1943 - Kampf ums Vaterland

Komödien, Kriegsfilme, Western und schwer einzuordnende Filme finden hier ihren Platz

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1943 - Kampf ums Vaterland

Beitragvon horror1966 » 10. Mär 2015 16:12

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1943 - Kampf ums Vaterland
(Nedodrzaný slub)
mit Ondrej Vetchý, Ina Marojevic, Vlado Cerný, Lubomír Bukový, Peter Oszlik, Sergej Sanza, Ina Gogálová, Andrej Mojzis, Dusan Kaprálik, Vica Kerekes, Ivan Romancík, Josef Tkác, Viera Topinkova, Marián Slovák
Regie: Jirí Chlumský
Drehbuch: Martin Friedmann-Petrásek / Jan Novák
Kamera: Ján Duris
Musik: Michal Novinski
FSK 16
Slowakei / Tschechische Republik / 2009

Martin ist ein jüdischer Junge, ein talentierter Fußballer, der in den Wirren des Zweiten Weltkriegs eine folgenschwere Entscheidung treffen muss. Als seine Familie nach Polen verschleppt wird, begibt er sich freiwillig ins Konzentrationslager, von wo er jedoch wenig später schon wieder entfliehen kann. Er schließt sich Partisanen an und kämpft gegen die Nazis, immer darauf hoffend, seine Familie noch retten zu können.


"Kampf ums Vaterland" ist vielleicht ein etwas irreführender Titel für die Geschichte von Jirí Chlumský, der sich vielmehr auf das Einzelschicksal des jungen Martin konzentriert. Der jüdische Junge erlebt während des zweiten Weltkriegs eine wahre Odyssee und muss dabei immer wieder seine wahre Herkunft verleugnen. Wer an dieser Stelle einen Kriegsfilm der üblichen Machart erwartet geht mit völlig falschen Erwartungen an die Produktion heran, denn es offenbart sich viel eher ein Drama um eine Einzelperson, das durch seine biographische Erzählweise eine tief gehende Charakter-Beleuchtung der Hauptfigur bietet. Freunde actionreicher Kriegsszenarien werden also keinesfalls auf ihre Kosten kommen, denn bis auf einige kleine Scharmützel im letzten Filmdrittel wird in dieser Beziehung nichts geboten. Dennoch ist das Ganze durchgehend gut inszeniert worden und bietet definitiv einen guten Einblick darüber, welche Strapazen die jugendliche Hauptfigur auf sich nehmen muss um das Kriegsgeschehen unbeschadet zu überstehen.

Bei allen Ereignissen lebt der Film in erster Linie von Martins Hoffnung, trotz eines besseren Wissens noch seine Familie zu retten von der er vor längerer Zeit getrennt wurde. Chlumský stellt in seiner Erzählung ganz besonders den Aspekt in den Vordergrund, das die Juden bei jedem und überall verhasst sind, denn dieser Punkt wird ein um das andere Mal durch diverse Dialoge und Verhaltensweisen der Protagonisten zum Ausdruck gebracht. So kann man auch jederzeit gut nachvollziehen das Martin und auch andere ihre wahre Herkunft verleugnen, denn nur so scheint es überhaupt möglich zu sein, den Krieg in irgendeiner Art und Weise überleben zu können. Das hinterlässt auch beim Zuschauer einen recht schalen Nachgeschmack, denn wenn man seiht wie viel Hass hier einem bestimmten Volk entgegen gebracht wird dann stimmt es einen schon äußerst nachdenklich.

Auch wenn "1943 - Kampf ums Vaterland" nicht das ansonsten übliche Kriegsgeschehen anbietet, beinhaltet das Szenario dennoch ein Höchstmaß an Intensität. Dies kann man allerdings nur verspüren wenn man versucht sich in die Haut des Martin hinein zu versetzen, denn nur so kann man eventuell eine Antwort auf die Frage finden wie ein junger Mensch sich fühlen muss, der um zu überleben alles verleugnen muss was ihn durch sein bisheriges Leben geführt hat. Für manch einen mag sich das eventuell nicht sonderlich spannend anhören, doch wenn man sich auf das Gesehene einlassen kann wird man mit einem extrem beklemmenden Gefühl überzogen, das man während der gesamten Laufzeit niemals abstreifen kann.

Letztendlich wird diese Produktion sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen, denn Chlumský hat hier alles andere als den ansonsten üblichen Kriegsfilm in Szene gesetzt. Darüber sollte man sich von Beginn an im Klaren sein und kann dann mit der richtigen Erwartungshaltung an ein Szenario heran gehen, das seinen gesamten Fokus auf das Schicksal einer Person legt. Aus dieser Ausgangslage heraus funktioniert "1943 - Kampf ums Vaterland" dann auch ganz hervorragend und serviert dem Betrachter ein Filmerlebnis, das auch im nachhinein noch Eindruck hinterlässt.


Fazit:


Eine interessante Geschichte und die ausführliche Beleuchtung eines menschlichen Dramas sind vollkommen ausreichend, um an dieser Stelle ein emotionales und intensives Bild über einen Menschen zu zeichnen, dem der Krieg nicht nur seine Familie, sondern letztendlich auch noch seine Identität genommen hat.


7/10
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