Düstere Legenden


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Düstere Legenden

Beitragvon horror1966 » 24. Okt 2013 11:53

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Ende der 90er Jahre wollte fast jeder auf den Erfolgszug aufspringen, der durch Wes Craven's "Scream - Schrei" ins Rollen gekommen ist. Kein Wunder also, das sich im Fahrwasser des Teenie-Slashers auch etliche andere Genre-Vertreter einfanden, aus denen die Macher im Nachhinein zumindest eine Trilogie entstehen ließen. Ein Beispiel dafür ist der 1998 erschienene "Düstere Legenden", der für sich allein genommen ein wirklich exzellenter Vertreter ist und in der Folge sogar noch zwei Fortsetzungen erhielt. Dabei ist der Begriff Fortsetzungen bei dieser Reihe mit Vorsicht zu genießen, handelt es sich doch bei allen drei Vertretern um eher eigenständige Werke, die im Prinzip nicht wirklich etwas miteinander zu tun haben. Anders als bei "Scream" handelt es sich hier um voneinander unabhängige Geschichten, so das letztendlich auch kein wirklicher Zusammenhang erkennbar ist. Bei Teil 1 handelt es sich wohl definitiv um den besten Film, der meiner Meinung nach auch gleichzeitig einer der besten Teenie-Slasher überhaupt ist und durch eine extrem spannende Geschichte überzeugt, die zudem mit einer grandiosen Atmosphäre versehen ist. Nachdem dieser Film einen beachtlichen Anklang unter den Fans fand war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der erste Ableger folgen sollte.

2000 erschien dann mit "Düstere Legenden 2: Final Cut" der mit Abstand härteste Teil der Reihe, der auch als einziger eine 18er Einstufung erhielt. Mit einem erhöhten Härtegrad wollte man etwaige inhaltliche Schwächen kaschieren und fügte so manch überraschend derbe Passage ein, die die erhöhte Altersfreigabe auch durchaus gerechtfertigt hat. Auch dieser Film war noch ziemlich sehenswert und konnte auch in seiner Gesamtheit noch einen recht überzeugenden Eindruck hinterlassen, wobei auch leise Bezüge zum Vorgänger angedeutet wurden, ohne das jedoch beide Werke wirkliche Zusammenhänge erkennen ließen. Nun wäre es sicherlich sinnvoll gewesen, die Reihe spätestens nach diesem zweiten Film einzustellen, denn wenn man sieht, was einem fünf Jahre später im dritten Film "Bloody Mary" präsentiert wurde, dann hätte es diese sogenannte Fortsetzung nun wahrlich nicht gebraucht. Ein hanebüchenes und vollkommen an den Haaren herbei gezogenes Szenario, das lediglich den Namen "Düstere Legenden" trug kam auf den Markt und ziemlich deutlich konnte man dieser Produktion anmerken, das hier lediglich mit einem bekannten Namen der schnelle Dollar gemacht werden sollte.

Dieses Phänomen traf jedoch nicht ausschließlich bei der hier besprochenen Trilogie zu, doch davon soll später an anderer Stelle die Rede sein. "Urban Legends", so der Original-Titel der Reihe hätte im Prinzip unglaublich viel Potential beinhaltet, was mit dem ersten Film eigentlich nur angedeutet wurde. Auf diesem Teil hätte man nun wirklich aufbauen können und eine ähnlich durchgehende-und auch zusammenhängende Geschichte weiterspinnen können, wie es auch Wes Craven bei "Scream" gemacht hat. Stattdessen aber hat man eine gute Idee eher sinnlos verpulvert und so nur einen wirklich absolut gelungenen Film, einen zufriedenstellenden Nachfolger und einen katastrophalen Abschluss einer losen Trilogie geschaffen, wobei an dieser Stelle weitaus mehr möglich gewesen wäre. Wenn man sich nur einmal den dramaturgischen Spannungsaufbau, die extrem dichte Grundstimmung und vor allem die äußerst interessante Geschichte des Originals vor Augen hält, was hätte man noch alles aus der Thematik herausholen können.

Sicherlich hätte sich das Schema auch irgendwann tot gelaufen, doch zumindest wäre es einen Versuch wert gewesen, die Nachfolger alle im Zusammenhang mit Teil 1 zu kreieren, so das sich eine durchgehende Geschichte präsentiert hätte, die ganz sicher eine große Fan-Gemeinde um sich geschart hätte. Vielleicht war es jedoch auch die Angst, das man im Schatten der "Scream-Reihe" eher chancenlos agieren würde, da die Craven-Filme zur damaligen Zeit im Prinzip das höchste der Gefühle darstellten. Und so wird dieser lose Mehrteiler nie zu höheren Ehren kommen, da im Prinzip nur Teil 1 für sich allein gesehen wirklich ein exzellenter Horrorfilm ist. Und das, obwohl sich das Geschehen vollkommen blutarm und ohne explizite Gewaltdarstellungen präsentiert, sondern nur durch die einfachsten Zutaten wie Spannung und Atmosphäre zu überzeugen weiß.


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