96 Hours - Taken 3

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96 Hours - Taken 3

Beitragvon MiamiVIP » 10. Mai 2015 11:50

Bild

Originaltitel: Taken 3

Herstellungsland: Frankreich

Erscheinungsjahr: 2014

Regie:
Olivier Megaton
Darsteller:
Liam Neeson
Maggie Grace
Famke Janssen
Forest Whitaker
Dougray Scott
Jonny Weston
Leland Orser
Jon Gries
Al Sapienza
Andrew Howard
Sam Spruell
Dylan Bruno

Freigabe: FSK 16

Laufzeit: ca. 109 Min.


Story:

Bryan Mills (Liam Neeson) hat ein Problem. Eigentlich hatte seine Ex-Frau Lenore (Famke Janssen) ihm per SMS mitgeteilt, dass sie bei ihm vorbeischauen wollte, doch als Bryan vom Bäcker kommt, liegt Lenore tot auf seinem Bett. Eigentlich schon schlimm genug, sind nur wenige Sekunden später Polizisten vor Ort, doch Bryan kann zunächst fliehen. Klar, dass die Polizei von Los Angeles unter Leitung von Inspector Dotzler (Forest Whitaker) in Mills den Hauptverdächtigen in dem Mordfall sieht.
Für den Mann mit den gewissen Fähigkeiten ist klar: Er muss den oder die Mörder ausfindig machen, seine Tochter Kim (Maggie Grace) beschützen und seine Unschuld beweisen. Alles andere ist zweitrangig...

ofdb.de


Kritik:

Mit "Taken" kam 2008 eine völlig überraschende Filmperle aus dem Hause Pierre Morel auf den Markt. Kompromisslos, politisch unkorrekt und moralisch fragwürdig, aber für Fans des 80er Jahre Action Kinos ein Riesenspass. Dazu war mit Liam Neeson noch ein versierter Schauspieler am Start, der in bester Charles Bronson Manier, auf der Suche nach seiner entführten Tochter, ganz Paris verwüstet und eine Menge Schergen gnadenlos nieder ballert. "Taken" war pures Oldschool Action Kino, auf hohem Niveau und eine Fortsetzung schien damals nach einem riesen Erfolg wohl unvermeidlich. Es kam wie es kommen muss. Hat ein Film mega Erfolg an den Kassen, wird er konventionell und damit unbrauchbar. "Taken 2" verlegte das Szenario zwar mit Istanbul an einen anderen Schauplatz, erzählte aber nicht weniger die Dinge neu. Wieder gibt es eine Entführung (diesmal völlig absurd) und wieder schlägt sich Liam Neeson mit dem schon gewohnten Rezept durch eine Stadt voller böser Buben. Diesmal allerdings nur noch im Feingang, den mit Oliver Megaton war ein Regisseur gefunden, der die Rauhe Inszenierung des Originals beiseite legte und das Szenario auf Blockbuster Niveau trimmte. Folglich fiel das Ergebnis wesentlich handzahmer aus und kam auch noch zu allem Überfluss mit einem PG 13 Rating in die Kinos. Der darauf folgende "Extended Harder Cut" für das Heimkino, stellte schließlich aber auch keinerlei Befriedigung dar und machte "Taken 2" weder runder, noch wesentlich härter und konnte somit nichtmal in dieser Hinsicht, in irgendeiner Form ans Original heran reichen.
Eigentlich war mit der Fortsetzung dann auch schon alles gesagt. Mainstream Scheisse für die Massen. Ein FSK 12 Kindergarten Actioner den die Welt nicht gebraucht hätte - eine Fortsetzung ansich, ohnehin nicht.
Doch Schluss war an dieser Stelle noch lange nicht. Auch "Taken 2" hatte überraschend großen Erfolg an den Kinokassen, so das "Taken 3" auch keine Überraschung mehr darstellte. Cash Cow Like wird die Kuh solange gemolken, wie sie Geld bringt. Vermutlich werden wir also auch in den nächsten Jahren um "Taken 4" nicht drum herum kommen.

Kommen wir aber mal zum vorliegenden Ableger, welcher wie schon sein Vorgänger, ebenfalls wieder von Oliver Megaton in Szene gesetzt wurde.
Neue Impulse sollte der Reihe verliehen werden. Somit wird auch diesmal niemand mehr entführt, sondern der Jäger wird nun selbst zum gejagten. Was vom Grundprizip her, anfangs nicht verkehrt erscheint, spiegelt sich traurigerweise im Geschehen nicht wieder. Die Handlung ergibt diesmal wenig bis garkeinen Sinn und von großartig neuen Impulsen kann auch nicht wirklich die Rede sein. Vielmehr werden nur die üblichen Klischees herunter geleiert. Den größten Storytechnischen Bock haben die Macher aber im Part des "verdächtigen" Bryan Mills geschossen. Es ist kein Stück nachvollziehbar, warum jener nicht den offensichtlichen Komplott mit der Polizei aufklärt und sich stattdessen in einen Zwei-Fronten-Krieg begibt. Scheinbar war es mal wieder nicht möglich, oder noch wesentlich wahrscheinlicher, einfach uninteressant, die laufenden Geschehnisse logisch zu erläutern. Drehbücher im heutigen Mainstream Volldeppen und Hipster Kino sind ja bekanntlich erwartungsgemäß schlecht. Neue Impulse muss man also mit der Lupe suchen, oder sie schlichtweg garnicht erst erwarten.

Letztendlich ist also alles wie immer, denn auch als gejagter, prügelt und ballert sich Mills weiter stumpf durch die ganze Stadt und selbst das ist nichtmal mehr sonderlich interessant gestaltet worden. Von dem knallharten Ex Agenten, der sich einst förmlich durch Paris berserkte, ist auch hier nichts mehr übrig geblieben. Selbst die Action ist vergleichsweise dem Vorgänger noch deutlich niedriger ausgefallen, jedoch dafür wenigstens nicht ganz so weich gespült.

Vorallem aber überzeugt auch die Darsteller Riege so gut wie garnicht mehr. Von den üblichen Stereotypen, bishin zu den Hauptcharaktären, spulen alle durch die Bank weg, nur ein Standardprogramm ab. Liam Neeson wirkt gelangweilt, setzt keinerlei Akzente mehr und scheint auch nicht sonderlich betroffen vom Tod seiner Ex Frau zu sein. Von Forest Whitaker hätte ich ebenfalls mehr erwartet, aber auch er bleibt hier völlig blas. Zugegeben gibt das mikerige Drehbuch aber auch nicht wirklich etwas her, um Schauspielerisch großartig etwas aus den Akteuren heraus zu kitzeln.

Zum schmunzeln trägt dann noch, wie so oft der deutsche Titel bei. Regelmäßig kommt immer wieder die Frage auf, was die Herren der völlig Hirnrissigen Schöpfung, diesmal wieder geraucht oder gesoffen haben. Aus "Taken" wurde bekanntlich "96 Hours". Jener macht im Bezug auf die Handlung ja noch Sinn und gefällt mir sogar wesentlich besser als der Original Titel. Allerdings hat man wie so oft in der Geschichte der Fortsetzungen mit "96 Hours" wieder einmal gehörig Scheisse gebaut. Völlig Sinnfrei ist man bei den Fortsetzungen dann wieder beim Original Titel gelandet, den man zu allem Überfluss auch noch hinten dran gehängt hat. "96 Hours - Taken 2" und "96 Hours - Taken 3". What This Fuck?! Mal abgesehen, das Teil 2 und 3 mit dem 96 Stunden Zeitfenster nicht mehr das geringste zu tun haben, versucht man so auf völlig strunzdoofe Weise, den Bezug zum Original wieder herzustellen, um weiterhin die Fortsetzungen zu 100% ersichtlich vermarkten zu können. Also entweder bleibt ihr Spinner von Anfang an bei den Original Titeln, oder ändert jeden für sich einzelnt ab, aber diesen Bullshit den ihr immer wieder verzapft, weil ihr Grasrauchende, kreativlose, Titelverwurstende Vollidioten seid, ist unzumutbar. Peinlich wäre noch untertrieben. Musste mal gesagt werden ;-)


Fazit:

Bleibt unterm Strich also alles wie gehabt, nur wesentlich schlechter. Allerdings muss man "Taken 3" dennoch einen gewissen Unterhaltungswert zu gestehen. Zumindest im Ansatz erscheint er besser als der völlig überflüssige Vorgänger "Taken 2". Letztendlich hätte es aber beide Filme nicht gebraucht. Fans des guten alten 80er Jahre Kinos sind mit dem Erstling bestens beraten. Die Fortsetzungen wird man sich höchstens einmal anschauen und schnell wieder vergessen.

Bewertung: 6/10
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Re: 96 Hours - Taken 3

Beitragvon dude-1984 » 11. Mai 2015 18:12

6-7/10

fand war der schwächste der reihe und eher n remake von aufa flucht.

zwar nich so blöd wie der 2. aber dafür weniger action .....


dann besser run all night, der mal wiedern besserer mit neeson ist.
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