Drifter

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Drifter

Beitragvon horror1966 » 22. Mär 2017 12:05

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Drifter
(Drifter)
mit Aria Emory, Drew Harwood, Monique Rosario, James McCabe, Anthony Ficco, Rebecca Fraiser, Joseph Atash, Melissa Raquel, Jack G. Davis, Craig Rose, Jonah Ehrenreich, Bram Barouh
Regie: Chris von Hoffmann
Drehbuch: Chris von Hoffmann / Aria Emory
Kamera: Tobias Deml
Musik: Nao Sato
keine Jugendfreigabe
Australien / 2016

Die Brüder Miles und Dominic kämpfen in einer postapokalyptischen Welt um ihr Überleben und sind dabei selbst alles andere als zimperlich. Als Miles jedoch angeschossen wird, suchen die beiden Zuflucht in einer Kleinstadt, wo sie schnell die Bekanntschaft der Einwohner, einer Familie von durchgeknallten Kannibalen machen. Für die Brüder beginnt ein brutaler Kampf ums Überleben...


Die kurze Inhaltsangabe dieses australischen Independent Films könnte Kenner der Horror-Szene eventuell in eine gant bestimmte Richtung lenken, denn "Drifter" serviert einem ordentliches Terror-Kino, das zudem auch noch visuell anspruchsvoll in Szene gesetzt wurde. Es handelt sich dabei um die erste Regiearbeit von Chris von Hoffmann, der sich ganz augenscheinlich an Tobe Hoopers Kultfilm "The Texas Chainsaw Massacre" orientiert hat. Phasenweise kann man die vorliegende Geschichte nämlich durchaus als Neuinterpretation des Klassikers ansehen, nur das sich das Ganze eben ohne die berühmte Kettensäge abspielt und gleichzeitig mit einem Schauplatzwechsel behaftet ist. Räumlich gesehen befindet man sich hier in einer öden Wüstenlandschaft, die dem Zuschauer in phasenweise wirklich imponierenden Bildern vermittelt wird und dabei größtenteils an die Szenerien der guten, alten "Mad Max" Filme erinnert. Kein Wunder, soll sich die Erzählung doch auch in einer apokalyptischen Ödnis abspielen, die in vorliegendem Fall auch ohne Weiteres eine gewisse Endzeitstimmung aufkommen lässt.

Nun kann "Drifter" zwar auf keinen Fall dem direkten Vergleich mit Hooper's Kultfilm stand halten, aber das wäre wohl auch ein wenig zu viel verlangt. Anscheinend will der Film das aber auch gar nicht, denn trotz der eklatanten Ähnlichkeiten zur Mutter des Terrorfilmes geht dieser Beitrag auch seinen ganz eigenen Weg. Dies macht sich in erster Linie allein schon durch die Optik der Geschichte stark bemerkbar, denn obwohl die Chose phasenweise wie auf Hochglanz poliert daher kommt ist es Hoffmann bravourös gelungen, seiner Erzählung diese dreckige und schmierige Grundstimmung zu verleihen, die Filme dieser Machart auszeichnet. Außergewöhnliche Kameraeinstellungen und eine generell erstklassige Kameraarbeit sorgen für visuelle Highlights und in dieser Beziehung kann man dem Werk nun überhaupt nichts vorwerfen. In optischer Hinsicht kann man also fast schon von einem kleinen Indie-Leckerbissen sprechen, der auch durchaus mit einigen etwas härteren Einstellungen aufwarten kann. Nun sollte man aber keinesfalls eine vor Blut triefende Schlateplatte erwarten, denn trotz einiger blutiger Szenen bewegt sich der enthaltene Härtegrad in einem eher normalen Rahmen. Seine Stärken bezieht "Drifter" aber auch vielmehr aus der ausgezeichneten Atmosphäre, die einen wirklich von der ersten bis zur letzten Minute für sich einnimmt.

In darstellerischer Hinsicht sollte man keinerlei Wunderdinge erwarten, aber die Schauspieler machen ihre Sache recht gut und können in ihren jeweiligen Rollen einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Insgesamt gesehen kann man sich also keinesfalls beschweren und insbesondere die Kombination aus Endzeit-Szenario und Terrorfilm beinhaltet doch ihren ganz eigenen Reiz, dem man sich auch wahrlich nicht verschließen kann. Chris von Hoffmann hat mit seinem ersten Spielfilm wirklich gute Arbeit geleistet und teilweise sogar enormen Mut bewiesen, indem er sich an einem der größten Klassiker des Genres orientiert hat. Seine Art der Neuinterpretation kann sich definitiv sehen lassen, könnte aber dennoch die Meinungen der Fans in zwei Lager spalten. Das äußert sich auch schon in den wenigen Kritiken die man bisher über diesen Beitrag lesen kann, denn zwischen totaler Enttäuschung bis hin zu wachsender Begeisterung ist alles vertreten. Darum sollte sich auch ein jeder selbst ein Bild von diesem Film machen, der zwar bestimmt kein Meisterwerk darstellt, aber auf jeden Fall ein sehr interessanter Versuch ist, eine altbekannte Story neu zu erzählen.

Mir persönlich hat "Drifter" jedenfalls gut gefallen und allein schon die visuelle Darstellung des Ganzen übt einen ungemeinen Reiz aus. Der Wechsel zwischen Hochglanz Optik und schmierigem Exploitations-Kino ist sehr gut gelungen und bietet so eine Menge an Schauwerten, die einen nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlassen. Dennoch kommt es bei diesem Beitrag ganz stark auf den persönlichen Geschmack an, denn die Inszenierung von Hoffmann wird bestimmt nicht jedermanns Geschmack treffen. Einen Blick sollte man aber riskieren, denn ansonsten könnte es durchaus der Fall sein, das einem ein wirklich gelungener Beitrag durch die Lappen geht.


Fazit:


Auch wenn "Drifter" keineswegs ein Remake von "The Texas Chainsaw Massacre" ist steht wohl ziemlich eindeutig fest, das Hooper's wegweisender Film hier Pate stand. Die neue Umsetzung der Geschichte ist relativ mutig und wird ganz sicher ebenso Befürworter als auch Gegner auf den Plan rufen. Ein endgültiges Urteil muss sich jeder selbst bilden, aber sehenswert und äußerst interessant ist dieser australische Film auf jeden Fall.


7/10
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Re: Drifter

Beitragvon horror1966 » 27. Mär 2017 12:58

Kritik ist drin.
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horror1966
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