horror's Reise durch die Welt der Filme

Hier ist Platz für eure gesehenen Filme, zu denen ihr auch gern etwas schreiben könnt.

AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 8930

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 8. Nov 2017 13:26

Bild




Darling
(Darling)
mit Lauren Ashley Carter, Sean Young, Brian Morvant, Larry Fessenden, John Speredakos, Al-Nisa Petty, Helen Rogers
Regie: Mickey Keating
Drehbuch: Mickey Keating
Kamera: Mac Fisken
Musik: Giona Ostinelli
keine Jugendfreigabe
USA / 2015

Die junge, hübsche Darling nimmt einen Job als Haussitterin an und lässt sich dabei auch nicht von den Gerüchten über unheimliche Vorkommnisse, mysteriöse Selbstmorde und okkulte Rituale in dem alten Gebäude abschrecken. Als sie jedoch Geräusche im Haus hört und ein permanent verschlossenes Zimmer vorfindet, verfällt Darling zunehmend einem tödlichen Wahnsinn...


Mickey Keating zählt ganz offensichtlich zu der Art von Regisseuren, die ihren Filmen immer eine außergewöhnliche Note verleihen wollen. War das schon in Beiträgen wie "P.O.D " oder auch "Carnage Park" zu beobachten, so kommt dieser Aspekt bei "Darling" extrem stark zum Ausdruck. Der im klassischen schwarz/weiß gedrehte Film ist dabei eine ganz klare Hommage an die Filme eines Roman Polanski, denn Anleihen an Beiträge wie "Rosemary's Baby", "Der Mieter" und insbesondere "Ekel" sind unmöglich zu übersehen. Ganz besonders der zuletzt genannte Titel kommt dem Zuschauer immer wieder in den Sinn, denn auch im vorliegenden Fall steht eine junge Frau im Mittelpunkt, deren seelischer Verfall streckenweise imposant in Szene gesetzt wurde. "Darling erinnert dabei an ein extrem beklemmendes Kammerspiel, in dem Dialoge eher selten in den Vordergrund rücken. Keating lässt seine Erzählung vielmehr über die Bildsprache auf den Betrachter einwirken und unterstützt diese größtenteils lediglich durch eine teils wuchtige Geräuschkulisse. Das funktioniert einerseits sehr gut, aber dennoch beinhaltet die Geschichte trotz einer relativ kurzen Laufzeit von knapp 75 Minuten mehrere etwas langatmige Phasen. Es dauert nämlich eine geraume Zeit bis wirklich etwas passiert und diese Zeitspanne wurde streckenweise mit Szenen bestückt, die an ganz gewöhnliche Standbilder erinnern, Das wird nicht jedem schmecken, andererseits sorgt diese ungewöhnliche Herangehensweise aber auch dafür, das "Darling" eine ganz eigene Faszination absondert der man sich schwerlich entziehen kann.

In visueller Hinsicht sorgt Keating durch etliche surreale Elemente und beeindruckende Bilder dafür, das man stellenweise die Grenzen zwischen Halluzination und Realität nur schwer ziehen kann. Es entsteht eine Art sogartiger Strudel und der Betrachter wird immer tiefer in die seelischen Abgründe der Hauptfigur hinein gezogen. Obwohl sich das alles sehr positiv anhört ist hier jedoch auch gleichzeitig ein kleines Manko zu erkennen. Es fehlt nämlich an echten Überraschungsmomenten, da die Abläufe doch viel zu vorhersehbar sind. Der Übergang der jungen Frau in den totalen Wahnsinn ist leicht zu erkennen und das trübt den Gesamteindruck dann doch ein wenig. So entsteht auch kein wirklich konstant ansteigender Spannungsbogen, denn trotz aller erkennbaren Bemühungen ist es dem Regisseur nicht gelungen den Zuschauer durchgehend an seine Erzählung zu fesseln.

Wenn man gerade bei diesem Punkt einmal den direkten Vergleich zu Polanskis "Ekel" zieht muss man feststellen, das "Darling" von diesem Meisterwerk doch noch eine ganze Ecke entfernt angesiedelt ist. Und so hinterlässt einen dieser Film auch mit einem leicht zwiespältigen Eindruck, da sich die durchaus vorhandene Qualität immer wieder mit der leider zu stark ausgeprägten Vorhersehbarkeit der Ereignisse abwechselt. Dennoch handelt es sich immer noch um einen absolut sehenswerten Film, wobei man jedoch definitiv ein ausgeprägtes Faible für außergewöhnliche Beiträge hegen sollte. Der normale Mainstreamer wird hier bestimmt nicht auf seine Kosten kommen, denn "Darling" ist viel eher für eine Zielgruppe ausgerichtet, die kunstvoll angehauchte Experimentalfilme bevorzugen.

Letztendlich wird Mickey Keating einmal mehr die Meinungen spalten, da seine Werke anscheinend immer wieder zu Diskussionen anregen. Ich persönlich finde das sehr gut, setzt der gute Mann doch ständig neue Reizpunkte, über die man sich lohnenswert austauschen kann. Mit etwas mehr Fingerspitzengefühl hätte man in vorliegendem Fall noch eine Menge mehr heraus holen können, denn wirklich durchgehend vermag "Darling" nicht zu überzeugen. Eigentlich schade, denn genügend Potential ist auf jeden Fall vorhanden, nur hätte man dieses auch besser ausschöpfen sollen.


Fazit:


Wer Polanskis "Ekel" kennt sollte sich auch unbedingt "Darling" anschauen, denn meiner Meinung nach sind die beiden Werke sehr gut zu vergleichen. Der größte Unterschied lässt sich dann in der Qualität beider Filme erkennen, denn während Poalnski ein echtes Meisterwerk geschaffen hat, wirkt Keatings Beitrag leider ein wenig unausgegoren und siedelt sich so auch nur im guten Durchschnittsbereich an.


6/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5759
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 8. Nov 2017 16:58

Bild




Ein Riss in der Welt
(Crack in the World)
mit Dana Andrews, Janette Scott, Kieron Moore, Alexander Knox, Peter Damon, Jim Gillen, Gary Lasdun, Alfred Brown, Mike Steen, Emilio Carrere, Sydna Scott, John Karlsen, Todd Martin, Ben Tatar
Regie: Andrew Marton
Drehbuch: Jon Manchip White / Julian Zimet
Kamera: Manuel Berenguer
Musik: Johnny Douglas
FSK 16
USA / 1965

Nobelpreisträger Dr. Steven Sorenson plant, die geothermische Energie des Erdinneren anzuzapfen, indem er tief unter der Erdoberfläche eine Sprengung durchführt. Trotz der Warnungen seiner Kollegin Ted Rampian fährt Sorensen mit seinen Planungen fort, als er feststellen muss, dass er unheilbar krank ist - und dass sein Projekt zu dem Ergebnis führen wird, dass die Erde in zwei Teile geteilt und untergehen wird


Endless Classics hat es sich ganz offensichtlich zur Aufgabe gemacht fast vergessenen und eher unbekannten Klassikern neues Leben einzuhauchen. Seit geraumer Zeit erscheinen immer wieder recht günstige Mediabooks, in denen diese kleinen Perlen auf Blu-ray und DVD in neuem Glanz erstrahlen. Der vorliegende Film "Ein Riss in der Welt" zählt auch dazu und stellt eine Mischung aus SCI/FI und Katastrophenfilm dar, die bestens zu unterhalten weiß. Dabei strahlt die Geschichte eine ganz eigene Faszination auf den Betrachter aus, wobei diese ganz sicher nicht an der inhaltlichen Substanz fest zu machen ist. Rein inhaltlich gibt das Ganze nämlich nicht sonderlich viel her und ehrlich gesagt erscheint die Geschichte sogar ganz schön an den Haaren herbei gezogen. Das macht allerdings gar nichts, denn Regisseur Andrew Marton ist es hervorragend gelungen, die manchmal etwas hanebüchenen Abläufe sehr spannend und interessant in Szene zu setzen. Getragen wird das Ganze von einem sehr passenden Score, der mit der Zeit immer mehr anschwillt und dabei das drohende Unheil ankündigt.

Ein wenig befremdlich wirken manchmal eventuell die zwischen den Hauptfiguren auftretenden Probleme, was insbesondere auf die Beziehung der Sorenson's zutrifft. Diesen Passagen wird etwas zu viel Zeit gewidmet, wobei Marton allerdings nie die eigentliche Thematik seiner Geschichte zu sehr in den Hintergrund rücken lässt. Ein ganz großer Pluspunkt dieses Beitrages ist der Umstand, das man hier nicht ein heutzutage übliches Effekt-Gewitter präsentiert bekommt wie es beispielsweise in den Filmen eines Roland Emmerich immer der Fall ist. Die vorhandenen Effekte mögen aus der heutigen Sicht vielleicht etwas antiquiert und altbacken erscheinen, passen jedoch nahezu perfekt in die damalige Zeit und verleihen dem Szenario einen ganz eigenen Liebreiz.

Da schaut man auch gern einmal ein wenig über diverse Mankos hinweg, die sich hauptsächlich im Bezug auf die eher oberflächlichen Charakterzeichnungen oder mangelnde Logik ergeben. Zudem machen eben diese kleinen Unzulänglichkeiten den Reiz dieses kultigen Filmes aus und sorgen gleichzeitig für jede Menge Kurzweil. Genau mit dieser Betrachtungsweise sollte man dann auch an das Werk heran gehen, das trotz seiner eigentlich abstrusen Geschichte sogar eine leicht apokalyptische Grundstimmung freisetzen kann.

Letztendlich sollte man "Ein Riss in der Welt" keinesfalls nach Inhalt, Logik oder Wahrheitsgehalt beurteilen, denn mit diesen Zutaten wird hier eher sehr sparsam umgegangen. Stattdessen sollte man sich auf einen wunderbaren SCI/FI und Katastrophen-Mix aus den 60 er Jahren einstellen, der an einigen Stellen sogar leicht trashig daher kommt. Wirkt das bei vielen anderen Filmen eher störend, so passt diese Note im vorliegenden Fall wie die Faust aufs Auge. Das verleiht diesem Beitrag einen äußerst kultigen Anstrich und macht in in meinen Augen zu einer echten kleinen Filmperle, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.


Fazit:


"Ein Riss in der Welt" macht richtig Spaß und bereitet jede Menge Vergnügen. Hoffentlich kommt ein Herr Emmerich nicht auf die Idee diesem Film eine pompöse Neuauflage angedeihen zu lassen, denn anbieten würde sich die Story dafür auf jeden Fall. Andrew Marton hat hier wirklich gute Arbeit geleistet und einen nostalgischen Leckerbissen geschaffen, der in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte.


8/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5759
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 10. Nov 2017 13:06

Bild




Kill TV - Mord auf Sendung
(KILD TV)
mit D.C. Douglas, Astrea Campbell-Cobb, Heather Williams, Grace Johnston, Jared Doreck, Aleeah Rogers, Dan Braverman, Elizabeth Lestina, Brandon Hearnsberger
Regie: William Collins
Drehbuch: Channing Whitaker
Kamera: Larry McKee / Barry Strickland
Musik: Nicholas Gati
keine Jugendfreigabe
USA / 2016

Für Channel 6 ist Horror Programm. Der kleine Fernseh-Sender mit einem verrückten Team aus Horror-Fans berichtet über nichts anderes als grausame Serienkiller und ihre blutigen Verbrechen. Ganz vorne mit dabei ist der skurrile Dr. Perseco, der Star seiner makaberen Show. Doch eines Tages dreht sich der Spieß um. Einer der Crew wird ermordet, alle Türen sind plötzlich verriegelt. Irgendwo im Studio hat sich ein brutaler Killer verschanzt. Als immer mehr Blut fließt, versucht Dr. Perseco live auf Sendung, Hilfe zu holen. Doch seine Fans schenken ihm keinen Glauben. Bald offenbart der Killer seine gnadenlose Forderung: Das Team muss auf Sendung bleiben - sonst sind die Konsequenzen tödlich.


Und wieder einmal bekommt man es mit einem B-Slasher zu tun der aufgrund seiner Inhaltsangabe zwar durchaus ein wenig Spannung ankündigt, dessen Umsetzung allerdings an manchen Ecken und Enden etwas zu wünschen übrig lässt. Schnell merkt man das die Geschichte mit etlichen Klischees beladen ist, denn William Collins zieht wirklich alle Register, um einen möglichst typischen Genrebeitrag abzuliefern. Dabei beinhalte die Chose einen ziemlich trashigen Anstrich, denn insbesondere im ersten Drittel der Erzählung tendiert alles viel eher zu einer Art Parodie, als das man den Beitrag so richtig ernst nehmen könnte. Der Zuschauer wird in der Hauptsache mit der Arbeit des lokalen TV-Senders konfrontiert und bekommt dabei die völlig überspitzt dargestellte Show des Dr. Perseco zu sehen. Erst danach stellt sich dann eine gewisse Ernsthaftigkeit ein und die geheimnisvolle Mordserie nimmt so langsam ihren Lauf. Zugegebenermaßen offenbart "Kill TV" dabei auch einige sehenswerte Momente, allerdings können diese den eher mittelmäßigen Eindruck des Filmes nicht sonderlich aufwerten.

Die meisten der Morde geschehen im Off, dennoch bekommt man diverse und etwas blutigere Szenen zu sehen, die aber zu keiner Zeit den üblichen Rahmen sprengen. Wirklich interessant erscheint lediglich die Suche nach dem Killer, denn dieser muss sich unweigerlich unter den Angestellten des Senders befinden. Bei diesem Aspekt wurde auch ganz ordentliche Arbeit abgeliefert, denn die Identität des Mörders wird erst wenige Minuten vor dem Ende gelüftet. Der Weg bis zur Auflösung des Rätsels gestaltet sich äußerst durchwachsen, denn recht gute Momente wechseln sich immer wieder mit banalen Passagen ab, so das letztendlich kein absolut überzeugender Gesamteindruck entstehen kann.

Das liegt auch mit an den Darstellern, von denen keiner so richtig zu überzeugen weiß. Sämtliche Figuren bleiben eher blass und das dargebotene Schauspiel wirkt an manchen Stellen seltsam unmotiviert. Selbstverständlich sind auch die handelsüblichen und manchmal nicht nachvollziehbaren Handlungsweisen mit an Bord und auch recht dümmliche Dialoge dürfen natürlich nicht fehlen. Trotz dieser unübersehbaren Defizite macht der Film jedoch auf eine gewisse Art und Weise Spaß, was sicherlich auch im enthaltenen Trash-Faktor begründet liegt. Nachhaltige Eindrücke dürfte diese 08/15 Produktion aber keinesfalls hinterlassen, denn dafür mangelt es doch ganz eindeutig an inhaltlicher Substanz. Zudem beinhaltet die Story auch keinerlei neue Impulse die das Sub-Genre bereichern würden, so das es sich definitiv um einen günstigen Slasher von der Stange handelt.

Für zwischendurch ist "Kill TV-Mord auf Sendung" ohne Weiteres geeignet, jedoch sollte man die eigenen Erwartungen an diese Produktion schon im Vorfeld nicht zu hoch ansetzen. In einer Mixtur aus Parodie und Ernsthaftigkeit präsentiert sich ein Werk auf TV-Niveau, was bei der vorhandenen Thematik dann auch absolut passend ist. Bis auf einige eher belanglose Phasen ist die Erzählung zumindest recht kurzweilig gestaltet und ein wenig Kunstblut gibt es immerhin auch zu sehen. So gestaltet sich eine Sichtung dann auch nicht als verschwendete Lebenszeit, aber zu mehr reicht es letztendlich leider nicht.


Fazit:


Man kann sich diesen Beitrag gut und gern einmal ansehen, in der Sammlung muss man ihn allerdings nicht zwingend haben. Diese Einschätzung trifft dann wohl am besten zu und unterstützt auch den Aspekt, das sich Kill TV-Mord auf Sendung" maximal im absoluten Durchschnittsbereich ansiedelt.


5/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5759
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 14. Nov 2017 13:01

Bild




South of Hell
(South of Hell)
mit Mena Suvari, Zachary Booth, Lamman Rucker, Paulina Singer, Drew Moerlein, Bill Irwin, Luna Lauren Velez, Slate Holmgren, Lydia Hearst, Annapurna Sriram
Regie: Jeremiah S. Chechik / Jennifer Lynch / Eli Roth / u.A.
Drehbuch: Jessica Brickman / John E. Deaver / Matt Lambert / u.A.
Kamera: Walt Lloyd
Musik: Nathan Whitehead
FSK 16
USA / 2015

[Maria Abascal ist eine attraktive eiskalte Kopfgeldjägerin, die allerdings keine normalen Aufträge annimmt. Sie hat sich auf den Exorzismus von Dämonen spezialisiert. Zusammen mit ihrem Bruder David sucht sie besessene Menschen auf, um diese von ihren Geistern zu befreien. Doch Maria teilt das Schicksal der Besessenen, denn sie selbst trägt eine Dämonin namens Abigail in sich. Diese ernährt sich passenderweise von dem Bösen, dass Maria aus ihren Kunden saugt. Doch nicht immer hat Maria ihre Abigail unter Kontrolle/b]


Eli Roth ist ja eigentlich für seine härteren Horrorfilme wie "Hostel" , "The Green Inferno", oder auch "Cabin Fever" bekannt, weswegen manch ein Genre-Liebhaber bei der vorliegenden Mini-Serie eventuell mit falschen Erwatungen an das Format heran gehen könnte. Harter Horror und blutige Effekte sucht man nämlich vergebens, stattdessen beschäftigt sich "South of Hell" mit dem Thema der Dämonologie. Auf dem Cover der deutschen Blu-ray wird natürlich mit Roth's Namen geworben, allerdings waren mehrere Regisseure an dem Projekt beteiligt, das in 8 Episoden die Geschichte von der jungen Maria erzählt, die von der hübschen Mena Suvari dargestellt wird. Gerade zu Beginn ist das Tempo der Erzählung noch eher gemächlich, jedoch nimmt die Serie mit zunehmender Laufzeit immer mehr an Fahrt auf und legt dabei auch ein recht anständiges Tempo an den Tag.

Der enthaltene Horror ist von der subtilen Art und wirklich schockierende Elemente bekommt man nicht zu sehen. Das Ganze ist vielmehr ein wenig auf Mainstream getrimmt und dürfte somit in der Hauptsache auf die breite Masse ausgelegt sein. Der Unterhaltungswert ist nicht schlecht, allerdings sollte man keinesfalls auf spektakuläre Momente hoffen, denn diese gehen dem Szenario dann doch ein wenig ab. Auch die enthaltenen Effekte beinhalten nichts Sensationelles, ein paar gefärbte Kontaktlinsen bei den Dämonen und einige stürmische Momente durch Windmaschinen sind alles, womit dieses Format aufwarten kann. Das mag für manch einen eher eine leichte Enttäuschung sein, aber dennoch versteht es "South of Hell" durchgehen, kurzweilig und gut zu unterhalten. Getragen wird die Chose in erster Linie durch ihre Hauptdarstellerin, denn von Anfang bis zum Ende vermag es Mena Survari, jede Menge an Sympathiepunkten zu sammeln. Ganz generell ist das Schauspiel der Akteure als gut zu bezeichnen, wobei die Skizzierung mancher Figuren aber ein wenig zu oberflächlich ausfällt.

Der Spannungsfaktor geht durchaus in Ordnung, man sollte allerdings keinesfalls den absoluten Nervenkitzel erwarten. In visueller Hinsicht sollte man keinerlei Wunderdinge erwarten, was insbesondere bei der Darstellung der Vorhölle und Hölle ziemlich deutlich wird. Diese Momente werden dem Zuschauer in schwarz/weiß präsentiert, um den Kontrast zur normalen Welt etwas deutlicher zu machen. Das kann man mögen oder auch nicht, auf den gewonnenen Gesamteindruck der Serie hat dieser Umstand in meinen Augen keinerlei Auswirkung. Roth und Kollegen haben hier im Grunde genommen ganz ordentliche Arbeit geleistet, denn die Geschichte an sich ist wirklich nicht uninteressant. Allerdings fällt das Ganze dann letztendlich doch etwas zu seicht aus, als das man von echtem Horror sprechen könnte.

Im Endeffekt ist "South of Hell" auf jeden Fall ein sehenswertes Format, zählt aber mit Sicherheit nicht zu den Mini-Serien, die einen äußerst nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlassen. Dafür fehlt es dann doch ganz eindeutig am nötigen Extra, denn echte Überraschungsmomente oder spektakuläre Ideen sind nicht mit von der Partie. Und so siedelt sich das Gesamtwerk dann auch am oberen Rand des guten Mittelmaßes an, denn für den ganz großen Wurf hat es aufgrund der angesprochenen Punkte nicht gereicht. Trotzdem kann man ohne Weiteres eine Empfehlung aussprechen, denn manchmal reicht auch ein sehr solides Format definitiv aus, um einen gut zu unterhalten.


[b]Fazit:



"South of Hell" ist wahrlich kein Überflieger, bietet aber größtenteils gelungene Genrekost, bei der man jedoch keinerlei großartige Höhepunkte erwarten sollte. Freunde der harten Gangart sind hier fehl am Platz und auch die Liebhaber spektakulärer Effekt-Gewitter werden nicht auf ihre Kosten kommen. Wer allerdings eine gute Mischung aus Fantasy-und Horrorelementen sehen möchte, der kann an dieser Stelle bedenkenlos zugreifen.


6,5/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5759
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 16. Nov 2017 15:48

Bild




The Good Neighbor - Jeder hat ein dunkles Geheimnis
(The Good Neighbor)
mit James Caan, Logan Miller, Keir Gilchrist, Laura Innes, Edwin Hodge, Anne Dudek, Bailey Noble, Lili Reinhart, Mindy Sterling, William Charles Mitchell
Regie: Kasra Farahani
Drehbuch: Mark Bianculli / Jeff Richard
Kamera: Alexander Alexandrov
Musik: Andrew Hewitt
FSK 16
USA / 2016

Die beiden Teenager Ethan und Sean haben sich ein perfides Experiment ausgedacht: Sie wollen ihren mürrischen alten Nachbarn Harold Grainey glauben machen, dass es in seinem Haus spukt. Mittels der heimlichen Installation moderner Technik können sie Harold nicht nur rund um die Uhr überwachen, sondern überdies verschiedene Vorfälle wie sich öffnende Türen oder flackernde Lampen auslösen. Die Streiche zeigen zwar allmählich ihre Wirkung, doch reagiert Harold anders als erhofft. Sind die beiden Jungs auf ein dunkles Geheimnis gestoßen, das nicht nur ihr Experiment, sondern auch ihre eigene Sicherheit gefährdet?


Immer wieder wird man mit diversen Erstlingswerken neuer Regisseure konfrontiert, wobei allerdings nur die wenigsten davon einen wirklich nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Was aber der gebürtige Iraner Kasra Farahani mit seinem Debütfilm "The Good Neighbor - Jeder hat ein dunkles Geheimnis" auf die Beine gestellt hat ringt einem echten Respekt ab, denn anscheinend hat der gute Mann ein untrügliches Gespür für spannungsgeladene Thriller. Bedient hat man sich dabei des polarisierenden Found Footage Looks und auch wenn dieses Sub-Genre schon etlichen Schund produziert hat, handelt es sich im vorliegenden Fall um einen absolut grandiosen Vertreter dieser Art. Ein perfides Experiment zweier Teenager liegt dem Ganzen inhaltlich zu Grunde und schon nach relativ kurzer Zeit weiß man, das die Geschichte ziemlich tragisch ausgehen wird. Zwischenzeitlich werden nämlich immer wieder kleinere Szenen einer Gerichtsverhandlung eingespielt die zeitlich gesehen nach den Ereignissen des Experimentes angesiedelt ist. Die Hintergründe der Abläufe werden aber keinesfalls so früh preisgegeben und so kann sich der Zuschauer auf ein Szenario einstellen, das mit zunehmender Laufzeit einen stetig ansteigenden Spannungsbogen erkennen lässt, der zu keiner Zeit irgendwelche Einbrüche beinhaltet.

Farahani schafft es fast schon spielerisch den Zuschauer für seine Geschichte einzunehmen, denn trotz verhältnismäßig geringer Mittel wird hier Thrill und der pure Nervenkitzel produziert. Teilweise wird man selbst zu einer Art Spielball der Abläufe, denn ohne es eigentlich zu wollen wird man selbst zu einer Art Voyeur, der ohne Erlaubnis einen Nachbarn beobachtet und dabei ohne Frage in dessen Privatsphäre eingreift. Genau darin besteht nämlich das perfide Experiment, das Ethan und Sean an ihrem Nachbarn Harold Grainey praktizieren und dabei anscheinend auf ein dunkles Geheimnis stoßen, das dieser in seinem Keller verbirgt. Aus dieser Ausgangslage heraus bezieht "The Good Neighbor" dann auch sein gesamtes Spannungspotential und obwohl im Prinzip während der gesamten Laufzeit keinerlei spektakuläre Dinge passieren reicht das vollkommen aus, um eine unglaublich starke Faszination auf den Betrachter auszuüben. Immer tiefer taucht man in die Geschichte ein, die mit zunehmender Laufzeit so einige Wendungen offenbart und zum Ende hin mit einem richtig traurigen und tragischen Showdown aufwartet.

Kasra Farahani verrät dem Betrachter nie zu viel, denn es werden immer nur kleinere Informations-Häppchen eingestreut, die erst ganz am Ende das große Ganze erkennen lassen. So wird der Zuschauer dann auch des Öfteren auf eine falsche Fährte gesetzt, denn ganz ohne Frage wird die eigene Fantasie extrem angeregt und man stellt zwangsläufig seine eigenen Vermutungen an, was es denn mit dem dunklen Geheimnis auf sich haben könnte. Ziemlich geschickt lenkt einen der Regisseur dabei in eine bestimmte Richtung, um dann am Schluss mit einer Auflösung aufzuwarten, die nicht nur die beiden Teenager im Film, sondern auch den Betrachter vor dem heimischen TV fast sprachlos zurück lässt. Das hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis und noch lange nach der Sichtung des Filmes denkt man über das Gesehene nach und hinterfragt dabei auch moralische Aspekte, die das Szenario ganz klar anprangert. Dabei handelt es sich nicht nur um die Aktion der beiden Teenager, denn in meinen Augen wird ganz eindeutig die Frage aufgeworfen, in wie weit man generell in die Privatsphäre eines anderen Menschen eindringen darf. Das es durch solche Aktionen nämlich zu furchtbaren Irrtümern mit schrecklichen Folgen kommen kann, führt Kasra Farahani dem Betrachter eindrucksvoll vor Augen.

Letztendlich handelt es sich bei "The Good Neighbor - Jeder hat ein dunkles Geheimnis" um ein in allen Belangen imposantes Regiedebüt, das auch in darstellerischer Hinsicht vollends überzeugen kann. James Caan mimt den mürrischen und in sich gekehrten Nachbarn absolut perfekt und kann vor allem zum Ende hin jede Menge Sympathiepunkte auf sich vereinen. Aber auch die beiden jungen Darsteller Logan Miller und Keir Gilchrist warten mit erstklassigen Leistungen auf und ergänzen sich dabei exzellent. So gibt es dann schlussendlich auch nichts zu bemängeln und man kann sich auf einen hervorragenden Film einstellen, der einem phasenweise sogar kalte Schauer über den Rücken rieseln lässt. Dafür sorgt allein schon die äußerst dichte Atmosphäre, die sich ganz zwangsläufig auch auf einen selbst überträgt und dabei die eigenen Nerven bis zum Zerreißen anspannt.


Fazit:


Wieder einmal hat OFDB Filmworks ein untrügliches Gespür für erstklassige Filme bewiesen, denn "The Good Neighbor" reiht sich nahtlos in die bisher tollen Veröffentlichungen ein. Dieser Film geht einem so richtig unter die Haut und ist nahezu ein Paradebeispiel dafür, das eine gut durchdachte Geschichte, gute Schauspieler und eine grandiose Grundstimmung völlig ausreichen, um den absoluten Nervenkitzel zu produzieren. Fans herausragender Thriller sollten an dieser Stelle unbedingt zugreifen, ansonsten verpasst man ein Filmerlebnis, das nachhaltig im Gedächtnis hängen bleibt.


9/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5759
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 20. Nov 2017 14:33

Bild




A Night of Horror Volume 1
(A Night of Horror Volume 1)
mit Bianca Bradey, Tegan Higginbotham, Emily Wheaton, Jessica Gower, Rosie Keogh, Jessica Hinkson, Kaylea Caulfield, Nicholas Colla, Pauline Grace, Peter Higginson
Regie: Bossi Baker / Nicholas Colla / u.A
Drehbuch: Bossi Baker / Dan Berghofer / u.A
Kamera: Richard C Bell / Drew Daniels / u.A
Musik: Arabella Adelaide / Sean Baillie / u.A
keine Jugendfreigabe
Australien / Kanada / USA / 2015

Eine junge Frau erwacht orientierungslos in einem dunklen Gebäude voller Schaufensterpuppen. Als sie sich umsieht, findet sie mit Blut beschmierte Leinwände, Spritzen, Masken, eine Axt und viele weitere Gegenstände, von denen jeder seine ganz eigene unheimliche und blutige Geschichte erzählt: von Zombies, Kannibalen, vom Horror der Schönheit und von einer verstörten Psychiatrie-Insassin...


Einmal mehr bekommt der Zuschauer eine Ansammlung diverser Horror-Kurzgeschichten präsentiert, die in eine kleine Rahmenhandlung hinein gepresst wurden. Vor allem in den letzten Jahren erfreuen sich solche Anthologien größerer Beliebtheit und Filme wie "V/H/S" oder auch "The ABC's of Death" stehen ziemlich hoch im Kurs. Mit "A Night of Horror - Vol. 1" stellt sich nun ein weiterer Beitrag vor, der wohl aber keinen allzu nachhaltigen Eindruck hinterlassen wird. Dabei wurde die Chose doch vor allem in visueller Hinsicht recht anspruchsvoll ins Bild gesetzt und verfügt über eine sehenswerte Hochglanzoptik. Die Schwächen lassen sich vielmehr in den einzelnen Episoden aufzeigen, denn an dieser Stelle haben die verschiedenen Regisseure nun wirklich keine gute Arbeit geleistet. Ehrlich gesagt kann nicht eine einzige Episode so richtig überzeugen und lediglich 2-3 der Kurzgeschichten können überhaupt mit einem gewissen Unterhaltungswert aufwarten. Der Rest ist absolut belanglos und in so mancher Folge muss man sich sogar die Frage stellen, welches vernebelte Hirn einen solchen Nonsens kreiert hat.

Da wird stellenweise krampfhaft versucht, Ansätze eines David Lynch mit einzubauen, wobei dieser Schuss ganz gehörig nach hinten losgegangen ist. Das Endergebnis sind dann Storys ohne Sinn und Verstand und man ist heilfroh darüber, das es sich hier wirklich nur um Kurzgeschichten handelt. Das aber auch diese extrem lang erscheinen können, wird dem Betrachter äußerst eindrucksvoll vor Augen geführt. Fünf bis zehn Minuten wirken wie eine Ewigkeit und die inhaltliche Substanz der meisten Episoden will sich nicht zu erkennen geben. Mit der Zeit kann einem das ordentlich auf die Nerven gehen und wenn nicht ab und zu eine etwas interessante Story auf den Plan treten würde, dann hätte man ganz bestimmt schon längst die Stop-Taste des heimischen Blu-ray Players betätigt.

Geht von vielen anderen Anthologien fast immer eine gewisse Faszination aus, so ist diese im vorliegenden Fall nur sehr schwer zu erkennen. Eine dichte Atmosphäre oder ein gelungener Spannungsbogen ist so gut wie nie vorhanden. Stattdessen wird man mit allerlei Unsinn konfrontiert und kann so auch unmöglich verhindern, das in großen Teilen die pure Langeweile vorherrscht. Die Geschichten sind völlig unausgegoren und sorgen nicht unbedingt für das Filmvergnügen, das sich manch einer ganz bestimmt erhofft hat. Wenn nun zumindest ein ordentlicher Härtegrad zu erkennen wäre dann wäre das ja noch in Ordnung, aber auch bei diesem Aspekt wird viel eher auf Sparflamme gekocht. Einige etwas blutigere Einstellungen können den gewonnenen Gesamteindruck keinesfalls aufwerten und so kann man "A Night of Horror - Vol. 1" schon fast als echten Rohrkrepierer bezeichnen.

Natürlich muss sich jeder selbst ein Bild von der Sache machen, doch ehrlich gesagt ist diese Anthologie viel eher vergeudete Lebenszeit, als das man eine Empfehlung dafür aussprechen könnte. Man hätte sich diesen Murks besser verkniffen, denn irgendwie ist das Ganze weder Fisch noch Fleisch. Lediglich die recht ansprechende Optik weiß ein wenig zu gefallen, aber das ist längst nicht ausreichend für ein gelungenes Gesamtprodukt.


Fazit:


"A Night of Horror - Vol. 1" deutet ja schon eindeutig an, das definitiv noch eine weitere Veröffentlichung folgen wird. Bei der vorliegenden Qualität des Filmes ist das jedoch überhaupt nicht nötig, denn wenn man sich nicht ganz klar steigert, liegen letztendlich zwei Rohrkrepierer vor.


3/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5759
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 26. Nov 2017 12:07

Bild




Demon Girl
(From a House on Willow Street)
mit Sharni Vinson, Carlyn Burchell, Steven John Ward, Gustav Gerdener, Zino Ventura, Dimitri Bajlanis, Zelmia Bezuidenhout, Nicole De Klerk, Monica Ann Fourie
Regie: Alastair Orr
Drehbuch: Catherine Blackman / Jonathan Jordaan / Alastair Orr
Kamera: Brendan Barnes
Musik: Andries Smit
keine Jugendfreigabe
Südafrika / 2016

Hazel und ihr Freund Ade sehen nur eine Chance, ihr Leben noch einmal auf die Spur zu bekommen. Nach sechs Wochen intensiver Planung entführen sie mit Hilfe zweier Kumpane die Tochter eines schwer reichen Diamantenhändlers und wollen für ihre Freilassung ein sattes Lösegeld einstreichen. Zunächst läuft alles glatt, außer dass sich bei Hazel sofort ein unerklärliches ungutes Gefühl meldet. Ihre Ahnung täuscht sie nicht, denn ausgerechnet das von ihr entführte Mädchen ist von einem uralten Bösen besessen.


Gleich zu Beginn sollte man erwähnen, das man bei diesem südafrikanischen Genrebeitrag keinerlei echte Überraschungsmomente erwarten sollte, offenbart einem der deutsche Filmtitel "Demon Girl" doch von Anfang an die Thematik der Geschichte. Das ändert aber rein gar nichts daran das Alastair Orr einen atmosphärisch äußerst dichten Mix aus Entführungsthriller, Exorzismus und Dämonen-Horror auf die Beine gestellt hat, der von der ersten bis zur letzten Minute absolut sehenswertes und spannendes Genrekino präsentiert. In den ersten gut 30 Minuten beschäftigt sich die Story hauptsächlich mit dem Kidnapping und es ist noch recht wenig von der eigentlichen Thematik zu erkennen. Lediglich die von Anfang an unheilvolle Grundstimmung lässt darauf schließen das es hier nicht mit rechten Dingen zugeht, was sich mit zunehmender Laufzeit auch immer stärker bewahrheiten soll. Gibt sich der aufkommende Horror zunächst eher auf subtile Art und Weise zu erkennen, so springt er dem Zuschauer in der zweiten Hälfte der Geschichte förmlich mit Anlauf ins Gesicht.

Dabei setzt Orr phasenweise sogar auf einige blutigere Einstellungen, ohne jedoch zu irgendeiner Zeit den normalen Rahmen zu sprengen. Ganz generell ist "Demon Girl" auch nicht auf einen expliziten Härtegrad ausgerichtet, punktet der Film doch viel eher durch einen gekonnten Spannungsaufbau und seine extrem dichte Atmosphäre. Zudem machen auch die Darsteller einen wirklich ordentlichen Job, wobei mit Sharni Vinson (You're Next) auch ein bekanntes Gesicht verpflichtet werden konnte. Obwohl die Story an sich ziemlich simpel gestrickt ist und die Abläufe größtenteils vorhersehbar erscheinen, strahlt das Geschehen eine ganz eigene Faszination auf einen aus. Man ahnt zwar jeden Schritt voraus, wird aber dennoch immer tiefer in das unheimliche Geschehen hinein gezogen.

Die einzelnen Zutaten harmonieren sehr gut miteinander und ergeben ein äußerst stimmiges Gesamtbild. Dadurch kann man auch gut und gern über die fehlende Innovation des Ganzen hinweg sehen, denn "Demon Girl" versteht es trotz der vorhersehbaren Ereignisse fast spielend, den Betrachter durchgehend für sich einzunehmen. Dafür sorgen allein schon die herrlich düstere Optik und kleinere gezielt eingesetzte Schockmomente, durch die auch mehrere Gänsehautmomente entstehen. Es handelt sich also in der Summe um wirklich sehenswertes Genrekino, weshalb ich so manch mittelmäßige Kritik zu diesem Beitrag auch nicht so ganz nachvollziehen kann.

Aber wie immer liegt es im Auge des jeweiligen Betrachters, denn letztendlich wäre es ja traurig, wenn wir allen den gleichen Geschmack hätten. Freunde von Innovation und etlichen Überraschungsmomenten werden also nicht so sehr auf ihre Kosten kommen, wer allerdings einen kruden Genre-Mix zu schätzen weiß, kann bei "Demon Girl" nicht viel falsch machen. Mich persönlich hat dieses Werk jedenfalls bestens und kurzweilig unterhalten, so das ich definitiv eine dicke Empfehlung aussprechen kann.


Fazit:


Altbewährte Zutaten wurden von Alastair Orr toll miteinander vermischt und ergeben ein Gesamtbild, das man als überdurchschnittlich gut bewerten kann. Eine spannende (wenn auch vorhersehbare) Geschichte, gut agierende Schauspieler und eine exzellente Grundstimmung sind die Stärken dieser südafrikanischen Produktion, die man sich meiner Meinung nach auf keinen Fall entgehen lassen sollte.


7/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5759
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 26. Nov 2017 16:12

Bild




Bob der Baggerführer
(Bob der Baggerführer)
mit Robert van Kersten, Gabriela Wirbel, Tom Barcal, Heiko Bender, Kelly Trump, Ralf Richter, Olaf Ittenbach, Tanja Ittenbach, Thomas Kercmar, Jens Schütte
Regie: Jochen Taubert
Drehbuch: gibt es nicht
Kamera: keine Information
Musik: Michael Donner
keine Jugendfreigabe
Deutschland / 2013

Bob ist ein Klischee von einem Bauarbeiter. Nicht besonders fleißig und in Gedanken nur beim Essen und bei den Weibern. Das sieht sein arbeitsamer Chef, der Bauleiter (Ralf Richter), gar nicht gerne. Bei der Arbeit mit seinem Bagger stößt Bob auf eine alte Bombe. Als er versucht diese zu bergen, gibt es eine Explosion und Bob gerät unerklärlicher Weise in die feindliche Zeit des Nazi-Regimes, versucht irgendwie einfach nur zurück ins Heute und muss so einiges überstehen…


Der Name Jochen Taubert ist seit etlichen Jahren ein fester Begriff in der deutschen Filmlandschaft, wobei dieser Umstand ganz sicher nicht in der Qualität seiner Filme begründet ist. Diese sind nämlich seit jeher der pure Trash und vom rein filmischen Aspekt aus gesehen handelt es sich zudem fast immer um die totalen Rohrkrepierer. Ehrlich gesagt erwartet man vom guten Jochen aber auch gar nichts anderes, denn immerhin erfreuen sich seine mülligen Werke durchaus einer größeren Beliebtheit, denn vom reinen Unterhaltungswert her kann man sich als Trash-Liebhaber so gut wie nie beschweren. Der vorliegende Streifen "Bob der Baggerführer" Schlägt eben in genau diese Kerbe und was einem streckenweise geboten wird, ist an purem Diletantismus nur schwer zu überbieten. Das fängt wie eigentlich immer bei den Darstellern an, denn Taubert hat einmal mehr eine Art Laienspielgruppe um sich versammelt. Da hilft es auch nichts das kleinere Nebenrollen mit bekannteren Namen wie Ralf Richter oder Olaf Ittenbach besetzt sind, denn das dargebotene Schauspiel spottet wie immer jeglicher Beschreibung. Auch die Umsetzung der Geschichte ist ein mittelschwerer Witz, wobei man aus der Thematik an sich wirklich etwas hätte machen können. Stattdessen wird aber munter drauf los gespielt und insbesondere aus diesem Umstand heraus ergeben sich dann auch unzählige Szenen, in denen es vor Situationskomik nur so wimmelt. Hinzu kommen dann noch die völlig hirnrissigen Dialoge die eigentlich nur einem kranken Hirn entsprungen sein können, denn phasenweise wird dermaßen großer Stuss von sich gegeben, das es auf keine Kuhhaut mehr geht. Aber genau diese in allen Taubert-Filmen wiederkehrenden Defizite machen auch diese Produktion so liebenswert, denn wenn man echten Diletantismus zu schätzen weiß, ist man bei einem Jochen Taubert genau an der richtigen Adresse und kommt voll auf seine Kosten.

Im Fokus der vorliegenden Story steht der fettleibige Baggerfahrer Bob, der nun wirklich sämtliche Klischees bedient. in einem absolut hanebüchenen Szenario bekommt es der gute Mann plötzlich mit Nazis zu tun und darf sich ganz nebenbei trotz seiner immensen Leibesfülle auch noch sexuell betätigen. Generell lässt Taubert in diesem Werk eine ganze Menge Erotik einfließen, so bekommt der Zuschauer des Öfteren nackte Haut geboten und kann auch ein Paarungsritual des Baggerführers bestaunen. Im Gegensatz zu vielen früheren Filmen wirken dieses Mal auch einige wirklich gut aussehende Frauen mit, was zumindest den optischen Wert des Filmes erheblich aufwertet. Ansonsten aber kann man aus filmischer Sicht kaum ein gutes Haar an dieser Produktion lassen, wobei an dieser Stelle ganz explizit auf die sogenannten Kriegsszenen hingewiesen wird. Bei diesem Punkt wird der pure Trash so richtig sichtbar, denn was sich dort auf irgendeiner Dorfwiese abspielt ist schon der absolute Hammer. Einige in Uniformen gezwängte Statisten halten dort einer Art von Kriegsspiel ab, geben alle paar Minuten einige Schüsse ab und verstecken sich hinter wenigen ausrangierten Militärfahrzeugen. Das wirkt nun alles andere als authentisch, hebt den unfreiwilligen Spaß-Faktor jedoch ganz erheblich an.

Das zieht sich allerdings wie ein roter Faden durch den gesamten Film, dem ganz offensichtlich auch kein Drehbuch zu Grunde liegt. Das verwundert aber nicht wirklich, denn nur auf diese Art und Weise kann ein Jochen Taubert Film seine volle Wirkung entfalten. Um dies zu verspüren muss man aber extrem aufnahmebereit sein, denn nicht jedem sagen solche filmischen Rohrkrepierer auch wirklich zu. Eine leicht masochistische Veranlagung kann da hilfreich sein, denn auf ihre ganz eigene Art fügen einem solche Beiträge immer wieder starke Schmerzen zu. Insbesondere die bei den Darstellern immer wieder zu Tage tretende Theatralik der Akteure ist dafür das beste Beispiel, wobei ich mittlerweile zu der Ansicht gelangt bin, das diese Zutat bei Herrn Taubert vollkommen beabsichtigt eingebaut wird. Darüber kann man sich streckenweise köstlich amüsieren, bei echten Cineasten dürfte dieser Aspekt aber viel eher zu akutem Haarausfall führen. Wie dem auch sei, die Beiträge des "Meisters" sind seit jeher nicht mit den normalen Maßstäben zu messen und mittlerweile dürfte eigentlich jeder wissen, das es sich dabei um echten Trash aus deutschen Landen handelt den man entweder liebt, oder gar nichts damit anfangen kann.

Wie dem auch sei, Jochen Taubert hat schon immer die Meinungen gespalten und ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nur einer ganz bestimmten Zielgruppe vermittelbar. Man muss nämlich zwingend dazu in der Lage sein das eigene Gehirn leer rollen zu lassen und seinen guten Geschmack über Bord zu werfen. Außerdem sollte man keinerlei gesteigerten Wert auf inhaltliche Substanz, intelligente Dialoge oder talentierte Schauspieler legen, denn all diese Dinge kann man bei einem Taubert-Film keinesfalls erwarten.


Fazit:


"Bob der Baggerführer" ist ein weiteres Meisterwerk des schlechten Geschmacks und kann einem aufgrund des vorhandenen Diletantismus des Öfteren die Tränen in die Augen jagen. Bewerten kann man diese Produktion ausschließlich aus der Sichtweise eines Trash-Fans, denn alle anderen Messlatten versagen hier auf der ganzen Linie.


7/10 auf der nach oben hin offenen Trash-Skala
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5759
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 30. Nov 2017 16:05

Bild




Wonder Woman
(Wonder Woman)
mit Gal Gadot, Chris Pine, Connie Nielsen, Robin Wright, Danny Huston, David Thewlis, Saïd Taghmaoui, Ewen Bremner, Eugene Brave Rock, Lucy Davis, Elena Anaya
Regie: Patty Jenkins
Drehbuch: Allan Heinberg / Zack Snyder
Kamera: Matthew Jensen
Musik: Rupert Gregson-Williams
FSK 12
China / Großbritannien / Hongkong / Italien / Kanada / Neuseeland / USA / 2017

Diana ist eine Amazonenprinzessin, die auf einer verborgenen Insel zu einer unbezwingbaren Kriegerin ausgebildet werden soll. Als dort der Pilot Steve Trevor eine Bruchlandung hinlegt und den Kämpferinnen davon berichtet, dass weit entfernt von ihrer Welt ein verzweifelt geführter Weltkrieg tobt, zieht Diana ohne Erlaubnis mit ihm los, um in den Konflikt einzugreifen und das Gute gewinnen zu lassen. Während sie in die Schlacht zieht, entdeckt sie ungeahnte Fähigkeiten, die sie zu Wonder Woman werden lassen.


Nachdem man die gute Wonder Woman ja schon in "Batman v Superman: Dawn of Justice" begutachten durfte und Gal Gadot den beiden Hauptfiguren dabei fast die Show gestohlen hat, liegt nun endlich auch die Ursprungsgeschichte der jungen Amazone vor. Mit einem geschätzten Budget von 149.000.000$ entstand dabei ein wirklich imposanter Blockbuster, der das wieder neu belebte DC-Universum enorm bereichert. Und das liegt sicherlich nicht ausschließlich an den vorhandenen Effekten die sich sehr gut anschauen lassen, vielmehr ist es die äußerst spannende Geschichte an sich, die den Zuschauer durchgehend in ihren Bann zieht. Beginnend in der Kindheit der Amazonen-Prinzessin schlägt das Geschehen den Bogen zum ersten Weltkrieg, dessen Geschehen eindeutig im Fokus der Erzählung steht. Selbstverständlich müssen wir Deutschen einmal mehr als die Bösewichter herhalten, woran man sich mittlerweile ja locker gewöhnt hat. Regisseurin Patty Jenkins (Monster) ist es gelungen eine aus einer interessant erzählten Story und jeder Menge sehenswerter Action ausgewogene Mischung zu kreieren, die einen gut zwei Stunden erstklassig unterhält. Die enthaltene Action ist gut über die gesamte Laufzeit verteilt, wobei manch einer sicherlich zu der Meinung gelangen wird das diese Zutat viel zu kurz kommt.

Das ist natürlich Ansichtssache und man kann es nicht jedem recht machen, aber "Wonder Woman" überzeugt eben durch die Ausgewogenheit der einzelnen Elemente von denen definitiv keines zu kurz kommt. Die Geschichte wird flüssig erzählt und beinhaltet keinerlei Längen, immer wieder eingestreuter Humor sorgt trotz der eigentlich relativ ernsten Thematik des Krieges für viel Lockerheit und die erstklassigen Darsteller tun ihr Übriges, um einen extrem guten Gesamteindruck zu erzeugen. Dabei sind es nicht nur die Hauptdarsteller Gal Gadot und Chris Pine die glänzen können, auch alle Nebenfiguren sind hervorragend besetzt. Das ist in meinen Augen eine der ganz großen Stärken dieses Filmes, der aber auch in allen anderen Belangen einen mehr als guten Eindruck hinterlässt. Jenkins ist es auch hervorragend gelungen das Kriegsgeschehen recht eindrucksvoll und authentisch darzustellen, die teilweise düsteren Bilder verleihen dem Szenario dabei den unübersehbaren Anstrich der totalen Tristesse und Hoffnungslosigkeit. Gleichzeitig lässt sich durch die Figur von "Wonder Woman" und deren Idealismus auch viel Hoffnung erkennen, so das auch in dieser Beziehung eine exzellent funktionierende Mixtur gefunden wurde.

Ganz generell präsentiert sich die titelgebende Hauptfigur von Beginn an als absolute Sympathieträgerin und nimmt so auch völlig zu recht den Status einer charmanten Superheldin ein. Dabei ahnt sie am Anfang noch nicht einmal etwas von den in ihr schlummernden Kräften, denn diese entdeckt sie erst im Laufe der Zeit, um sie dann auch sogleich zum Wohle der Menschheit einzusetzen. Gal Gadot vermag in ihrer Rolle absolut zu glänzen und versprüht dabei insbesondere im ersten Filmdrittel einen herrlich naiven Charme. Nachdem sie nämlich abgeschottet auf einer verborgenen Insel unter lauter Amazonen aufgewachsen ist, gestalten sich gerade die ersten Schritte in der normalen Welt ziemlich unbeholfen. In dieser Phase der Erzählung kommt es dann auch des Öfteren zu wunderbarer Situationskomik und auch diverse sehr witzige Dialoge treten immer wieder in den Vordergrund. Der wirkliche Reifeprozess der jungen und extrem hübschen Frau gibt sich dann während des Kriegsgeschehens zu erkennen und stellt das bisherige Leben von "Wonder Woman" ganz gehörig auf den Kopf.

In der Summe handelt es sich bei vorliegendem Beitrag um eine mehr als nur gelungene Comic-Verfilmung, wobei die Meinungen wie eigentlich immer auch an dieser Stelle auseinander gehen werden. Nachdem mir persönlich auch schon "Batman v Superman: Dawn of Justice" äußerst gut gefallen hat, liegt nun der nächste gelungene Film des DC-Universums vor und man kann durchaus gespannt darauf sein, was den geneigten Fan in der Zukunft noch alles erwartet. Patty Jenkins hat jedenfalls eine absolut gelungene Arbeit abgeliefert und es bleibt zu hoffen, das man auch zukünftig noch eine Menge von der sympathischen "Wonder Woman" hören wird.


Fazit:


Es ist im Prinzip immer wieder die Frage, ob man mehr auf die Superhelden von Marvel oder die von DC steht. Das bleibt natürlich jedem selbst überlassen, doch mit den letzten Verfilmungen "Batman v Superman: Dawn of Justice", "Suicide Squad" und nun auch "Wonder Woman" hat DC ein Stück des Vorsprungs aufgeholt, den Marvel sich in den letzten Jahren erarbeitet hat.


8,5/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5759
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 5. Dez 2017 13:52

Bild




Night of the Living Deb
(Night of the Living Deb)
mit Maria Thayer, Michael Cassidy, Julie Brister, Nan'l Meiklejohn, Syd Wilder, Ned Donovan, Nick Shuhan, Grant Garry, Deborah Geffner, Muriel Kenderdine, Ray Wise
Regie: Kyle Rankin
Drehbuch: Kyle Rankin / Andy Selsor
Kamera: Thomas E. Ackerman
Musik: Steven Gutheinz
FSK 16
USA / 2015

Debbies One-Night Stand mit Ryan ist gründlich schief gegangen. Für Deb ist der schnuckelige Ryan der große Wurf, aber er hatte einfach nur Stress mit seiner Verlobten und will Deb nun am liebsten sofort loswerden. Als Ryan sie vor die Tür setzt, merkt Deb schnell, dass leider über Nacht in der Stadt eine Zombie-Apokalypse ausgebrochen ist, was die beiden schneller als gedacht wieder zusammenbringt. Dem völlig unfreiwilligen Paar bleibt nichts anderes übrig, als in eine Schlacht gegen die blutrünstigen Beißer zu ziehen. Bewaffnet mit Debbies rostiger Benzinschleuder machen sie sich auf die Suche nach Überlebenden doch es stehen den beiden nicht nur unzählige Zombies im Weg


Zombiekomödien erfreuen sich nach wie vor größter Beliebtheit und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, das in regelmäßigen Abständen immer wieder neue Vertreter dieser Art auf dem Markt erscheinen. Nicht alle davon verdienen die Bezeichnung auch wirklich, denn so mancher Beitrag der letzten Jahre hat sich doch viel eher als Rohrkrepierer entpuppt. Im Fall von "Night of the Living Deb" kann man das allerdings nicht behaupten, denn das Werk von Kyle Rankin weiß durchaus zu gefallen, auch wenn es selbstverständlich nicht mit den absoluten Größen des Genres konkurieren kann. Das liegt in erster Linie darin begründet das die Geschichte nicht gerade ein Ausbund von Innovation ist, denn das hier dargestellte Szenario hat man in ähnlicher Form schon oft genug zu Gesicht bekommen. Fairerweise sollte man aber auch feststellen das es sicher nicht leicht ist dieser Art von Film ständig neue Impulse zu verleihen, denn irgendwann sind eben fast alle Szenarien durchgespielt worden, so das man dann auf altbewährte Zutaten zurückgreifen muss.

Auf eben diesen Aspekt hat sich auch Rankin focussiert, indem er zwei eher unbedarfte Hauptfiguren in den Mittelpunkt einer Zombie-Apokalypse verfrachtet. Die junge Deb und ihr One Night Stand Ryan sehen sich auf einmal unzähligen Untoten gegenüber und versuchen mit allen Mitteln ihr Leben zu verteidigen. Das Ganze erinnert fast zwangsläufig an "Shaun of the Dead", wobei der vorliegende Film allerdings keinesfalls die Klasse dieses Meisterwerkes erreichen kann. Dennoch versteht es "Night of the Living Deb" gut zu unterhalten und setzt immer wieder diverse starke Momente, die sich hauptsächlich in teils skurriler Situationskomik zu erkennen geben. Auch die enthaltenen Wortgefechte sorgen für den ein oder anderen Lacher, so das man als geneigter Fan ohne Weiteres auf seine Kosten kommen sollte. Insgesamt gesehen gestaltet sich der vorhandene Humor ganz generell eher etwas albern, was für eine amerikanische Produktion aber keineswegs unüblich ist. Zudem muss das auch gar kein Nachteil sein, denn schließlich sind die Geschmäcker verschieden und manch einer wird seine helle Freude an dem stellenweise ein wenig flachen Klamauk haben, der sich oft genug zu erkennen gibt.

Die meisten Pluspunkte sammelt die Geschichte durch ihre Hauptdarstellerin Maria Thayer, die in der Rolle von Deb einen äußerst sympathischen Eindruck hinterlässt. In einer Nebenrolle ist auch der scheinbar unverwüstliche Ray Wise mit an Bord, dessen Gesicht den meisten Film-Freaks definitiv bekannt sein dürfte. In der Summe ist das dargebotene Schauspiel der Akteure durchaus ansprechend, so das es in dieser Beziehung im Prinzip keinen Grund zur Beanstandung gibt. Etwas anders sieht das im Bezug auf die deutsche Synchronisation aus, denn diese hört sich teilweise doch ziemlich kostengünstig an. Da drängt sich phasenweise doch die Vermutung auf das hier nicht die größten Könner am Werk waren, denn so manche Synchronstimme erscheint dann doch ein wenig deplaciert. Das soll den isngesamt guten Gesamteindruck des Filmes aber nicht groß schmälern, denn trotz einiger Defizite handelt es sich immer noch um eine absolut sehenswerte ZomCom, die den Zuschauer durchgehend gut unterhalten kann.

Letztendlich ist es natürlich wie immer reine Geschmackssache, aber mir persönlich hat "Night of the Living Deb" ziemlich gut gefallen. Man bekommt zwar nichts Neues geboten, aber die altbewährten Zutaten wurden größtenteils gut aufeinander abgestimmt. Der stellenweise etwas flache Humor wird sicherlich nicht jeden Geschmack treffen, aber insgesamt gesehen bietet diese Produktion gute und kurzweilige Unterhaltung. Größere Härten sollte man allerdings nicht erwarten, denn bis auf die üblichen Beißattacken der Zombies und diversen abgeschossenen Köpfen ist kein größerer Härtegrad zu erkennen.


Fazit:


"Night of the Living Deb" ist mit Sicherheit nicht im obersten Regal des Genres anzusiedeln, ist aber immerhin eine Zombiekomödie, die diese Bezeichnung auch verdient. Man hat seinen Spaß an dem oft skurrilen Treiben und findet auch des Öfteren Momente, in denen man herzlich lachen kann. Eine Empfehlung kann man ohne Weiteres aussprechen, denn in der Summe hat Mr. Rankin doch sehr ordentliche Arbeit abgeliefert.


6,5/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5759
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

VorherigeNächste

Zurück zu "Filmtagebücher"

 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron