Red Nights (2009)

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Red Nights (2009)

Beitragvon DanGore » 17. Sep 2013 20:51

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Originaltitel : Nuits rouges du bourreau de jade, Les

Herstellungsland : Belgien/Frankreich/Hongkong

Erscheinungsjahr : 2009

Regie : Julien Carbon,Laurent Courtiaud

Darsteller : Frédérique Bel,Carrie Ng,Carole Brana,Stephen Wong Cheung-Hing u.a.

Laufzeit : 97:22 Minuten (DVD), 101:23 Minuten (Blu-ray)

Freigabe : FSK Keine Jugendfreigabe/ab 18

Label : Mad Dimension



Story :

Die Französin Catherine hat ihren Freund ermordet um an eine kleine Truhe zu kommen.
Diese hölzerne Schatulle enthällt eine kleine Phiole die "Der Schädel des Jade-Henkers" genannt wird und ein Gift beinhaltet.
Die Legende besagt das die Phiole einst dem dem ersten chinesischen Kaiser gehörte und das Gift darin einzigartig sei.

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Die hochwirksame Substanz lähmt nämlich ihre Opfer, hält sie bei vollem Bewusstsein und steigert zudem noch die Lust und Befriedigung an Schmerz und Folter.
Da ein Triaden-Boss aus Hong Kong imenses Interesse an dem Jade Fläschen angemeldet hat reist die von Interpol gesuchte Killerin in die Millionenmetropole um die Ampulle an den höchstbietenden zu verkaufen.

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Doch der Gangster ist nicht der einzige Interessent und auch die sadistisch veranlagte Parfüm-Industrielle Carrie Chan - die sexuelle Befriedigung in bizarren Praktiken findet - will diese sagenumwobene Substanz für sich.
Carrie gibt Sandrine - einer anderen Französin die in Hong Kong lebt - den Auftrag Kontakt mit Catherine in Kontakt zu tretten damit Carrie die Phiole kaufen kann.
Da der Preis durch die vielen Interessenten extrem gestiegen ist beschließt Carrie das Gift Catherine nach einem Mordversuch am vereinbarten Treffpunkt einfach zu entreißen.

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Catherine kann schwer verletzt entkommen, will das Geld und hat einen Plan ausgetüffelt - bei der Präsentations-Party zu Carrie's neuem Parfüm entführt sie Sandrine.
Ein Kampf auf Leben und TOd zwischen den verfeindeten Parteien ist unumgänglich und wird das ein oder andere Opfer fordern.....


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Bewertung :

"Hätte Dario Argento je einen Film in Hong Kong gedreht, wäre RED NIGHTS dabei rausgekommen"


Diese Aussage des Backcovers der DVD/Blu-ray kann man ohne jegliche Einwände auch so im Raum stehen lassen und man merkt das die beiden Regisseure Julien Carbon und Laurent Courtiaud für ihr Regiedebüt die Gialli - allen voran die von Meister Argento - intensiv studiert haben.
Von den Kameraeinstellungen, über endlos anmutende Kamerafahrten, das Spiel mit Licht und Schatten bis hin zu den artifiziell ausgeleuchteten Sets in Rot, Blau und Gelb ist hier wirklich alles gegeben was ein Fan der italiensichen Genre Filme sich wünscht.

Um das ganze aber nicht wie ein Argento oder Bava Plagiat wirken zu lassen und RED NIGHTS etwas Innovation und Eigenständigkeit zu verleihen, wurden hier bewußt Elemente des bei Fans beliebten CAT III hinzugefügt.
Auch hier merkt man das die beiden Regisseure ihre Hausaufgaben gemacht haben und mit Gialli sowie dem CAT III Genre bestens vertraut sind.
RED NIGHTS ist ein gelungener Beweis das ein fundiertes genrebezogenes Wissen, eine hohe Motivaiton und die nötige Detailverliebheit beste Voraussetzungen dafür sind einen Hybrid wie er hier geboten wird erfolgreich zu inszenieren.
Der Ästhetik von Argento, Bava und Konsorten wird ein Schuß erotische Bondage und S/M Thematik a la TOKYO DEKADENZ hinzugegeben und gepaart mit Takashi Miike's AUDITION und IMPRINT - dies ist in meinen Augen die beste Definition um dieses Konglomerat zu beschreiben.
Bei RED NIGHTS kann man wirklich sagen das hier nahezu jede Einstellung und Kamerafahrt perfekt inszeniert und bestens durchdacht ist - hier wurde der Fokus sehr stark auf das Visuelle gerichtet.

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Kritikpunkt für einige Betrachter könnte eventuell die ruhige und langsame Inszenierung von RED NIGHTS sein und auch das die Story nichts wirklich innovatives ist - anhand dieser Kriterien dem Film aber eine schlechte Bewertung zu geben wäre aber nicht gerechtfertigt!
Grade der ruhige Stil des Films ist meiner Meinung nach das, was die Faszination an RED NIGHTS ausmacht und den Zuschauer auch in den Bann zieht - bei schellen Schnitten und hektischer Kameraführung würde nämlich einiges von der erwähnten Gialli-Ästhetik auf der Strecke bleiben.
Das ganze Schema erinnert mitunter stark an das "Yakuza Eiga" Genre, nur das es hier nicht zwei verfeindete Clans sind die um das Artefakt kämpfen.
Bemerkenswert ist, wie hier Mord, Tod und Gewalt glorifiziert und als etwas positives dargestellt werden - RED NIGHTS thematisiert teils explizit und auf einzigartige Weise das Schmerz, Lust und sexuelle Begierde Hand in Hand gehen.

Eine Reizüberflutung durch blutige Gewaltszenen findet bei RED NIGHTS zwar nicht statt, doch wenn Gewalt zum Einsatz kommt fällt diese wirklich hart und auch grafisch aus.
Es verwundert fast schon das die FSK den Film in seiner unzensierten Fassung durchgewunken hat und den Verleiher nicht dazu nötigte die Schere anzusetzen - der Endkonsument in Deutschland guckt Glück mal nicht in die Röhre wie sonst oft üblich.

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Bei der Charakterzeichnung fällt direkt auf das hier auf das sonst übliche "Gut gegen Böse" verzichtet wurde - in RED NIGHTS gibt es keine Sympathieträger und alle Akteure sind von durchtriebener, bösartiger Natur.
Dies ermöglicht dem Zuschauer die nötige Distanz zu wahren um den Film objektiver zu betrachten - eine löbliche Entscheidung damit der Stil von RED NIGHTS uneigeschränkt wahrgenommen und genossen werden kann.

Die Leistungen der Protagonisten in RED NIGHTS sind wirklich klasse und auch wenn Carrie Ng (SEX AND ZEN, NAKED KILLER) sich hier etwas züchtiger und bedeckter gibt als in anderen Filmen, ist sie auch bei RED NIGHTS ein Blickfang von diabolischer Intensität.
Auch die Französin Frédérique Bel (VAMPIRE PARTY - FREIBLUT FÜR ALLE, MATHILDE - EINE GROßE LIEBE) - die hier Catherine spielt - weiß zu überzeugen, spielt ihren Part berechnend kühl und bildet einen guten Kontrast zu Carrie Ng.

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Das man als Schauplatz des Films Hong Kong gewählt hat wirkt sich positiv auf den anvisierten Look und Stil von RED NIGHTS aus - trotz ihrer grellen Neonlichter und der Belebtheit versprüht die Metropole eine anonyme Kälte in der sich die Protagonisten mit ihren kriminellen Machenschafften unbeobachtet bewegen können.
Dies wird z.B. auch in der Szene wo Catherine angeschossen am hellichtem Tag von den Polizisten nicht richtig wahgenommen wird sehr bewußt.

Auf der musikalischen Seite bewegt sich RED NIGHTS auch stil-und zielsicher voran um dem Zuschauer ein audioVisuelles Erlebniss zu bieten und grade am Anfang des Films wird man Argentoesk verwöhnt.
Die dort verwendete Komposition klingt nämlich sehr stark nach der Band "Goblin", die ja seineszeichens als Leibgruppe von Dario bezeichnet werden kann.

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RED NIGHTS beeindruckt zwar nicht durch ein ausgeklügeltes Script, kann dieses Manko aber durch den visuell sehr ansprechenden Style wieder wettmachen.
Wem AMER - auch wenn RED NIGHTS nicht so extrem überstilisiert ist - gefallen hat dem dürfte auch diese Produktion hier zusagen, die durch ihre ekstatische Inszenierung einen in den Bann zieht.


8 von 10 Phiolen


Zur DVD/Blu-ray :

Das Label Mad Dimension hat den Film unzensiert auf DVD und Blu-ray veröffentlicht und die Bildqualität des Films - welcher hier im Format 2,35:1 (anamorph / 16:9) vorliegt - überzeugt auf ganzer Linie.
Scharfe Konturen und ein hoher Detailgrad machen das Anschauen zu einem wirklichen Genuß.
Auf der DVD liegt der Ton in Dolby Digital 5.1 in Deutsch, Französisch und Kantonesich mit optionalen Deutschen Untertiteln vor.
Auf der Blu-ray hat man uns die gleichen Tonspuren mit optionalen Untertiteln spendiert - hier aber in DTS-HD Master Audio 5.1.
Als Bonus befinden sich auf beiden Discs einen alternativen Anfang mit gut 15 Minuten Laufzeit, der aber verglichen mit dem letzednlich verwendeten Anfang ein wenig zu langatmig wirkt.
Zusätzlich gibt es noch einen Kurzfilm mit dem Titel BETRAYAL der auch eine Laufzeit von ca. 15 Minuten hat.
BETRAYAL ist während der Dreharbeiten zu „RED NIGHTS entstanden und ist so etwas wie eine Fußnote zum Hauptfilm.
Carrie Ng spielt die gleiche Figur wie in RED NIGHTS die hier in einen Verrat gerät und BETRAYAL erinnert auch stilistisch an den Hauptfilm.
Neben dem obligatorischem Trailer und einer Trailershow bekommt man auch noch Interviews von der Weltpremiere von RED NIGHTS, die am roten Teppich geführt wurden.
Insgesamt also eine wirklich gelungene Veröffentlichung eines empfehlenswerten Films.

Mad Dimension Homepage[/center]

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Re: Red Nights (2009)

Beitragvon DriesVanHegen » 17. Sep 2013 21:35

Optisch überaus beeindruckend!
Eine Foltersequenz war - ohne das viel gezeigt wird - überaus schmerzhaft und unangenehm mitzuerleben. Da hat Audition herzliche Grüße dagelassen.
Neben der optischen Klasse bin ich aber nicht wirklich warm damit geworden. Die Story kam mir übermäßig konstruiert und zu gewollt vor.
Muss ihm bei Gelegenheit wohl einfach noch eine Chance geben.
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Re: Red Nights (2009)

Beitragvon trebanator » 18. Sep 2013 11:02

.... da muß ich auch schnell ran ! EIn FIlm bestimmt nach meinem Geschmack ! ... die blu staubt ja schon im Schrank :D
... He, who makes a Beast of himself , get`s rid of the pain of being a human !
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Re: Red Nights (2009)

Beitragvon horror1966 » 18. Sep 2013 11:07

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Red Nights
(Les Nuits rouges du bourreau de jade)
mit Frédérique Bel, Carrie Ng, Carole Brana, Stephen Wong Cheung-Hing, Kotone Amamiya, Maria Chen, Jack Kao, Chi-Kui Fong, Leon Hill
Regie: Julien Carbon / Laurent Courtiaud
Drehbuch: Julien Carbon / Laurent Courtiaud
Kamera: Man-Ching Ng
Musik: Alex Cortés / Willie Cortés
keine Jugendfreigabe
Belgien / Frankreich / Hongkong / 2009

Schmerz und Lust, vereint in sadistischer Ekstase. Carrie, eine Kunstmäzenin aus Hongkong, möchte unbedingt eine geheimnisvolle Box besitzen, die einst dem ersten Kaiser von China gehörte. Ihr Inhalt: Ein tödliches Gift, das seinen Opfern sinnliche Grenzerfahrungen ermöglicht. Carrie spinnt ein sadistisches Netz um die aktuelle Besitzerin der Box, eine mysteriöse Französin namens Catherine, und reißt sie in eine Hölle aus sadomasochistischer Erotik und exzessiver Gewalt. Nur wer leidet, kann auch ultimative Sexualität verspüren.


Es ist schon ein beeindruckendes Regie-Debüt, das Julien Carbon und Laurent Courtiaud hier auf den Weg gebracht haben. Eine gelungene Mixtur aus Krimi, Thriller-und Erotik mit leichten Anleihen des asiatischen Cat III Filmes sorgt dabei für ein gelungenes Film-Erlebnis, das den Zuschauer auch noch nachhaltig beschäftigt. Ein Kritikpunkt könnte für viele Leute eventuell die stille-und bedächtige Erzählweise der Geschichte sein, die im Prinzip nicht sonderlich viel Tempo beinhaltet, aber gerade durch diesen Aspekt ihre volle Wirkung erzielen kann. Was wie ein stinknormaler Thriller beginnt, tendiert nach einer gewissen Zeit doch eher in eine Richtung, in der erotische Anspielungen und ein Hauch von SM im Mittelpunkt stehen, ohne das sich die Geschichte dabei über die Grenzen des Erträglichen hinaus bewegt. Dennoch beinhaltet das Geschehen auch einige wirklich blutige Szenen und einen sehenswerten Härtegrad, der dem Betrachter auch phasenweise unter die Haut geht.

Unterstützt wird das Ganze von größtenteils sehr farbenprächtigen Bildern, wobei das Farbenspiel einen stellenweise schon an den italienischen Genre-Film erinnert. An dieser Stelle ergibt sich aber auch gleichzeitig die vielleicht einzige kleine Schwäche des Szenarios, wurde doch stark darauf geachtet, die visuelle Seite der Geschichte in den Vordergrund zu rücken, wobei der Inhalt des Geschehens ein wenig auf der Strecke bleibt. Das soll jetzt zwar nicht bedeuten, das die Handlung nichts taugen würde, aber an diversen Stellen erscheint einem das Geschehen ein wenig unrund und es gibt ganz einfach zu wenig Hintergrund-Informationen, was den Gesamteindruck dann doch ein wenig trübt. Und dennoch strahlt der Film eine ganz eigene Faszination aus, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann, denn die befremdlich erscheinende Welt die man hier betritt, hinterlässt einen bleibenden Eindruck und regt gleichzeitig auch die Sinne des Betrachters an. Die dabei ausgehende Intensität des Ganzen verstärkt sich mit zunehmender Laufzeit immer mehr und man kann es auch nicht verhindern, das einem streckenweise kalte Schauer über den Rücken laufen.

Dies geschieht zumeist, wenn man mit der Hauptfigur Carrie Chan konfrontiert wird, denn diese Frau strahlt einerseits eine unglaubliche Kälte aus, was ihr aber gleichzeitig auch eine faszinierende Aura verleiht, die man kaum mit Worten beschreiben kann. So ist die gute Frau dann auch Dreh-und Angelpunkt der Ereignisse, setzt sie doch Himmel und Hölle in Bewegung, um irgendwie in den Besitz des ominösen Giftes zu kommen, damit sie ihre diabolischen Experimente an Menschen durchführen kann. Die dabei gezeigten Passagen gestalten sich ziemlich hart und wenn man sich dabei einmal in die Lage der Opfer versetzt, kann einen schon das kalte Grauen überkommen. Man kann sich selbst kaum vorstellen, welch diabolische Freude es manchen Menschen bereiten kann, wenn sie ihre sadistische Veranlagung an anderen ausprobieren können und dabei ein hohes Gefühl der Befriedigung verspüren. Darstellerisch wird das absolut exzellent ins Bild gerückt, denn sämtliche Akteure liefern hier absolut überzeugende Leistungen ab, die das Geschehen erschreckend realistisch erscheinen lassen.

Insgesamt gesehen ist "Red Nights" ein Film, der sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird, handelt es sich doch um einen zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftigen Genre-Mix, der phasenweise nicht leicht zu verdauen ist. Wer jedoch seine Freude an etwas außergewöhnlichen Werken hat ist hier bestens aufgehoben, stellt der Film doch allein schon in visueller Hinsicht einen absoluten Leckerbissen dar.


Fazit:


"Red Nights" ist ganz bestimmt kein handelsüblicher Mainstreamer, bietet aber auf jeden Fall absolut sehenswerte Filmkost. Manchmal schwer verdaulich, aber mit einer unglaublichen Intensität ausgestattet schafft es das Geschehen fast schon spielend, den Zuschauer in eine bizarre Welt des Schmerzes zu entführen, die jedoch zu keiner Zeit die üblichen Grenzen überschreitet.


8/10
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Re: Red Nights (2009)

Beitragvon DriesVanHegen » 18. Sep 2013 11:25

Ob der dem Endo wirklich gefällt? Ich kann es mir nur schwerlich vorstellen :?:
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