horror's Reise durch die Welt der Filme

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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon trebanator » 1. Mär 2016 16:53

... wie kann der Film bei DEM cast schlecht sein ? :shock: ...Gila von Weitershausen, Siegfried Schürenberg, Howard Vernon, Paul Muller ..... der alleine steht doch schon für "Franco-Qualität" ?! 8-)
... He, who makes a Beast of himself , get`s rid of the pain of being a human !
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 2. Mär 2016 20:10

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Fist of God - Sie werden für seine Sünden büßen
(Redeemer)
mit Marko Zaror, José Luís Mósca, Loreto Aravena, Mauricio Diocares, Noah Segan, Smirnow Boris, Otilio Castro, Nuñez Nelson, Mauricio Raab Sanz, Pablo Raab Sanz
Regie: Ernesto Díaz Espinoza
Drehbuch: Ernesto Díaz Espinoza / Gina Aguad / Diego Ayala
Kamera: Nicolás Ibieta
Musik: Rocco
keine Jugendfreigabe
Chile / 2014

Der ehemalige Auftragskiller Pardo hat auf ganz eigene Art und Weise zu Gott gefunden. Jeden Tag, den Pardo überlebt, nutzt er, um arme und schwache Menschen zu beschützen. Gleichzeitig hat er sich ein Ziel gesetzt. Er will die kriminelle Organisation zur Strecke bringen, für die er einst gearbeitet hat und für die Frau sorgen, die in sein Leben getreten ist.


Der chilenische Schauspieler Marko Zaror konnte bisher schon in mehreren Produktionen unter Beweis stellen, das er im Bereich der Martial Art Action nicht zu den schlechtesten Akteuren seiner Zunft zählt. Nachdem er bisher in den meisten seiner Filmen eher in einer Nebenrolle zu sehen war, darf er nun im vorliegenden "Fist of God" auch einmal in die Hauptrolle schlüpfen. Dabei mimt er einen ehemaligen Auftragskiller der zu Gott gefunden hat und nun den schwachen und unterdrückten Menschen zur Seite steht. Die Geschichte um den sogenannten "Erlöser" gestaltet sich dabei nicht sonderlich innovativ, reicht dabei aber völlig aus, um dem Zuschauer einen wirklich ordentlichen B-Actioner zu präsentieren, der seine Stärken ganz eindeutig in seinen Action Passagen hat, die größtenteils richtig gut in Szene gesetzt wurden. Ernesto Díaz Espinoza, der schon bei seinen Filmen "Mirage Man Kick Ass" und "Mandrill" mit Zaror zusammen gearbeitet hat setzt hier auf eine eher ruhige Erzählweise, die er zudem mit relativ wenigen Dialogen ausgestattet hat. Lediglich in den Action Sequenzen zieht ein höheres Tempo in das Geschehen ein, was gleichzeitig auch die Intensität der Abläufe um ein Vielfaches erhöht.

Das mag nicht jeden Geschmack treffen, doch insbesondere die stillen Phasen des Filmes unterstreichen auch die innere Gefühlswelt des ehemaligen Killers. Dieser wird nämlich immer wieder von Träumen heimgesucht, in denen der Regisseur gleichzeitig auch die vergangenen Geschehnisse serviert, die zu der Wandlung von Pardo geführt haben. In der Summe wirkt die Story dadurch manchmal etwas zerstückelt, so das der Erzählfluss ab und zu ein wenig ins Stocken gerät. Dennoch gestaltet sich das Ganze durchgehend äußerst kurzweilig, denn schließlich sind die für einen Actionfilm wichtigen Stellen absolut sehenswert in Szene gesetzt worden. Da kann man als Fan des Genres auch schon einmal ein Auge zudrücken, außerdem ist es wohl auch eher selten der Fall, das Werke dieser Machart sämtliche filmischen Komponenten erstklassig ausfüllen.

Und so muss man auch bei "Fist of God" diverse Abstriche machen, so ist beispielsweise das dargebrachte Schauspiel der Akteure nicht unbedingt in schwindelerregenden Höhen angesiedelt. Während manche der Protagonisten durch extremes Overacting ins Auge fallen, zeichnen sich andere Charaktere wiederum durch eher hölzerne Performances aus. Dafür bekommt man jedoch bei den Kampf Choreografien wirklich sehenswertes geboten, was sich insbesondere im letzten Drittel der Geschichte ganz besonders bemerkbar macht. Zu Beginn bekommt es der gute Pardo nämlich eher mit ungeübten Kämpfern zu tun, die von der ersten Sekunde an keinerlei Chance gegen ihn haben. Erst mit zunehmender Laufzeit steigert sich die Qualität der Gegner, was sich fast selbstredend auch in der Qualität der Fights niederschlägt.

Letztendlich handelt es sich bei "Fist of God" auf keinen Fall um ein filmisches Meisterwerk, aber als gelungener B-Actioner ist diese chilenische Produktion auf jeden Fall einzuordnen. In den wesentlichen Momenten äußerst gut inszeniert, besitzt der Film im Bereich des Spannungsaufbaus und im Erzählfluss diverse Schwächen. Außerdem hätte man den Ereignissen auch durchaus ein wenig mehr inhaltlichen Tiefgang verleihen können, denn das Potential dazu liegt durch die Vorgeschichte von Pardo definitiv vor. Die eingefügten Flashbacks kratzen aber leider nur an der Oberfläche, so das in dieser Beziehung weitaus mehr möglich gewesen wäre. Trotz der genannten Defizite präsentiert sich aber immer noch ein absolut sehenswerter Film, der allerdings mit etwas mehr Liebe zum Detail noch um einiges stimmiger hätte sein können. Wie dem aber auch sei, für Freunde des B-Actionfilms kann man ohne Weiteres eine Empfehlung aussprechen, denn "Fist of God" ist weitaus besser geraten als so manch anderer Genre Beitrag.


Fazit:


In der Gesamtbetrachtung kommt man trotz einiger Mankos immer noch zu einem überdurchschnittlichen Eindruck, wobei dies aber hauptsächlich aus der Sichtweise des Action Fans zu betrachten ist. Freunde eines cineastischen Hochgenusses werden weniger auf ihre Kosten kommen, denn dafür wurde an einigen Stellen zu viel Potential verschenkt.


7/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 4. Mär 2016 18:43

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Der Einzelgänger
(Thief)
mit James Caan, Tuesday Weld, Willie Nelson, James Belushi, Robert Prosky, Tom Signorelli, Dennis Farina, Nick Nickeas, W.R. Brown, Norm Tobin, John Santucci, Gavin MacFadyen, Chuck Adamson, Sam Cirone, Spero Anast
Regie: Michael Mann
Drehbuch: Michael Mann / Frank Hohimer
Kamera: Donald E. Thorin
Musik: Tangerine Dream
keine Jugendfreigabe
USA / 1981

Der erfahrene Einbrecher und Juwelendieb Frank saß lange Jahre im Gefängnis. Sein großer Traum ist es, eines Tages ein normales bürgerliches Leben führen zu können. In der Kellnerin Jessie glaubt er, die richtige Frau gefunden zu haben, um mit ihr an seiner Seite eine Familie zu gründen. Für den Wechsel in ein normales Leben braucht Frank allerdings noch das nötige Kleingeld. Gangsterboss Leo scheint im ersten Moment der richtige Mann zu sein, der Frank die notwendigen lukrativen Aufträge verschafft. Doch nicht nur die Polizei ist Frank stets auf den Fersen und wartet auf den kleinsten Fehler, auch der Deal mit Leo entpuppt sich als schwerwiegende Fehlentscheidung mit fatalen Konsequenzen...


Regisseure gibt es zur Genüge, aber nur die wenigsten von ihnen hinterlassen mit ihren Filmen einen absolut prägenden Eindruck in diversen Genres. Michel Mann dürfte sicher zu dieser Gruppe zählen, denn im Bereich des sogenannten Heist Movies (Gruppe des Thrillers) dürfte seine Bedeutung ebenso prägnant sein, wie die eines John Carpenter oder Dario Argento im Horror Genre. Der vorliegende und eher unbekannte Beitrag "Der Einzelgänger" ist nach zwei Kurzfilmen, einer Episode für die TV-Serie "Make-Up und Pistolen" und einem TV-Film (Ein Mann kämpft allein) der erste Kinofilm des in Chikago geborenen Regisseurs und schon in diesem Frühwerk sind deutliche Elemente und Zutaten zu erkennen, die Mann später zu einem absoluten Star seiner Zunft aufsteigen ließen. So erkennt man beispielsweise beim dramaturgischen Aufbau der Erzählung starke Ähnlichkeiten zu Filmen wie "Showdown in LA" (1989) und dessen 1995 erschienenen Remakes "Heat", bei dem es sich gleichzeitig wohl auch um das absolute Meisterwerk von Mann handelt. Wie in fast allen seinen späteren Filmen steht auch in der vorliegenden Geschichte ein charismatischer Haupt Charakter im Mittelpunkt und mit dem damals 40-Jährigen James Caan hat man die Hauptrolle absolut perfekt besetzt. Er spielt den Profi Dieb Frank, der vom Charakter her einen absolute Einzelgänger darstellt, weshalb der deutsche Filmtitel in diesem Fall auch vollkommen zutreffend ist. Dieser Umstand ändert sich erst, als Frank den Gangster Boss Leo kennen lernt und von da an für ihn arbeitet. Was sich zunächst noch als eine gewinnbringende Zweckgemeinschaft präsentiert, verändert sich zum Ende hin in eine einseitige Abhängigkeit und endet schlussendlich in einem furiosen und dramatischen Showdown.

Ganz generell sollte man an dieser Stelle jedoch keinen Film voller Action erwarten, denn "Der Einzelgänger" ist in großen Teilen vielmehr ein echtes Drama mit vielen Thriller Elementen. So stellt Michael Mann dann auch seine Hauptfigur in den Mittelpunkt und beleuchtet dabei eingehend dessen verzweifelten Versuch dem Verbrechen abzuschwören, um mit seiner großen Liebe Jessie ein ganz normales und bürgerliches Leben zu führen. Ein letzter großer Coup soll das nötige Startkapital für das neue Leben bringen, doch leider hat Frank die Rechnung ohne seinen neuen Boss Leo gemacht. Viel zu spät merkt er, das er sich mehr und mehr durch einige Gefallen von Leos Seite in dessen Fänge begeben hat und dieser die äußerst fruchtbare Zusammenarbeit keinesfalls aufgeben möchte. Das Ganze endet dann schließlich in einem fast schon brachialen Finale, das man in dieser Form nicht unbedingt erwartet hatte. Die gesamte Laufzeit über handelt es sich hier nämlich um eine eher ruhige, aber dennoch intensive Erzählweise der Abläufe, was sich in den letzten paar Minuten aber schlagartig ändern soll. Legt Mann zuvor eher enormen Wert auf eine ausführliche Skizzierung der wichtigsten Charaktere und schildert ausgiebig die Vorbereitungen für den großen Coup, so gestaltet sich die Endphase dann temporeich und voller Action.

Reine Action Junkies kommen aber keinesfalls auf ihre Kosten, stattdessen werden die Liebhaber gelungener Heist Movies, inhaltlicher Tiefe und ausführlicher Figurenzeichnungen angesprochen. Hinzu kommt das wirklich erstklassige Schauspiel der Akteure, denn bis in die kleinsten Nebenrollen ist "Der Einzelgänger" nahezu perfekt besetzt. Als hervorstechend möchte ich dennoch die Leistung von Caan bezeichnen, denn seine Interpretation des Einbrechers Frank ist absolut brillant. Seine innere Zerrissenheit kommt jederzeit extrem gut zum tragen, ist er doch durchgehend zwischen seinem Job und dem Wunsch nach einem völlig normalen Leben hin und her gerissen. Vor allem dieser Aspekt wird ausgezeichnet heraus gearbeitet und von dem großartigen Soundtrack von Tangerine Dream glänzend untermalt. Auch wenn dieser auf einer Geschichte von Frank Hohlmer basierende Film eher zu den unbekannten Werken von Michael Mann zählt, ist schon zu diesem frühen Zeitpunkt zu erkennen, welch ungemeines Potential in dem guten Mann geschlummert hat. Das gesamte Szenario wirkt extrem stimmig und selbst die Kleinigkeiten wirken absolut perfekt aufeinander abgestimmt, so das sich letztendlich ein äußerst gutes und gelungenes Gesamtbild eröffnet.

Zum Ende hin sollte man nun noch anmerken, das die neue Veröffentlichung von OFDB Filmworks der absolute Hammer und diesem großartigen Film absolut würdig ist. "Der Einzelgänger" erscheint nun nicht nur in Deutschland zum ersten Mal auf Blu-ray, der Film ist in der 5-Disc Ultimate Edition auch in gleich drei Verschiedenen Versionen enthalten (Original Kinofassung, überarbeiteter Director's Cut und Special Director's Edition. Die ersten beiden Versionen sind dabei sowohl auf Blu-ray als auch als DVD mit an Bord, wohingegen die SDE lediglich auf DVD enthalten ist. Zudem gibt es einmal mehr jede Menge sehenswerte Extras und ein Booklet, so das es an dieser Veröffentlichung wohl schwerlich etwas zu bemängeln gibt. Waren die bisherigen Collector Editions von OFDB Filmworks schon der Hammer, so hat man hier definitiv den Vogel abgeschossen und einem tollen Film den würdigen Rahmen geebnet, den er aufgrund der vorhandenen Qualität auch ohne Weiteres verdient hat. Bleibt nur noch zu hoffen, das "Der Einzelgänger" nun vielleicht auch endlich die Beachtung erlangt die er verdient hat, denn die Klasse dieses Beitrags dürfte wohl unbestritten sein.


Fazit:


Einmal mehr haben die Jungs und Mädels von OFDB Filmworks jede Menge Liebe und Herzblut in ein Projekt gesteckt und das Ergebnis kann sich mehr als nur sehen lassen. "Der Einzelgänger" ist ein großartiges Frühwerk von Michael Mann, das nun auch in einer grandiosen Veröffentlichung erschienen ist, die man sich keinesfalls durch die Lappen gehen lassen sollte.


9/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 4. Mär 2016 18:44

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Zero Tolerance
(Zero Tolerance)
mit Dustin Nguyen, Scott Adkins, Sahajak Boonthanakit, Gary Daniels, Prinya Intachai, Kane Kosugi, Jaak Austin, Abishek J. Bajaj, Voravit Chamroenlert, Jennifer Claesson, Noppawong Khamtonwong, Nate Earmratana
Regie: Wych Kaosayananda
Drehbuch: Wych Kaosayananda
Kamera: Wych Kaosayananda
Musik: Dan Bewick
FSK 16
Thailand / 2015

Im Chao Praya River in Bangkok wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Der ermittelnde Gesetzeshüter Peter erkennt sie schnell: Bei dem nackten und gefesselten Opfer handelt es sich um die Tochter seines alten Freundes Johnny, mit dem er einst zusammen gearbeitet hat. Zusammen setzen die zwei alten Partner alles daran, die Verantwortlichen für den Tod der Tochter zur Rechenschaft zu ziehen. Welche Rolle spielen bei dem Verbrechen die gefährlich anmutenden Männer Steven und Sammy? Ein blutiger Rachefeldzug ist unausweichlich.


Der thailändische Regisseur Wych Kaosayananda zählt zu denjenigen seiner Zunft, deren Filme sich beim Publikum eher als Flops heraus stellen. So verhielt es sich auch beim eigentlich schon 2012 erschienenen Film "Angels" der auf so gut wie keine Gegenliebe stieß. Kurzerhand wurde daraufhin das Drehbuch umgeschrieben und die Darsteller Riege durch amerikanische Darsteller wie Gary Daniels und Scott Adkins erweitert, wobei gleichzeitig auch noch ein ordentlicher Nachdreh stattgefunden hat, um dann drei Jahre später den vorliegenden "Zero Tolerance" zu präsentieren. Liest man sich dann einmal die bisher erschienenen Kritiken zum vorliegenden Beitrag durch, scheinen die "Reparaturarbeiten" nicht unbedingt mehr Qualität zu Tage zu fördern, denn maximal durchschnittliche Bewertungen sprechen eigentlich eine deutliche Sprache. Zumindest teilweise ist das auch durchaus nachvollziehbar, denn die Erzählung beinhaltet definitiv so einige Schwächen, aber so schlecht wie einige behaupten, ist der neue Aufguss dann wirklich nicht.

Kaosayananda zeichnet hier übrigens auch noch für das Drehbuch und die Kameraarbeit verantwortlich und vielleicht ist es dann auch darin begründet, das die Geschichte nur streckenweise überzeugen kann. Die Ausgangslage beinhaltet jedenfalls genügend Potential für eine ordentliche Rache Story, doch die streckenweise unglaubwürdige Umsetzung der Geschehnisse trägt die Hauptschuld daran, das der Gesamteindruck letztendlich etwas getrübt wird. Das ein Vater den Tod seiner Tochter rächen will ist im Prinzip völlig verständlich, wenn man allerdings im Laufe des Szenarios mitbekommt, wie wahllos der gute Johnny sämtliche Verdächtige aus dem Weg räumt, dann stellt man sich ganz unweigerlich die Frage, ob dies aus einem unsäglichen Schmerz heraus, oder einfach aus der puren Lust am töten passiert. Dustin Nguyen mimt den kalten Rächer zwar ganz ordentlich, doch seine Handlungsweisen sind größtenteils nur sehr schwer nachzuvollziehen. Insbesondere rückt dieser Aspekt am Ende in den Vordergrund, als der Zuschauer in einem Flashback die wahren Umstände geliefert bekommt, wie die junge Angel zu Tode gekommen ist.

Hat Kaosayananda bis dahin zumindest die Spannung im Bezug auf die Umstände aufrecht erhalten können, so ist man von dem relativ unspektakulären Finale doch ziemlich enttäuscht. Den Showdown hätte man ohne Weiteres auch etwas anders gestalten können, zudem erscheinen spätestens jetzt sämtliche zuvor begangenen Handlungen nicht nachvollziehbar und man fragt sich unwillkürlich, warum eigentlich so viele Menschen ihr Leben verlieren mussten. Hier liegt wirklich eine ganz eklatante Schwäche des Szenarios vor, das zuvor trotz diverser Mankos dennoch recht gut unterhalten konnte. So bekommt man mehrere sehenswerte Action Passagen geliefert und stellenweise liegt auch ein recht ordentliches Tempo vor. Das Schauspiel der Protagonisten bewegt sich hingegen lediglich im Durchschnittsbereich, denn stellenweise fehlt es doch am nötigen Ausdruck und einer gelungenen Mimik, was gleichzeitig auch die Glaubwürdigkeit der einzelnen Charaktere in Zweifel zieht. Nun hört sich das alles in der Summe eher negativ an und dennoch hat "Zero Tolerance" mir persönlich ziemlich gut gefallen. Woran das im Speziellen lag kann ich noch nicht einmal sagen, aber irgendwie geht eine schwer zu definierende Faszination von diesem Film aus, der ich mich nicht erwehren konnte.

Letztendlich muss sich jeder selbst ein Bild von dieser neu gestalteten Version eines Filmes machen, der auf jeden Fall mehrere gute Ansätze beinhaltet, die aber größtenteils nicht konsequent heraus gearbeitet wurden. Ob "Zero Tolerance" einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt vermag ich nicht zu beurteilen, aber zur einmaligen Sichtung eignet sich dieser Beitrag definitiv. Trotz unübersehbarer Mängel bekommt der Betrachter nämlich kurzweilige Filmkost geboten, bei der man die Messlatte im Bezug auf die Glaubwürdigkeit der Geschehnisse allerdings nicht zu hoch ansetzen sollte.


Fazit:


Es ist wirklich schade, das aus den vorhandenen Möglichkeiten nicht mehr heraus geholt wurde, denn dann hätte man "Zero Tolerance" ohne Weiteres als durchgehend überzeugenden Beitrag einordnen können. In der vorliegenden Form kann man jedoch diverse Unzulänglichkeiten schwerlich übersehen, so das sich das Werk leider nur im Durchschnittsbereich ansiedelt.


6/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 7. Mär 2016 17:30

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Kommissar Dupin
(Kommissar Dupin)
mit Pasquale Aleardi, Annika Blendl, Ludwig Blochberger, Sibylle Canonica, Michael Prelle, Marion Breckwoldt, Vincent Byrd Le Sage, Alicia Ducout, David Bennent, Amira El Sayed, Maddalena Hirschal, Alexander Hörbe
Regie: Matthias Tiefenbacher / Thomas Roth
Drehbuch: Gernot Gricksch / Martin Ess / Jean-Luc Bannalec (Novel)
Kamera: Klaus Merkel / Arthur W. Ahrweiler
Musik: Steffen Kaltschmid / Fabian Römer / Biber Gullatz / u.A.
FSK 12
Deutschland / 2014 - 2015
Die Box enthält die folgenden Filme:

Bretonische Verhältnisse

Georges Dupin wurde aus Paris in die Bretagne versetzt, was ihm keineswegs behagt. Und auch die Bretonen sehen keine Veranlassung, ihn mit übertriebener Offenheit aufzunehmen. Allerdings hat Dupin nicht viel Gelegenheit, sich darüber Gedanken zu machen, wird doch der angesehene Hotelier und Kunstsammler Pennec ermordet in seinem Hotel aufgefunden. Er besaß offenbar ein bislang unbekanntes Gauguin-Gemälde, doch das Bild ist verschwunden; und kurz drauf wird auch der Erbe ermordet.

Bretonische Brandung

Georges Dupin ist es gelungen, seine Ex-Freundin zu einem Besuch zu überreden. Doch da kommt ihm ein mysteriöser Fall dazwischen: Drei Leichen wurden angespült. Die Opfer waren betrunken und trotz Unwetter zu einer Segeltour aufgebrochen. Die Obduktion ergibt, dass sie neben Alkohol auch ein starkes Betäubungsmittel im Blut hatten - damit wird aus dem vermeintlichen Unglück Mord. Immer mehr mögliche Motive kommen ans Tageslicht. Dupin verfängt sich in einem Labyrinth aus Korruption, Eifersucht und Rache.

Bretonisches Gold

Es ist was faul in den berühmten Salinen der Guérande. Die Journalistin Lilou kontaktiert ihren alten Freund Dupin und bittet ihn eindringlich um ein Treffen. Doch dann taucht sie nicht am vereinbarten Treffpunkt in einer großen Saline auf. Stattdessen wird auf Dupin geschossen. Verletzt nimmt Dupin Ermittlungen auf, obwohl es nicht sein Revier ist. Lilou arbeitete an einer brisanten Enthüllungsgeschichte über die schmutzigen Methoden der mächtigen Salzindustrie. Als Dupin Lilous Leiche findet, wird es für ihn sehr persönlich.

Gesamtlaufzeit ca. 264 Minuten


Eher selten schafft es der deutsche Krimi der Neuzeit, den Zuschauer wirklich in seinen Bann zu ziehen. Zu vorhersehbar und nach Schema F aufgezogen präsentieren sich die meisten Szenarien, so das man gerade in den letzten Jahren immer mehr auf britische und skandinavische Produktionen zurückgreift. Manchmal gibt es dann aber auch sehenswerte Ausnahmen und die drei vorliegenden Fälle von Kommissar Dupin gehören eindeutig dazu. Die Filme basieren auf den literarischen Bestseller Vorlagen von Jean-Luc Bannalec und entführen einen in die malerische Landschaft der französischen Bretagne. Hier ermittelt nämlich der aus Paris versetzte Kommissar Dupin mit seinem Team und bekommt es dabei mit Verbrechen zu tun, die von den Regisseuren Matthias Tiefenbacher und Thomas Roth absolut sehenswert in Szene gesetzt wurden. Als Hauptdarsteller konnte man Pasquale Aleardi verpflichten, der in der Titelrolle durch seine charismatische Ausstrahlung punkten kann. Die von ihm dargestellte Figur ist stellenweise ein wenig unbequem aber jederzeit gerade heraus, was phasenweise für diverse Reibungen sorgt. Das ihm zur Seite stehende Team ist in allen drei Fällen eher zu vernachlässigen, denn seine Mitarbeiter kommen keinesfalls über den Status der notwendigen Staffage hinaus.

So konzentrieren sich die jeweiligen Geschichten also durchgehend auf die Hauptfigur und das ist auch gut so, denn Dupin versteht es fast spielerisch, mit seiner direkten Art beim Betrachter jede Menge Sympathiepunkte zu sammeln. Während der einzelnen Mordfälle wird zudem auch ein wenig das Privatleben des Kommissars beleuchtet, allerdings werden etwaige Verstrickungen nur oberflächlich angekratzt, so das dem Charakter des charismatischen Ermittlers eine geheimnisvolle Note beigefügt wird. Das steht meiner Meinung nach dem Gesamtbild sehr gut zu Gesicht, denn dadurch erscheinen auch die Handlungsweisen nicht vorhersehbar, was dem Spannungsbogen der einzelnen Filme sehr zu gute kommt. Man schafft es einfach nicht, die Gedankengänge des Kommissars zu erkennen, der die Lösung der jeweiligen Fälle mit Intelligenz und Logik angeht und dabei völlig auf den Einsatz von Muskelkraft verzichtet. Der geneigte Action Junkie wird hier also keinesfalls auf seine Kosten kommen, denn in dieser Beziehung gibt es im Prinzip überhaupt nichts zu sehen, was aber keinesfalls als negative Kritik aufgefasst werden sollte.

Reißerische Action Passagen und ein enorm hohes Tempo wären hier allerdings auch vollkommen fehl am Platz und würden in keinster Weise in die eher ländliche Idylle der Bretagne hinein passen. Stattdessen hat man sich für eine eher ruhige und beschauliche Erzählweise entschieden, was dem Ganzen auch gleichzeitig ein hohes Maß an Authentizität verleiht. Trotz mangelndem Aktionismus baut sich jedoch ein dramaturgisch erstklassig gelungener Spannungsbogen auf, der sich auch in allen Filmen konstant bis zum Ende halten kann. Es macht einfach Spaß mit anzusehen, wie Dupin mit zunehmender Laufzeit immer mehr kleine Geheimnisse ans Tageslicht fördert und so die einzelnen Mosaiksteine zusammen fügt, bis sich dem Zuschauer am Ende ein lückenloses Gesamtbild präsentiert, das keinerlei Fragen offen lässt.

Die Kommissar Dupin Box wird also sicherlich nicht alle Geschmäcker treffen, denn wer mehr auf Hochgeschwindigkeit, wilde Schießereien und jede Menge Action gepolt ist, dürfte hier definitiv falsch am Platz sein. Wer aber äußerst unterhaltsame Krimikost auf einem überdurchschnittlichen Niveau bevorzugt kann bedenkenlos zugreifen. Ein charismatischer und charmanter Hauptdarsteller, spannende Geschichten und malerische Landschaftsaufnahmen sind die Höhepunkte einer dreiteiligen Krimi Reihe die mir bisher vollkommen unbekannt war, deren Sichtung ich aber auf keinen Fall bereue. Und so kann ich an dieser Stelle auch nur eine dicke Empfehlung an all jene aussprechen, die einen Krimi nicht immer nur nach seinem Action Gehalt, sondern auch einmal aufgrund seiner inhaltlichen Stärke beurteilen.


Fazit:


Drei interessante und gut inszenierte Filme in einer Box, die durchgehend unterhaltsam und kurzweilig daher kommen. In der großen Landschaft der doch oft eintönigen deutschen Krimis bietet Kommissar Dupin eine angenehme Abwechslung und ist auf jeden Fall eine absolute Kaufempfehlung. Schade das es hier nur die drei vorliegenden Filme gibt, denn bei der vorliegenden Qualität hätte man sich gern noch mehr davon angesehen.


8/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 9. Mär 2016 14:33

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Hell Baby
(Hell Baby)
mit Rob Corddry, Leslie Bibb, Alex Berg, Keegan-Michael Key, Robert Ben Garant, Thomas Lennon, David Pasquesi, David Wain, Michael Ian Black, Rob Huebel, Paul Scheer, Dave Holmes, Brittney Alger, Tara Cullen
Regie: Robert Ben Garant / Thomas Lennon
Drehbuch: Robert Ben Garant / Thomas Lennon
Kamera: Charles Papert
Musik: Michael Farrell
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USA / 2013

Jack und seine hübsche, hochschwangere Frau Vanessa ziehen in eine baufällige, als Spukhaus bekannte Villa in New Orleans. Schnell lernen die beiden einen etwas zu aufdringlichen Nachbarn kennen, der ihnen von der blutigen Geschichte des Hauses erzählt, was die beiden jedoch nicht abschreckt. Ein Fehler, wie sich herausstellen soll, denn bald ergreift eine unheimliche Macht Besitz von Vanessa und so beginnt der Kampf um sie und ihre ungeborenen Zwillinge...


Horror Komödien, in denen das Genre an sich und ganz bestimmte Filme auf die Schippe genommen werden sind spätestens seit der "Scary Movie" Reihe groß in Mode gekommen. Und so konnte man in den letzten Jahren auch etliche dieser Beiträge sichten, wobei die meisten Versuche von eher bescheidenem Erfolg gekrönt waren. Beim vorliegenden "Hell Baby" verhält es sich ähnlich, denn die hier erzählte Geschichte und insbesondere der darin enthaltene Humor werden sicherlich nicht jeden Geschmack treffen. Das Regie Duo Robert Ben Garant und Thomas Lennon zeichnet gleichzeitig für das Drehbuch verantwortlich und ist zudem auch noch in Nebenrollen zu sehen, aber trotz allen Bemühungen ist es den beiden nicht gelungen, ihrer Erzählung den nötigen Pfiff zu verleihen, um in der Gesamtbetrachtung als gänzlich überzeugend durchzugehen. So kristallisiert sich schon nach einer verhältnismäßig kurzen Zeitspanne eindeutig heraus, das es dem Szenario an wirklich zündenden Gags mangelt, stattdessen offenbart sich eine ganze Menge Fäkalhumor, der gepaart mit diversen ekligen Passagen bestimmt nur eine ganz bestimmte Zielgruppe ansprechen dürfte.

Echte Pointen sind eher selten zu erkennen und insgesamt gesehen bewegt sich der Humor auf einem recht plumpen und flachen Niveau. Dabei beinhaltet das Geschehen durchaus Potential für einige echte Brüller, nur wollen die eingebauten Gags zu keiner Zeit richtig zünden. Teilweise mag das auch an den Darstellern liegen, denn ehrlich gesagt wirkt keiner der Akteure wirklich witzig, das Schauspiel erscheint vielmehr größtenteils gekünstelt und seltsam aufgesetzt. Dennoch beinhaltet "Hell Baby" auch durchaus gute Momente und manchmal kann man sich dabei sogar über diverse Ansammlungen skurriler Situationskomik erfreuen. Zudem sind Anlehnungen an mehrere bekannte Filme enthalten, wobei sich die Geschichte vom Prinzip her mit der Thematik der Haunted House Horrorfilme beschäftigt. Gleichzeitig gibt es auch noch einen Hauch von "Das Omen" und ein wenig "Rosemary's Baby" und das Thema der Besessenheit wird ebenfalls an mehreren Stellen angerissen.

Man merkt also durchaus, das an dieser Stelle eigentliche sämtliche Zutaten vorhanden sind, aber leider ist die Umsetzung des Ganzen nur stellenweise dafür geeignet, um dem Betrachter richtig kurzweilige Unterhaltung anzubieten. Die Story ist dafür an etlichen Stellen zu unausgewogen und auch die größtenteils viel zu albern geratenen Dialoge tragen nicht unbedingt dazu bei, den gewonnenen Gesamteindruck merklich aufzuwerten. Einem Vergleich mit "Scary Movie" kann der vorliegende Beitrag auf keinen Fall standhalten, denn dafür fehlt es dem Szenario ganz einfach am nötigen Charme und zündenden Einfällen. Fairerweise sollte man allerdings sagen, das auch "Hell Baby" ganz bestimmt seine Zielgruppe finden wird, wobei diese aber wohl eher im Bereich der pubertierenden Generation anzutreffen sein wird. Mich persönlich konnte der Film jedenfalls nicht so richtig überzeugen, denn bis auf einige echt gute Momente bekommt man ansonsten doch eher eine gewöhnungsbedürftige Horror Komödie geboten, deren Humor von der banalen und plumpen Art ist. Vielleicht bin ich mittlerweile auch zu alt für solche Werke, aber außer ein paar gelegentlich entfleuchenden Schmunzlern konnte mir "Hell Baby" keinerlei Begeisterung entlocken.

Es ist die absolute Geschmackssache, aber so richtig zum lachen konnte mich die Erzählung nicht bringen. Es fehlt Robert Ben Garant und Thomas Lennon ganz einfach an den nötigen Ideen, zudem beinhaltet ihr Werk auch keinerlei Überraschungen geschweige denn Dinge, die man nicht in dieser oder ähnlicher Form schon einmal gesehen hätte. Und so reicht es dann im Endeffekt auch nur zu einer absolut durchschnittlichen Bewertung, denn zu mehr hat es trotz genügend Potentials aus meiner Sicht auf keinen Fall gereicht.


Fazit:


Einige gute Szenen und das Bemühen der Regisseure kann man diesem Film keinesfalls absprechen, ansonsten bekommt man aber hauptsächlich Elemente des sogenannten Kalauers geboten. Mit dieser Art von Humor kann man mittlerweile keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor locken und wenn dann die eingefügten Gags noch nicht einmal zünden wollen, ist das nicht unbedingt eine Auszeichnung für eine Horror Komödie.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 13. Mär 2016 15:39

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Die weiße Mafia
(Bisturi, la mafia bianca)
mit Gabriele Ferzetti, Senta Berger, Enrico Maria Salerno, Claudio Gora, Claudio Nicastro, Tina Lattanzi, Enzo Garinei, Gino Pernice, Antonella Steni, Luciano Salce, Sandro Dori, Ernesto Colli, Ezio Sancrotti, Luciano Rossi
Regie: Luigi Zampa
Drehbuch: Massimo De Rita / Arduino Maiuri
Kamera: Giuseppe Ruzzolini
Musik: Riz Ortolani
FSK 16
Italien / 1973

Professor Valotti ist einer der führenden Ärzte auf dem Gebiet der Chirurgie. In seiner Nobelklinik werden nur reiche Patienten behandelt. Er führt eine genaue Kartei über jeden Patienten, in der die Vermögensverhältnisse und auch die privaten Gegebenheiten festgehalten sind. Doch das noble Bild trügt: Schlampereien werden vertuscht, Schwerkranke zu früh entlassen, hoffnungslose Fälle mit Tabletten vollgepumpt und ärztliche Kunstfehler fadenscheinig begründet. Als Valotti einen anonymen Brief erhält, in dem ihm ein ärztlicher Fehler, der den Tod eines Patienten zur Folge hatte, nachgewiesen wird, beschließt er sich vor den Augen der Welt mit einem Kartenhaus aus Lügen zu rechtfertigen…


Normalerweise erinnert man sich an das italienische Kino der 70er und 80er Jahre hauptsächlich durch etliche gelungene Beiträge in den Bereichen Gialli, Poliziesco und auch im politischen Film, der sich zumeist mit der Korruption innerhalb der italienischen Justizbehörden beschäftigt. "Die weiße Mafia" stellt in dieser Beziehung einmal eine sehr willkommene Abwechslung dar, präsentiert Regisseur Luigi Zampa doch ein waschechtes Drama, in dem die sogenannten "Götter in weiß" im Fokus des Geschehens stehen. Reichlich angefüllt mit einer ordentlichen Portion Systemkritk wird das damalige Gesundheitssystem an den Pranger gestellt und das Szenario hinterlässt dabei einen äußerst authentischen Eindruck beim Zuschauer. In der Hauptsache dreht sich die Geschichte um ihre charismatische Hauptfigur Professor Valotti, der in seiner Zunft einer der ganz großen Stars ist. Vor allem zu Beginn des Filmes wird seine Person zunächst auch als eine Art Sympathieträger aufgebaut, hat der gute Mann doch anscheinend ein Herz für die armen Leute. Mit zunehmender Laufzeit verflüchtigt sich dieser Eindruck aber immer mehr, denn nach und nach lässt Luigi Zampa in seiner Erzählung die Masken seiner Protagonisten fallen. Das Ergebnis ist nahezu vernichtend und zerstört gleichzeitig sämtliche Illusionen an einen Berufstand, der doch eigentlich dazu bestimmt ist um kranken Menschen wirklich zu helfen.

Stattdessen kristallisiert sich aber immer mehr heraus, das hier Dinge wie die eigene Bereicherung, Manipulation und Gleichgültigkeit gegenüber dem menschlichen Leben im Vordergrund stehen. Das Ganze wirkt dabei jederzeit extrem glaubwürdig und wird zudem vom erstklassigen Schauspiel der Darsteller unterstrichen. Insbesondere Hauptdarsteller Gabriele Ferzetti mimt den von sich selbst überzeugten Valotti ganz hervorragend, denn dieser Charakter hinterlässt wirklich den Eindruck eines Gottes in weiß, der sich gleichzeitig anmaßt, über Wohl und Wehe seiner Patienten zu entscheiden. Das macht sich ganz besonders in den Passagen bemerkbar, in denen man dem Zuschauer eine seltsame Ansammlung von Massen Operationen zeigt, bei denen man ganz unwillkürlich an Simultan Schach denken muss. Wie am Fließband finden mehrere OP's zur gleichen Zeit statt, bei denen der Chef persönlich die Hand anlegt. Dieses Szenario wirkt schockierend und macht einen zudem auch sprachlos, aber von den assistierenden Ärzten gibt es keinerlei eingestreute Bedenken. Lediglich ein Kollege hat unter diesen Zuständen zu leiden und bekämpft seine immer stärker aufkommende Wut mit Alkohol, bevor er endlich das Richtige tut und seinen Vorgesetzten anzeigt.

Aber auch das bleibt nicht ohne Folgen und Valotti setzt sich zur Wehr, wobei die Wahl seiner Mittel hier nicht näher beschrieben werden soll, um niemandem die Spannung zu nehmen. Es kommt jedoch zu Vorfällen die der eigene Verstand einfach nicht begreifen will, die man sich aber andererseits durchaus vorstellen kann, denn schließlich geht es ja immerhin darum, den eigenen Heiligenschein unbeschadet zu lassen. Luigi Zampa hat das alles ungemein spannend und mit sehr viel Fingerspitzengefühl in Szene gesetzt und das Geschehen geht dem Betrachter deswegen auch extrem unter die Haut. Außerdem handelt es sich ja auch um eine äußerst brisante Thematik, die man ohne jeden Zweifel auch in die heutige Zeit übertragen könnte. "Die weiße Mafia" ist alles andere als ein reißerischer Film der den Ärztestand in Verruf bringen will, er schildert lediglich schonungslos eine Thematik, über die zumeist nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird. Mit erstklassigen Darstellern besetzt entfaltet sich dabei eine Story, in der zum Ende hin auch eine gewisse Art von Gerechtigkeit zu erkennen ist. Die Hauptfigur wird nämlich durchaus für ihre Machenschaften zur Rechenschaft gezogen, nur geschieht die keinesfalls auf die Art und Weise, wie man es selbst wahrscheinlich erwartet hätte.

Mit diesem Film kann man wirklich überhaupt nichts falsch machen und nicht nur der überzeugte Liebhaber des italienischen Kinos dürfte hier auf seine Kosten kommen. "Die weiße Mafia" beschäftigt sich schonungslos und ehrlich mit den Machenschaften eines Berufsstandes, in dem es sicherlich mehr als nur ein schwarzes Schaf zu finden gibt. Fehler während der Arbeit kommen immer wieder vor, nur handelt es sich hier um einen Berufszweig, in dem Versäumnisse und bewusst begangenes Fehlverhalten absolut tödlich für andere Menschen ist. Das macht dieses Werk so ungemein authentisch und intensiv, wobei der Betrachter nach Beendigung der Sichtung auch noch lange über die geschilderten Handlungen nachdenken muss, denn die Ereignisse lassen einen definitiv nicht ohne bleibende Spuren zurück.


Fazit:


Mit "Die weiße Mafia" hat Luigi Zampa ein kleines Meisterwerk geschaffen, das gleichzeitig auch ein Paradebeispiel dafür ist, welch grandiose Werke das Cinema Italiano hervor gebracht hat. Wer glaubwürdige Dramen mit einer immer aktuellen Thematik zu schätzen weiß, sollte sich dieses filmische Juwel keinesfalls entgehen lassen.


9/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 13. Mär 2016 15:40

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Skin Traffik
(Skin Traffik)
mit Mickey Rourke, Daryl Hannah, Eric Roberts, Dominique Swain, Michael Madsen, Jeff Fahey, Alan Ford, Jadey Duffield, Gary Daniels, Ron Smoorenburg, Alexandra Fraser, Angie Simms, Natasha Goulden
Regie: Ara Paiaya
Drehbuch: Ara Paiaya / Adam Davidson
Kamera: Ara Paiaya
Musik: Sefi Carmel
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2014

Profikiller Bradley hat kein Problem damit, Gangster schlafen zu legen, doch wenn es um Unschuldige geht, regt sich sein Gewissen. Nun hat er selbst versehentlich bei einem Auftragsmord die ahnungslose Tochter eines Gauners mitsamt ungeborenem Kind ermordet, und das wirft ihn richtig aus der Bahn. Als er Monate später mitbekommt, wie übel ein paar Zuhälter ihre nicht selten minderjährigen Huren behandeln, ergreift er die Gelegenheit, etwas gut zu machen, beim Schopf. Deren Hintermänner sind davon alles andere als begeistert.


Bei einem Film wie "Skin Traffik" dürfte dem geneigten Action Fan wohl zuerst einmal die Darsteller Riege ins Auge springen, tummeln sich hier doch mehrere ehemalige Legenden des 80er und 90er B-Movies. Namen wie Michael Madsen, Daryl Hannah, Mickey Rourke oder auch Gary Daniels sind nur einige davon, so das dieser Beitrag schon allein aus diesem Grund die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf sich zieht. Nun sollte man aber dennoch nicht mit zu hohen Erwartungen an diese Produktion herangehen, denn die Genannten Akteure haben ihre besten Tage längst hinter sich gelassen, aber immerhin präsentiert sich ein recht kurzweiliges und unterhaltsames Filmchen, an dem man durchaus seine Freude haben kann.

Rein inhaltlich sollte man die Messlatte nicht zu hoch ansetzen, so etwas wie Innovation ist nämlich im vorliegenden Fall keinesfalls zu erwarten. Stattdessen offenbart sich ein relativ leicht zu durchschauendes Szenario, indem insbesondere der immerhin schon 52-Jährige Gary Daniels durch einige gut inszenierte Action Einlagen auf sich aufmerksam machen kann. Die restlichen bekannten Darsteller nehmen eher den Status einer Nebenrolle ein und sind viel eher im Bereich der Dialoge aktiv, als das man sie in den enthaltenen Action Passagen begutachten könnte. "Skin Traffik" lebt in erster Linie von den großen Namen, als das man an dieser Stelle wirkliche Kostproben schauspielerischen Könnens erwarten könnte und so sollte man in diesem Bereich keinerlei Wunderdinge erwarten. Zudem muss man auch größere Abstriche bei den richtig unbekannten Nebendarstellern machen, denn diese agieren doch ziemlich hölzern und ungelenk, was lediglich den Eindruck der notwendigen Staffage hinterlässt.

Wirklich spannend geht es eher selten zur Sache, dafür beinhaltet die Story aber zumindest stellenweise ein sehr ordentliches Tempo, so das man über einige andere recht offensichtliche Mankos großzügig hinwegsehen kann. Dazu zählt beispielsweise der manchmal doch äußerst billige Look des Filmes, an dem man dann doch in etlichen Passagen das anscheinend nicht gerade üppige Budget fest machen kann. Auch die vorhandenen Dialoge sind nicht gerade mit dem feinsten Schliff versehen und einige Einstellungen des Werkes hinterlassen ab und zu den Eindruck, als wenn sie etwas zu sehr in die Länge gezogen wurden, um den Film mit einer bestimmten Laufzeit zu versehen. Nun könnte man aufgrund dieser Aspekte schnell zu dem Eindruck gelangen das man lieber die Finger von diesem Werk lassen sollte, doch damit würde man "Skin Traffik" dann auch nicht ganz gerecht werden.

Sicherlich liegt hier alles andere als ein filmisches Meisterwerk vor, aber immerhin präsentiert Regisseur Ara Paiaya einen insgesamt sehenswerten B-Actioner, der dem Genre Liebhaber durchaus Freude bereiten kann. Letztendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden, aber mir persönlich hat diese britische Produktion trotz diverser Mängel ganz gut gefallen. Es gibt weitaus schlechtere Vertreter, so das man zumindest an all jene eine Empfehlung aussprechen kann, die ein Wiedersehen mit etlichen ehemaligen B-Movie Stars zu schätzen wissen.


Fazit:


Trotz mehrerer Abstriche bietet "Skin Traffik" zumindest solide Actionkost auf B-Niveau und genau mit dieser Erwartung sollte man dann auch an den Film herangehen. Wer einen cineastischen Hochgenuss erwartet ist definitiv an der falschen Adresse, alle anderen können ohne Weiteres einen Blick riskieren.


6/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 13. Mär 2016 15:40

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The Green Inferno
(The Green Inferno)
mit Lorenza Izzo, Ariel Levy, Daryl Sabara, Kirby Bliss Blanton, Magda Apanowicz, Sky Ferreira, Nicolás Martínez, Aaron Burns, Ignacia Allamand, Ramón Llao, Richard Burgi, Matías López, Antonieta Pari, Tatiana Panaifo
Regie: Eli Roth
Drehbuch: Guillermo Amoedo / Eli Roth
Kamera: Antonio Quercia
Musik: Manuel Riveiro
keine Jugendfreigabe
USA / 2013

Studentin Justine engagiert sich für Sachen wie die die Ächtung der Genitalverstümmelung und den Schutz des Regenwaldes. Deshalb muss sie auch nicht lange überredet werden, mit einer Gruppe weiterer Aktivisten von der Uni nach Lateinamerika zu reisen, um dort auf fantasievolle Weise gegen das Abholzen des Urwalds zu protestieren. Pech nur, dass die Indianer der Umgebung sie für Vertreter eben jener Industrie halten, gegen die sie protestieren. Und die Indianer sind wild entschlossen, diesmal zurück zu schlagen.


Der Kannibalenfilm hat seine Blütezeit längst hinter sich und war vor allem in den 70er und frühen 80er Jahren äußerst stark vertreten. Mit "The Green Inferno" hat nun Eli Roth dem Sub Genre wieder neues Leben eingehaucht und dabei einen Vertreter auf den Weg gebracht, der durchaus auch als Remake der großen Klassiker wie beispielsweise "Nackt und zerfleischt" oder auch "Lebendig gefressen" durchgehen könnte. Beinhaltet der Film doch sämtliche Zutaten, die diese Filmgattung so berühmt und berüchtigt gemacht haben, so das man als Fan durchgehend auf seine Kosten kommt. Im Mittelpunkt des Filmes steht eine Gruppe von Aktivisten, die im undurchdringlichen Dschungel von Peru durch eine Protestaktion die Abholzung des Urwalds verhindern wollen. Gleichzeitig wird diese Gesinnung aber von Roth auch in Frage gestellt, denn im Laufe der Ereignisse kristallisiert sich immer mehr heraus, das der Anführer der Gruppe eigentlich ganz andere Beweggründe für die Aktion hatte als die, die er seinen Mitstreitern immer wieder mitgeteilt hat. Dadurch wird dem Geschehen auch eine makabere Note beigefügt, denn wenn man letztendlich sieht welche Konsequenzen das für die Beteiligten hat, entsteht doch ein extrem schaler Beigeschmack beim Zuschauer, den man nicht so schnell wieder los wird.

Wie dem auch sei, "The Green Inferno" hat mich trotz anfänglicher Skepsis völlig überzeugen können. Roth hat in seiner Erzählung die nötigen Versatzstücke des Genres erstklassig aneinander gefügt und präsentiert ein höchst intensives Szenario, das phasenweise mit einem hoch angesiedelten Härtegrad daher kommt. Zwar dauert es etwas länger bis das Geschehen in die Vollen geht, aber auch die gut 30 Minuten dauernde Einführung in das Szenario gestaltet sich keinesfalls langweilig. Zunächst einmal bekommt man einige Einblicke in die Absichten der Aktivisten geboten und die Charaktere werden einem oberflächlich etwas näher gebracht. Sofort nachdem das Flugzeug der Gruppe beim Rückflug über den Dschungel abgestürzt ist erfährt die Geschichte dann ein recht heftige Wendung, denn ohne große Ankündigung wird der Zuschauer von nun an mit Handlungen der Eingeborenen konfrontiert, die einem stellenweise schon ordentlich den Magen umdrehen können. Die enthaltenen SFX können sich nun wirklich sehen lassen und der geneigte Gorehound kommt voll auf seine Kosten. Vom Entfernen diverser Augäpfel über das Abhacken etlicher Gliedmaßen ist alles vorhanden und so manche Passage des Filmes ist zudem mit einem erhöhten Ekel Faktor versehen. Meiner persönlichen Meinung nach erscheint es schon ziemlich erstaunlich, das "The Green Inferno" in der vorliegen Form lediglich mit dem Siegel keine Jugendfreigabe ausgestattet wurde, denn etliche Werke sind schon wegen weitaus weniger visueller Härte nicht durch die FSK gekommen.

Eli roth ist es wirklich gelungen einen absolut stimmigen Vertreter seiner Zunft zu kreieren, der auch in atmosphärischer Hinsicht voll punkten kann. Sehr positiv ist das absolut gelungene Schauspiel der Akteure zu bewerten, denn wo in den alten Klassikern doch so manches Mal zumeist ein wenig darstellerischer Dilettantismus zu erkennen war, können die Protagonisten hier absolut überzeugen. Vor allem das Entsetzen und die aufsteigende Panik gegenüber der vorherrschenden und scheinbar aussichtslosen Lage wird glaubhaft in Szene gesetzt und durch ausdrucksstarke Mimik zusätzlich unterstützt. Obwohl ich mich selbst noch nie zu den ausgewiesenen Fans dieser Filmgattung gezählt habe, konnte mich "The Green Inferno" durchgehend in seinen Bann ziehen und hat dabei eine grausame Faszination ausgestrahlt, die man nur schwer in Worte fassen kann. Lediglich zum Ende hin wird der insgesamt sehr gute Gesamteindruck ein klein wenig getrübt, denn Roth präsentiert zum Finale einige nicht ganz nachvollziehbare Einstellungen, die schon recht skurril wirken. Wahrscheinlich vollkommen beabsichtigt verliert das Geschehen dadurch jedoch ganz unweigerlich etwas von seiner Ernsthaftigkeit und so hätte ich mir an dieser Stelle doch einen etwas anderen Showdown gewünscht.

Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen richtig guten Beitrag, den man auch ohne Weiteres als gelungene Hommage an ein Sub Genre ansehen kann, das die Meinungen der Filmfreunde schon immer in zwei Lager gespaltet hat. Ob man den Film im direkten Vergleich mit den Genre Größen sehen sollte muss jeder für sich selbst entscheiden, auf jeden Fall handelt es sich jedoch um einen richtig guten Kannibalenfilm der Neuzeit, der jeden Fan absolut begeistern sollte. Kompromisslos, visuell knallhart in Szene gesetzt und mit gut agierenden Darstellern besetzt ist "The Green Inferno" definitiv eine dicke Empfehlung wert, zumal Roth auch vollkommen auf den berüchtigten und nicht notwendigen Tiersnuff verzichtet hat, was ich persönlich als äußerst angenehm empfunden habe. Neben "Hostel" handelt es sich hier um Roth's besten Film und ehrlich gesagt hätte ich nie erwartet, das ich ein dermaßen stimmiges Gesamtpaket geliefert bekomme wie es hier der Fall ist.


Fazit:


"The Green Inferno" ist stellenweise echt harter Tobak und reiht sich in die Riege der wenigen wirklich guten Kannibalenfilme ein. Mit ordentlich Härte ausgestattet erzählt der Film eine interessante Geschichte die einen von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann zieht. Lediglich die letzten Szenen hätte man durchaus etwas anders gestalten können, da dem Gesamtbild durch diese ein wenig von seiner Ernsthaftigkeit genommen wird.


8/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 13. Mär 2016 15:41

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400 Days - The last Mission
(400 Days)
mit Brandon Routh, Dane Cook, Caity Lotz, Ben Feldman, Tom Cavanagh, Grant Bowler, Dominic Bogart, Fernanda Romero, Sally Pressman, Mark Steger, Frank Ashmore, Luke Barnett, Sharon Bremond, Nicole Derseweh
Regie: Matt Osterman
Drehbuch: Matt Osterman
Kamera: Bo Hakala
Musik: Wojciech Golczewski / Sean McMahon
FSK 16
USA / 2015

400 Tage: Das ist der Zeitraum, der für eine simulierte Weltraum-Mission angesetzt wird, um vier junge Astronauten auf eine anstehende Reise ins All vorzubereiten und deren Psyche zu testen. Abgeschottet von der Außenwelt, wird das Team in einem abgelegenen Bunker isoliert, der als Raumkapsel fungiert. Schon bald liegen die Nerven blank, als sich seltsame Ereignisse innerhalb des Bunkers häufen und der Kontakt zum Kontrollzentrum abbricht. Was ist noch Teil des Experiments, was nicht? Die Grenze zwischen Realität und Wahnsinn droht komplett zu zerfallen, bis die Crew eine folgenschwere Entscheidung trifft ...


Ab und an trifft man auf Filme, die einen nach Beendigung der Sichtung wirklich regelrecht verärgert zurücklassen. Der vorliegende "400 Days - The last Mission" von Matt Osterman zählt definitiv dazu, denn alles was der Regisseur über knapp 90 Minuten hervorragend aufgebaut hat, fällt mit dem mehr als dubiosen Ende völlig in sich zusammen. Dabei handelt es sich hier wirklich um ein Werk mit jeder Menge Potential und der dramaturgisch erstklassig aufgebaute Spannungsbogen zieht den Zuschauer durchgehend in seinen Bann. Es entsteht schon nach relativ kurzer Zeit eine äußerst gelungene Kombination aus SCI/FI und Mystery Thriller, in der sich die vorherrschende Grundstimmung fast im Minutentakt immer mehr verdichtet. Was zu Beginn noch wie eine harmlose Simulation einer Weltraummission anmutet, verwandelt sich dabei mit zunehmender Laufzeit in einen teilweise klaustrophobischen Mix, in dem extrem bedrohliche Züge in den Vordergrund rücken. Dabei wird der Betrachter ständig mit den Grenzen zwischen Realität und Fiktion konfrontiert, die im Laufe der Zeit regelrecht verschwimmen. Das Geschehen wirft immer mehr Fragen auf und sorgt gleichsam für uneingeschränkte Aufmerksamkeit, da man definitiv auf die Auflösung der mysteriösen Geschichte hin fiebert.

Und genau an dieser Stelle versagt "400 Days - Die letzte Mission" leider auf der ganzen Linie, denn Osterman beantwortet am Ende seiner Erzählung noch nicht einmal einen Ansatz der während des Filmes entstehenden Fragen, er liefert noch nicht einmal den kleinsten Erklärungsversuch. Nun mag ich ja prinzipiell Beiträge mit einem stellenweise offenen Ende, denn so wird einem Freiraum für eigene Interpretationen gelassen, aber was der Regisseur sich in vorliegendem Fall ausgedacht hat kann man ohne wenn und aber als die pure Frechheit bezeichnen. Selbst wenn man wollte, könnte man das Ende noch nicht einmal verraten, da Osterman im eigentlichen Sinne gar keinen finalen Showdown parat hat. Im ersten Moment überkommt einen vielmehr das Gefühl, das hier mitten in einem Dreh abrupt abgebrochen wurde, was einen dann doch irgendwie sprachlos zurück lässt.

Nachdem man dann die eigene Sprachlosigkeit überwunden hat setzt der pure Ärger ein, denn wohl eher selten kommt es vor, das man einen Film mit dem einsetzen des Abspanns so dermaßen zerstört. Es ist schwer die richtigen Worte zu finden, denn noch lange nach der Sichtung des Filmes steht man unter dem Eindruck, das sich hier einerseits eine richtig gut aufgebaute Geschichte präsentiert hat, die man aufgrund des mehr als unbefriedigenden Endes aber nicht wirklich bewerten kann. Vielleicht haben die Macher des Werkes ganz einfach selbst keine Möglichkeit gesehen ihr Szenario zu erklären und aus diesem Grund so gehandelt, doch für den Zuschauer ist die ansonsten extrem stimmige Story mit dem verwendeten Schluss ein regelrechter Schlag in die Fresse, von dem man sich erst einmal erholen muss. Der Aspekt der Unvollständigkeit zerstört hier sämtliche Illusionen und jegliche selbst angestellte Überlegungen werden mit einem Schlag zu nichte gemacht. Das wirkt sich selbstverständlich auch auf den bis kurz vor dem Ende sehr guten Gesamteindruck des Filmes aus, der innerhalb einer Minute fast vollkommen in sich zusammen fällt.

Hätte der gute Matt Osterman hier zumindest den Versuch einer Erklärung eingebaut, dann wäre die Bewertung von "400 Days - The last Mission" ohne Zweifel überdurchschnittlich gut ausgefallen, durch das selten dämliche Finale kann man jedoch unmöglich darüber hinwegsehen, das eine tolle und spannende Geschichte letztendlich der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Das ist sehr schade, denn prinzipiell ist hier ein richtig toller Beitrag entstanden, der aber zum Ende hin regelrecht pulverisiert wird. Wenn einem so etwas nichts ausmacht kann man sich den Beitrag ruhig anschauen, allen anderen sei aber davon abgeraten, da die Enttäuschung am Ende so sicher kommen wird wie das Amen in der Kirche.


Fazit:


In den letzten Jahren habe ich selten einen Film gesehen, der einerseits dermaßen gekonnt Spannung und Atmosphäre aufbaut und gleichzeitig so gekonnt mit der Neugier des Betrachters spielt, andererseits jedoch mit einem so blöden Ende daher kommt wie es hier der Fall ist. Normalerweise müsste eine Bewertung aus diesem Grund auch vollkommen entfallen, doch aufgrund des bis kurz vor dem Finale erstklassigen Szenarios kann man immerhin noch einige Punkte vergeben.


4/10
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