horror's Reise durch die Welt der Filme

Hier ist Platz für eure gesehenen Filme, zu denen ihr auch gern etwas schreiben könnt.

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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 21. Jun 2017 11:35

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L.A. - Outlaws - Die Gesetzlosen
(Vigilante Diaries)
mit Jason Mewes, Quinton 'Rampage' Jackson, Paul Sloan, Kevin L. Walker, Michael Jai White, Michael Madsen, Mike Hatton, James Russo, Arman Nshanian, Sal Guerrero, Chasty Ballesteros
Regie: Christian Sesma
Drehbuch: Christian Sesma / Paul Sloan
Kamera: Anthony J. Rickert-Epstein
Musik: Kevin Riepl
keine Jugendfreigabe
USA / 2016

Sie nennen ihn Vigilante. Früher war er bei den Special Forces. Früher… Und jetzt hat er eine Mission. Er führt seinen persönlichen Kampf gegen Unrecht, Korruption und Drogen. Zusammen mit ein paar anderen Freunden ist er in der ganzen Welt unterwegs und macht mit seinen eigenen Gesetzen von Los Angeles bis in den Nahen Osten den Drogendealern und Gangstern das Leben schwer. Bis er bei einer Mission von seinen Feinden in die Falle gelockt wird. Seitdem hat man nichts mehr von ihm gesehen. Zehn Jahre später ist Vigilante immer noch verschwunden. Man findet heraus, dass er möglicherweise in Mexiko von einem Drogenkartell gefangen gehalten wird. Ohne Zögern beschließen seine engsten Freunde, ihn zu befreien und entwerfen einen genialen Plan. Angeführt von seinen Kumpels Wolfman und Kid startet das verrückte Team bis an die Zähne bewaffnet einen gnadenlosen Rachefeldzug…


Mit "L.A. - Outlaws" kommt ein weiterer der unzähligen B-Movies zu uns, der sich ganz offensichtlich an größeren Vorbildern orientieren möchte. So erinnert beispielsweise allein schon die Eröffnungs-Sequenz an den Stil eines Quentin Tarantino und im weiteren Verlauf des Filmes wird eindeutig klar, das Regisseur Christian Sesma nur allzu gern auf den Pfaden der "Expendables-Reihe" wandeln würde. So weit so gut, allerdings ist die Umsetzung des Ganzen dann aber nicht mehr als ein Versuch, denn auch wenn diverse Ähnlichkeiten keinesfalls zu übersehen sind, so mangelt es dem Werk doch relativ eindeutig an der nötigen Klasse. Das ist aber ehrlich gesagt gar nicht einmal so schlimm, denn schließlich kann die Geschichte zumindest recht gut unterhalten. Es offenbart sich eine streckenweise sehr actionreiche Erzählung, die zudem auch mit einem ganz ordentlichen Tempo ausgestattet ist.

Ganz klar ist zu erkennen das Sesma darum bemüht ist, sowohl seine Figuren als auch die enthaltenen Dialoge mit einer gewissen Coolness und Lässigkeit zu versehen. Dieses Ansinnen kommt jedoch nur sehr bedingt zur Geltung, was in erster Linie wohl hauptsächlich dem schauspielerisch begrenzten Potential der Darsteller zuzuschreiben ist. Was bei den Expendables noch teilweise extrem witzig erscheint, wirkt in vorliegendem Fall viel eher etwas aufgesetzt und stellenweise auch künstlich verkrampft. Daraus ergibt sich wiederum der Aspekt, das die ganze Chose mit einem unfreiwillig komischen Anstrich versehen ist, was dem Gesamtbild letztendlich sogar ganz gut zu Gesicht steht.

Die Optik und der Look des Filmes lassen darauf hindeuten, das hier wohl nicht gerade das üppigste Budget zur Verfügung gestanden hat. In so manchen Passagen kommt das Szenario schon ziemlich billig rüber, was man auch bei der Ansicht der enthaltenen Effekte immer wieder bemerkt. Mich persönlich hat das nicht weiter gestört, denn dadurch entsteht doch eine äußerst unterhaltsame Mischung aus Action B-Movie, unfreiwilliger Komik und einem manchmal unübersehbaren Trash-Faktor. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache, sorgt aber auf jeden Fall für eine Menge Kurzweil und das zählt ja schließlich bei einem Beitrag dieser Machart.

Echte Cineasten dürften mit "L.A - Outlaws" ganz bestimmt nicht viel anfangen können, wer allerdings seine Freude an unterhaltsamer B-Filmkost hat dürfte durchaus auf seine Kosten kommen. Einige der angesprochenen Defizite werden hier sogar zu einer gewissen Stärke, so das im Endeffekt ein ganz ordentlicher Gesamteindruck entsteht. Auf ein starkes Drehbuch oder Dinge wie Logik sollte man allerdings nicht hoffen und echte filmische Klasse ist schon gar nicht vorhanden. Man sollte wissen auf was man sich hier einlässt, denn dann kann man am Ende auch keine große Enttäuschung erleben.


Fazit:


Sesma's Beitrag ist sicherlich kein Highlight, doch gibt es genügend andere B-Actioner, die weitaus schlechter unterhalten. Am besten macht sich jeder selbst ein Bild von der Sache, denn anschauen kann man sich diesen Film auf jeden Fall. Nur sollten die eigenen Erwartungen dabei von Beginn an in die richtige Richtung gelenkt werden, damit man am Ende keine Enttäuschung erlebt.


6/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 25. Jun 2017 10:05

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The Greasy Strangler
(The Greasy Strangler)
mit Michael St. Michaels, Sky Elobar, Elizabeth De Razzo, Gil Gex, Abdoulaye NGom, Holland MacFallister, Sam Dissanayake, Joe David Walters, John Yuan, Matt Yuan, Mel Kohl
Regie: Jim Hosking
Drehbuch: Jim Hosking / Toby Harvard
Kamera: Mårten Tedin
Musik: Andrew Hung
FSK 16
Großbritannien / Neuseeland / USA / 2016

Big Ronnie und sein Sohn Big Brayden veranstalten Touren durch Los Angeles zu den besten Partylocations. So richtig gut war das Vater-Sohn-Verhältnis noch nie. Das bessert sich auch nicht, als die attraktive Janet sie bei einer ihrer Touren begleitet. Es entbrennt ein heißer Kampf zwischen den beiden. Wer kann nun die Gunst der schönen Janet für sich gewinnen? Zu alledem treibt sich nachts ein Killer durch Los Angeles' Straßen. "The Greasy Strangler" wird dieser fettige Würger genannt. Sein unverwechselbares Markenzeichen ist, sich mit ranzigem Bratfett einzureiben und seine Opfer zu erwürgen. Machen Sie sich bereit für dieses total abgefahrene und urkomische Feuerwerk der Geschmacklosigkeiten.


Manche Filme fallen ganz einfach nicht unter die normalen Bewertungskriterien und aus diesem Grund auch nur einer ganz bestimmten Zielgruppe zugänglich. "The Greasy Strangler" dürfte eindeutig zu dieser Kategorie zählen, denn was Jim Hosking dem Zuschauer präsentiert geht wirklich auf keine Kuhhaut. Dieser als Horrorkomödie getarnte Trashfilm sprengt nämlich jeglichen Rahmen und dürfte für die Freunde des schlechten Geschmacks eine wahre Offenbarung sein. Über die Story an sich muss man nicht viel sagen, denn diese dient doch im Prinzip lediglich als nötige Umrahmung für ein echtes Sammelsurium an Absurditäten, wie man es schon lange nicht mehr gesehen hat. Dabei bedient sich Hosking ganz ungeniert an etlichen Elementen der Troma-Schmiede und vermischt diese gekonnt mit dem unvergleichlichen Nihilismus eines Helge Schneider. Als dritte Zutat ist dann auch noch der zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftige Humor eines Quentin Dupieux mit an Bord, so das man sich gut ausmalen kann, das sich eine insgesamt mehr als krude Mixtur ergibt. Genau diesem Umstand ist es dann auch geschuldet, das "The Greasy Strangler" einen äußerst nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlässt, denn dieses abstruse Szenario kann man beim besten Willen nicht so schnell vergessen.

Dafür sorgen allein schon unzählige Einblicke die man eigentlich gar nicht haben will, denn wer kann sich denn an der Ansicht nackter und vollkommen unästhetischer Körper erfreuen, die einem hier mehr als nur einmal präsentiert werden? Es gibt wirklich viel nackte Haut zu sehen, wobei man sich allerdings die dabei gewährten Ansichten lieber erspart hätte, da sie sich unauslöschlich ins Gehirn einprägen. Dennoch passt dieser Aspekt so unglaublich gut in das gewonnene Gesamtbild, denn Hosking serviert ohne Unterlass immer wieder etliche Fremdschäm-Momente, die gleichzeitig auch ein unverwechselbares Stilmittel dieses Filmes sind. Das macht sich dann auch sowohl in den Dialogen, als auch in der enthaltenen Situationskomik bemerkbar, denn neben etlichen Kraftausdrücken und jeder Menge Fäkalhumor wird man mit unzähligen absurden Situationen konfrontiert, für die man einfach keine Worte findet. Nicht verzichtet wird dabei auf einen ganz gehörigen Ekelfaktor, denn in so manchen Passagen dreht sich einem fast schon der Magen um. Das Ganze ist allerdings dermaßen abwegig und völlig skurril in Szene gesetzt worden, das man sich wunderbar daran erfreuen kann. Das wird aber ganz bestimmt nicht auf jeden zutreffen, denn "The Greasy Strangler" zählt ziemlich eindeutig zu der Art von Filmen, die die Meinungen extrem spalten werden.

So manch einer wird wohl eher gar nichts mit diesem Werk anfangen können, wobei Liebhaber des schlechten Geschmacks mit einer echten Trash-Granate belohnt werden. Ich persönlich zähle mich zur zweiten Gruppe, denn diese Mischung aus Nihilismus, Retro-Look und groteskem Humor ist einfach nur als göttlich zu bezeichnen und in seiner Sparte dürfte das Werk eventuell sogar zu einem gewissen Kultstatus gelangen. Dafür dürften allein schon die beiden Hauptfiguren Big Ronnie und Big Brayden sorgen, die wohl gleichzeitig das skurrilste Vater-Sohn Duo der Filmgeschichte darstellen dürften. Die beiden sorgen für jede Menge absurder Schauwerte, so sind beispielsweise ihre pinkfarbenen Outfits ein visueller Hingucker. Das ist allerdings nur einer von vielen trashigen Höhepunkten, mit denen "The Gresy Strangler" nun wirklich reichlich bestückt ist. Im Prinzip reiht sich ein abwegiger Moment an den anderen und genau das macht diesen Beitrag auf seine ganz eigene Art so unglaublich sehenswert und faszinierend.

Am Ende kommt es selbstverständlich auf den persönlichen Geschmack an, denn so manch einer wird bei der Ansicht dieses Filmes eventuell nur die Nase rümpfen. Andere dürften in wahre Begeisterungsstürme ausbrechen, denn eine solche Ansammlung von völlig überzogenen Momenten bekommt man eher selten geboten. Der enthaltene Humor wird nicht jedem gefallen und man muss schon eine echte Vorliebe für Ekelmomente, Fäkalhumor und Absurditäten haben, um an dieser Stelle voll auf seine Kosten zu kommen. Von meiner Seite aus gibt es jedenfalls eine ganz dicke Empfehlung, denn Hosking hat hier wirklich gute Arbeit geleistet und dabei eine echte Trash-Granate auf den Weg gebracht, wie man sie schon seit längerer Zeit nicht mehr gesehen hat.


Fazit:


Eklig, absurd und absolut überspitzt, die Schlagworte treffen das Gesamtbild wohl am besten. Für Freunde des schlechten Geschmacks offenbart sich hier ein absoluter Volltreffer, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Wer jedoch Wert auf Niveau legt sollte die Finger von diesem Werk lassen, denn das beinhaltet "The Greasy Strangler" auf keinen Fall.


9/10 auf der nach oben hin offenen Trash-Skala
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 25. Jun 2017 13:34

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Night of Something Strange
(Night of Something Strange)
mit Trey Harrison, Rebecca C. Kasek, Wayne W. Johnson, Michael Merchant, Toni Ann Gambale, Nicola Fiore, John Walsh, Janet Mayson, Tarrence Taylor, Kera O'Bryon
Regie: Jonathan Straiton
Drehbuch: Jonathan Straiton / Ron Bonk / Mean Gene
Kamera: Rex Femscared
Musik: Paul Amos
keine Jugendfreigabe
Kanada / USA / 2016

Cornelius, Mitarbeiter in einer Leichenhalle, hat eine etwas ungesunde Zuneigung zu den Toten und fängt sich so einen hoch ansteckenden, sexuell übertragbaren Virus ein, der alle, die sich mit ihm infizieren in sexhungrige Zombies verwandelt. Und diese wollen nichts Anderes als die Krankheit weiterzuverbreiten. Leider kommen so auch Carrie und ihre Freunde, die auf dem Weg in die Ferien sind, in Kontakt mit dem Virus und nun müssen die Teenager um ihr nacktes Überleben kämpfen...


Und wieder einmal hat eine Zombiekomödie ihren Weg zu uns gefunden, wobei die Thematik der Untoten dieses Mal ein wenig anders von statten geht. So dient in vorliegendem Fall die nekrophile Neigung eines Hausmeisters als Auslöser für die Zombie-Epidemie, was im Grunde genommen ja eigentlich für eine witzige Ausgangslage sorgen könnte. Regisseur Jonathan Straiton hat sich das auch sicherlich so gedacht, nur kann die Umsetzung des Ganzen nur in wenigen Momenten wirklich punkten. Der enthaltene Humor ist nämlich extrem gewöhnungsbedürftig, denn im Grunde genommen wird man die gesamte Laufzeit über nur mit pubertärem Gequatsche genervt, das mit jeder Menge Fäkalhumor und mit der Zeit nervenden Kraftausdrücken angefüllt wurde. Das wäre ja noch nicht einmal das Schlimmste, aber durch die eher schlecht agierenden Darsteller und deren belanglose Dialoge ergibt sich fast ausschließlich völlig platter Wortwitz, mit dem man keinen Hund hinter dem Ofen hervor locken kann. Diesen Umstand über 90 Minuten zu ertragen fällt gar nicht einmal so leicht, denn mit zunehmender Laufzeit stellen sich doch gewisse Ermüdungserscheinungen beim Zuschauer ein, da man einen solch pubertären Einheitsbrei schon unzählige Male gesehen hat.

Zumindest bietet "Night of Something Strange" im Bezug auf die Situationskomik ein paar nette Momente, denn bei manchen Einstellungen geht es recht skurril zur Sache, so das dann doch einige Lacher vorkommen. Dennoch ist das viel zu wenig für eine gelungene Zombiekomödie, denn auch die Untoten passen sich dem unterhalb der Gürtellinie angesiedelten Niveau fast nahtlos an. Anstatt netter und blutiger Beiß-Attacken bekommt man nämlich notgeile Zombies zu sehen, die sich wild durch das Land vögeln und so immer mehr Leute mit dem Virus infizieren. Das mag für manch einen ausreichen, doch ehrlich gesagt erscheint es ein wenig dürftig und einfallslos, die komplette Chose über die sexuelle Schiene abzuwickeln. Diese Art von Humor ist auf Dauer nämlich einfach nur nervtötend und zeugt zudem nicht gerade von sehr viel Innovation, wobei man aus dem vorhandenen Grundgerüst sicher viel mehr hätte heraus holen können. Nun kann man Straiton wenigstens zu Gute halten das es sich hier um seinen ersten Spielfilm handelt und es ihm eventuell noch etwas am Blick für das Wesentliche mangelt.

Zudem handelt es sich auch noch um eine Independent Produktion, die mit einem Budget von gerade einmal 40.000 $ ausgestattet ist, was allerdings keinesfalls als einziger Grund dienen darf, das "Night of Something Strange" so ziemlich in die Hose gegangen ist. Andererseits erklärt es aber vielleicht das richtig miese Schauspiel der Akteure, von denen anscheinend kein einziger jemals das Innere einer Schauspielschule gesehen hat. Die hölzernen und streckenweise regelrecht deplaciert wirkenden Leistungen spotten teilweise jeglicher Beschreibung, so das es einem manchmal echt die Grütze verhagelt.

Am Ende bleibt dann nicht viel Positives übrig und man ist letztendlich heilfroh, wenn irgendwann der erlösende Abspann des Filmes einsetzt. Vielleicht spricht das Werk ja zumindest die jüngere Generation an, denn viele jüngere Zuschauer dürften sich insbesondere bei den pubertären Dialogen wieder finden. Wirklich unterhaltsam ist die Chose allerdings nicht, denn bis auf wenige Ausnahmen beinhaltet "Night of Something Strange" so gar nichts, was nachhaltig im Gedächtnis haften bleiben würde. Zwar kann man Jonathan Straiton auf keinen Fall das Bemühen absprechen einen ordentlichen Genrebeitrag auf die Beine zu stellen, doch das Gesamtergebnis siedelt sich leider nur unterhalb des normalen Durchschnittsbereichs an. Der eingeschlagene Weg war also der falsche, denn nervtötender Fäkalhumor und sexuelle Anspielungen ohne Ende machen noch lange keinen guten Film.


Fazit:


Sicherlich liegt es im Auge des Betrachters, doch der hier verwendete Humor ist dermaßen platt und ausgelutscht, das man keine wirkliche Freude an ihm haben kann. Größtenteils Langeweile statt der erwarteten Kurzweil ist nicht gerade ein positives Argument für einen Film, den man sich auch gut und gern hätte verkneifen können.


3/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon trebanator » 25. Jun 2017 16:07

..... huuuuuuuch.... un dat, wo der teilweise doch echt gute Kritiken bekommt :shock:
... He, who makes a Beast of himself , get`s rid of the pain of being a human !
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 28. Jun 2017 12:47

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The Void
(The Void)
mit Aaron Poole, Kenneth Welsh, Daniel Fathers, Kathleen Munroe, Ellen Wong, Mik Byskov, Art Hindle, Stephanie Belding, James Millington, Evan Stern, Grace Munro, Matthew Kennedy
Regie: Jeremy Gillespie / Steven Kostanski
Drehbuch: Jeremy Gillespie / Steven Kostanski
Kamera: Samy Inayeh
Musik: Blitz//Berlin / Joseph Murray / Menalon Music / Lodewijk Vos
FSK 16
Kanada / 2016

Sheriff Carters gemütliche Nachtschicht endet jäh, als ihm aus dem Wald ein blutender Mann vor das Auto rennt. Umgehend bringt Carter den Verletzten ins nahe liegende Krankenhaus, doch damit tritt er ungewollt eine höllische Lawine los. Zuerst tauchen zwei mysteriöse Jäger auf, die dem Unbekannten nach dem Leben trachten. Aber schon bald sieht sich die illustre Schar von Patienten und Angestellten einem viel größeren Problem gegenüber: Niemand kann das Krankenhaus verlassen, denn draußen versammelt sich eine Messer schwingende Horde von in weißen Roben gekleideten Gestalten, die jeden Fluchtversuch vereiteln. Und als dann drinnen die ersten Opfer zu ekelerregenden Monstern mutieren, müssen die Überlebenden erkennen, dass sich das Tor zur Hölle zu öffnen beginnt ...


Es muss nicht immer zwangsläufig eine höchst innovative Geschichte sein um dem Zuschauer beste Unterhaltung anzubieten. Manchmal reicht es vollkommen aus, wenn man etliche Versatzstücke diverser Horror-Klassiker zusammen fügt, um so eine mehr als gelungene Hommage an eine längst vergangene Zeit zu kreieren. Ebenso verhält es sich mit dem vorliegenden "The Void", der unter der Regie von Jeremy Gillespie (Father's Day) und Steven Kostanski (Manborg, ABC's of Death 2), die mit ihrer Story etlichen Kult-Regisseuren des Genres huldigen und sich dabei bei etlichen Genre-Klassikern bedienen. Das mag nun nicht sonderlich neu sein und beinhaltet schon gar keine Innovation, bietet allerdings äußerst gut inszenierte Genrekost, an der man als Fan definitiv seine Freude hat. Fulci, Carpenter, Barker und einige Elemente von H.P Lovecraft haben bei diesem Film ganz offensichtlich Pate gestanden, denn unübersehbare Ähnlichkeiten zu Filmen wie "Das Ding aus einer anderen Welt", "Die Fürsten der Dunkelheit", "Hellraiser", "From Beyond", oder auch "Über dem Jenseits" sind hier massenhaft vorhanden. In atmosphärischer Hinsicht hat man sich dann auch noch bei Christophe Gans bedient, denn die vorherrschende Grundstimmung ist ebenso herrlich düster und bedrohlich wie in "Silent Hill - Willkommen in der Hölle".

"The Void" ist somit eine ganz eindeutige Hommage an den Horrorfilm der 80er Jahre und bringt diesen Aspekt auch ganz hervorragend zur Geltung. Schleimige Monster mit Tentakeln und handgemachte Effekte sind neben den ganzen Anleihen bei diversen Werken dieser Zeit ein untrügliches Indiz dafür, so das die Liebhaber dieses Jahrzehntes vollends auf ihre Kosten kommen dürften. Die Story an sich beinhaltet also keine unbedingt neuen Impulse und gestaltet sich mit zunehmender Laufzeit auch zugegebenermaßen ein wenig verwirrend, denn die Erklärungsversuche für das mysteriöse und bedrohliche Szenario erscheinen nicht gänzlich schlüssig. So lassen Jeremy Gillespie und Steven Kostanski auch am Ende genügend Spielraum für eigene Interpretationen des Betrachters, wobei sich aber ehrlich gesagt kein gänzlich klares Gesamtbild ergibt. Einiges wirkt nämlich etwas zu sehr an den Haaren herbei gezogen und nicht logisch, wobei Logik in Horrorfilmen nicht zwingend die wichtigste Zutat sein dürfte. Es kommt im vorliegenden Fall viel eher auf die exzellente Vermischung der einzelnen Versatzstücke an, denn diese sorgt durchgehend für einen richtig gut aufgebauten Spannungsbogen, der in Kombination mit der immer stärker zum Ausdruck kommenden Bedrohlichkeit der Ereignisse einher geht und einen völlig für sich einnimmt.

Auch die vorhandenen Effekte können sich meiner Meinung nach durchaus sehen lassen und auch wenn sie nicht zu den allerbesten ihrer Art gehören, sind sie im Zeitalter der CGI-Gewitter eine wahre Wohltat. In einigen Phasen der Geschichte geht es dann auch etwas härter und blutiger zur Sache, wobei der enthaltene Härtegrad in der Summe sicherlich nicht den handelsüblichen Rahmen zu sprengen droht und mit einer 16er Freigabe äußerst fair bewertet wurde. Der wunderbarste Aspekt an "The Void" ist aber wirklich der, das man in etlichen Szenen ganz unwillkürlich das Bild diverser Klassiker vor Augen hat und stellvertretend dafür braucht man nur die Schlusseinstellung nehmen, in der eindeutig bei Lucio Fulci's "Über dem Jenseits" abgekupfert wurde. Nun könnte man ganz bestimmt argumentieren, das es sich hier um ein gänzlich zusammen geklautes Filmchen handelt und ehrlich gesagt könnte man auch nicht wirklich viel dagegen setzen. Aber ist dieser Umstand letztendlich wirklich so wichtig, wenn sich am Ende ein sehr gelungenes Gesamtbild ergibt? Mir persönlich ist es viel lieber wenn man sich bei etlichen Vorbildern bedient und so eine gelungene Hommage an ein geniales Jahrzehnt des Horrorfilms auf die Beine stellt, als wenn man etwas Neues kreiert, das eventuell völlig in die Hose geht.

Letztendlich ist es natürlich reine Geschmackssache, aber "The Void" ist in meinen Augen ein richtig gelungener Beitrag, der einem von der ersten bis zur letzten Minute äußerst spannende und atmosphärische Filmkost anbietet, die zudem auch noch mit der perfekten musikalischen Untermalung ausgestattet ist. Außerdem wird man mit vielen Klassikern des Genres konfrontiert, die hier ganz klare Spuren hinterlassen haben, so das es bis auf die manchmal fehlende Logik nichts zu beanstanden gibt. Der Film packt einen vom Anfang bis zum Ende und es ist dabei so gut wie unmöglich sich der Faszination der Ereignisse zu entziehen, die einen immer tiefer in den sogartigen Strudel der mysteriösen Geschehnisse hinein zieht und einen am Ende mit Spielraum für eigene Interpretationen zurück lässt.


Fazit:


"The Void" wird die Meinungen ganz bestimmt spalten, aber für mich handelt es sich um einen der besten Horrorfilme, die bis jetzt in diesem Jahr erschienen sind. Am besten bildet man sich sein eigenes Urteil, denn anschauen sollte man sich diese kanadische Hommage an den Horrorfilm der goldenen 80er Jahre auf jeden Fall.


8/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 3. Jul 2017 14:10

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Examen
(Final Exam)
mit Cecile Bagdadi, Joel S. Rice, Ralph Brown, DeAnna Robbins, Sherry Willis-Burch, John Fallon, Terry W. Farren, Timothy L. Raynor, Sam Kilman, Don Hepner, Mary Ellen Withers, Elijah Christopher Perry
Regie: Jimmy Huston
Drehbuch: Jimmy Huston
Kamera: Darrell Cathcart
Musik: Gary S. Scott
ungeprüft
USA / 1981

In einem kleinen College brütet die Abschlussklasse über den Examenaufgaben. Ein schwarzer Bus fährt auf das Schulgelände, ein Mann steigt aus und schleicht durch die leeren Gänge der Schule - in seiner Hand eine lange Stahlklinge…


Gerade zu Beginn der 80er Jahre gab es eine wahre Flut von Slashern, von denen allerdings nicht jeder in nachhaltiger Erinnerung geblieben ist. So mancher Regisseur versuchte im Fahrwasser von "Freitag der 13.", Halloween" und Co. mit zu schwimmen, wobei es allerdings manchem am nötigen Gespür für das Wesentliche fehlte. Der vorliegende Beitrag "Examen" von Jimmy Huston reiht sich nun in die Reihe der nicht sonderlich erwähnenswerten Beiträge ein, denn irgendwie will dieses Filmchen so gar nicht in die Puschen kommen. Die Inhaltsangabe deutet dabei schon an, das es mit der Geschichte nicht allzu weit her sein kann und so ist es dann auch nicht wirklich verwunderlich, das sich hier eine relativ inhaltsleere Rahmenhandlung offenbart, der im Prinzip sämtliche Elemente für ein gelungenes Horrorerlebnis fehlen. Dabei arbeitet Huston durchaus mit den handelsüblichen Zutaten des Genres, fügt diese allerdings äußerst lahm und ohne jeden Esprit zusammen, so das sich am Ende kein wirklich überzeugendes Gesamtbild ergeben kann.

Nun gibt es ja eine ganze Menge Genrevertreter die nicht durch einen übermäßigen Härtegrad auf sich aufmerksam machen, aber "Examen" schießt in dieser Beziehung wirklich den Vogel ab. Die nicht gerade zahlreichen Morde spielen sich nämlich so gut wie vollkommen blutleer ab, das die hohe Alterseinstufung des Filmes wie ein mittelschwerer Witz erscheint. Das es auch ohne viel Blut und visuellen Gewaltexzessen geht zeigt definitiv Carpenter's Meisterwerk "Halloween", bei dem der Altmeister des Horrors allein durch eine grandiose Atmosphäre den Zuschauer in seinen Bann zieht, wovon bei dem vorliegenden Beitrag allerdings keine Rede sein kann. Im Bezug auf einen gelungenen Spannungsbogen und eine gelungene Grundstimmung wir man nämlich auch eher enttäuscht, denn die komplette Chose entpuppt sich doch größtenteils als ziemlicher Langeweiler, in dem talentfreie Darsteller ihr hölzernes und staksiges Schauspiel zum Besten geben. Andererseits passen die gezeigten Leistungen absolut perfekt in das gewonnene Gesamtbild, denn insgesamt gesehen präsentiert sich an dieser Stelle doch ein recht mauer und müder Vertreter seiner Art, in dem es eigentlich überhaupt keine Höhepunkte zu sehen gibt.

Es fehlt an jeglicher Inspiration und größtenteils kommt es einem wirklich so vor, als wenn man einfach mal auf die Schnelle ein billiges Filmchen runter kurbeln wollte, das auf der damaligen Slasher-Welle mit schwimmen wollte. Darin ist es dann wohl auch in der Hauptsache begründet, das "Examen" ein eher unbekannter und kaum beachteter Film ist, der erst jetzt nach über 35 Jahren bei uns auf Scheibe erschienen ist. Ein weiterer Grund dürfte die völlig vorhersehbare und belanglose Story sein, in der im Prinzip noch nicht einmal der Hauch von Substanz oder filmischem Nährwert enthalten ist. Das extrem schwache und löchrige Drehbuch setzt dem Ganzen dann schließlich die Krone auf und zeigt auch ziemlich eindrucksvoll, das der gute Jimmy Huston nicht unbedingt zu den Großen seiner Zunft zu zählen ist. Zwar sind dünne Geschichten in diesem Genre nicht unbedingt selten, aber der vorliegenden Erzählung fehlt es selbst an den kleinsten Ansätzen, um zumindest den Hauch von Logik entstehen zu lassen. So wird man beispielsweise mit einem Killer konfrontiert, über dessen Motive man überhaupt nichts erfährt, was dann auch nicht zum besseren Verständnis der äußerst dummen Abläufe führt. Ein wenig Hintergrundmaterial wäre also ganz nett gewesen, aber stattdessen bekommt man lediglich einen mordenden Mann geliefert, der bei der Ausübung seiner Taten auch noch relativ unbeholfen zur Sache geht.

Insgesamt gesehen bietet "Examen" also nicht gerade viel Sehenswertes und die wenigen Tropfen Blut die man zu sehen bekommen, werten das Ganze auch nicht sonderlich auf. Am schwersten wiegt allerdings der Aspekt, das der Film auch in Sachen Unterhaltungswert ziemlich schlecht bestückt daher kommt, so das er noch nicht einmal im soliden Durchschnittsbereich anzusiedeln ist. Dafür wurde zu viel falsch gemacht, wobei die Umsetzung der vorhandenen Zutaten das mit Abstand größte Manko darstellt. Die schlechte Darsteller-Riege, mangelnde Spannung und so gut wie gar keine Atmosphäre unterstreichen den unterdurchschnittlichen Gesamteindruck dann auch noch recht eindrucksvoll, so das man letztendlich nicht wirklich eine Empfehlung für diesen belanglosen Slasher aussprechen kann.


Fazit:


Selbst eingefleischte Liebhaber dürften ihre Schwierigkeiten mit "Examen" haben, da dieser Film absolut nichts beinhaltet, was auch nur ansatzweise im Gedächtnis des Betrachters hängen bleiben würde. Zwar gibt es noch weitaus langweiligere Vertreter dieser Machart, aber auch in vorliegendem Fall ist die Erleichterung ziemlich groß, wenn nach knapp 90 Minuten endlich der Abspann des Filmes einsetzt.


4/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 5. Jul 2017 15:02

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The Editor
(The Editor)
mit Paz de la Huerta, Adam Brooks, Matthew Kennedy, Conor Sweeney, Udo Kier, Laurence R. Harvey, Jerry Wasserman, Samantha Hill, Kevin Anderson, Brett Donahue, Tristan Risk
Regie: Adam Brooks / Matthew Kennedy
Drehbuch: Adam Brooks / Matthew Kennedy / Conor Sweeney
Kamera: Adam Brooks / Matthew Kennedy / Jon'Nathon Stebbe
Musik: Jeremy Gillespie / Norman Orenstein / u.A.
FSK 16
Kanada / 2014

Rey Ciso war einst der berühmteste Film-Cutter der Welt, aber seit einem Unfall, bei dem er vier Finger verlor, muss er sich mit dem Schneiden von billigen B-Movies über Wasser halten. Als mehrere Darsteller aus seinem neuesten Film auf grausame Weise ermordet werden, gerät der verschlossene "Editor" schnell zum Hauptverdächtigen. Während sich die Leichen weiter stapeln, versucht Rey verzweifelt seine Unschuld zu beweisen und wird immer mehr in ein finsteres Geheimnis gezogen, das hinter den Kulissen lauert.


Das Subgenre des Giallo erfreut sich auch in der heutigen Zeit noch immer einer ziemlich großen Fangemeinde, obwohl die Blütezeiten dieser Filmart in längst vergangenen Jahrzehnten zu suchen ist. Umso schöner ist der Umstand das in regelmäßigen Abständen immer wieder einmal der ein oder andere Neo-Giallo den Weg zu uns findet, wobei der vorliegende Vertreter "The Editor" nicht unbedingt in diese Kategorie einzuordnen ist. Handelt es sich bei dieser kanadischen Produktion aus dem Jahr 2014 viel eher um eine Hommage auf das Subgenre und diverse Regisseure, denn ganz eindeutig sind Ehrerbietungen an Größen wie Argento, Bava, Fulci und Co. unübersehbar, wobei stellenweise sogar fast schon diverse 1:1 Kopien gewisser Szenen aus mehreren Filmen der Altmeister zum Besten gegeben werden. Als Liebhaber erkennt man dann auch die Anlehnungen an Filme wie beispielsweise "Murder Rock", "The New York Ripper" und sogar "Das Haus an der Friedhofmaier", wobei das nur drei von mehreren Beispielen sind. Das Regie - Duo Adam Brooks und Matthew Kennedy haben aber nicht nur eine gelungene Hommage auf den Weg gebracht, denn gleichzeitig ist ihr Film auch eine Parodie auf das gesamte Genre, das "The Editor" auf eine äußerst charmante Art und Weise auf die Schippe nimmt.

Der Beitrag nimmt sich selbst größtenteils nicht allzu ernst und wendet diesen Aspekt auch beim Gialli im Allgemeinen an. Hauptsächlich verantwortlich dafür sind ganz sicher einige Vertreter aus den späten 80er Jahren, denn als es mit dem Genre immer weiter bergab ging, nahm gleichzeitig auch die Qualität der einzelnen Filme immer weiter ab. Löchrige Geschichten, unfreiwillige Komik und stellenweise mangelnde Logik waren die Folge und so bekam man so manch skurrilen Beitrag zu sehen. Diese Seite des Subgenres findet in "The Editor" einen fast schon enormen Stellenwert und so ergibt sich dann letztendlich eine absolut gelungene Mixtur aus Ernsthaftigkeit und viel Spaß, an der man seine helle Freude haben kann. Rein inhaltlich hat die Erzählung nicht wirklich viel zu bieten und ehrlich gesagt offenbart sich stellenweise sogar ein relativ konfuses Konstrukt einer Geschichte, die allerdings ganz bewusst so in Szene gesetzt wurde. Um das Ganze für den Zuschauer noch etwas wirrer zu machen hat man diverse Mystery Elemente mit eingefügt, die das Szenario phasenweise wie einen wilden Drogentrip erscheinen lassen. Das erinnert dann fast schon an einen Film wie "Das Geheimnis des magischen Kreises" aus dem Jahr 1975, der ganz bestimmt nicht zu den besten Vertretern seiner Art zu zählen ist und im Bezug auf Verwirrungen beim Zuschauer als auch im Bezug auf mangelnde Logik ein wahres Paradebeispiel darstellen dürfte. War das damals beim genannten Titel noch als großes Manko auszumachen, so spielt es in vorliegendem Fall überhaupt keine Rolle. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn dadurch wird der Unterhaltungswert der dünnen Story doch ganz ungemein aufgewertet, da man dieses Stilmittel mit voller Absicht eingesetzt hat.

So gerät der Inhalt mit zunehmender Laufzeit auch immer mehr in den Hintergrund und man erfreut sich vielmehr an den unzähligen offensichtlichen Anspielungen an andere Filme und deren Regisseure, sowie an unzählige Kuriositäten, die mit unglaublich viel Charme und Liebreiz ins Bild gesetzt wurden. Ein Highlight dürfte dabei wohl die Figur des ermittelnden Inspectors sein, der rein optisch wie der junge Donald Sutherland in "Die Körperfresser kommen" daher kommt. Die Zeichnung seiner Figur ist phasenweise urkomisch, was durch unendlich viele und kaum nachvollziehbare Handlungen zusätzlich untermalt wird. Ganz generell kann man das allerdings auf alle Protagonisten ummünzen, denn durch die Bank wurden sämtliche Charaktere völlig überspitzt und skurril in Szene gesetzt. Für Freunde des Subgenres gibt es also die volle Dröhnung, allerdings sollte man sich bei den Gialli schon ein wenig auskennen, da ansonsten die ein oder andere Pointe keinesfalls zünden dürfte. Doch selbst in diesem Fall sollte man durchaus einen Blick riskieren, denn "The Editor" hat auch in Sachen Härtegrad eine ganze Menge zu bieten. Füreine 16er Freigabe beinhaltet der Film nämlich so manch derbe und blutige Einstellung, was auch den Freund der härteren Gangart erfreuen dürfte.

In der Summe sollte man also keinesfalls einen handelsüblichen Vertreter seiner Art erwarten, sondern vielmehr eine äußerst gelungene Kombination aus den guten und den schlechten Seiten des Genres. "The Editor" ist einerseits eine absolute Huldigung und stellt andererseits ein fast perfekte Parodie auf eine Filmart dar, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut. Mir persönlich hat dieser Beitrag ausnehmend gut gefallen und man muss den Machern Adam Brooks / Matthew Kennedy ein dickes Kompliment aussprechen, da ihre Hommage an ein lange Zeit in Vergessenheit geratenes Subgenre absolut gelungen ist.


Fazit:


Sehr viel Spaß, herrlich blutige Szenen und teilweise ein wahres Sammelsurium an Absurditäten sind die absoluten Markenzeichen dieser kanadischen Produktion. Drei Jahre nach seinem Erscheinen ist "The Editor" nun endlich auch bei uns auf Scheibe erschienen und man sollte sich dieses sehr unterhaltsame Filmchen keinesfalls entgehen lassen.


8/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 8. Jul 2017 14:55

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Stephen King's Stark
(The Dark Half)
mit Timothy Hutton, Amy Madigan, Michael Rooker, Julie Harris, Robert Joy, Kent Broadhurst, Beth Grant, Rutanya Alda, Tom Mardirosian, Larry John Meyers, Patrick Brannan, Glenn Colerider
Regie: George A. Romero
Drehbuch: Stephen King / George A. Romero
Kamera: Tony Pierce-Roberts
Musik: Christopher Young
ungeprüft
USA / 1993

Der renommierte Schriftsteller Thad Beaumont begeistert mit seinen Romanen die Kritiker. Doch das große Geld verdient er mit reißerischer Horror-Lektüre, die er unter dem Pseudonym George Stark verfasst. Sein literarisches Doppelleben droht ein plötzliches Ende zu nehmen, als ein Erpresser auftaucht, der Thads zweite Identität enttarnen könnte. Aus der Not heraus beschließt Thad, dem Erpresser zuvorzukommen und sein Alter Ego selber zu enthüllen. George Stark wird dabei im Rahmen der Enthüllungsstory symbolisch zu Grabe getragen. Doch Stark scheint nicht einfach so sterben zu wollen – im Gegenteil, er nimmt körperliche Gestalt an und entsteigt seinem Grab. Kurz darauf geschehen in Thads Umfeld einige Morde, die auf ihn als Täter hindeuten …


Wenn der Meister des Horrors Stephen King die Romanvorlage liefert und Horrorlegende George A. Romero bei der filmischen Umsetzung übernimmt, dann sollte doch im Prinzip ein wirklich gelungener Horrorfilm dabei heraus kommen. Im Fall von "Stark" ist das auch definitiv der Fall und deshalb ist es doch relativ unverständlich, das dieses Werk unter den etlichen King - Verfilmungen eher ein stiefmütterliches Dasein fristet. Bei der vorhandenen Klasse ist dies nur schwerlich nachzuvollziehen, denn obwohl die Geschichte zwar auch kleinere Mankos beinhaltet, präsentiert sich doch in der Summe ein absolut gelungener Genrebeitrag der weitaus mehr Beachtung verdient hätte. Die Schwächen sind dabei verhältnismäßig schnell abgehandelt, denn bis auf den Aspekt das die Hintergründe nicht völlig lückenlos dargelegt werden und die Figur des Sheriffs (Michael Rooker) nicht unbedingt durch logisches Verhalten auffällt, gibt es meiner Meinung nach nichts zu beanstanden. Für diese kleinen Defizite wird man allerdings mehr als zur Genüge entschädigt, denn Romero hat seine Erzählung mit einem erstklassigen Spannungsbogen ausgestattet und das Szenario auch gleich noch mit einer herrlich düsteren Grundstimmung versehen, die den Zuschauer bis zur letzten Minute in ihren Bann zieht.

Die literarische Vorlage gehört ganz sicher zu den derberen Romanen von King, in der insbesondere die Darstellung der verschiedenen Morde äußerst explizit beschrieben werden. Nun sollte man jedoch keinesfalls darauf hoffen das es auch in der filmischen Adaption derart heftig zur Sache geht, denn obwohl "The Dark Half" durchaus einige etwas heftigere Einstellungen anbietet, bewegt sich der visuelle Härtegrad immer noch in einem handelsüblichen Rahmen. Das ist aber auch gar nicht weiter wichtig, zählt doch vielmehr die gelungene Kombination aus den vorhandenen Zutaten des Genres, die an dieser Stelle ein sehr überzeugendes Gesamtbild entstehen lässt. Absoluter Höhepunkt der Story dürften mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Auftritte von George Stark sein, der das dunkle Ego des Schriftstellers Thad Beaumont darstellt. Timothy Hutton legt in dieser Doppelrolle eine richtig gelungene Performance an den Tag und bringt dabei die Kontraste der guten und der schlechten Seite eines Menschen hervorragend zum Ausdruck. Dabei mag man es kaum glauben, wie der eher brav und bieder wirkende Hauptdarsteller nahezu brillant in der Figur des eiskalten Mörders die Aufmerksamkeit des Zuschauers für sich gewinnen kann, doch in diesem Punkt zeigt Hutton wirklich mehrere Facetten seines schauspielerischen Potentials.

Besonders interessant ist meiner Meinung nach auch die sehr gelungene Umsetzung der zu Grunde liegenden Thematik, denn auch wenn Romero's Verfilmung bestimmt nicht die psychologische Tiefe der Romanvorlage erreicht, so kann man insgesamt gesehen von einer äußerst gelungenen Beleuchtung des Themas sprechen. Die Personifizierung der dunklen Seite des Menschen steht immer im Vordergrund und gleichzeitig, wobei gleichzeitig der unvermeidliche Kampf Gut gegen Böse einen gesteigerten Stellenwert findet. So wird dann auch mit zunehmender Laufzeit immer mehr der glänzend auftrumpfende Tomothy Hutton in seiner Doppelrolle in den Vordergrund gerückt, wohingegen die anderen Schauspieler immer mehr in den Status einer Nebenrolle gedrückt werden. Bei der vorhandenen Ausgangslage ist das aber fast schon als zwingend notwendig zu betrachten, da alles auf den entscheidenden Showdown der beiden völlig verschiedenen Egos ausgerichtet ist. Dennoch lässt Romero die anderen Figuren keinesfalls verkümmern, vielmehr versteht er es äußerst geschickt, sie nach und nach sanft in den Hintergrund zu rücken, was dem in der Summe sehr gelungenen Schauspiel der Akteure jedoch keinerlei Abbruch tut. Letztendlich kann man nur hoffen, das diesem tollen Horrorfilm endlich einmal die Beachtung zukommt die er aufgrund seiner Qualität auf jeden Fall verdient hätte.

Dazu beitragen könnte nun eventuell die Veröffentlichung des Labels OFDB Filmworks, die diesen gelungenen Genrebeitrag als Nummer 4 in der hauseigenen Collector's Edition neu aufgelegt haben. Gleichzeitig handelt es sich dabei um die deutsche Erstveröffentlichung auf Blu-ray und das Gesamtpaket erscheint wie gewohnt in einem hübschen 3 - Disc Digipak. Neben dem Film auf Blu-ray wie auch auf DVD ist noch eine Bonus Disc randvoll mit Extras enthalten und selbstverständlich gehört auch das obligatorische Booklet mit zur Ausstattung. Wer diesen gelungenen Film also noch nicht in seiner Sammlung hat sollte also unbedingt zugreifen, denn neben der Klasse des Filmes lädt auch die wie immer gelungene Veröffentlichung des Labels nahezu zum Kauf ein. In meinen Augen hat "Stark" diese würdige Umsetzung auch wirklich verdient, denn dieser immer noch stark unterschätzte Horrorfilm sollte in keiner gut sortierten Sammlung fehlen.


Fazit:


George A. Romero hat mit "The Dark Half" richtig gute Arbeit geleistet und trotz kleinerer Mankos einen insgesamt extrem stimmigen Film abgeliefert. Warum der Beitrag nie den Beliebtheitsgrad diverser anderer Stephen King - Verfilmungen erreicht hat ist mir ein Rätsel, denn hier bekommt man Horrorkost vom Feinsten angeboten.


9/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 9. Jul 2017 14:13

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Tell Me How I Die
(Tell Me How I Die)
mit Nathan Kress, Virginia Gardner, Kirby Bliss Blanton, Ryan Higa, Mark Furze, Ethan Peck, William Mapother, Mark Rolston, Marnie Alexenburg, Daisun Cohn-Williams, Reiley McClendon
Regie: D.J. Viola
Drehbuch: James Hibberd / Rob Warren Thomas / D.J. Viola
Kamera: David McGrory
Musik: José Villalobos
FSK 16
USA / 2016

Einige Studenten nehmen an einem Medikamenten-Test teil. In einer Forschungsstation soll ein Mittel getestet werden, das angeblich die Alzheimer-Krankheit heilen soll. Auch die attraktive Anna wagt sich mit mulmigen Magen in die Höhle des Löwen, weil sie mit permanentem Geldmangel zu kämpfen hat. Doch ihr Bauchgefühl ist berechtigt, denn das gespritzte Medikament verfügt über mysteriöse Nebenwirkungen. So werden die Probanden von seltsamen Visionen gequält in denen die Testpatienten sehen, wie sie auf unbequeme Art das Zeitliche segnen. Leider ist die Freude über die neu erworbene Fähigkeit nicht sonderlich groß. Die Todesvisionen verunsichern und sorgen für Angst. Die sollten die Teilnehmer auch haben, denn bald schon beginnt das Sterben. Einer nach dem anderen lässt auf genau jene Weise sein Leben, wie man es vorausgesehen hat. Doch die Bedrohung ist greifbar. Ein Killer hat sich Zugang zur Forschungseinrichtung verschafft und richtet ein Blutbad an. Da stellt sich die Frage, wer von den verängstigten Studenten diesen kompromisslosen Amoklauf überstehen wird?


Nach einer TV-Serie (Elvira's Movie Macabre) und einem Kurzfilm (South) erscheint nun mit "Tell Me How I Die" der erste Spielfilm von DJ Viola. Dabei handelt es sich um eine recht kurzweilige Mixtur aus Psychothriller und Horrorfilm, die den Zuschauer durchgehend bei Laune halten kann. Schon wenn man die Inhaltsangabe des Filmes gelesen hat fallen einem ganz unwillkürlich Vergleiche zum "Final Destination" Franchise auf, bei dem man ganz offensichtlich eine ganze Menge abgekupfert hat. Auch hier dreht sich letztendlich alles um Visionen und Todesahnungen, nur das diese in vorliegendem Fall durch ein Medikament namens A 9913 ausgelöst werden, das mehreren Probanden im Zuge einer klinischen Studie verabreicht wird. Nun gestaltet sich die Chose nicht zwingend innovativ, aber immerhin entwickelt sich ein sehr ordentlicher Genre-Mix, der schon nach einer relativ kurzen Zeitspanne mit einem ordentlichen Spannungsbogen aufwarten kann. Gleichzeitig entfaltet sich auch eine ordentliche Grundstimmung, die mit zunehmender Laufzeit immer bedrohlicher Züge erkennen lässt.

Durch den räumlich begrenzten Schauplatz der abgelegenen Forschungseinrichtung geben sich phasenweise auch ziemlich klaustrophobisch anmutende Züge zu erkennen, denn obwohl es sich um ein riesiges Gebäude handelt scheinen die Testpersonen der Studie wie in einer Mausefalle gefangen zu sein. Erschwert wird dieser Umstand durch die Tatsache, das ganz offensichtlich ein wahnsinniger Killer innerhalb des Gebäudes sein Unwesen treibt und nach und nach alle Testpersonen ins Jenseits befördert. Die Hintergründe für die Morde werden zunächst lediglich angedeutet und die Identität des Killers wird lange im Dunkeln gehalten. Letztere ist aber gar nicht einmal so wichtig und interessant, dient sie doch lediglich dafür, um im letzten Drittel des Filmes die Gesamtzusammenhänge der Studie einigermaßen logisch ins Bild zu setzen.

Als Schwachpunkt dieses Beitrages sind bestimmt die einzelnen Charaktere auszumachen, denn die Skizzierung der jeweiligen Figuren fällt doch äußerst oberflächlich auf. Bis auf wenige Ausnahmen können die Protagonisten auch kaum Sympathiewerte beim Betrachter sammeln, da sie größtenteils ziemlich blass und mit sämtlichen Klischees beladen dargestellt werden. Ein weiterer Kritikpunkt könnte für manch einen die an manchen Stellen nicht vorhandene Logik sein, denn obwohl DJ Viola ganz augenscheinlich um die Glaubwürdigkeit seiner Erzählung bemüht war, wird dieses Bemühen durch mehrere Handlungen der Darsteller außer Kraft gesetzt. Dennoch ergibt sich in der Summe ein recht ansehnlicher Film, der allerdings keinesfalls in die großen Fußstapfen eines "Final Destination" treten kann.

"Tell Me How I Die" ist sicherlich nicht frei von Fehlern, entpuppt sich jedoch als unterhaltsamer Genre-Mix, der zudem auch noch mit einem ordentlichen Tempo ausgestattet wurde. Die bisher eher schlechten Kritiken kann ich persönlich nicht so ganz nachvollziehen, denn auch wenn es sich hier nicht um ein filmisches Meisterwerk handelt, lohnt sich eine Sichtung des Werkes allemal. Das etwas enttäuschende Finale lässt dann sogar noch die Möglichkeit für eine eventuelle Fortsetzung, was gerade in der heutigen Zeit bestimmt nicht im Bereich des Unmöglichen ist.


Fazit:


"Tell Me How I Die" beinhaltet vor allem viele gute Ansätze, von denen die meisten allerdings nicht allzu konsequent verarbeitet wurden. Aus dem vorhandenen Potential hätte man durchaus mehr heraus holen können, aber auch in der vorliegenden Form bietet die Produktion ziemlich interessante und unterhaltsame Filmkost. Und so würde ich den Film schlussendlich am oberen Rand des Durchschnittsbereichs ansiedeln, denn einen höheren Stellenwert lassen die angesprochenen Mankos leider nicht zu.


6/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 10. Jul 2017 12:21

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Come and Find Me
(Come and Find Me)
mit Annabelle Wallis, Aaron Paul, Garret Dillahunt, Enver Gjokaj, Terry Chen, Zachary Knighton, Chris Chalk, Valerie Tian, Jordana Largy, Michael Kopsa, Jessica Heafey, Dean Redman
Regie: Zack Whedon
Drehbuch: Zack Whedon
Kamera: Sean Stiegemeier
Musik: Nate Walcott
FSK 16
Großbritannien / 2016

Kein Abschiedsbrief, kein Hinweis auf eine Entführung, keine Vorwarnung: Von einem Tag auf den anderen verschwand Davids (Aaron Paul) Freundin spurlos aus seinem Leben. Gerade als David dabei ist, nach über einem Jahr die erfolglose Suche nach Claire (Annabelle Wallis) aufzugeben, stößt er zufällig auf eine neue Fährte. Alle Hinweise deuten darauf hin, dass Claire nicht die Person war, die sie zu sein schien. Die frische Spur bringt ihn allerdings nicht nur ein Stück näher an Claire, sondern ruft auch gefährliche und gewaltbereite Fremde auf den Plan, die mit der Vermissten anscheinend eine offene Rechnung zu begleichen haben ...


Zack Whedon hat sich gleich bei seinem Regiedebüt einer recht komplexen und ambitionierten Aufgabe angenommen, denn seine Erzählung beinhaltet Zutaten aus mehreren verschiedenen Genres. So beginnt "Come an Find Me" beispielsweise in den ersten Minuten noch wie eine typische Liebesgeschichte, geht aber schon nach gut 25 Minuten in einen Mysterythriller über. Im weiteren Verlauf lassen sich dann ganz klare Züge eines Agententhrillers erkennen und gleichzeitig offenbart das Werk auch noch die handelsüblichen Elemente eines Dramas, so das man ohne Weiteres von einem echten Genre-Zwitter sprechen kann. Einerseits beinhaltet der Film in dieser Vielfältigkeit seine große Stärke, auf der anderen Seite sorgt diese aber auch gleichzeitig für kleinere Defizite, denn streckenweise scheint sich Whedon in seinem eigenen Konstrukt ein wenig zu verirren. Das ändert aber nichts an einem konstant guten Spannungsaufbau, denn es gestaltet sich schon äußerst interessant den jungen David (Aaron Paul aus Breaking Bad) auf der abenteuerlichen Suche nach seiner verschwundenen Freundin Claire (Annabelle Wallis) zu begleiten. Schon recht bald stellen sich dabei die ersten Fragen nach deren wahrer Identität, denn ganz offensichtlich ist Claire keinesfalls die Person die sie eigentlich sein sollte.

Die Story wird von nun an immer komplexer und entpuppt sich an einigen Stellen sogar ein wenig verworren. Das liegt in erster Linie daran, das man zwar immer wieder kleinere Mosaiksteine über Claires wahre Identität geliefert bekommt, die aber letztendlich kein wirklich klares Gesamtbild ergeben wollen. Gleichzeitig streut man in regelmäßigen Abständen immer wieder diverse Flashbacks aus der gemeinsamen Vergangenheit des Pärchens ein, was allerdings auch nicht zum besseren Gesamtverständnis beiträgt. Whedon serviert immer wieder Andeutungen und kleinere Puzzle-Teilchen, lässt jedoch die nötige Tiefe vermissen, um dem Zuschauer ein wirklich schlüssiges Bilde über die Zusammenhänge zu liefern. Dadurch bleibt eine ganze Menge der eigenen Fantasie überlassen, da die gelieferten Informationen viel Spielraum für eigene Interpretationen lassen.

Trotz dieses augenscheinlichen Mankos handelt es sich in der Summe um einen sehenswerten und guten Film, der auch in den Hauptrollen ziemlich gut besetzt ist. In der Hauptsache bekommt man es mit der Figur von David zu tun und Aaron Paul kann in seiner Rolle auch größtenteils überzeugen. Teilweise wird dieser Eindruck jedoch durch einige nicht ganz nachvollziehbare Handlungen ein wenig getrübt, denn wenn man mit der Zeit sieht in was der junge Mann hinein geraten ist, wirkt sein Verhalten in manchen Passagen nicht unbedingt logisch. Ganz generell trifft man im Verlauf des Szenarios auf diverse Szenen die es etwas an Glaubwürdigkeit mangeln lassen, aber ehrlich gesagt bewegt man sich bei diesem Punkt noch in einem überschaubaren Rahmen. Eventuell liegt es auch daran das der Regisseur hier anscheinend etwas zu viel wollte, aufgrund seiner Unerfahrenheit jedoch noch nicht dazu in der Lage ist, einen solch komplexen Genre-Mix auch wirklich gänzlich überzeugend ins Bild zu setzen. Trotz alledem ist "Come and Find Me" jedoch ein insgesamt guter Erstling, der vom Anfang bis zum Ende spannende und gute Filmkost liefert.

Mir persönlich hat diese britische Produktion trotz der angesprochenen Schwächen sehr gut gefallen, nur hätte ich mir definitiv mehr Hintergrundinformationen über Claire, deren echter Identität und vor allem über ihre Tätigkeiten gewünscht. Dieser Aspekt der Story wird allerdings viel zu schwammig gehalten und diesen Vorwurf muss sich der gute Zack Whedon auch definitiv gefallen lassen. Wenn man schon einen Beitrag mit den verschiedensten Genre-Zutaten auf die Beine stellt, dann sollte man auch die jeweiligen Ansätze konsequent heraus arbeiten und den Betrachter mit einem gänzlich stimmigen Gesamtbild entlassen. Gerade das geschieht hier aber nicht und dafür sorgt auch das etwas unbefriedigende Ende der Geschichte, denn auch hier kann man sich zwar seinen eigenen Teil denken, bekommt aber keinerlei Gewissheit geliefert.


Fazit:


"Come and Find Me" kann nicht in allen Belangen restlos überzeugen, hinterlässt aber in der Summe einen überdurchschnittlich guten Eindruck. Natürlich liegt das wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters, aber anschauen sollte man sich diese Produktion auf jeden Fall. Einem offensichtlich sehr ambitionierten Regisseur sollte man insbesondere beim Debüt ein wenig Kredit geben, denn trotz mancher Versäumnisse hat Whedon auch eine ganze Menge richtig gemacht.


7/10
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