Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen

Hier sind die Filme, an denen sich die Gemüter erhitzen und bei denen die Meinungen extrem gespaltet werden.

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Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen

Beitragvon DonT » 29. Sep 2013 12:49

Bild

Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2005
Regie: Marian Dora
Darsteller: Carsten Frank, Victor Brandl, Tobias Sickert, Joachim Sigl, Carina Palmer, L. Dora, Bernd Widmann, Manoush

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Story:

„Der Mann“ ist auf der Suche. Auf der Suche nach Männerbekanntschaften. Doch als die Kontaktwilligen den wahren Grund seiner Suche herausfinden, ziehen sie entsetzt ab. Bis er in einem Internetforum einen Seelenverwandten trifft: „Das Fleisch“.
Sie treffen sich, verbringen eine leidenschaftliche Nacht miteinander und vollziehen dann den Grund ihres Treffens: „Der Mann“ will töten. „Das Fleisch“ will sterben.

Quelle: OFDb

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Meine Meinung:

Der Film beginnt mit dem Märchen von Hänsel & Gretel. Dies sollen für die nächsten gut 20 Min. auch die einzigen gesprochenen Worte bleiben. Die folgenden Sequenzen sind ausschließlich von klassischer Musik begleitet. Auffälig sind dabei die bewusst verzogenen Violinenklänge. Die Szenen offenbaren einen Mann, der sich seine Befriedigung über "Dokufilme" aus Schlachthäusern verschafft. Außerdem versucht er über das Internet verzweifelt jemanden zu finden, der mit ihm seinen größten Wunsch auslebt: jemanden zu töten und ihn zu essen. Sein determiniertes Ziel scheint erreicht, als er einen solchen Mann findet.

Der erste Dialog besteht nur aus "Ich bin dein Fleisch". Eine detailierte Charakterisierung beider Personen gibt es nicht. Sie bleiben nicht nur im wörtlichen Sinne namenlos. Es folgen sanfte Szenen, in denen sich beide einander annähern und schließlich erst ihre sexuellen Gelüste ausleben. Das dabei eingespielte Pferdewiehern ist weder der erste noch der letzte Vergleich des Menschen mit dem Tier in diesem Film. "Jemanden wie ein Schwein zu schlachten" oder "sich wie ein Wurm fühlen", der Film steckt voll mit Metaphern und Symboliken, die die animalische Seite des Menschen beschreiben. Ungeachtet des künstlerischen bzw. geradezu poetischen Aspekts erscheint Cannibal in seiner Inszenierung mindestens genauso dreckig, schmierig und abstoßend. Einen Verbund dieser beiden Seiten erinnern an Filme á la Aftermath. Cannibal ist genauso fesselnd erzählt und mit einer Intensität ausgestattet, die einem förmlich mitten im Geschehen sein lassen.

Die Kastrationsszene fand ich auch nur ekelig, abstoßend und unbequem. Diese Kriterien zeichnen jedoch einen überzeugenden Sicko aus. Auch storytechnisch bietet der Film weitaus mehr, als man auf den ersten Blick annehmen kann. Besonders die psychische Entwicklung des Kannibalen fand ich sehr interessant umgesetzt. Von seinem determinierten Ziel wird er unsicher, als es wirklich dazu kommen soll. Sein "Opfer" übernimmt ironischerweise den dominanten Part, während der Kannibale geradezu zum Sklaven für ihn wird. Nach Vollendung der Tat hat er aber seine Sicherheit zurückgewonnen.

Dass der Film polarisiert, ist mehr als verständlich. Zu abstoßend und belastend ist er. Zu billig, dünn und stupide scheint er auf den ersten Blick. Bei genaueren Hinsehen aber merkt man erst die Genialität, die dahinter steckt.

9/10
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Re: Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen

Beitragvon trebanator » 29. Sep 2013 14:40

.... eine Offenbahrung, diese Rothenburger-Kannibalenmöder Verfilmung.
Marian Dora war für mich prädestiniert, diesen Stoff zu verfilmen. Die meisten anderen Regisseure trauen, wollen, können etc.... einen Stoff dieser Art wohl nie so authentisch, roh, ungeschminkt....und real (!!) verfilmen.
9/10 passt.
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Re: Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen

Beitragvon DriesVanHegen » 29. Sep 2013 21:05

Das war mein erster Berührungspunkt mit Dora...und ich finde den Film so wie er ist rundum gelungen, wenn auch nicht wirklich unterhaltsam. Sperrig und schonungslos trifft's wohl am Besten.
Die schauspielerische Leistung ist durchwachsen, dass die beiden nur Laiendarsteller sind, ist deutlich zu erkennen - aber allein solche Szenen zu spielen, verdient mMn großen Respekt.
Hochglanzdarsteller würden sich für so etwas garantiert nicht hergeben.
Insgesamt viel mehr eine Art Doku bzw. Portrait der damaligen Tat, die im Grunde den gesamten Tathergang in aller Drastik zeigt.
Allerdings: einer der wenigen Filme die bei mir stehen, die ich definitiv nicht weiterempfehlen würde.

Um mal mit dem - in meinen Augen - Vorurteil der ach so schwulen und ekligen Szenen aufzuräumen, werde ich versuchen mir CANNIBAL nochmal zeitnah anzusehen. Bilde mir nach wie vor ein, dass da nichts nach Gay-Porn aussah.
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Re: Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen

Beitragvon dude-1984 » 29. Sep 2013 21:20

eine offenbarung an schund !

bewertung nur im minus bereich!
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Re: Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen

Beitragvon DriesVanHegen » 29. Sep 2013 21:30

Immer diese einfachen Menschen :P
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Re: Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen

Beitragvon dude-1984 » 29. Sep 2013 21:52

dies einfach auf den punkt bringen :mrgreen:
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Re: Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen

Beitragvon Cromwell » 23. Nov 2014 18:06

DonT hat geschrieben:
...Zu abstoßend und belastend ist er. Zu billig, dünn und stupide scheint er auf den ersten Blick....


...und auf den 2. ... 3. .....4. ....

Übles Machwerk!
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Re: Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen

Beitragvon DonT » 23. Nov 2014 18:56

Wie ich das nochmal lese, fällt mir auf... das ist wahrscheinlich mein bestes Review. Und das zu so einem Film :mrgreen:
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Re: Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen

Beitragvon Cromwell » 23. Nov 2014 19:19

DonT hat geschrieben:Wie ich das nochmal lese, fällt mir auf... das ist wahrscheinlich mein bestes Review. Und das zu so einem Film :mrgreen:


Hättest Dir mal lieber für nen besseren Film aufgehoben ;)
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Re: Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen

Beitragvon Blacky von Adder » 23. Nov 2014 19:22

DriesVanHegen hat geschrieben:Das war mein erster Berührungspunkt mit Dora...


Blacky heiße ich!!.... Werd ma nit komisch meinen wahren Namen hier rauszuposaunen!
Und von wegen Berührungspunkte.... In deinen S/M Fantasien vielleicht :P

Achja,...Film taugt nix. ...Weitermachen
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