Ritterfürst Jaroslaw - Angriff der Barbaren

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Ritterfürst Jaroslaw - Angriff der Barbaren

Beitragvon horror1966 » 21. Sep 2013 18:06

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Ritterfürst Jaroslaw - Angriff der Barbaren
(Yaroslaw: Tysyachu let nazad)
mit Aleksandr Ivashkevich, Svetlana Chuikina, Aleksey Kravchenko, Viktor Verzhbitskiy, Valeriy Zolotukhin, Vladimir Antonik, Kirill Botaev, Pavel Khrulev, Roman Kurtsyn, Konstantin Milovanov, Elena Plaksina
Regie: Dmitri Korobkin
Drehbuch: Koshkina Marina
Kamera: Dmitri Korobkin
Musik: Dmitri Danikov
FSK 16
Russland / 2010

Im Jahr 1010 wird der junge Ritterfürst Jaroslaw von seinem Vater nach Rostov geschickt. Hier im Nordosten des Reiches werden die Stämme immer wieder von Barbaren-Horden angegriffen, ausgeraubt und als Sklaven verschleppt. Jaroslaw stellt sich dem Kampf zusammen mit seinen Rittern und den Wikinger-Söldnertruppen unter der Führung des Kriegers Harald. Zur Befriedung der Gebiete entwickelt der Fürst einen verwegenen Plan: An der Wolga soll eine Festung gebaut werden. Dafür braucht er die Hilfe des Clans der Bären und der schönen heidnischen Prinzessin Raida. Doch Jaroslaw wird gefangen genommen, es droht ein Krieg. Die Verhandlungen werden durch Verräter in den eigenen Reihen sabotiert. Kann Jaroslaw den Clan der Bären vor der Vernichtung bewahren und den Krieg verhindern?


In vielen Passagen dieser russischen Produktion überkommt den Zuschauer doch eine Art Gefühl, das man die Grundzüge der hier erzählten Geschichte aus irgendeinem anderen Historien-Epos her kennt. Und diese Vermutung ist auch keinesfalls unberechtigt, erinnert "Ritterfürst Jaroslaw" doch in seiner Thematik einem Blockbuster wie "Braveheart", denn auch hier gilt es, verfeindete Stämme miteinander zu verbinden, um sich so gestärkt gegen einen gemeinsamen Gegner zu stellen. Nun sollte man aber auf keinen Fall so imposante Schlachten wie in "Braveheart" erwarten, denn in dieser Beziehung kann vorliegender Historienfilm nicht mithalten, dennoch sind genügend Kampfhandlungen vorhanden, die dem Film auch einen gewissen Härtegrad verleihen und das gesamte Geschehen äusserst interessant gestalten. Das Werk von Dmitri Korobkin hat es aber auch überhaupt nicht nötig, durch explizite gewaltdarstellungen aufzufallen, offenbart sich dem Zuschauer doch eine erstklassige und jederzeit spannende Story, die insbesondere durch äusserst gutes Schauspiel der agierenden Darsteller und hervorragende Kulissen zu überzeugen weiss. Dadurch erhält das Szenario eine sehr glaubwürdige-und authentische Note, so das man sich als Betrachter sehr gut mit den Gegebenheiten anfreunden kann.

Lügen, Intrigen und Verrat in den eigenen Reihen erschweren es dem Haupt-Charakter Jaroslaw, das von ihm regierte Land zu einen und eine Allianz mit dem Clan der Bären einzugehen, um sich und seine Untertanen vor ständigen Überfällen der Barbaren-Stämme zu schützen. Nichtsahnend, das sich in seinen eigenen Reihen ein Verräter befindet, lässt er trotzdem nichts unversucht, um einen Friedenspakt mit dem Bären-Clan zu schließen, bei dem er sich sogar eine gewisse Zeit in Gefangenschaft befindet. Das sind eigentlich schon die Grundzüge einer Geschichte, die hier durchaus imposant und phasenweise auch recht bildgewaltig in Szene gesetzt wurde. So wird man auch sofort ohne große Anlaufzeit mit einem Kampfgeschehen in die Story eingeführt und dieser Appetitanreger macht dann auch Lust auf mehr. Mehr bekommt man dann auch geboten und auch wenn es sich dabei zu keiner Zeit um die ganz großen Schlachten handelt, sind die immer wieder auftretenden Kämpfe ziemlich eindrucksvoll umgesetzt worden.

Die ganz große Stärke dieses Filmes sind jedoch die extrem authentisch erscheinenden Kulissen, die einem ein sehr glaubwürdiges Bild des frühen 11. Jahrhunderts präsentieren, wodurch man einen äusserst guten Eindruck über eine Zeit erlangt, in der es sehr rauh zur Sache ging. Desweiteren entfaltet die Geschichte innerhalb kürzester Zeit eine unglaubliche Faszination, die sich zwangsläufig auch auf den Zuschauer überträgt. Und dann ist da auch noch die lange Zeit ungeklärte Identität des Verräters, der Jaroslaw und seinen Männern das Leben erschwert. Hieraus bezieht das Geschehen einen äusserst straff gezogenen Spannungsbogen, da die Identität erst im letzten Drittel der Geschichte preisgegeben wird. Letztendlich kommt es dann auch schließlich zum unausweichlichen Showdown zwischen dem Fürsten und seinem Widersacher, den im Endeffekt nur einer der beiden überleben kann. Man merkt also, das sich hier ein wirklich gelungener Historienfilm präsentiert, der vielleicht nicht unbedingt mit den absoluten Größen des Genres mithalten kann, aber dennoch in Sachen Qualität eine Menge zu bieten hat. Das liegt auch an den überzeugenden Darstellern, die hier allesamt einen wirklich guten Job abliefern.

"Ritterfürst Jaroslaw" ist ein Film, an den ich im Prinzip ohne große Erwartungen herangegangen bin, um dann umso überraschter über die vorhandene Qualität war, die ich ehrlich gesagt nicht unbedingt vermutet hätte. Doch Regisseur Dmitri Korobkin hat es exzellent verstanden, den Betrachter von Beginn an in eine Geschichte hineinzuwerfen, die ganzzeitig erstklassige und spannende Unterhaltung anbietet und dabei auch nicht mit Kampfsszenen geizt. Zugegebenermaßen fallen diese nicht so imposant aus wie in anderen Genre-Vertretern, sind deswegen aber keinesfalls weniger interessant. Authentische Kulissen und die ansonsten notwendigen Zutaten für einen gelungenen Historienfilm ergeben insgesamt einen gesamteindruck, den man ohne Übertreibung als sehr gut bezeichnen kann, so das sich eine Sichtung dieses Filmes als absolut lohnenswert herausstellt.


Fazit:


Thematische Ähnlichkeiten zu Filmen wie "Braveheart" lassen "Ritterfürst Jaroslaw - Angriff der Barbaren" schon von Haus aus sehr interessant erscheinen. Und dieser erste Eindruck täuscht auch keinesfalls, offenbart sich doch eine Handlung, die mit Intrigen und Verrat gespickt ist und so für jede Menge Spannung sorgt. Mit knapp 100 Minuten Laufzeit ist auch die lauflänge dieses Werkes perfekt gewählt, entstehen doch überhaupt keine Längen, so das man sich auf ein kurzweiliges Filmvergnügen freuen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elte
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Russisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 100 Minuten
Extras: Historischer Hintergrund, Making Of, Slideshow, Kinotrailer
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