Der Exorzist und die Kindhexe

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Der Exorzist und die Kindhexe

Beitragvon horror1966 » 25. Mär 2017 17:28

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Der Exorzist und die Kindhexe
(La Endemoniada)
mit Julián Mateos, Marián Salgado, Fernando Sancho, Lone Fleming, Ángel del Pozo, Kali Hansa, Daniel Martín, Tota Alba, Roberto Camardiel, María Kosty, Fernando Hilbeck, Julia Saly, Concha Gómez Conde
Regie: Amando de Ossorio
Drehbuch: Amando de Ossorio
Kamera: Vicente Minaya
Musik: Diego / Victor
FSK 18
Spanien / 1975

Das Böse ergreift Besitz von einem unschuldigen Mädchen, eine vom Teufel besessene Hexe. Die Hexe schlüpft in das Wesen des Kindes, verwandelt das Gesicht des Opfers und begeht unfaßbare Greueltaten. Der Exorzist in der Gestalt eines jungen Priesters nimmt den Kampf gegen die allgewaltigen Mächte des Bösen auf. Seine Waffe ist das Kreuz. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt - Wird der Exorzist mit Hilfe des Kreuzes siegen ? Oder geht er unter in einem Trauma der Gewalt ?


Der Spanier Amando de Ossorio dürfte den meisten Horror-Fans wohl hauptsächlich durch seine Saga um die reitenden Leichen ein Begriff sein, denn die vier Filme über die untoten Templer sind wohl ganz eindeutig die bekanntesten Werke des Regisseurs. Nur zwei Jahre, nachdem 1973 Friedkins Meisterwerk "Der Exorzist" die Kinos eroberte, versuchte auch Ossorio die Thematik der Besessenheit in vorliegendem Beitrag zu verfilmen. "Der Exorzist und die Kindhexe" ist dabei auch wahrlich kein schlechter Film, kann aber keinesfalls auch nur annähernd an die Qualität des Exorzisten heran reichen. Die Geschichte an sich ist rein inhaltlich sehr einfach gehalten, zudem spürt man die gesamte Laufzeit über, das diesem Werk wohl nicht gerade ein sehr üppiges Budget zur Verfügung gestanden hat. So musste man sich mit einfachen Mitteln zufrieden geben und hat daraus zumindest einen recht ansehnlichen Beitrag auf die Beine gestellt, der allerdings phasenweise mit einer äußerst trashigen Note versehen ist. Dabei kommt diese wohl eher unfreiwillig zustande und ehrlich gesagt vermisst man manchmal ein wenig das nötige Fingerspitzengefühl, um die Abläufe gänzlich ernsthaft erscheinen zu lassen. Wie dem aber auch sei, insgesamt gesehen steht das dem gewonnenen Gesamtbild sogar ziemlich gut zu Gesicht und man kann sich an so manchen Szenen erfreuen, in denen etwas unfreiwillige Situationskomik zu bewundern ist, die einem so manchen Schmunzler auf die Lippen zaubert.

In erster Linie ist dies wohl dem äußerst bescheidenen Schauspiel der Akteure zu verdanken, denn diese agieren größtenteils sehr unbeholfen und hölzern. Des Öfteren tritt dabei eine stark überzogene Theatralik in den Vordergrund, die das Ganze aber auch mit einem gewissen Liebreiz und Charme ausstattet. Absolut unübersehbar hat Amando de Ossorio für seine Erzählung ganz mächtig bei Friedkins Film geklaut, wobei die Umsetzung im direkten Vergleich eher bescheiden ausfällt. Dennoch beinhaltet "Der Exorzist und die Kindhexe auch seine starken Momente, wobei es an dieser Stelle äußerst stark auf die Sichtweise des jeweiligen Betrachters ankommt. So sllte man schon vor der Sichtung die eigene Erwartungshaltung in die richtigen Bahnen lenken und keinesfalls die Messlatte des Exorzisten anlegen, denn diese Maßstäbe können definitiv nicht erreicht werden. So wirkt hier beispielsweise das gesamte Szenario eher günstig produziert und auch die enthaltenen Effekte sind eigentlich überhaupt nicht der Rede wert. Die enthaltenen Dialoge sind keinesfalls hochklassig, sondern hinterlassen vielmehr einen größtenteils holprigen Eindruck beim Zuschauer.

Doch obwohl sich das alles eher sehr negativ anhört, versprüht die Geschichte ihren ganz eigenen Reiz, den man jedoch nicht an einer bestimmten Sache festmachen kann. Es macht ganz einfach eine Menge Spaß sich diesen Beitrag zur Besessenheits-Thematik anzuschauen, denn auch wenn rein inhaltlich keinerlei Höhepunkte zu vermelden sind, kann das Szenario auf seine ganz eigene Art recht gut unterhalten. Dennoch wirkt die Erzählung stellenweise ein wenig willkürlich und man kann sich mehrmals nicht des Eindruckes erwehren, das so manche Passage ein wenig zerstückelt daher kommt. Trotz einiger offensichtlicher Defizite ist "Der Exorzist und die Kindhexe" aber immer noch ein ansehnlicher Genrevertreter, der jedoch sicher nicht jedem zugängig sein wird.

Zum Ende hin noch einige Anmerkungen zur deutschen DVD-Veröffentlichung von Endless Classic / Alive, denn diese kann man beim besten Willen nicht unkommentiert lassen. Es ist ja im Grunde genommen immer sehr zu loben, wenn ein Label älteren Filmen zu einer Erstveröffentlichung verhilft, wenn diese dann allerdings in der vorliegenden Qualität präsentiert werden, ist das für jeden Liebhaber ein Schlag in die Fresse. Wenn man nämlich die enthaltene Bildqualität als schlecht bezeichnen würde wäre das stark untertrieben, denn ganz offensichtlich handelt es sich in vorliegendem Film um eine extrem schlechte VHS-Kopie, die jeglicher Beschreibung spottet. Das man zahlenden Kunden in der heutigen Zeit noch so etwas vorsetzt ist die pure Frechheit und sollte den Verantwortlichen eigentlich die Schamröte ins Gesicht steigen lassen. Jede völlig abgenudelte VHS-Cassette bietet bestimmt ein besseres Bild und mit einer solch minderwertigen Veröffentlichung sorgt man ganz bestimmt nicht dafür, den zahlenden Kunden auch für spätere Produkte des Labels zu begeistern.


Fazit:


"Der Exorzist und die Kindhexe" zählt sicher nicht zu den besten Vertretern seiner Art, versprüht jedoch aufgrund seiner etwas trashigen Note eine Menge Charme. Zum Kauf der deutschen DVD kann man jedoch keinesfalls raten, da die Bildqualität des Filmes kaum in Worte zu fassen ist. Anstatt hier eine bearbeitete Version des Filmes auf den Markt zu bringen wird das Ganze dermaßen mies präsentiert, das die Gefahr von Augenkrebs keine Utopie ist. So macht man sich nicht unbedingt Freunde und diesen Vorwurf muss sich das Label definitiv gefallen lassen.


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