horror's Reise durch die Welt der Filme

Hier ist Platz für eure gesehenen Filme, zu denen ihr auch gern etwas schreiben könnt.

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horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 20. Jan 2016 14:48

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Die Todeskralle schlägt wieder zu
(Meng Long Guo Jiang)
mit Bruce Lee, Nora Miao, Chuck Norris, Ping Ou Wei, Chung-Hsin Huang, Robert Wall, Ing-Sik Whang, Di Chin, Tony Liu, Little Unicorn, Malisa Longo, Fu Ching Chen, Wu Ngan, Lo-Ba Chen, Jon T. Benn
Regie: Bruce Lee
Drehbuch: Bruce Lee
Kamera: Tadashi Nishimoto
Musik: Joseph Koo
FSK 16
Hongkong / 1972

In Rom hat es ein Verbrechersyndikat auf ein chinesisches Restaurant abgesehen. Die Besitzer wären den Gangstern zweifellos ausgeliefert, hätten sie nicht Tang Lung (Bruce Lee), der ihnen mit seinen versierten Kampfkünsten hilfreich zur Seite steht. Nach mehreren misslungenen Versuchen, den neuen Verteidiger aus Hongkong zu bezwingen, heuert der Boss der Truppe schließlich den amerikanischen Karatemeister Colt (Chuck Norris) an, der für eine endgültige Entscheidung über Sieg und Niederlage sorgen soll.


Im gleichen Jahr wie "Todesgrüße aus Shanghai" erschien auch der vorliegende Beitrag "Die Todeskralle schlägt wieder zu" und dieses Mal war Bruce Lee nicht nur in der Hauptrolle zu sehen, er zeichnete gleichzeitig auch für die Regie sowie das Drehbuch verantwortlich. Dadurch entstand meiner Meinung nach wieder ein kleiner, aber nicht unwesentlicher Stilbruch zum Vorgänger, denn auf einmal sah sich der Betrachter wieder mit gewöhnungsbedürftigem Humor konfrontiert, der dem Gesamteindruck eher abträglich war. Dabei hat es Lee dann auch an einigen Stellen zu gut gemeint und dem Geschehen diverse skurrile Momente verpasst, die teilweise schon etwas albern erscheinen. Ganz besonders kommt das im ersten Drittel des Filmes zum Vorschein, in dem es lange Zeit an echten Kampfszenen mangelt, das dafür jedoch umso mehr teils deplaciert erscheinende Passagen beinhaltet. Danach legt sich das Ganze aber wieder und das ist auch gut so, denn im weiteren Verlauf entwickelt sich dann doch noch ein absolut sehenswerter Martial Arts Vertreter, der sein absolutes Highlight sicherlich im finalen Endkampf zwischen Bruce Lee und Action B-Ikone Chuck Norris hat.

Bis dahin ist es jedoch ein langer Weg, der wie schon kurz erwähnt nicht nur gute Passagen beinhaltet, denn die phasenweise immer wieder in den Vordergrund tretenden Albernheiten schmälern das Filmvergnügen doch ein wenig, wenn man nicht gerade ein ausgewiesener Fan des überzogenen Humors ist. Trotz dieses offensichtlichen Mankos ergibt sich aber letztendlich ein richtig guter Film, in dem es nach dezenten Anlaufschwierigkeiten einmal mehr herausragende Kämpfe zu bestaunen gibt. Lee präsentiert sich dabei wie gewohnt in absoluter Höchstform, wobei insbesondere sein austrainierter und muskulöser Körperbau ein Fest für jeden Kampfsport Fan sein dürfte. Die Choreografien der einzelnen Fights sind einmal mehr sensationell und dürften auch nach heutigen Maßstäben immer noch absolut sehenswert erscheinen. Erstaunlich erscheint dabei immer wieder, mit welcher Eleganz und Geschmeidigkeit sich Lee fast wie ein Raubtier bewegt und damit allein schon von der Schnelligkeit her für seine Gegner nicht zu fassen ist.

Lediglich der brillant in Szene gesetzte Endkampf mit Norris stellt hier eine Ausnahme dar, denn zu Beginn scheint an dieser Stelle das Unmögliche zu passieren, da Bruce zu Beginn ordentlich Keile einstecken muss und erst nach zähem Ringen am Ende die Oberhand behält. Der Kampf der beiden Legenden hat bei den Fans nicht umsonst seinen verdienten Kultstatus, offenbart sich doch an dieser Stelle das Aufeinandertreffen zweier Superstars die sich zur damaligen Zeit beide auf dem Höhepunkt ihrer Kampfkunst befanden. Aber auch die Kämpfe vor dem eigentlichen Gipfeltreffen sind äußerst gut inszeniert und bieten das, was man sich von einem Film dieser Art erwartet. Die Story an sich ist hingegen relativ simpel gestrickt und bedient sich des Hauptaufhängers, das ein Verbrechersyndikat sich des Restaurants bemächtigen will, das einer Bekannten des jungen Tang Lung (Bruce Lee) gehört. Hat man beim Vorgänger "Todesgrüße aus Shanghai" durch das Zufügen diverser Elemente noch eine inhaltliche Tiefe erkennen können, so sucht man diese Zutat in vorliegendem Fall leider vergebens. So erinnert dieser Film dann auch in gewisser Art und Weise an "Die Todesfaust des Cheng Li", wobei aber Gott sei Dank auf das dort erkennbare und streckenweise völlig unlogische Verhalten einiger Protagonisten verzichtet wurde.

Insgesamt gesehen ist "Die Todeskralle schlägt wieder zu" ganz bestimmt nicht der beste Vertreter unter den echten Bruce Lee Filmen, aber bis auf einige kleinere Abstriche präsentiert sich dennoch ein recht hochklassiger Actionfilm, der in erster Linie durch die grandiose in Szene gesetzten Kampfeinlagen brilliert. Beim dargebotenen Schauspiel der Akteure sollte man allerdings keine Wunderdinge erwarten, denn ausdrucksstarke Mimik oder gar nennenswerte Momente jenseits der Fights kocht man hier eher auf Sparflamme. Und so kann man dann zu dem Gesamtergebnis gelangen, das in einigen Bereichen ein kleiner Rückschritt gegenüber "Todesgrüße aus Shanghai" zu erkennen ist, in Sachen Kampfsport aber einmal mehr die Latte sehr hoch angelegt wurde.


Fazit:


Ohne die unnötigen und manchmal albern wirkenden Einlagen hätte "Die Todeskralle schlägt wieder zu" eine noch höhere Bewertung bekommen, aber leider wird der Gesamteindruck in meinem Fall durch zu viele skurrile Momente ein wenig getrübt. Dennoch siedelt sich das Werk immer noch im oberen Drittel an, denn als Verehrer der Kampfsport Legende kann man ganz einfach keinen einzigen Film mittelmäßig bewerten, was manch einer aber bestimmt etwas anders sehen wird.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 20. Jan 2016 14:49

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Todesgrüße aus Shanghai
(Jing Wu Men)
mit Bruce Lee, Nora Miao, James Tien, Maria Yi, Robert Baker, Fu Ching Chen, Shan Chin, Ying-Chieh Han, Riki Hashimoto, Jun Katsumura, Chung-Hsin Huang, Kun Li, Ying-Chi Li, Ping Ou Wei
Regie: Wei Lo
Drehbuch: Wei Lo
Kamera: Ching-Chu Chen
Musik: Joseph Koo
FSK 16
Hongkong / 1972

So hatte noch niemand Cheng gesehen, diesen eisernen Kämpfer mit den knochenharten Fäusten. Doch zu tief war Cheng vom Tode seines Lehrers Ho betroffen, der Begründer der Selbstverteidigungskünste und mehr noch, Chengs väterlichem Freund. Aber er sinnt auf Rache. Cheng vermutet, das die Angehörigen der rivalisierenden japanischen Schulvereinigung seinen Lehrer auf dem Gewissen haben. Indes bringt ihm ein erster auf eigene Faust durchgeführter Rachefeldzug keine Beweise für seine Verdächtigung. Dagegen fordert der Lehrmeister der japanischen Verteidigungsschule, das man ihm Cheng zur Bestrafung für seinen Rachekampf ausliefert. Während seiner Flucht vor den ständigen Bedrohungen und Nachstellungen findet Cheng handfeste Beweise für seinen Verdacht, sein Lehrer Ho ist tatsächlich von den Japanern ermordet worden.


Nur ein Jahr nach dem Erfolg mit "Die Todesfaust des Cheng Li" legte Regisseur Wei Lo mit "Todesgrüße aus Shanghai" einen mehr als sehenswerten Nachfolger nach. Am erstaunlichsten erscheint dabei die Tatsache, das hier wirklich ein enormes Steigerungspotential zu erkennen ist, denn wenn der ein Jahr zuvor erschienene Film noch gewisse Schwächen erkennen lies, wurde dieses Mal eine Geschichte erzählt die sich auch rein inhaltlich absolut sehen lassen kann. Zwar handelt es sich im Prinzip um eine eher simple Rache Story, doch die Umsetzung weiß von der ersten bis zur letzten Minute durchgehend zu gefallen. Zuerst einmal ist nichts mehr vom manchmal gewöhnungsbedürftigen asiatischen Humor zu verspüren, denn die Abläufe präsentieren sich über die gesamte Laufzeit sehr ernst und beinhalten dabei sogar phasenweise eine nicht abzusprechende Tiefe, was dem Gesamtbild äußerst gut zu Gesicht steht. So reduziert sich die Geschichte keinesfalls auf die vorhandenen Kampfeinlagen, von denen es wieder genügend zu sehen gibt. Lo verleiht dem Treiben auch einen gewissen Anspruch, indem er das zur damaligen Zeit herrschende Verhältnis zwischen Japanern und Chinesen, wobei sich Letztere im eigenen Land fast schon wie Tiere behandeln lassen müssen. Die japanischen "Gäste" fallen dabei insbesondere durch eine Arroganz auf, die auch des Öfteren in unzähligen Kriegsfilmen zum Vorschein kommt. Wie auch dort hinterlässt dieser Aspekt der Erzählung einen recht faden Beigeschmack und sorgt gleichzeitig auch dafür, das die Sympathien des Zuschauers von Beginn an klar auf der Seite der Chinesen liegen. Besonders hart liegt dabei eine Passage im Magen, in der am Eingang eines Parks in Shanghai ein Schild angebracht ist auf dem steht, das Hunde und Chinesen keinen Zutritt haben und die dadurch entstehende Entwertung des heimischen Volkes ist schier unvorstellbar.

Trotz der vorhandenen inhaltlichen Tiefe legt man das Hauptaugenmerk aber dennoch auf die Kampfszenen, in denen Bruce Lee einmal mehr eine sehr eindrucksvolle Kostprobe seines Könnens zum Besten gibt. Die Choreografien sind allesamt absolut erstklassig und in vorliegendem Fall sind auch die Gegner ein wenig besser ausgewählt, als es noch bei "Die Todesfaust des Cheng Li" der Fall war. Zwar sind die Gegner auch hier der Kampfsport Legende deutlich unterlegen, doch Wei Lo hat anscheinend ein wenig aus vorherigen Fehlern gelernt und die Fights zumindest stellenweise ein bisschen ausgeglichener in Szene gesetzt. Meiner persönlichen Meinung nach handelt es sich hier nicht nur um den besten Bruce Lee Film überhaupt, die unsterbliche Ikone hat in diesem Szenario auch seine beste darstellerische Leistung an den Tag gelegt. Während Lee in seinen anderen Werken zumeist hauptsächlich durch seine überragenden Martial Arts Fähigkeiten besticht, kommt in der Rolle des Cheng auch eine gewisse schauspielerische Klasse zum Vorschein. Er interpretiert die Figur jederzeit absolut glaubhaft und authentisch und auch seine dargebrachte Mimik bringt die Emotionen von Hass, Trauer und unbändiger Wut äußerst gut zur Geltung. In dieser Beziehung ist eine enorme Steigerung zu erkennen, waren diese Dinge doch im Vorgänger so gut wie überhaupt nicht vorhanden. Das wertet "Todesgrüße aus Shanghai" noch einmal zusätzlich auf, so das in der Gesamtbetrachtung ein weitaus stimmigerer Eindruck entsteht, als es noch bei "Die Todesfaust des Cheng Li" der Fall war.

Das liegt größtenteils auch an der reifer erzählten Story, in der Ungereimtheiten oder unlogisches Verhalten der Akteure überhaupt kein Thema sind. So erscheint das Ganze dann auch in filmischer Hinsicht wie ein kleiner Quantensprung, der ehrlich gesagt in dieser Form nicht unbedingt zu erwarten war. Das gewonnene Gesamtbild ist viel stimmiger und wird durch den am Ende eingefügten Schuss Tragik nahezu perfekt abgerundet. Es gibt sicherlich genügend Leute die das eventuell etwas anders sehen, doch bei diesem Film fällt es mir auch ein wenig schwer vollkommen objektiv zu bleiben, da es sich um meinen ganz persönlichen Favoriten handelt. Dennoch ist der Reifeprozess in der Inszenierung auch aus objektiver Sichtweise keinesfalls zu übersehen und was nur ein Jahr zuvor noch ein wenig in den Kinderschuhen zu stecken schien, ist kurze Zeit später richtiggehend erwachsen geworden.

Im Endeffekt kann ich in vorliegendem Fall nur ein uneingeschränkt überzeugendes Zeugnis ausstellen und möchte sogar noch einen Schritt weiter gehen, indem ich "Todesgrüße aus Shanghai" als einen der besten Martial Arts Filme aller Zeiten einordne. Dies geschieht selbstverständlich aus einer rein subjektiven Betrachtungsweise, aber auch objektiv erscheint diese Kategorisierung ehrlich gesagt nicht allzu weit hergeholt. Wie dem auch sei, es handelt sich auf jeden Fall um ein ganz und gar überzeugendes Werk, das im Laufe der Jahre immer noch genau so faszinierend daher kommt wie bei der damaligen Erstsichtung. Eine tolle und sehr gut erzählte Geschichte, gutes Schauspiel, eine gewisse inhaltliche Tiefe und selbstverständlich die auch heute noch überragend wirkenden Kampfszenen machen diesen Film zu einem echten Erlebnis, das man sich immer wieder mit wachsender Begeisterung anschaut und dabei niemals die Lust verliert.


Fazit:


Für mich ist "Todesgrüße aus Shanghai" das absolute Meisterwerk von Bruce Lee, gegen das auch ein von vielen Leuten geliebter "Der Mann mit der Todeskralle" nicht heranreichen kann. Das mag aber jeder für sich selbst beurteilen, doch eine überragende Klasse kann und darf man diesem grandiosen Film auf keinen Fall absprechen.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 20. Jan 2016 14:50

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Mein letzter Kampf
(Game of Death)
mit Bruce Lee (Archivbilder), Colleen Camp, Dean Jagger, Gig Young, Tae-jeong Kim, Biao Yuen, Robert Wall, Kareem Abdul-Jabbar, Mel Novak, Hugh O'Brian, James Tien, Dan Inosanto, Russell Cawthorne, Chuck Norris (Archivbilder)
Regie: Robert Clouse
Drehbuch: Robert Clouse
Kamera: Godfrey A. Godar
Musik: John Barry
FSK 16
Hongkong / USA / 1978

Der meteorhafte Aufstieg des jungen Kung-Fu-Filmstars Billy Lo (Bruce Lee) hat die Aufmerksamkeit eines Gangstersyndikats erregt, das sich mit der Ausbeutung von Prominenten aus der Show- und Sportwelt beschäftigt. Der Kopf des Unternehmens ist Dr. Land (Dean Jagger). Er will Billy und seine talentierte Freundin, die Sängerin Ann Morris (Collen Camp), für sich verpflichten. Mehr um Ann als um sich selbst besorgt, gerät Billy in eine Zwickmühle. Sogar sein alter Freund, der UPI-Korrespondent Jim Marshall (Gig Young), kann ihm nur sagen: "Entweder du unterschreibst oder deine Karriere ist im Eimer.


Obwohl Bruce Lee schon 5 Jahre tot war, zählt der 1978 erschienene Film "Mein letzter Kampf" zu den echten Werken der Kampfsport Ikone. Allerdings ist dieses Werk auch vielen Fans ein echter Dorn im Auge und sorgt so auch für die unterschiedlichsten Meinungen. Zumindest teilweise ist das auch durchaus nachzuvollziehen, präsentiert sich doch einerseits vom rein filmischen Standpunkt her ein manchmal seltsam zusammen gestückeltes Szenario, waren doch zum Todeszeitpunkt des Hauptdarstellers gerade einmal die Hälfte der Dreharbeiten abgeschlossen. Erst fünf Jahre später erschien dann eben die vorliegende Fassung, die unter der Regie von Robert Clouse entstanden ist und serviert dem Betrachter dabei eine Geschichte, die man stellenweise durchaus als Stückwerk bezeichnen kann. Durch den viel zu frühen Tod Lee's entschied man sich, die ausstehenden Passagen mit Archivbildern oder zumindest entfernt ähnlich aussehenden Darstellern (Tae-jeong Kim, Biao Yuen) zu drehen, was sicherlich nicht ganz so einfach war. Dadurch erhält der Film in der Gesamtbetrachtung auch einen etwas gewöhnungsbedürftigen Anstrich und gerade die beiden aufgezählten Darsteller agieren stellenweise ein wenig hölzern und ungelenk. Zudem besteht rein optisch auch nur recht wenig Ähnlichkeit, was sich nicht nur auf das Gesicht, sondern auch auf den reinen Körperbau bezieht. Aus diesem Grund sind beide Akteure zumeist auch entweder nur mit Sonnenbrille, von hinten, oder aus größerer Entfernung zu sehen, was dem gewonnenen Gesamtbild nicht immer unbedingt zuträglich ist.

Und trotz dieses unübersehbaren Mankos handelt es sich bei "Mein letzter Kampf" meiner persönlichen Meinung nach um einen absolut faszinierenden Beitrag der in keiner gut sortierten Sammlung fehlen darf, gerade weil an dieser Stelle auch immer ein wenig Wehmut über den frühen Tod der Ikone mitschwingt. Die Erzählung an sich gerät durch die angesprochenen Aspekte an diversen Stellen zwar etwas ins Stocken und auch rein inhaltlich handelt es sich im vorliegenden Fall sicherlich um keine Offenbarung, dennoch ist es den Machern relativ gut gelungen, einen konstanten Spannungsbogen zu erzeugen. Den Höhepunkt beinhaltet das Werk ganz bestimmt in der Phase, als Hauptfigur Billy Lo in einer Pagode auf mehreren Etagen mit verschiedenen Kämpfern konfrontiert wird. An dieser Stelle kommt dann auch der eigentliche Zweck der Story zum tragen, wollte Lee doch mit diesem Szenario seine Philosophie zum Ausdruck bringen und die Passagen in dem mehrstöckigen Gebäude als Entwicklungsstufen immer neuer Herausforderungen in seinem Leben interpretieren. Das gelingt auch in der vorliegenden Form ohne ihn relativ gut und soll im 1981 erschienenen "Game of Death 2" (Der letzte Kampf der Todeskralle) noch einmal thematisiert werden.

Wie dem auch sei, mein persönliches Highlight ist definitiv der Kampf mit der ehemaligen Basketball Legende Kareem Abdul-Jabbar, wobei in erster Linie schon die Größenunterschiede der beiden Kontrahenten extrem ins Auge fallen. Das von Clouse verwendete Archivmaterial der Geschichte rückt schon ganz am Anfang in den Mittelpunkt, bekommt der Betrachter hier doch noch einmal Ausschnitte des Kampfes zwischen Bruce Lee und Chuck Norris zu sehen, der im 1972 erschienenen "Die Todeskralle schlägt wieder zu" der krönende Abschluss eines tollen Filmes war. Außerdem gibt es kurze Einblendungen der Schluss Szene aus "Todesgrüße aus Shanghai" (1972), wobei das Finale des Filmes hier als Attentatsversuch auf die Hauptfigur Billy herhalten muss. Insgesamt gesehen hört sich das ziemlich wirr und auch zusammen gestückelt an und diese Tatsache kann man auch keinesfalls weg reden, aber trotzdem handelt es sich für manch einen gerade aufgrund der angesprochenen Mankos um den interessantesten "echten" Bruce Lee Film.

Letztendlich ist es wie immer die reine Geschmackssache und es liegt im Auge des jeweiligen Zuschauers, wie negativ man die vorhandenen Defizite bewertet. Eines kann man diesem Film jedoch keinesfalls absprechen und das ist sein ganz besonderer Reiz, der auch bis in die heutige Zeit immer noch vorhanden ist. Zudem sollte man auch nicht unerwähnt lassen, das "Mein letzter Kampf" mit einem erstklassigen Score unterlegt ist, denn John Barry ist meiner persönlichen Meinung nach für die mit Abstand beste Filmmusik aller Bruce Lee Filme verantwortlich.


Fazit:


Man muss bei diesem Werk ganz bestimmt gewisse Abstriche machen, aber durch die unübersehbaren Mängel innerhalb der Story nimmt "Game of Death" auch einen besonderen Stellenwert ein. Was anderen eventuell sauer aufstößt, macht für mich die ganz eigene Faszination eines Filmes aus, den ich mir auch heute noch immer wieder gern anschaue. Da stört es auch nicht weiter das der Fluss der Erzählung manchmal etwas ins Stocken gerät, denn insgesamt gesehen handelt es sich immer noch um einen Martial Arts Film, von dem sich so mancher Vertreter der heutigen Zeit eine Scheibe abschneiden könnte.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 20. Jan 2016 14:51

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Die Todesfaust des Cheng Li
(Tong San Dai Hing)
mit Bruce Lee, Maria Yi, James Tien, Marilyn Bautista, Ying-Chieh Han, Tony Liu, Kun Li, Nora Miao, Shan Chin, Chia-Cheng Tu
Regie: Wei Lo / Chia-Hsiang Wu
Drehbuch: Wei Lo
Kamera: Ching-Chu Chen
Musik: Peter Thomas / Fu-Ling Wang
FSK 16
Hongkong / 1971

Kein Problem für Cheng, einen jungen Mann mit Bärenkräften, eine Arbeit zu finden. Wer gewillt ist zuzupacken, kann überall sein Geld verdienen. Mr. Mi, der Chef einer Eisenfabrik in Bangkok, kann tüchtige Burschen gebrauchen, und nach einem kurzen Gespräch ist Chengs Einstellung perfekt. Mr. Mi macht nicht gern lange Worte, er ist gewohnt zu handeln. Und nicht mit Worten, sondern mit Taten hat er sein Unternehmen aufgebaut. Nur - wem es gelingt, hinter diese Fassade des Reichtums und des biederen Handels zu blicken, der wird feststellen, das Mr. Mi's Geschäftsgebaren doch nicht so kristallklar ist, das er vielmehr seine erklecklichen Einnahmen aus Rauschgifthandel und einer Bordellkette zieht.


Wenn man von Martial Arts Filmen spricht, kommt man keinesfalls am Namen Bruce Lee vorbei, handelt es sich dabei wohl um den perfektesten Kampfsportler den die Welt bisher gesehen hat. Auch in der heutigen Zeit eines Tony Jaa oder Donnie Yen ist es deswegen immer wieder ein echtes Erlebnis, wenn man sich die 70er Jahre Klassiker der Kampfsport Legende anschaut. Bei "Die Todesfaust des Cheng Li" handelt es sich um den ersten der sogenannten echten Bruce Lee Filme, wobei der beliebte Darsteller schon im zarten Alter von gerade einmal 18 Jahren auf eine erstaunliche Filmografie von gut 20 Titeln zurückschauen konnte. Diese waren allerdings kaum von Erfolg gekrönt und erst nach diversen Serien Auftritten gegen Ende der 60er Jahre (Batman, Die grüne Hornisse) stieg die Popularität des in San Francisco geborenen Lee wirklich an. Im Gleichklang mit öffentlichen Darstellungen seiner berühmten Kampfkunst war es dann der vorliegende Beitrag, der letztendlich auch für den Durchbruch sorgen sollte und auch über vier Jahrzehnte nach dem Erscheinungstermin fühlt man immer wieder den ganz besonderen Reiz, der von "The Big Boss" (Alternativtitel) ausgeht.

Unter der Regie von Wei Lo wird eine recht interessante Rahmenhandlung erzählt, die jedoch rein inhaltlich sicherlich keine wirkliche Offenbarung ist. Der illegale Vertrieb von Rauschgift ist das zentrale Kernthema und die darum herum gebastelte Story ist vollkommen ausreichend, um letztendlich für kurzweilige und beste Unterhaltung zu sorgen. Das man in darstellerischer Hinsicht keine Wunderdinge erwarten kann versteht sich dabei fast von selbst, denn weder Lee noch die anderen Protagonisten gelten als herausragende Schauspieler, aber die dargebotenen Performances sind absolut zweckdienlich und in den für einen Film dieser Art wichtigen Passagen bekommt man dafür die ganz große Kampfsportkunst geboten. Zwar geht diese in der Hauptsache nur vom Hauptdarsteller aus der mit seinen Gegnern regelrecht den Boden aufwischt, doch zumindest 1-2 andere Charaktere wissen durchaus auch mit sehenswerten Leistungen aufzuwarten. Das die erzählte Story nicht sonderlich ergiebig ist merkt man auch an der Tatsache, das ab und zu der manchmal gewöhnungsbedürftige Humor der Asiaten zum Vorschein kommt, denn in regelmäßigen Abständen werden dem Zuschauer einige ziemlich skurril anmutende Szenen serviert, die beim ansonsten ernsten Hintergrund der Geschehnisse ein wenig befremdlich erscheinen.

Ganz generell sollte man "Die Todesfaust des Cheng Li" nicht nach seiner inhaltlichen Tiefe bewerten, denn in dieser Hinsicht weist das Werk dann doch erhebliche Lücken auf. So erscheint insbesondere der dramaturgische Aufbau der Geschehnisse teilweise ein wenig naiv und ganz besonders das Verhalten und die Handlungen der meisten Akteure ist in den seltensten Fällen wirklich nachvollziehbar. Das bezieht sich in erster Linie auf das Verhalten der Arbeiter, die trotz des Verschwindens diverser Freunde gar nicht erst auf die Idee kommen die Polizei einzuschalten und sich stattdessen immer wieder von Vorgesetzten vertrösten lassen. Dabei handelt es sich jedoch um filmische Defizite, die man aus der Sicht eines Martial Arts Fans gern auch mal großzügig übersehen kann. Die Kampf Choreografien sind nämlich auch nach über 40 Jahren immer noch extrem reizvoll und stellen vor allem die absolute Ästhetik und Perfektion eines Kampfsportlers dar, der bis zum heutigen Tag als das Maß aller Dinge gilt. Man hätte sich höchstens ein paar ebenbürtigere Gegner für Lee gewünscht, denn die meisten seiner im Film auftretenden Konkurrenten wirken vielmehr als Kanonenfutter, als das sie der Ikone auch nur annähernd das Wasser reichen könnten. Dieser Aspekt wird in vielen Filmen der heutigen Zeit definitiv besser gehandhabt, denn Werke wie beispielsweise "Ip Man" oder auch "Ong-Bak" sind in dieser Beziehung auf jeden Fall gleichwertiger besetzt.

"Die Todesfaust des Cheng Li" ist dafür aber nahezu ein Paradebeispiel dafür, das man sich auch an der perfekten Kampfkunst eines einzelnen Fighters erfreuen kann und im Fall von Bruce Lee trifft das jederzeit zu. Rein filmisch ist der Film von Wei Lo sicherlich mit diversen Mankos behaftet, dennoch nimmt das Szenario schon aufgrund der Tatsache das es sich hier um Lees Durchbruch handelt, einen ganz besonderen Stellenwert ein. Manch einer mag das vielleicht vollkommen anders sehen, aber an dieser Stelle handelt es sich meiner Meinung nach um ein absolut prägendes Werk, an dem sich auch unzählige später gedrehte Martial Arts Filme orientiert haben. Lediglich die unsterbliche Präsenz des Hauptdarstellers konnte bis in die heutige Zeit nie wieder von anderen Darstellern erreicht werden, so das der Mythos Bruce Lee immer noch vollkommen zu recht auf dem Gipfel thront.


Fazit:


Filmische Perfektion darf man hier sicher nicht erwarten, aber dafür bekommt man einen spielfreudig aufgelegten Bruce Lee geboten, der mit seiner Kampfkunst jedem Gegner das Fürchten lehrt. "Die Todesfaust des Cheng Li" hat im Laufe der Jahrzehnte rein gar nichts von seiner Faszination eingebüßt, so das man sich diesen Film in regelmäßigen Abständen immer wieder gern zu Gemüte führt.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 20. Jan 2016 15:16

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Der Schatz im Silbersee
(Der Schatz im Silbersee)
mit Lex Barker, Pierre Brice, Herbert Lom, Götz George, Karin Dor, Marianne Hoppe, Eddi Arent, Ralf Wolter, Sima Janicijevic, Ilija Ivezic, Milivoj Stojanovic, Slobodan Dimitrijevic
Regie: Harald Reinl
Drehbuch: Harald G. Petersson / Karl May
Kamera: Ernst W. Kalinke
Musik: Martin Böttcher
FSK 6
Deutschland / Frankreich / Jugoslawien / 1962

Um die Schatzkarte zum Schatz im Silbersee zu bekommen, ermordet der skrupellose Gangsterboß Brinkley den Vater des jungen Fred Engel. Doch der alte Engel hatte nur eine Hälfte des Plans, die andere gehört dem Farmer Patterson. Kurzerhand entführen Brinkley und seine Männer diesen und seine schöne Tochter Ellen. Gemeinsam mit Winnetou und Old Shatterhand nimmt Fred Engel die Verfolgung auf, denn Ellen ist seine heimliche Liebe. Als die drei in das Gebiet der Utah-Indianer kommen, werden sie von Indianern angegriffen. Denn der hinterlistige Brinkley zerstörte ein Utah Dorf und lenkte den Verdacht auf Old Shatterhand. Während die Verfolger nun um ihr Leben kämpfen müssen, nähert sich Brinkley mit seinen Geiseln dem Silbersee.


"Der Schatz im Silbersee" zählt sicherlich zu den besten Verfilmungen nach Romanen von Karl May und weckt zudem bei unzähligen Fans etliche Kindheitserinnerungen. Auch heute noch immer wieder absolut sehenswert und es macht einfach nur Spaß, Winnetou und Old Shatterhand bei ihrem ersten gemeinsamen Abenteuer zu begleiten. Die Mixtur des Filmes ist dabei ziemlich simpel gehalten, denn wie in eigentlich allen Karl May Filmen steht der Kampf gut gegen Böse im Vordergrund, wobei Motive wie Habgier und Skrupellosigkeit im Vordergrund stehen. Begleitet von der wohl jedem bekannten Filmmusik von Martin Böttcher wird hier eine immer noch spannende Geschichte vor den eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen im ehemaligen Jugoslawien erzählt, die man sich auch immer wieder gern anschaut.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 20. Jan 2016 15:37

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Winnetou und sein Freund Old Firehand
(Winnetou und sein Freund Old Firehand)
mit Pierre Brice, Rod Cameron, Marie Versini, Todd Armstrong, Harald Leipnitz, Nadia Gray, Walter Wilz, Jörg Marquardt, Rik Battaglia, Viktor de Kowa, Vladimir Medar, Miha Baloh, Aleksandar Gavric
Regie: Alfred Vohrer
Drehbuch: David De Reszke / C.B. Taylor / Harald G. Petersson / Karl May
Kamera: Karl Löb
Musik: Peter Thomas
FSK 12
Deutschland / Jugoslawien / 1966

Die Bande des finsteren Silver terrorisiert die Gegend. Als sein Bruder in dem Grenzstädchen Miramonte ums Leben kommt, sinnt Silver auf Rache. Er will den Ort dem Erdboden gleichmachen. Winnetou und Old Firehand kommen den Leuten von Miramonte zu Hilfe.


Dieser 1966 unter der Regie von Alfred Vohrer entstandene Film zählt zu denjenigen aus der Karl May Sammlung, die ich bisher am seltensten gesehen habe. Der Grund dafür wurde mir bei der kürzlich erfolgten Neusichtung wieder bewusst, handelt es sich doch um einen der eher schwächeren Vertreter aus der Karl May Reihe. Irgendwie springt von der Geschichte kein echter Funke über und stellenweise kommt fast schon ein bisschen Langeweile auf. Dabei beinhaltet der Film alle nötigen und altbekannten Zutaten, wobei lediglich die Figur des Old Firehand (Rod Cameron) zu keiner Zeit wirklich überzeugen kann. Letztendlich bleibt unter dem Strich ein recht mittelmäßiger Film, der keinesfalls an die Klasse der meisten anderen Karl May Verfilmungen heran reichen kann.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon OpFeRmEtZgEr » 21. Jan 2016 00:10

Die Bruce Lee Filme gehen immer gut rein.
Hab zu Hause ja ne RIESIGE UNCUT EASTERN Sammlung von Jet Li bis Jackie Chan & Co bis Lone Wolf & Cub,Shaw Bros. ach echt UNZÄHLIGES.Unter anderem auch die komplette Dvd Sammlung des britischen Kultlabels Hongkong Legends,echt n geiles Label die UNZÄHLIGE HK & Asiafilme anamorph abgetastet mit Topbild&Ton brachten.Es waren zwar auch gemattere bzw. bei Tiersnuff gekürzte Martial Arts Filme dabei,die besitze ich aber auch alle hinzu noch im Originalformat.
Hab diese Filme schon lange nicht mehr gesehen und da sind wirklich viele Perlen dabei die es nie uncut bzw überhaupt in D gibt.
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 21. Jan 2016 20:58

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Rückkehr nach Eden
(Return to Eden)
mit Rebecca Gilling, James Reyne, Wendy Hughes, James Smillie, Olivia Hamnett, Peta Toppano, Daniel Abineri, Peter Cousens, Megan Williams, Warren Blondell, Nicki Paull, Angelo D'Angelo, Peter Gwynne
Regie: Karen Arthur / Kevin James Dobson / Arch Nicholson / u.A.
Drehbuch: Michael Laurence / David Phillips / u.A.
Kamera: Dean Semler / Martin McGrath / Yuri Sokol
Musik: Brian May
FSK 12
Australien / USA / 1983 und 1986

Die reiche Stephanie Harper heiratet den windigen Tennisstar Greg Marsden. Doch Marsden liebt lediglich ihr großes Vermögen. Während eines Ausflugs stößt Greg Stephanie in einen Fluss. Stephanie wird von Krokodilen angegriffen und überlebt schwer verletzt und entstellt. Dr. Dan Marshall, der sich in Stephanie verliebt, verhilft ihr zu einem neuen Gesicht und neuem Lebensmut. Doch seinen Heiratsantrag lehnt Stephanie zunächst ab. Sie hat nur ein Ziel: Rache an ihrem Ex-Mann Greg und ihrer einstmals besten Freundin Jilly, die beide glauben, sie sei tot. Als Supermodel "Tara Welles" kehrt sie zurück auf ihr prachtvolles Anwesen Eden.


Schon bei der damaligen TV-Ausstrahlung in den 80ern hat mich dieses australische Format in seinen Bann gezogen. Nun endlich gibt es die Komplettbox mit der 3 teiligen Mini-Serie von 83, sowie der 1986 erschienenen 22 teiligen Serie. Während es sich bei der ersten Staffel um drei Spielfilme handelt, schob man 3 Jahre später noch die 22 teilige Serie nach, die sich zeitlich gesehen 7 Jahre nach den Ereignissen der Vorgänger ansiedelt. Manch einer mag in diesem Format eine Seifenoper sehen, dabei handelt es sich vielmehr um ein spannendes Drama in mehreren Akten. Vor allem die später erschienene Serie ist dabei mit Intrigen angereichert, von denen sich selbst Dallas noch eine Scheibe abschneiden könnte. Hier wird wirklich beste und spannende Unterhaltung angeboten, die man sich auch nach nunmehr über 20 Jahren immer noch sehr gut anschauen kann.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 22. Jan 2016 18:49

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Metaluna 4 antwortet nicht
(This Island Earth)
mit Jeff Morrow, Faith Domergue, Rex Reason, Lance Fuller, Russell Johnson, Douglas Spencer, Robert Nichols, Karl Ludwig Lindt, Jack Byron, Coleman Francis, Charlotte Lander, Edward Hearn
Regie: Joseph M. Newman
Drehbuch: Raymond F. Jones / Franklin Coen / George Callahan
Kamera: Clifford Stine
Musik: Henry Mancini / Hans J. Salter / Herman Stein
FSK 12
USA / 1955

Atomwissenschaftler Cal Meacham gerät in Kontakt mit dem mysteriösen Exeter, der ihn zur Mitarbeit an einem Forschungsprojekt an einem abgelegenen Ort einlädt. Dort trifft Cal auf seine Kollegin Ruth Adams sowie andere Wissenschaftler. Als Cal und Ruth erkennen, dass es sich bei Exeter um den Abgesandten eines fremden Planeten handelt und ihre Forschungen den Planeten in den Besitz von Atomwaffen bringen sollen, versuchen sie zu flüchten. Ihre Flucht scheitert und sie werden von Exeter auf den Planeten Metaluna gebracht.


Ganz ohne Frage zählt dieses Werk von Joseph M. Newman zu den ganz großen Klassikern des SCI/FI Filmes, auch wenn die Erzählung aus heutiger Sicht einen durchaus trashigen Anstrich erkennen lässt. Dabei beinhaltet "Metaluna 4 antwortet nicht" eine ernste Hintergrundthematik, wobei die Umsetzung des Ganzen streckenweise allerdings ein wenig unfreiwillig komisch erscheint. Das liegt in erster Linie an dem in den Dialogen dargebrachten und recht naiven Wissen über Atomtechnologie, ist aber andererseits auch im Schauspiel der Protagonisten begründet, die phasenweise ein wenig hölzern und ungelenk agieren. Nun mag man das in der heutigen Zeit eventuell als negativen Aspekt einstufen, gleichzeitig verleihen diese Dinge dem Film aber auch einen unverwechselbaren Charme, der unzählige Werke der damaligen Dekade auszeichnet. Selbstverständlich spart das Szenario auch nicht an den üblichen Klischees und präsentiert dem Zuschauer Außerirdische, die hauptsächlich dadurch auffallen, das man sie mit herrlich schrulligen Eierköpfen ausgestattet hat. Ganz generell ist das Geschehen von einem wunderbar naiven Charme geprägt, so wirken insbesondere die vorhandenen Effekte stark angestaubt, was Liebhabern der echten Klassiker jedoch mehr als recht sein dürfte.

Die Story an sich ist herrlich abstrus und wirkt völlig an den Haaren herbei gezogen, passt aber ganz hervorragend in die 50er Jahre, in denen eine streckenweise vorhandene Stimmung der Paranoia durch Erzählungen wie diese noch zusätzlich geschürt wurden. Von nicht wenigen Leuten wird "Metaluna 4 antwortet nicht" im Bezug auf die ernsthafte Thematik gern mit einem Meisterwerk wie "Der Tag an dem die Erde still stand" auf eine Stufe gestellt, wobei es den an dieser Stelle gezeigten Abläufen dann aber doch an der nötigen Klasse fehlt, um diesem Vergleich stand zu halten. Dafür gibt es dann doch zu viele unfreiwillig komische Passagen, was aber keinesfalls negativ bewertet werden sollte. Das bunte Treiben in der vorliegenden Geschichte ist ganz einfach extrem unterhaltsam und strahlt auch nach mittlerweile sechs Jahrzehnten immer noch seine eigene Faszination auf den Betrachter aus.

Wissenswert erscheint auch noch der Punkt, das Regie Legende Jack Arnold als ungenannter Co-Regisseur mit von der Partie war, da Universal anscheinend mit etlichen Szenen Newman's nicht einverstanden war und Arnold für mehrere Nachdrehs um Hilfe bat. Der Einfluss der Ikone (Der Schrecken vom Amazonas, Tarantula) ist dann auch streckenweise spürbar, was eventuell auch so manch trashigen Moment erklären könnte. Das ist auch absolut positiv zu verstehen, denn nicht umsonst gelten mehrere Werke Arnolds heutzutage längst als Klassiker diverser Genres und sind mit einem wohl verdienten Kultstatus versehen. Wie dem auch sei, "Metaluna 4 antwortet nicht" ist ein unbestrittener Klassiker des SCI/FI Genres und darf in keiner gut sortierten Sammlung fehlen. Hier bekommt man Nostalgie pur angeboten und außerdem ist es immer wieder äußerst interessant, einen Vergleich der heutigen Genre Filme mit denen der damaligen Zeit zu ziehen. Selbstverständlich sollte man dies nur indirekt tun, denn um eine möglichst objektive Bewertung abzugeben darf man keinesfalls außer acht lassen, wie viele Jahre zwischen diversen Filmen liegen.

Nostalgiker werden hier bestens bedient und dürfen einer Sichtung des Filmes mit Begeisterung entgegen sehen. Basierend auf dem Roman "The Alien Machine" von Raymond F. Jones erzählt "Metaluna 4 antwortet nicht" eine interessante Geschichte, die aber gleichzeitig auch von einer naiven Erzählweise geprägt ist. Das mag nicht jedermanns Sache sein, spiegelt aber nahezu perfekt das Verständnis der Menschen in den 50er Jahren wieder. Ob die jüngere Generation viel mit einem solchen Werk anfangen kann wage ich zu bezweifeln, doch Liebhaber echter Klassiker dürften definitiv auf ihre Kosten kommen. Von meiner Seite aus gibt es jedenfalls eine dicke Empfehlung für diese grandiose Mixtur aus Ernsthaftigkeit, Naivität und Trash, die immer wieder kurzweilige und fantastische Unterhaltung bietet.


Fazit:


In der heutigen Zeit ist es immer wieder schön auf solche Filme zurück zu greifen, in denen Effekt Gewitter und überzogene Action noch keinen Platz hatten. Da stört es auch nicht weiter das es stellenweise ein bisschen an der nötigen Logik mangelt, denn dafür bekommt man herrlich bunte Bilder und eine wunderbar an den Haaren herbei gezogene Story serviert.


8,5/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 27. Jan 2016 19:38

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Spuren auf dem Mond
(Le Orme)
mit Florinda Bolkan, Peter McEnery, Klaus Kinski, Lila Kedrova, Nicoletta Elmi, Caterina Boratto, John Karlsen, Ida Galli, Miriam Acevedo, Rosita Torosh, Luigi Antonio Guerra, Franco Magno, Esmeralda Ruspoli, Feridun Çölgeçen
Regie: Luigi Bazzoni / Mario Fanelli
Drehbuch: Luigi Bazzoni / Mario Fanelli
Kamera: Vittorio Storaro
Musik: Nicola Piovani
FSK 16
Italien / 1975

Drei volle Tage fehlen der Dolmetscherin Alice (Florinda Bolkan), als sie eines Morgens ohne Erinnerung erwacht. Nur ein unheimlicher Traum über einen zurückgelassenen Astronauten auf dem Mond ist ihr im Gedächtnis geblieben. Die verwirrte Frau beschließt, die mysteriösen Vorkommnisse aufzuklären. Ihre Suche führt sie zu einem unscheinbaren Hotel auf einer abgelegenen Insel, wo sie eine verstörende Entdeckung macht...


Im Normalfall werden die Vertreter der italienischen Gialli nach einem altbewährten Schemata aufgezogen. Ein Mörder mit Handschuhen, eine blutige Mordserie und ein spannendes Rätselspiel um die Identität eines ominösen Killers stehen dabei in der Regel im Mittelpunkt. All das bekommt man im vorliegenden "Spuren auf dem Mond" aus dem Jahr 1975 nicht geboten und gerade deshalb handelt es sich um einen ganz außergewöhnlichen Vertreter seiner Art, den man getrost als echtes Meisterwerk bezeichnen kann. Entstanden ist der Film unter der Regie von Luigi Bazzoni und Mario Fanell, wobei Bazzoni insbesondere durch seinen 1971 erschienenen Edel Giallo "Ein schwarzer Tag für den Widder" schon vorher auf sich aufmerksam machen konnte. Mit der vorliegenden Geschichte präsentiert das Regie Duo nun Kopfkino der feinsten Art und verzichten dabei gänzlich auf den Einsatz von reißerischen und blutigen Elementen, was angesichts der hier erzählten Geschehnissen auch vollkommen fehl am Platz gewesen wäre. Sowohl der deutsche als auch der englische Filmtitel (Footprints on the Moon) deuten an, das es sich um einen Vertreter der Gialli handeln könnte und dennoch ist diese Zuordnung absolut zutreffend. Es handelt sich eben um einen dieser ganz außergewöhnlichen Vertreter seiner Art, der allein durch seine zu Grunde liegende Thematik und vor allem durch deren filmische Umsetzung absolut überzeugen kann.

Dabei schlägt das Szenario von der ersten Minute an den Weg eines Mystery Thrillers ein und ist von der Erzählweise her ein extrem ruhiger Vertreter. Das mysteriöse Element ist allgegenwärtig, wodurch die Erzählung einen stetig ansteigenden Spannungsbogen zum Vorschein kommen lässt, der sich auch bis zum Ende aufrecht erhalten kann. Bazzoni und Fanell ist es dabei meisterhaft gelungen, trotz der eher stillen Töne ein Höchstmaß an Intensität aufzubauen und gleichzeitig auch die Neugier des Zuschauers in schwindelerregende Höhen ansteigen zu lassen. Zwar bekommt man zwischendurch durchaus einige Appetit Häppchen zugeworfen die einen auf die richtige Spur zur Lösung des rätselhaften Treibens führen, aber zu keiner Zeit lassen die Macher wirklich erkennen, wie sich die ominösen Ereignisse denn nun wirklich zueinander halten. Durch diesen Aspekt wird die Fantasie des Betrachters ganz automatisch in Gang gesetzt und man kann dabei ohne Weiteres zu der Erkenntnis kommen, das mehrere Szenarien denkbar wären. Die endgültige Bestätigung für die eigenen Vermutungen bekommt man jedoch erst ganz am Ende geliefert und ist im ersten Moment vielleicht sogar ein klein wenig darüber enttäuscht, wie relativ simpel der finale Showdown letztendlich ausfällt. Im nachhinein betrachtet hat man allerdings genau das richtige Ende für dieses grandiose Meisterwerk gefunden, denn insbesondere in der Nachbetrachtung erscheint "Spuren auf dem Mond" fast schon erschreckend perfekt inszeniert.

Viel zu selten bekommt man in der heutigen Zeit noch solche Filme geboten, in denen weder großartige Action, noch ein ordentliches Tempo zugegen sind, die jedoch gerade wegen des Fehlens dieser Dinge eine fast schon hypnotische Ausstrahlung auf den Zuschauer haben. Und das ist hier definitiv der Fall, denn "Spuren auf dem Mond" zieht einen von der ersten bis zur letzten Minute unweigerlich in seinen Bann. Mit einer ganz ruhigen Erzählung und kraftvollen Bildern schafft es der Film nahezu spielerisch, den Betrachter immer tiefer in eine Art Sog hinein zu ziehen, aus dem es anscheinend kein Entkommen gibt. Zusammen mit der glänzend aufgelegten Hauptdarstellerin Florinda Bolkan begibt man sich auf die Suche nach einer verlorenen Identität, die ganz offensichtlich im Mittelpunkt der Ereignisse steht. Mit den einfachsten Mitteln wird dabei ein Maximum an Spannung aufgebaut und ganz besonders in atmosphärischer Hinsicht ist dieses Werk ein absoluter Knaller. Fast im Minutentakt verdichtet sich die Grundstimmung immer mehr und an manchen Stellen wünscht man sich einfach nur noch das Ende herbei, um endlich die endgültige Auflösung der mysteriösen Abläufe serviert zu bekommen.

Wer Action und hohem Tempo den Vorzug gewährt, der sollte erst gar nicht zu diesem Film greifen, wer aber anspruchsvolles Kopfkino mit einem Höchstmaß an Qualität zu schätzen weiß ist hier definitiv an der richtigen Adresse. Die Veröffentlichung von Koch Media ist diesem brillanten Werk absolut angemessen und beinhaltet zudem auch noch den Bonusfilm "La Donna Del Lago", der sowohl auf Blu-ray wie auch auf DVD enthalten ist. Fans des Genres sollten definitiv zugreifen, denn dieser wundervolle Klassiker darf eigentlich in keiner Sammlung fehlen.


Fazit:


"Spuren auf dem Mond" ist ganz großes Kino und stellt ein absolutes Highlight des Cinema Italiano dar. Ein extrem außergewöhnlicher Giallo der aus der breiten Maße heraus ragt und ganz eigene Wege geht. Gerade aufgrund dieses Umstandes besitzt der Film einen unglaublich hohen Wiedererkennungswert und hinterlässt vor allem einen absolut bleibenden Eindruck im Gedächtnis des Zuschauers.


10/10
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