horror's Reise durch die Welt der Filme

Hier ist Platz für eure gesehenen Filme, zu denen ihr auch gern etwas schreiben könnt.

AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 4113

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 18. Feb 2016 18:04

Bild




Swinger
(Swung)
mit Elena Anaya, Owen McDonnell, Elaine M. Ellis, Greg Hemphill, Marta Gvazdauskaite, Shauna Macdonald, Lesley Hart, David Elliot, Anne Connor, Kimberly Neill, Gerry McLaughlin, Sarah McCardie, Fraser Sivewright
Regie: Colin Kennedy
Drehbuch: Ewan Morrison
Kamera: Jean-François Hensgens
Musik: Richard Harvey
FSK 16
Großbritannien / 2015

Alice und David führen eine Beziehung, in der es schon seit längerem nicht mehr wirklich prickelt. Während der arbeitslose David zunehmend unter Potenzproblemen leidet, steht Alice vor allem beruflich unter Druck. Als David dann eines Tages über ein Online-Portal für Swinger stolpert, ist das der Auslöser für eine Reihe pikanter Zwischenfälle, in deren Verlauf das Pärchen immer tiefer in eine Welt geheimnisvoller Begierden eintaucht. Zuerst ist es nur eine zögerliche Flucht aus dem alltäglichen Sextrott, doch schon bald wird die Lust am Tabu zu emotionalem Viagra: Der Reiz des Neuen stürzt Alice und David in eine Grenzerfahrung, die beider Beziehung auf eine Belastungsprobe stellt. Im Dunkel einer letzten Clubnacht, inmitten gierig ineinander verschlungener Körper, wird sich ihre Zukunft entscheiden...


Einen Film wie "Swinger" einem bestimmten Genre zuzuordnen fällt gar nicht einmal so leicht, denn Regisseur Colin Kennedy hat aus Versatzstücken verschiedenster Art eine teils gewöhnungsbedürftige Kombination kreiert, die aber durchaus einen gewissen Reiz beinhaltet. Schon aufgrund des Filmtitels könnte man zu der Ansicht gelangen das es sich hier um eine Art Studie über das Swinger Milieu handelt, doch dafür wird die Thematik nicht eingehend und tief genug beleuchtet. Dadurch gibt es durchaus einige Einblicke in die Szene, doch diese gestalten sich eher oberflächlich und kratzen lediglich am Rand einer Welt, die den meisten Zuschauern wohl ziemlich bizarr vorkommen dürfte. Die eigentliche Geschichte rückt stattdessen das junge Paar Alice und David in den Mittelpunkt und beschäftigt sich dabei mit einer Beziehung, in der es augenscheinlich diverse Probleme gibt.

So entfaltet sich dann stellenweise ein waschechtes Beziehungsdrama, das mit Elementen der Swinger Welt angereichert wurde und dadurch eine erotische Note erhält. Kennedy kümmert sich hauptsächlich um die angespannte Stimmung die zwischen den beiden Hauptfiguren herrscht, denn durch die Arbeitslosigkeit und oftmals auftretende Erektionsstörungen von David wird die Partnerschaft zusehends belastet. Als die junge Alice schließlich in ihrem Job eine Reportage über das Swinger Milieu schreiben soll, sehen die beiden darin eine Chance ihr Liebesleben wieder anzuheizen. Das gelingt zu Beginn auch, denn obwohl die beiden auf keinerlei Partnertausch eingehen, reicht es ihnen vollkommen aus, andere Pärchen beim Sex zu beobachten.

Dennoch gelingt es durch den Einblick in eine bizarre Welt nicht die Probleme auf Dauer zu lösen und mit der Zeit scheint die Swinger Szene sogar die Beziehung zu zerstören. Die Erzählung gestaltet sich dabei recht interessant, aber dennoch fehlt es dem Film an einigen Stellen an der nötigen Ausgewogenheit. Kennedy scheint sich nämlich zu keiner Zeit wirklich entscheiden zu können, in welche Richtung sein Werk letztendlich tendieren soll. Das merkt man dem Szenario dann auch stellenweise an, treten doch immer wieder Passagen auf, in denen es an der nötigen Intensität mangelt. Dadurch wirkt "Swinger" in der Gesamtbetrachtung teils etwas unausgegoren und kann keinesfalls durchgehend überzeugen, bietet aber zumindest spannende Ansätze, die man jedoch weitaus besser hätte heraus arbeiten können.

Letztendlich würde ich diese Produktion als guten Durchschnitt einstufen, für mehr reicht es allerdings aufgrund der erwähnten Mankos nicht. Eigentlich schade, denn aus der vorliegenden Hintergrundthematik hätte man viel mehr machen können, was aber durch die Unentschlossenheit des Regisseurs verhindert wird. Im Endeffekt fehlt es "Swinger" ein wenig an einer klar vorgegebenen Richtung und die Story verzettelt sich zu sehr in etlichen Ansätzen, die nicht konsequent weiter verfolgt wurden. Übrig bleibt ein Szenario das man sich gern einmal anschauen kann, das aber sicherlich keinen allzu nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Das ändert sich auch nicht durch diverse Nacktszenen und teils derbe Dialoge, wobei diese beiden Dinge dem Film aber zumindest einen teilweise authentischen Eindruck verleihen.


Fazit:


Mit etwas mehr Entschlossenheit hätte "Swinger" ein richtig gelungener Film werden können. In der vorliegenden Form handelt es sich dann aber im Endeffekt bei den meisten um ein einmaliges Filmvergnügen, das nicht lange im Gedächtnis haften bleibt. Eine tiefer gehende Milieustudie wäre weitaus reizvoller gewesen, doch stattdessen steht hier eine Beziehung im Mittelpunkt, die nur in Teilen das Interesse des Betrachters auf sich ziehen kann.


6/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5089
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 19. Feb 2016 15:34

Bild




The Demolisher
(The Demolisher)
mit Ry Barrett, Tianna Nori, Jessica Vano, Duncan McLellan, Gerrit Sepers, Bruce Turner, Duane Frey, Andrew Bussey, Owen Fawcett, Rich Piatkowski, Reese Eveneshen, Ashley Awde, John Cross, Alex Melnik, Andrew Wood
Regie: Gabriel Carrer
Drehbuch: Gabriel Carrer
Kamera: Martin Buzora
Musik: Glen Nicholls
keine Jugendfreigabe
Kanada / 2015

Skrupellose Anhänger eines kriminellen Kults haben seine Frau in den Rollstuhl geprügelt - und Bruce sieht rot. Tiefschwarz verborgen unter Helm und undurchdringlicher Schutzausrüstung durchstreift der unscheinbare Kabeltechniker fortan jede Nacht die heruntergekommenen Straßen seiner Stadt. Traumatisiert übt er Rache an denen, die er für schuldig hält, und gerät immer tiefer in einen dunklen Sog aus Wahnsinn und Besessenheit. Wartend auf eine Erlösung, die niemals kommt, kreuzen sich Bruces Wege mit denen von Marie, einer jungen Frau, die nur durch ein Missverständnis zum Ziel seines blutigen Kreuzzugs wird. In der fast menschenleeren Düsternis einer einzigen Großstadtnacht entspinnt sich ein atemloses Katz-und-Maus-Spiel auf Leben und Tod, das schon bald völlig außer Kontrolle gerät...


Aufgrund der Inhaltsangabe könnte man normalerweise bei dieser kanadischen Produktion einen üblichen Rachethriller erwarten, aber Regisseur Gabriel Carrer greift bei seinem Erstlingswerk vielmehr auf außergewöhnliche Stilmittel zurück, um dem Zuschauer die Thematik seiner Erzählung näher zu bringen. Das gibt sich von der ersten Minute an durch die Visuallisierung der Ereignisse zu erkennen, denn diese präsentiert sich doch durchgehend als ziemlich gewöhnungsbedürftig. So sollte man auch keinesfalls einen Film voller Action und brutaler Sequenzen erwarten, denn in dieser Beziehung hält man sich hier sehr vornehm zurück. Stattdessen offenbart sich vielmehr eine intensive Skizzierung des Haupt Charakters Bruce, der aufgrund des Schicksals seiner Frau innerlich wie abgestorben erscheint. Dieser Aspekt zieht sich dann auch wie ein roter Leitfaden durch die gesamte Geschichte, deren Erzählfluss durch den außergewöhnlichen Drehstil streckenweise recht abgehackt erscheint. Besonders auffällig ist das am Anfang des Szenarios, bei dem man dem Zuschauer eine oftmals sinnlos erscheinende Aneinanderreihung diverser Einstellungen präsentiert, auf die man sich erst einmal keinen richtigen Reim machen kann. Nicht selten entsteht dabei das Gefühl, das man diverse Video Clips aneinander gereiht hat die kaum Zusammenhänge erkennen lassen und dieser Umstand wirkt sich dann auch ganz automatisch auf das Sehverhalten des Betrachters aus.

So springen die Bilder immer wieder zwischen Bruce und der jungen Marie hin und her, deren Wege sich erst im späteren Verlauf und mehr durch Zufall kreuzen sollen. Gleichzeitig wird man auch immer wieder mit mehreren Rückblenden konfrontiert, die sich mit den Ereignissen befassen, die letztendlich zur Behinderung von Bruces Frau geführt haben. Der eigentliche Rachefeldzug gegen die Täter wird dabei viel eher nebensächlich behandelt, zudem ergeben sich kaum zusammen hängende Action Passagen, da auch die Taten von Bruce ständig von anderen Bild Sequenzen umrahmt werden. Und so fällt die Sichtung des Filmes teilweise ziemlich anstrengend aus, andererseits drückt der außergewöhnliche Drehstil des Ganzen aber auch äußerst intensiv die innerliche Gemütsverfassung der Hauptfigur aus, denn ebenso wirr wie sich die Abläufe phasenweise gestalten, sieht es auch im Inneren von Bruce aus.

Insbesondere spürt man das beim Umgang mit seiner Frau, denn relativ schnell kristallisiert sich hier heraus, das die Beziehung der beiden unter extremen Spannungen leidet. Die beiden reden kaum noch miteinander, so das sich im Umgang miteinander eine fast undurchdringbare Mauer des Schweigens aufgebaut hat. Ganz generell sollte man an dieser Stelle anmerken, das "The Demolisher" insgesamt gesehen nicht gerade mit vielen Dialogen ausgestattet wurde. Das wirkt manchmal schon komisch, auf der anderen Seite kommt durch diese Stille eine ganz besondere Atmosphäre zum Vorschein, die äußerst bedrückende Züge erkennen lässt. Das mag sicherlich nicht jedem gefallen, aber teilweise verleiht das dem Ganzen eine immense Kraft. Dennoch hinterlässt der Film einen sehr zwiespältigen Eindruck, was in erster Linie in der streckenweise holprig erscheinenden Erzählweise begründet ist. Hier hat es Carrer schon etwas zu gut gemeint, denn auch wenn seine gewöhnungsbedürftige Visuallisierung der Geschehnisse ganz bestimmt ihre Stärken beinhaltet, so stellt sie andererseits die Geduld des Zuschauers auch auf eine harte Geduldsprobe.

Letztendlich muss sich jeder selbst seine Meinung über diesen außergewöhnlichen Vertreter des Rachethrillers machen und es ist durchaus nachzuvollziehen, wenn die Meinungen dabei stark auseinander gehen. "The Demolisher" ist keinesfalls einer der ansonsten üblichen 08/15 Vertreter, sondern präsentiert einem die vorliegende Thematik einmal auf ganz andere Art und Weise, wie man es ansonsten gewohnt ist. Auf wirklich harte Einstellungen hat man dabei fast vollkommen verzichtet, so das die hohe Alterseinstufung absolut nicht notwendig gewesen wäre. dadurch mangelt es dem Szenario dann auch ein wenig an der nötigen Intensität, denn wenn überhaupt, dann gibt sich diese ausschließlich durch die seelische Verfassung der Hauptfigur zu erkennen. Wer also einen kompromisslosen und harten Beitrag erwartet ist definitiv an der falschen Adresse, wer jedoch einem künstlerisch angehauchten Vertreter eine Chance geben möchte, sollte ruhig mal einen Blick riskieren. Eine uneingeschränkte Empfehlung kann man jedoch keinesfalls aussprechen, denn dieser kanadische Beitrag wird auf jeden Fall die Meinungen in zwei Lager spalten.


Fazit:


Ansatzweise ein wenig Härte, harte musikalische Klänge, wenig Dialoge und ein visuell manchmal schon verwirrender Drehstil sind die Zutaten, die "The Demolisher" einerseits absolut sehenswert erscheinen lassen, auf der anderen Seite jedoch auch einen gewissen Zwiespalt beim Zuschauer hervor rufen, dem man sich durchgehend niemals entledigen kann.


5/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5089
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 22. Feb 2016 17:51

Bild




The Encounter
(The Encounter)
mit Clint James, Owen Conway, Megan Drust, Eliza Kiss, Paulina Vallin, Louie Iaccarino, Dan Higgins, Monica Engesser, Pat Kaye, Chad T. Krolczyk
Regie: Robert Conway
Drehbuch: Robert Conway
Kamera: Travis Amery
Musik: keine Information
FSK 16
USA / 2015

Vier junge Leute fahren ins Grüne um zu campen, ein wenig zu feiern und die Klamotten am Waldsee abzustreifen. Noch ahnen sie nicht, dass ganz in der Nähe vor gar nicht allzu langer Zeit ein außerirdisches Flugobjekt niederging und nun im Gestrüpp vor sich hin schwelt, während seine wenig freundlichen Insassen die Gegend erkunden. Eine junge Parkwächterin ist zur falschen Zeit am falschen Ort, und auch eine Gruppe von Jägern vermag sich an ihren aufregenden Entdeckungen nicht wirklich zu erfreuen.


Obwohl ja so manch einer behauptet das der Bereich des Found Footage Filmes vollkommen abgegrast sei gibt es immer wieder Regisseure, die sich dennoch dieses beliebten Drehstils annehmen, um dem Genre weitere Beiträge einzuverleiben. Das Ergebnis ist dabei immer unterschiedlich, denn obwohl es einige wirklich gelungene Vertreter gibt, entpuppen sich die meisten Filme dieser Art als eher billige Produktionen, die zudem auch noch schlecht inszeniert sind. Der vorliegende "The Encounter" zählt eindeutig zu dieser Kategorie, denn obwohl die der Geschichte zu Grunde liegende Idee sicherlich Potential beinhaltet, scheitert die Geschichte an ihrer mangelhaften Umsetzung. Dabei gestaltet sich insbesondere die Einführung in die Ereignisse extrem langatmig und kann ohne Weiteres zu diversen Ermüdungserscheinungen beim Zuschauer führen, denn dieser muss sich doch zunächst eine geraume Zeit mit allerlei Banalitäten auseinandersetzen. Aber auch wenn die Erzählung in ihre entscheidende Phase eintrit ist ehrlich gesagt keine großartige Steigerung zu verspüren, denn irgendwie wollen die Geschehnisse niemals so richtig Intensität freisetzen, die sich auf den Betrachter übertragen könnte.

Am meisten nerven jedoch die völlig farblosen Charaktere, die außerdem auch nicht gerade mit überzeugenden Leistungen aufwarten können. Vielmehr wirkt das Schauspiel behäbig und ungelenk und die dazu gehörigen Dialoge kann man ohne Weiteres vernachlässigen. "The Encounter" liefert nicht gerade massenhaft gelungene Schauwerte und mit dieser Formulierung bewegt man sich sogar noch im diplomatischen Bereich, denn ehrlich gesagt handelt es sich hier um einen Film den man sich auch gut und gern hätte verkneifen können. Billigste Effekthascherei und eine dröge erzählte Rahmenhandlung machen dieses Werk nicht unbedingt zu einem visuellen Leckerbissen, so das sich die Begeisterung des Zuschauers auch durchaus in Grenzen hält.

Konstant aufgebaute Spannung oder gar eine bedrohliche Grundstimmung sucht man vollkommen vergebens und diese fehlenden Aspekte versetzen dieser billigen Produktion dann auch den absoluten Todesstoß. Es fehlt an allen Ecken und Enden und die Laufzeit von knapp 80 Minuten wird zu einer echten Geduldsprobe, bis letztendlich der erlösende Abspann einsetzt. Das mag sich nun ziemlich hart anhören, doch dieses in größten Teilen langweilige Szenario bietet bis auf ganz wenige Momente rein gar nichts, was man in der Gesamtbetrachtung als wirklich sehenswert bezeichnen könnte.

Billigste Effekte, übel agierende Darsteller, ein extrem billiger Look und miese Dialoge katapultieren "The Encounter" ohne Umwege in den Bereich eines kaum erwähnenswerten C-Movies und das ist nun einmal nicht gerade ein Prädikat, das eine Empfehlung für diesen filmischen Schund rechtfertigen würde. Vielleicht sieht manch einer das auch völlig anders, doch mich persönlich konnte dieses völlig misslungene Machwerk in keinster Weise überzeugen.


Fazit:


Eventuell findet "The Encounter" durchaus seine Zielgruppe, doch selbst eingefleischte Fans des Found Footage Filmes dürften bei der Sichtung dieses Filmes echte Begeisterung empfinden. Zu mangelhaft entpuppt sich nämlich die Umsetzung der Grundidee, aus der man auf jeden Fall weitaus mehr hätte heraus holen können.


2/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5089
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 23. Feb 2016 17:29

Bild




Sicario
(Sicario)
mit Emily Blunt, Benicio Del Toro, Josh Brolin, Victor Garber, Jon Bernthal, Daniel Kaluuya, Jeffrey Donovan, Raoul Max Trujillo, Julio Cedillo, Hank Rogerson, Bernardo P. Saracino, Maximiliano Hernández, Kevin Wiggins
Regie: Denis Villeneuve
Drehbuch: Taylor Sheridan
Kamera: Roger Deakins
Musik: Jóhann Jóhannsson
FSK 16
USA / 2015

Die FBI-Agentin Kate aus Arizona wird von ihren Vorgesetzten zu einer Mission abgestellt, in der ein mexikanisches Drogenkartell durch das Unterbrechen des Geldflusses zu einem Verbindungsmann nervös gemacht werden soll. Über die wahren Direktiven wird sie von dem mysteriösen Matt allerdings im Unklaren gelassen. Nachdem es Matts Vollstrecker Alejandro gelingt, von einem großen Tier des Kartells die Schmuggelroute von Mexiko in die USA zu erfahren, geht der Einsatz in einem langen versteckten Tunnel in die heiße Phase über.


Mit "Sicario" präsentiert der Kanadier Denis Villeneuve seinen neuesten Film und legt damit gleichzeitig einen der besten und intensivsten Actionthriller der letzten Jahre vor, der sich mit einer immer aktuellen und brisanten Thematik beschäftigt. Im Focus steht nämlich einmal mehr der schier aussichtslose Kampf gegen die Drogenkartelle, wobei sich die Geschichte in der Hauptsache damit beschäftigt, wie man wohl am besten an die ganz großen Fische an der Spitze der Organisationen heran kommen kann. Villeneuve setzt dabei auf starke und unbequeme Charaktere, was dem Ganzen insgesamt gesehen einen äußerst glaubwürdigen Anstrich verleiht. Als eigentliche Hauptfigur dient erstaunlicherweise eine Frau, denn die junge FBI-Agentin Kate wird innerhalb des Szenarios durchaus als Sympathieträgerin aufgebaut, die aufgrund ihrer idealistischen Berufseinstellung die hier geschilderten Abläufe jederzeit hinterfragt. Als Mitglied einer Task Force muss sie nämlich mit ansehen, wie sich eine geplante Aktion gegen die Kartelle vollkommen anders entwickelt, als wie es ihr zu Beginn noch vermittelt wird. Die Angaben ihrer Vorgesetzten sind aber ganz generell eher schwammig und die Gründe dafür werden mit zunehmender Laufzeit auch immer klarer. Das Team startet nämlich alles andere als legale Aktionen und so wird der Zuschauer auch schon relativ frühzeitig mit den Grenzen der Moral konfrontiert. Stellt sich doch den ganzen Film über die ständige Frage wie weit man gehen würde, um das angestrebte Ziel auch wirklich zu erreichen. Dabei wird man mit kompromisslosen und stellenweise harten Bildern konfrontiert, denn sämtliche Taten der Task Force stellen sich als höchst illegal heraus und lassen durchgehend den Eindruck enstehen, das der Zweck letztendlich die Mittel heiligt.

Einerseits führt das zu einem gewissen Zwiespalt, doch wenn man auf der anderen Seite die Methoden der Kartelle sieht, ensteht recht schnell eine völlig andere Betrachtungsweise der Dinge. Man begibt sich quasi auf das gleiche Niveau der Drogenbarone und versucht diese mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen, was insbesondere bei der jungen Kate auf wenig Gegenliebe stößt. Als einzige Frau des Teams werden ihre Bedenken aber nicht ernst genommen, zudem erhält die junge Frau auch nur spärliche Informationen über den Einsatz und die wichtigsten Fakten werden vor ihr geheim gehalten. An dieser Stelle kommt dann auch Benicio Del Toro verstärkt in den Vordergrund, denn der von ihm dargestellte Charakter Alejandro ist von der ersten Minute an extrem undurchsichtig. Am Anfang noch wie ein eher schweigsamer Einzelgänger auftretend, kommt seiner Figur mit zunehmender Laufzeit immer mehr Bedeutung zu. Die dritte wichtige Figur wird von Josh Brolin dargestellt, der innerhalb des Teams den zynischen Vorgesetzten von Kate interpretiert. Obwohl "Sicario" bis in die kleinsten Nebenrollen nahezu perfekt besetzt ist, prägen die drei Hauptcharaktere doch ganz eindeutig das Geschehen und drücken dem Gesamtbild dabei auch einen ganz eigenen Stempel auf. Das an den Tag gelegte Schauspiel ist absolut grandios und wirkt jederzeit absolut authentisch, was dem gewonnenen Gesamteindruck äußerst gut zu Gesicht steht.

Um die Kompromisslosigkeit seiner Geschichte noch zusätzlich zu unterstreichen, hat Villeneuve die Ereignisse auch noch mit diversen Gewaltspitzen angereichert. Dabei präsentiert sich das Szenario aber keinesfalls als Action Spektakel, denn die entsprechenden Passagen sind insgesamt sehr gut über die gesamte Laufzeit verteilt worden. Die eigentliche Härte dieses Filmes entsteht vielmehr durch die Überschreitung der Grenzen zwischen Legalität und den stattfindenden illegalen Aktionen. Als Zuschauer ist man dabei regelrecht hin und her gerissen, denn auch wenn man die Handlungen am liebsten verteufeln möchte muss man sich doch eingestehen, das anscheinend nur auf diesem Weg der wirkliche Erfolg eingefahren werden kann. Dieser Aspekt macht aber der Hauptdarstellerin extrem schwer zu schaffen und immer wieder rückt der Regisseur die innere Zerrissenheit der jungen Kate in den Mittelpunkt, die unter dem entstehenden Zwiespalt fast zu Grunde geht. Das Ganze kommt unheimlich intensiv beim Zuschauer an, denn die gute Emily Blunt brilliert in ihrer Rolle als idealistische FBI-Agentin, die in ihrem neuen Aufgabenbereich vollkommen desillusioniert und dabei an die Grenzen ihrer Moral geführt wird. Dieser Punkt wird auch durchgehend immer wieder thematisiert und bildet zudem einen grandiosen Kontrast zum Vorgehen der anderen Teammitglieder. Ganz generell kann man anmerken, das "Sicario" ein absolut erstklassiger Beitrag ist, in dem sperrige und unbequeme Charaktere glaubwürdig nachgezeichnet werden. Das größtenteils heraus ragende Schauspiel der Protagonisten ist besonders hervorzuheben und eine ganz große Stärke eines Filmes, der den Betrachter nicht nur glänzend unterhält, sondern gleichzeitig auch zum nachdenken anregt.

Einen ganz kleinen Wermutstropfen sollte man bei allem verdienten Lob dennoch anmerken und dieser gibt sich in einem Nebenerzählstrang zu erkennen, in dem immer wieder ein korrupter Polizist in den Vordergrund rückt. Diesen Punkt hätte sich Villeneuve durchaus ersparen können, denn irgendwie passt die eher oberflächliche Skizzierung der Figur nicht so ganz in das ansonsten absolut stimmige Gesamtbild. Eventuell ist dies aber auch nur mein rein subjektiver Eindruck und manch einer sieht das völlig anders, doch die Gewichtung dieser für die eigentliche Story nicht zwingend notwendigen Figur passt nicht so ganz in das harmonische Gesamtbild. Hier handelt es sich allerdings lediglich um Kritik auf einem extrem hohen Niveau, denn in allen anderen Bereichen gibt es überhaupt nichts zu bemängeln. Insgesamt gesehen kann man dem Regisseur nur ein grandioses Zeugnis für sein bemerkenswertes Werk ausstellen, denn "Sicario" zählt ganz sicher zu den Filmen, die für einen stark nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Betrachters sorgen.


Fazit:


Eine faszinierende und großartig in Szene gesetzte Geschichte, brillant aufspielende Darsteller und jede Menge Spannung sind die Zutaten für einen kompromisslosen Actionthriller, der wohl ohne wenn und aber zum Besten zählt, was in den letzten Jahren auf den Markt gekommen ist. Auf jeden Fall kann man an dieser Stelle nur eine ganz dicke Empfehlung aussprechen, denn "Sicario" bietet ein intensives Filmerlebnis, über das man auch noch lange nach Beendigung der Sichtung nachdenken wird.


9/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5089
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 25. Feb 2016 11:27

Bild






Freitag der 13.
(Friday the 13th)
mit Betsy Palmer, Adrienne King, Jeannine Taylor, Robbi Morgan, Kevin Bacon, Harry Crosby, Laurie Bartram, Mark Nelson, Peter Brouwer, Rex Everhart, Ronn Carroll, Ron Millkie
Regie : Sean S. Cunningham
Drehbuch : Victor Miller
Kamera : Barry Abrams
Musik : Harry Manfredini
FSK 18
USA 1980

Eine Gruppe Jugendlicher verbringt ihre Ferien im "Camp Crystal Lake", einem Feriencamp, in dem vor Jahren der kleine Jason Vorhees ertrunken ist. Nach einiger Zeit beginnt eine grausige Mordserie unter den Jugendlichen. Der Täter ist ihnen dabei näher als sie denken...


Als dieser Film 1980 herauskam, da ahnte wohl noch Niemand, das es der Anfang der größten Reihe des Horror - Genres ist. Mittlerweile beinhaltet die "Jason Vorhees Thematik" ja immerhin 10 Teile, soviel wie keine andere Film - Reihe des Genres. Zusammen mit "Nightmare on Elm Street" und "Halloween" zählt die "Freitag der 13." Reihe wohl definitiv zu den populärsten und beliebtesten Horror - Reihen aller Zeiten und das auch vollkommen zu recht.

Dieser Film ist eine absolute Perle des Slasherfilms und auch, wenn er genau wie Halloween sicherlich nicht zu den härtesten Filmen des Genres zählt, so überzeugt er aber durch seine exzellente Atmosphäre, die so typisch für die Horrorfilme der 80 er Jahre ist. Das liegt auch ganz sicher darin begründet, das diese Filme zur damaligen Zeit mit einem für heutige Verhältnisse minimalem Budget gedreht wurden, so das kein Geld für teuren Schnickschnack vorhanden war. Im Nachhinein muß man sogar glücklich darüber sein, denn wer weiß, ob es heute solche Perlen des Horrorfilms geben würde.

"Freitag der 13." ist wohl der beste der sogenannten "Teenie Camp" Slasherfilme, die nach diesem hier massenhaft produziert wurden, aber nur ganz wenige, wie zum Beispiel "The Burning", annähernd seine Klasse erreichten.

Die Darsteller braucht man in dieser Art von Filmen eigentlich kaum zu erwähnen, die meisten sind halt nicht mehr als die typischen hübschen, aber naiven Opferlämmer, die vom bösen Killer gemeuchelt werden. Man darf hier also wie auch bei anderen Slashern keine oscarverdächtigen Darstellungen erwarten, aber das ist meiner Meinung nach auch nicht der Sinn eines solchen Films. Der Zuschauer wird hier mit allerbester Horrorkost versorgt, die sehr kurzweilig und bestens unterhaltsam ist.

"Freitag der 13." zählt zum Besten, was es an Slashern gibt, kein echter Fan kommt an diesem herrlichen Klassiker vorbei, der trotz seines Alters nichts von seinem Reiz und seiner Faszination eingebüßt hat. Ein Film, der längst Kultstatus erreicht hat und in jede gutsortierte Sammlung gehört.


10/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5089
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 25. Feb 2016 11:28

Bild




Freitag der 13. Teil 2
(Friday the 13th Part 2)
mit Amy Steel, John Furey, Adrienne King, Kirsten Baker, Stuart Charno, Warrington Gillette, Walt Gorney, Marta Kober, Tom McBride, Bill Randolph, Lauren-Marie Taylor, Russell Todd
Regie: Steve Miner
Drehbuch: Ron Kurz / Victor Miller
Kamera: Peter Stein
Musik: Harry Manfredini
FSK 18
USA / 1981

Fünf Jahre nach dem grauenvollen Blutbad im Camp Crystal Lake erinnert nur noch eine Legende an Jason Voorheers und seine wahnsinnige Mutter, die sieben Betreuer des Camps bestialisch ermordete. Die Warnung, diesem verfluchten Ort fernzubleiben, nehmen die Betreuer eines nahe gelegenen Sommercamps nicht ernst. Als die jungen Leute sorglos das Gebiet erforschen, wird fleißig Blut gespendet...


Auch wenn in dieser Fortsetzung von 5 Jahren die Sprache ist, so hat es in der Realität doch lediglich ein Jahr gedauert, um diesen zweiten Teil auf die Beine zu stellen. Nachdem im Original noch Jasons Mutter für die etlichen Morde verantwortlich zeichnete, betritt nun endlich der eigentliche Killer Jason die Bühne. Bei seinen ersten Taten merkt man ihm dabei noch eine leichte Unbeholfenheit an, denn in einigen Passagen erscheint er doch etwas staksig und ungelenk. Diese Tatsache hindert ihn allerdings keinesfalls daran, den Zuschauer mit etlichen, teils sehr blutigen Kills zu bedienen, die denen aus dem ersten Teil in nichts nachstehen. Und so gibt es in einem neu eröffneten Camp nahe des alten "Camo Chrystal Lake" eine äusserst blutige Mordserie, der etliche junge Leute zum Opfer fallen, die sich dort zu einer Art Lehrgang für Aufsichtspersonen getroffen haben.

"Jason kehrt zurück", so der Beiname dieses Filmes ist insbesondere in atmosphärischer Hinsicht ein absolut herausragender Slasher der 80er Jahre, wie schon im Vorgänger herrscht hier die gesamte Geschichte über eine äusserst bedrohliche Stimmung vor, die von einer absolut perfekten Geräuschkulisse unterstützt, das typische "Freitag der 13.-Feeling" aufkommen lässt. Das sich Großteile des Geschehens bei Nacht abspielen, unterstützt die sehr unheilvolle Note des Filmes ungemein und sorgt beim Zuschauer fast ganzzeitig für eine gepflegte Gänsehaut. Hinzu kommen mehrere geschickt eingesetzte Schockmomente, die gerade bei einer Erstsichtung des Werkes für ein angespanntes Sehverhalten sorgen können. Steve Miner, der hier Cunningham auf dem Regiestuhl abgelöst hat, stellt ziemlich eindrucksvoll sein Gespür für intensiven Horror unter Beweis, denn bei jeder einzelnen Szene wird man das Gefühl nicht los, das jeden Moment etwas passieren könnte. Die Nerven des Betrachters sind dabei fast den gesamten Film über bis zum Zerreissen gespannt, bevor sich dann in einem furiosen Endspurt die aufgestaute Spannung so richtig entladen kann.

Es handelt sich hier ganz eindeutig um eine richtig gelungene Fortsetzung, deren Story-Plot dem des Originals zwar ziemlich ähnelt, aber dennoch keinesfalls als Kopie angesehen werden kann. Insbesondere die verschiedenen Tötungsarten sorgen für jede Menge Abwechslung und der Härtegrad der Ereignisse tut sein Übriges, um einen bei bester laune zu halten. Einzig und allein das optische Auftreten von Jason wird wohl immer ein wenig gewöhnungsbedürftig bleiben, tritt er hier doch noch nicht mit seinem eigentlichen Markenzeichen, der Eishockeymaske auf. Stattdessen hat er den Teil eines Bettlakens über den Kopf gezogen und mit einer Schnur befestigt, was im ersten Moment sogar eher witzig erscheint, als das es einem Furcht einflößen würde. Das soll aber noch nicht einmal einen Kritikpunkt darstellen, jedoch werde ich mich wohl niemals an diesen Anblick gewöhnen können.

"Freitag der 13. Teil 2" ist meiner Meinung nach eine in allen Belangen gelungene Weiterführung der Geschichte, die zwar nicht sonderlich innovativ ausfällt, aber dennoch zu den richtig guten Slashern zu zählen ist. Der Wechsel auf dem Regiestuhl hat die Qualität des Filmes auf keinen Fall gemindert, denn Spannung und Atmosphäre sind im Überfluss vorhanden. Ein beachtlicher Bodycount und ein ansehnlicher Härtegrad runden die ganze Sache perfekt ab und sorgen für ein herrliches Horrorerlebnis, das man sich immer wieder gern anschaut.


Fazit:


Auch wenn es in der langlebigsten Horrorreihe so manchen Teil gibt der als kleine Enttäuschung anzusehen ist, so zählt dieser Film ganz bestimmt nicht dazu. Natürlich liegt das auch wie immer im Auge des Betrachters, doch hier wird erstklassige Slasherkost der 80er geboten, an der man sich nicht satt sehen kann.


8,5/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5089
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 25. Feb 2016 11:29

Bild







Und wieder ist Freitag der 13.
(Friday the 13th Part 3 : 3 D)
mit Dana Kimmell, Paul Kratka, Richard Brooker, Anne Gaybis, Nick Savage, Rachel Howard, David Katims, Larry Zerner, Tracie Savage, Jeffrey Rogers, Catherine Parks, Kevin O'Brien
Regie: Steve Miner
Drehbuch: Martin Kitrosser / Carol Watson
Kamera: Gerald Feil
Musik: Harry Manfredini
Ungeprüft
USA / 1982

Jeder in der näheren Umgebung des Mordhauses am Crystal Lake hält den grausamen Massenmörder für tot, aber der Überfall auf ein Ehepaar, das in der Nähe eine Tierhandlung betreibt, belehrt eines besseren - zu deutlich ist hier die Handschrift von Jason zu erkennen. Nichtsahnend brechen acht junge Leute zu einem feuchtfröhlichen Wochenende in eben dieses Haus mit blutiger Vergangenheit auf. Als sie in eine Auseinandersetzung mit einer Rockergruppe geraten, nimmt das Grauen erneut seinen entsetzlichen Anfang...


Teil 3 der Reihe entstand wieder unter der Regie von Steve Miner, der dieses Mal vor allem im Bezug auf den Härtegrad noch einmal eine ordentliche Schippe draufgelegt hat. Haben schon die beiden Vorgänger durch einige sehr blutige Passagen zu überzeugen gewusst, beinhaltet vorliegender Film doch einige explizite Gewaltdarstellungen, die man bisher noch nicht gesehen hat. So wird beispielsweise das Abtrennen einzelner Gliedmaßen gezeigt, ein Kopf wird zerquetscht oder eine Harpune durch ein Auge geschoßen. Man merkt also, das Jason hier voll in Fahrt ist und bei der Törung seiner Opfer sogar recht innovativ daherkommt. Lediglich die Passage mit dem zerquetschten Kopf erscheint hierbei ein wenig künstlich und hätte sicherlich etwas besser umgesetzt werden können. Ansonsten sind sämtliche Morde absolut erstklassig in Szene gesetzt worden und sorgen für einen extrem hoch angesiedelten Unterhaltungsfaktor.

Dem äusserst hohen Härtegrad ist es dann auch zu verdanken das dieser Teil der Reihe in Deutschland immer noch beschlagnahmt ist (wie auch der vierte Teil), wenn man allerdings einmal die heutigen Maßstäbe betrachtet, sollte man die Beschlagnahme endlich einmal aufheben. Dennoch handelt es sich definitiv um einen der härtesten Teile der gesamten Reihe, der zudem auch mit einem ziemlich hohen Bodycount aufwarten kann. Storymäßig sollte man jedoch keinerlei Innovation erwarten, es handelt sich um die übliche Rahmenhandlung, in der teils recht naive Jugendliche dem eiskalten Killer zum Opfer fallen. Ein meiner Meinung nach hervorstechendes Merkmal der gesamten Filmreihe kommt auch hier wieder sehr gut zum Vorschein, denn sämtliche Charaktere der Geschichte werden nur sehr oberflächlich skizziert, so das man erst gar keine echte Bindung zu ihnen herstellt. Dadurch entsteht zu keiner Zeit so etwas wie Mitleid beim Tod der einzelnen Personen, da niemand viele Symphatiepunkte für sich verbuchen kann.

Man kann die ganzen Morde also eher gefühlsmäßig neutral verfolgen, manch einem gönnt man sogar das vorzeitige Ableben, da diverse Verhaltensweisen ganz einfach vollkommen unlogisch erscheinen. "Und wieder ist Freitag der 13" präsentiert dem Zuschauer einen Jason in absoluter Höchstform, der hier auch das erste Mal seine unverzichtbare Maske trägt. Im Gegensatz zu seinen Genrekollegen Freddy Krueger und Michael Myers handelt es sich bei Jason Voorhees wohl eindeutig um den härtesten und kompromisslosesten Killer. Zwar erscheint er in diversen Passagen manchmal etwas behäbig und ungelenk, doch wenn er ein Opfer erst einmal gestellt hat ist dieses zumeist absolut chancenlos. Diese Erfahrung müssen dann auch hier etliche Personen machen, die trotz der größten Bemühungen keinerlei Chance haben ihr Leben zu verteidigen.

Letztendlich kann Teil 3 in allen Belangen absolut überzeugen, ein gelungener Spannungsaufbau, die unnachahmliche Grundstimmung und mehrere exzellent ins Bild gesetzte Morde machen diesen Film zu einem Höhepunkt der gesamten Reihe. Ich möchte sogar soweit gehen und behaupten, das dieser Slasher zu den besten Werken der damaligen Zeit gehört. Selten war Jason so hart und eiskalt wie hier und in kaum einem anderen Film hat er so dermaßen variantenreich getötet. Steve Miner hat wirklich alles richtig gemacht und insbesondere im Bezug auf die Härte die Messlatte ziemlich hochgelegt.


Fazit:


Zwar bin ich ein bekennender Fan der gesamten Reihe, doch "Und wieder ist Freitag der 13." zählt ganz eindeutig zu meinen absoluten Favoriten. Der Film beinhaltet einfach sämtliche Zutaten, die einen richtig guten Slasher ausmachen. So ergibt sich dann auch ein Gesamtbild, das weit über dem normalen Durchschnitt einzuordnen ist.


9/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5089
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 25. Feb 2016 11:29

Bild




Freitag der 13. - Das letzte Kapitel
(Friday the 13th : The Final Chapter)
mit Kimberly Beck, Erich Anderson, Corey Feldman, Barbara Howard, Peter Barton, Lawrence Monoson, Joan Freeman, Crispin Glover, Clyde Hayes, Judie Aronson, Camilla More, Carey More
Regie: Joseph Zito
Drehbuch: Barney Cohen / Ron Kurz
Kamera: Joao Fernandes
Musik: Harry Manfredini
Ungeprüft
USA / 1984

Jason ist tot. Zumindest liegt er in einem Tuch verpackt in der Leichenhalle. Doch Jason wäre nicht Jason, wenn nicht doch noch ein Funken Energie in ihm stecken würde. Nachdem er das dortige Personal ermordet hat macht er sich auf die Heimreise zum Crystal Lake. Die Jugendlichen, die sich Camp Crystal Lake als Urlaubsort auserwählt haben, ahnen noch nichts von der nahenden Gefahr...


Warum gerade dieser Teil zu den beiden gehört die noch immer in Deutschland beschlagnahmt sind, ist ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehbar. Gerade in Sachen Härte wird in vorliegender Geschichte doch wieder etwas zurückgerudert und es werden nicht annähernd so blutige Passagen wie beispielsweise noch im Vorgänger geboten. Vielleicht mag das im neuerlichen Wechsel im Regiestuhl begründet sein, denn nach zwei äusserst harten Filmen von Steve Miner übernahm nun Joseph Zito (Die Forke des Todes, Invasion U.S.A.) das Zepter. Nun hat er beileibe keinen schlechten Film in Szene gesetzt, jedoch wird der Zuschauer nach einer recht knackingen Anfangsoffensive erst einmal eine geraume Zeit auf eine harte Geduldsprobe gestellt, bevor es so richtig losgeht. Es vergehen so um die 30 Minuten, in denen man hauptsächlich mit spätpuberterem Teenager-Getue bedient wird, das in einigen Momenten sogar etwas nervtötend erscheint. Als Jason dann endlich an die Arbeit geht muss man leider feststellen, das er eine Menge von seiner im dritten Teil gezeigten Stärke verloren hat.

Das ist einerseits auf die Auswahl seiner Tötungsmethoden zurückzuführen, die keineswegs mehr den gleichen Erfindungsreichtum beinhalten, jedoch lässt auch der vorhandene Härtegrad der Kills größtenteils einige Wünsche offen. Man sollte mich nicht falsch verstehen, denn es gibt immer noch reichlich Blut und einige nette Szenen zu begutachten, doch einige Tötungen werden noch nicht einmal richtig gezeigt. Eventuell ist ganz einfach auch eine zu hohe Erwartungshaltung schuld daran, das einem das gezeigte Szenario nicht ganz so gut gefällt wie in den bisher erschienenen Teilen der Reihe, doch "The Final Chapter" lässt doch einen kleinen Qualitätsverlust erkennen. Dazu zählt auch eine nicht mehr so herausragend dichte Atmosphäre wie man sie bisher gewohnt war und auch der Spannungsaufbau der Geschichte gestaltet sich phasenweise eher schleppend. Erst das letzte Drittel des Filmes beinhaltet sämtliche Zutaten, die alle bisher erschienenen Teile so ausgezeichnet haben.

Und so wird der Zuschauer dann auch mit einem sehr gut umgesetzten Finale für einige vorher aufgetretene Defizite ordentlich entschädigt, dennoch fällt das Gesamturteil schlechter aus als in den Vorgängern, die ganz einfach als Gesamtpaket etwas stimmiger waren. Für mich als Riesen-fan der Reihe sind diese Defizite sowieso zu verschmerzen, denn wir sprechen von einem Qualitätsverlust auf einem sehr hohen Niveau. Trotzdem hat gerade Jason in diesem Film einiges von seiner Agressivität und Kompromisslosigjeit eingebüßt, die ihn insbesondere im vorherigen Teil so sehr ausgezeichnet hat. Wer die Freitag-Filme liebt kann dies ohne Weiteres verzeihen, denn auch ein ansonsten gnadenloser Killer kann mal einen etwas schlechteren Tag erwischen.

Insgesamt gesehen handelt es sich hier meiner Meinung nach definitiv um den schwächsten der ersten vier Filme, wobei er immer noch weit über dem Durchschnitt rangiert. Zudem kann man sich glücklich schätzen, das trotz des Titels "Das letzte Kapitel" keineswegs das Ende einer noch jungen Killerlaufbahn eingeleitet wurde, denn sechs noch folgende teile und ein erfolgreiches Spin-Off sind ein untrügliches Zeichen dafür, das der gute Jason noch längst nicht am Ende seines Schaffens angelangt ist.


Fazit:


Zur damaligen Zeit hat mir der Film weitaus besser gefallen, nach der nun neuerlichen Sichtung muss ich meine damalige Wertung von 9 Punkten etwas herunterfahren. Zwar handelt es sich immer noch um einen überdurchschnittlich guten Slasher, doch mittlerweile kann ich die teilweise offensichtlichen Defizite nicht mehr übersehen. Auch wenn ich bei dieser Filmreihe wegen meiner bekennenden Liebe zu ihr noch nie ganz objektiv sein konnte, muss man fairerweise eine leichte Abstufung vornehmen.


7,5 - 8/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5089
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon OpFeRmEtZgEr » 25. Feb 2016 13:03

Ist einfach die beste Slasherreihe!
Da kommt Michael Myers nicht ran ;)
Benutzeravatar
OpFeRmEtZgEr
Security Chef
 
Beiträge: 5338
Registriert: 09.2013
Wohnort: Inferno
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 25. Feb 2016 16:46

Bild





Freitag der 13. - Ein neuer Anfang
(Friday the 13th : A New Beginning)
mit John Shepherd, Marco St. John, Melanie Kinnaman, Richard Young, Vernon Washington, Shavar Ross, Tiffany Helm, Juliette Cummins, Jerry Pavlon, John Robert Dixon, Debi Sue Voorhees, Mark Venturini
Regie: Danny Steinmann
Drehbuch: Martin Kitrosser / David Cohen
Kamera: Stephen L. Posey
Musik: Harry Manfredini
FSK 18
USA / 1985

Tommy, einer der Überlebenden von Jasons Bluttaten, leidet noch als Erwachsener unter schrecklichen Alpträumen. Doch als er eines Tages auf dem Rücksitz eines Autos erwacht, erfährt er, daß die Realität noch viel schlimmer als seine Träume sein kann Doch das Auto steht vor einem Irrenhaus am Ufer des Crystal Lakes. Bald beginnen die ersten furchtbaren Morde, und die Gewalt eskaliert ins Unvorstellbare...


Das ist nun also der zweite Film der Reihe, in dem nicht Jason selbst für die unzähligen Morde verantwortlich zeichnet. Man sollte aber gleich anmerken, das dieser Aspekt keinesfalls negativ ins Gewicht fällt, deutet doch wirklich alles auf den angebliche toten Killer hin. Auch die Tatsache das mit Danny Steinmann nun schon wieder ein neuer Name Platz auf dem Regiestuhl genommen hat, beeinträchtigt in keinster Weise die Klasse der hier erzählten Geschichte. Von der ersten Minute an kann sich der Zuschauer an einem äusserst gelungenen Spannungsaufbau erfreuen und auch in atmosphärischer Hinsicht hat der Film eine ganze Menge zu bieten. Eine herrlich dichte Grundstimmung und etliche sehr bedrohliche Momente sorgen dabei für ein gelungenes Gänsehauterlebnis und diverse gut gesetzte Schockmomente runden das Geschehen nahezu perfekt ab.

Doch auch in Sachen Härte entpuppt sich die Story als äusserst positive Überraschung, gibt es doch einige wirklich sehenswerte und harte Kills zu sehen. Auch wenn Jason nicht selbst am Werk ist, lässt sich der Mörder eine ganze Menge einfallen, um die einzelnen Morde auch abwechslunsgsreich zu gestalten. Die Vielfältigkeit der einzelnen Tötungen ist beeindruckend, hinzu kommt der nicht gerade niedrig angesiedelte Splatter/Gore Gehalt. Deshalb kann ich persönlich auch nicht so ganz nachvollziehen, warum gerade dieser Teil bei vielen Fans nicht so gut ankommt, präsentiert sich doch ein absolut gelungener Slasher, an dem es recht wenig auszusetzen gibt. Und nur, weil Mr. Voorhees dieses Mal nicht selbst Hand anlegt, muss ein Film ja nicht gleich schlecht bewertet werden.

"Ein neuer Anfang" beinhaltet ausserdem auch eine ordentliche Portion Humor, was in erster Linie an zwei der Charakteren festzumachen ist. Die Darstellung einer echten Hinterwäldlerin und ihrem stumpfsinnigen Sohn ist nämlich so extrem gut gelungen, das man in diversen passagen einfach vor lachen nicht mehr an sich halten kann. Das Klischee der Hinterwäldler wird mit den beiden mehr als nur gut bedient und so ist man über das frühzeitige Ableben der beiden schon fast ein wenig traurig. Steinmann hat alle Zutaten sehr schön miteinander vermischt, so das im Endeffekt ein äusserst guter Film der Reihe entstanden ist, der meiner Meinung nach immer etwas unterschätzt wird und nicht die Beachtung erhält, die er aufgrund seiner Klasse durchaus verdient hätte.

Nicht nur als Fan der "Freitag der 13. Reihe" kann ich diesen tollen Horrorfilm jedem ans Herz legen, es wird wirklich alles geboten, was diese Filmgattung so sehr auszeichnet. Eine spannende Geschichte, jede Menge blutige Kills und eine absolut hervorragende Grundstimmung sind die Grundvorraussetzungen für ein erstklassiges Filmerlebnis, das hier auf jeden Fall geboten wird.


Fazit:


Ganz sicher ist "Ein neuer Anfang" nicht der beste Film der Reihe, aber die teilweise eher schlechten Bewertungen die ihm zuteil werden hat er sicherlich nicht verdient. Von der ersten bis zur letzten Minute handelt es sich um erstklassige Horrorkost, bei der man eigentlich gar nicht auf den Gedanken kommt, das nicht Jason selbst der Killer ist.


8/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5089
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

VorherigeNächste

Zurück zu "Filmtagebücher"

 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: DonT und 1 Gast