grave 1 & 2) dargestellt, so das der Zuschauer in der Regel mit einem mordenden Racheengel konfrontiert wurde, der visuell brachial in Szene gesetzt mit seinen Peinigern abrechnet. Ganz anders präsentiert sich nun der vorliegende Film von Fouad Mikati der das Pferd einmal ganz anders aufzäumt und einen mit einer Mixtur aus Thriller und Drama konfrontiert. Zwar wurde hier die eigentliche Tat auch recht heftig in Szene gesetzt, aber ansonsten eröffnet sich viel eher ein äußerst ruhiges Szenario, in dem die beiden Hauptfiguren Miranda und William im Fokus stehen und sich zwischen Täter und Opfer ein phasenweise gewöhnungsbedürftiges Psycho Duell entwickelt. Gewöhnungsbedürftig deshalb, da insbesondere das Verhalten des Opfers an diversen Stellen für einen Unbeteiligten schwer nachzuvollziehen ist, reagiert doch die vergewaltigte Miranda vollkommen anders, als man es aus ähnlich gelagerten Filmen her gewohnt ist. Hier ist nämlich nichts zu verspüren von einer von Rache zerfressenen jungen Frau, andererseits präsentiert sich aber auch nicht das seelisch total zerstörte Vergewaltigungsopfer.

Vielmehr scheint das Leben von Miranda nach der Tat fast normal weiter zu laufen und nur in einigen Stress Situationen offenbart sich eine Wesensveränderung bei der jungen Frau. Dabei erscheint sie fast durchgehend regelrecht unterkühlt und gerade diese Interpretation wird von Rosamund Pike ganz hervorragend zum Zuschauer transportiert. Die britische Darstellerin spielt sehr gut auf und hinterlässt dabei einen ziemlich glaubwürdigen Eindruck. Auf den ersten Blick entsteht hier wirklich das Bild einer Frau, die ihrem Peiniger mit einem gewissen zeitlichen Abstand seine Tat verzeihen kann, doch in kleinen Nuancen lassen sich doch immer wieder die echten Absichten erkennen. Das Ganze verläuft im Prinzip völlig unspektakulär und ohne großes Tempo, was in vorliegendem Fall aber keinesfalls als negative Kritik zu verstehen ist. Auch der Aspekt, das die Geschehnisse ohne jeglichen Überraschungsmoment daher kommen stört nicht weiter, denn "Return to Sender" entfacht trotz, oder gerade wegen der ruhigen Erzählweise eine Menge an Intensität, die sich auch auf den Betrachter überträgt.

Für mich ist es schwer nachzuvollziehen, das dieser Film eher schwache bis maximal mittelmäßige Kritiken nach sich zieht, denn ehrlich gesagt ist allein schon das überzeugende Schauspiel von Rosamund Pike ein absolutes Highlight. Auch ihr Gegenüber Shiloh Fernandez in der Rolle des Täters weiß zu gefallen, wobei die Skizzierung seines Charakters streckenweise ein wenig naiv ausfällt. In einigen Teilen der Geschichte vermeint man sogar, eine gewisse erotische Spannung zwischen Täter und Opfer zu verspüren, doch spätestens im letzten Drittel des Filmes wird dieser Eindruck ad Absurdum geführt. Nun muss man kein Abitur besitzen um schon vorher zu erkennen, das dies alles zu Mirandas Plan gehört, doch auch wenn "Return to Sender" in dieser Beziehung fast durchgehend vorhersehbar erscheint, schadet das keinesfalls dem guten Gesamteindruck.

Letztendlich ist es natürlich die reine Geschmackssache, doch mir hat diese unübliche Umsetzung der Vergewaltigungs Thematik sehr gut gefallen. Ob dabei sämtliche Verhaltensweisen der Protagonisten vollkommen logisch erscheinen steht auf einem ganz anderen Blatt, doch nur weil man selbst eventuell völlig anders reagieren würde, müssen die hier dargestellten Ereignisse nicht zwangsläufig jenseits der Realität angesiedelt sein. Wie dem auch sei, der Film lebt in erster Linie von den beiden stark agierenden Hauptdarstellern, wobei vor allem Rosamund Pike jede Menge Pluspunkte für sich verbuchen kann. In einer Nebenrolle ist übrigens auch Nick Nolte zu sehen, doch ehrlich gesagt muss man zweimal hinschauen, um den bekannten Schauspieler auch wirklich zu erkennen. Insgesamt gesehen ergibt sich jedenfalls ein äußerst positiver Eindruck dieses Werkes, wobei manch einer das vielleicht total anders sieht. Von mir gibt es aber eine Empfehlung für jeden, der die behandelte Thematik einmal aus einer ungewohnten Sichtweise betrachten möchte.


Fazit:


"Return to Sender" ist ein Film ohne großartige Höhepunkte und beinhaltet keinerlei visuelle Gewaltorgien. Stattdessen wird die Geschichte eher bedächtig erzählt und besticht durch das gute Schauspiel seiner Akteure. Wenn man so will handelt es sich hier um Rape and Revenge der soften Art, aber eine intensive Wirkung kann man der Story dennoch keinesfalls absprechen.


7/10
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