horror's Reise durch die Welt der Filme

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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 23. Feb 2017 15:33

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Rupture - Überwinde deine Ängste
(Rupture)
mit Noomi Rapace, Peter Stormare, Kerry Bishé, Michael Chiklis, Lesley Manville, Ari Millen, Joel Labelle, Percy Hynes White, Sergio Di Zio, Jean Yoon, Paul Popowich, Morgan Kelly, Jonathan Potts, Brendan Jeffers
Regie: Steven Shainberg
Drehbuch: Steven Shainberg / Brian Nelson
Kamera: Karim Hussain
Musik: keine Informationen
FSK 16
Kanada / USA / 2016

Die mehr schlecht als recht allein erziehende Renee will ihrer extremen Angst vor Spinnen begegnen, indem sie beim Fallschirmspringen neuen Mut fasst. Auf dem Weg zur ersten Unterrichtsstunde wird sie allerdings entführt und findet sich gefesselt und allein in einem Labor in einer Lagerhalle wieder. Schnell stellt sie fest, dass die dortigen Forscher sie mit extremen Experimenten und wiederholten Mutproben konfrontieren. Renee versucht verzweifelt zu entkommen - und herauszufinden, was hinter der Tortur steckt.


Die Inhaltsnagabe von "Rupture" deutet schon an, das es sich hier um eine recht mysteriöse und geheimnisvolle Geschichte handeln könnt. Erfreulicherweise bestätigt sich diese Vorahnung auch nach relativ kurzer Zeit und so kann man sich auf ein durchgehend spannendes Szenario freuen, das einen bis zur letzten Minute bei Atem hält. Dabei offenbart sich eine äußerst gelungene Kombination aus SCI/FI und Thriller, bei der Regisseur Steven Shainberg insgesamt gesehen eine ganze Menge richtig gemacht hat. In erster Linie besticht der Film durch eine exzellente Grundstimmung, die sich in düsteren Bildern und extrem klaustrophobischen Zügen zu erkennen gibt. Zu Beginn ist davon jedoch noch nichts zu spüren, denn die ersten Minuten gewähren dem Zuschauer lediglich einen kurzen Einblick in das Leben der allein erziehenden Mutter Renee, die von Noomi Rapace (Millennium-Trilogie) erstklassig dargestellt wird. So wird man dann auch bewusst erst einmal ein wenig in Sicherheit gewogen, bevor die Story dann nach gut 15 Minuten eine völlig andere Richtung einschlägt. Denn ab dem Zeitpunkt der Entführung von Renee wendet sich das Blatt und aus dem eher seichten Einstieg in die Geschehnisse entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit ein Szenario, das die restliche Laufzeit wie eine zentnerschwere Last auf den Schultern des Betrachters liegen soll. Das liegt in erster Linie an der Ausgangssituation in der sich die junge Frau befindet und selbstverständlich fragt man sich genau wie die Hauptfigur nach den Motiven für die mysteriöse Entführung.

Dieser Aspekt ist dann auch die größte Stärke, denn sehr geschickt hält Shainberg die Hintergründe ganz bewusst im Dunkeln und präsentiert mit der Zeit immer nur häppchenweise Informationen, die dann letztendlich zur Aufklärung des Ganzen führen sollen. Da man sich auf dem gleichen Wissensstand wie die Hauptfigur befindet, taucht man ganz automatisch immer tiefer in den geheimnisvollen Strudel der Abläufe ein und stellt auf eine gewisse Art und Weise eine ganz besondere Verbindung zu Renee her, deren Situation einem fast spürbar an die Nieren geht. Die düster gehaltenen Räumlichkeiten des ominösen Labor-Komplexes sorgen für eine unheilvolle Atmosphäre, die einem phasenweise schon so manchen kalten Schauer über den Rücken jagt. Das entstehende Gefühl einer starken Beklemmung macht sich breit und die ganze Zeit über wird man das unbestimmte Gefühl einfach nicht los, das diese Geschichte für die allein erziehende Mutter nicht wirklich gut ausgehen kann. Die Erzählstruktur von "Rupture" gestaltet sich eher etwas ruhiger und beinhaltet auch nicht gerade ein wahnwitziges Tempo, wobei Shainberg's Erzählung in dieser Beziehung aber dennoch variabel daher kommt, denn ab und zu werden die ruhigen Töne durch etwas temporeichere Passagen ersetzt.

Das überträgt sich auch durchaus auf das eigene Sehverhalten, denn streckenweise wird man in einen fiebrig anmutenden Strudel hinein gezogen, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. Sicherlich mag nicht jeder diese Empfindungen teilen, Denn "Rupture" wird sicherlich nicht jeden Geschmack treffen. Manch einer wird diesen Beitrag eventuell sogar als ein wenig langatmig ansehen, doch wenn man mit möglichst wenig Informationen an die Story heran geht und sich dann auch noch völlig auf das Gesehene einlassen kann, dann dürfte man im Endeffekt mit einem höchst intensiven Filmerlebnis belohnt werden. Es handelt sich hier in meinen Augen um einen absolut sehenswerten Genre-Mix, bei dem die Elemente des SCI/FI Filmes eindeutig im Vordergrund stehen. Auch die darstellerischen Leistungen der Akteure können sich sehen lassen, wobei die Performance von Rapace ganz besonders hervor zu heben ist. Das die anderen Protagonisten etwas stereotyp erscheinen mag zu Beginn noch etwas gewöhnungsbedürftig sein, doch wenn man erst einmal die ganzen Zusammenhänge kennt, dann erklärt sich das teils emotionslose Schauspiel von ganz allein.

Ganz egal was man am Ende von diesem Film halten wird, es handelt sich definitiv um einen sehr interessanten Beitrag, dem man definitiv eine Chance geben sollte. Die Meinungen werden bestimmt auseinander driften, aber eine nicht gerade kleine Menge von Menschen dürften hier voll auf ihre Kosten kommen. Mich selbst hat diese Produktion jedenfalls total überzeugt und so kann ich auch nur eine dicke Empfehlung an all jene aussprechen, die einen atmosphärisch dichten und spannenden Genre Mix zu schätzen wissen.


Fazit:


Eine faszinierende Geschichte, gute Schauspieler und jede Menge Spannung sind die Hauptbestandteile eines Werkes, das man bestimmt nicht so schnell vergessen wird. "Rupture" spielt mit den ureigensten Ängsten des Menschen und sondert dabei eine unglaublich starke Beklemmung aus, der man sich die ganze Zeit über nicht erwehren kann.


8/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 27. Feb 2017 16:14

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Der Teufel führt Regie
(Il Boss)
mit Henry Silva, Richard Conte, Gianni Garko, Antonia Santilli, Corrado Gaipa, Marino Masé, Howard Ross, Claudio Nicastro, Gianni Musy, Mario Pisu, Vittorio Caprioli, Pier Paolo Capponi, Andrea Aureli, Pietro Ceccarelli
Regie: Fernando Di Leo
Drehbuch: Fernando Di Leo / Peter McCurtin
Kamera: Franco Villa
Musik: Luis Bacalov
keine Jugendfreigabe
Italien / 1973

Einige Mafiosi sitzen in Palermo in einem Kion und schauen sich einen Pornofilm an. Währenddessen lässt der Killer Lanzetta, der zur "Familie" des Don Giuseppe Daniello gehört, unbemerkt von allen das Kino in die Luft gehen und erschiesst alle. Die Opfer gehören zum Clan von Antonio Attardi, Daniello's Rivale. Einer hat jedoch überlebt: Cocchi, der blutige Rache schwört. Kommissar Torri ist mit dem Fall betraut worden. Er knöpft sich Cocchi vor und rät ihm dringend von jeglicher Vendetta ab. Torri ist selbst mit dem Boss Daniellos, Don Corrasco, verbandelt. Doch Cocchi ist so von Hass durchdrungen, dass er Rina, die 20jährige Tochter von Daniello, entführen lässt. Lanzetta wird damit beauftragt, Daniellos Tochter zu befreien und mit der Bande Attardis abzurechnen.


Fernando Di Leo (Schloss der blauen Vögel, Milano Kaliber 9) hat mit "Der Teufel führt Regie" einen brillanten und nahezu perfekten Actionthriller kreiert, der unter den Genre-Vertretern ganz sicher ziemlich weit oben angesiedelt sein dürfte. Das liegt schon allein in der äußerst interessanten Geschichte begründet, denn auch wenn diese wie so viele andere Beiträge auch die Mafia-Thematik beinhaltet, hebt sich das Szenario sehr wohlwollend von anderen Werken ab. Dieses Mal steht nämlich einzig und allein eine Art Krieg unter verschiedenen Mafia-Gruppen im Fokus des Geschehens, wobei die Herkunft der einzelnen Mitglieder von ganz entscheidender Bedeutung ist. Man könnte das Ganze auch als einen Kampf zeischen Sizilien und Kalabrien bezeichnen, denn genau aus diesen beiden Gebiten Italiens stammen die Protagonisten her, die sich hier einen unbarmherzigen Kampf ohne gnade liefern. Man sollte als Zuschauer nun aber nicht zwingend auf eine Story setzen, in der es vor Action Passagen nur so wimmelt, denn Di Leo setzt sein Hauptaugenmerk ganz klar auf das Inhaltliche. So gestaltet sich die Chose dann auch phasenweise recht dialoglastig, was jedoch in keinster Weise negativ zu bewerten ist.

Eher das Gegenteil ist der Fall, bekommt man doch einen sehr guten Einblick in die mafiösen Strukturen und wird dabei mit einem teuflischen Spiel konfrontiert, in dem Macht, Korruption und Verrat auf der Tagesordnung stehen. Zentrale Hauptfigur ist einmal mehr Henry Silva und wie kaum anders zu erwarten spielt der bekannte Darsteller einmal mehr einen Auftragskiller und Bösewicht, der aber witzigerweise die Sympathien des Betrachters auf sich ziehen kann. Aufgrund dessen kann man schon erahnen das hier noch weitaus schlimmere Figuren auf den Plan treten, wobei im Prinzip jeder einzelne Protagonist nur auf die eigenen Belange achtet und sich einen Dreck um Dinge wie Loyalität und Ehre schert. Die Story wartet gleich zu Beginn mit einem echten Höhepunkt auf, denn die Szenen in einem Kino dürften als ziemliches Highlight angesehen wrden. Danach fährt man erst einmal in einem etwas ruhigeren Fahrwasser, ohne das die Ereignisse jedoch in irgend einer Art und Weise langatmig erscheinen würden. Die Leo hat nämlich genau die richtige Mixtur aus Thriller und Action getroffen, so das sich ein insgesamt mehr als stimmiges Gesamtbild ergibt.

Action gibt es dabei nicht unbedingt im Überfluss, doch die vorhandenen Sequenzen sind absolut erstklassig und können sich wirklich sehen lassen. Hinzu kommen die richtig guten Leistungen der Akteure, denn bis in die kleinsten Nebenrollen ist die Geschichte erstklassig besetzt. Das Schauspiel wirkt glaubwürdig und authentisch, lediglich das Verhalten der entführten Rina gibt einem erst einmal zu denekn. Als sie in Gefangenschaft ist, kann man ihre Handlungsweisen zunächst einmal nicht logisch nachvollziehen, aber im weiteren Verlauf der Geschehnisse bekommt man diverse Hintergrundinformationen, die ihr Benehmen in ein etwas anderes Licht rücken. Auch wenn hier sämtliche Protagonisten sehr gut agieren, so sollte man ganz eindeutig den guten Henry Silva ganz besonders hervor heben. denn dieser Mann ist einfach prädestiniert für die Rolle eines Killers. Das stellt er einmal mehr äußerst eindrucksvoll unter Beweis und im Bereich des italienischen Actionthrillers gibt es meiner Meinung nach auch niemanden, der ihm in diesem Punkt das Wasser reichen könnte. Esist eine Wonne ihm zuzuschauen und wenn man es nicht besser wüsste, dann könnte man zu der Einschätzung gelangen das er sich selbt spielt.

Insgesamt gesehen präsentiert sich mit "Der Teufel führt Regie" ein nahezu perfekter Beitrag, den man kaum besser hätte gestalten können. Die einzelnen Zutaten wurden harmonisch miteinander vermischt und ergeben letztendlich ein mehr als nur stimmiges Gesamtpaket. Die Veröffentlichung des Labels filmArt ist absolut gelungen und beinhaltet diesen grandiosen Film zudem in zwei Schnittfassungen. Neben der italienischen Originalfassung ist nämlich auch noch die um gut 21 Minuten kürzere deutsche Kinoversion mit an Bord. Die längere Version ist allerdings nur mit einer italienischen Tonspur ausgestattet, die mit durchgehenden deutschen Untertiteln versehen ist. Das macht aber rein gar nichts da die Geschichte für sich selbst spricht und jedem Liebhaber des Cinema Italiano einen wahren Filmgenuss garantieren dürfte.


Fazit:


Mit "Der Teufel führt Regie" hat Fernando Di Leo einen echten Leckerbissen auf den Weg gebracht, der auch in der heutigen Zeit kein bisschen von seinem Reiz und der vorhandenen Qualität eingebüßt hat. Genre-Liebhaber kommen definitiv auf ihre Kosten und dürften ihre helle Freude an diesem grandiosen Film haben.


9/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 28. Feb 2017 17:10

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I am Not a Serial Killer
(I am Not a Serial Killer)
mit Christopher Lloyd, Laura Fraser, Max Records, Karl Geary, Tony Papenfuss, Bruce Bohne, Matt Roy, Morgan Rysso, Molly Gearen, Lucy Lawton, Emmylou Barden, James Gaulke, Christina Baldwin, William Todd-Jones
Regie: Billy O'Brien
Drehbuch: Billy O'Brien / Christopher Hyde / Dan Wells
Kamera: Robbie Ryan
Musik: Adrian Johnston
FSK 16
Großbritannien / Irland / 2016

Jede Stadt hat seine Monster. Und so befürchtet auch der im tristen Clayton lebende John (Max Records), dass er soziopathische Züge hat und in ihm ein dunkles Geheimnis schlummert. Zu den Missverstandenen seiner Generation gehörend, ist für ihn das Einbalsamieren der Leichen im Bestattungsinstitut seiner Mutter eher willkommenes Hobby als lästige Arbeit. Um seine eigenen mörderischen Triebe im Zaum zu halten stellt er selbst ein striktes Regelwerk für sich auf und versucht, das Leben eines normalen Teenagers zu führen. Die Angst davor zum Killer zu werden steht der Faszination für Serienkiller und all jene Dinge, die mit dem Tod zu tun haben, jedoch hilflos gegenüber. Als tatsächlich mehrere Morde in der Kleinstadt geschehen deutet für John alles darauf hin, dass der für ihn rätselhafte Mr. Crowley (Christopher Lloyd) von Gegenüber für die Verbrechen verantwortlich sein könnte. Je mehr er sich mit dem alten Mann beschäftigt, desto stärker scheinen seine inneren Dämonen an die Oberfläche zu drängen. Versteckt sich hinter der liebenswerten Fassade seines Nachbarn wirklich das ultimative Böse oder sollte sich John doch eher vor sich selbst fürchte.


Es ist schon ein recht außergewöhnlicher Beitrag mit Serienkiller Thematik, den Billy O'Brien hier auf den Weg gebracht hat. Und obwohl sich "I am Not a Serial Killer" wohl selbst als Horrorthriller deklariert, kann man gewisse Züge eines waschechten Dramas nur schwerlich übersehen. Schauplatz der Geschichte ist eine Kleinstadt irgendwo in Amerika und im Fokus des Geschehens steht der junge John, der mit seinen gerade einmal 15 Jahren in einer entscheidenden Phase seines noch jungen Lebens steckt. Er sieht sich selbst als Soziopathen an und wenn man die Ereignisse aufmerksam verfolgt, dann gelangt man als Zuschauer eigentlich zu der gleichen Einschätzung. Von der ersten Minute an wartet die Hauptfigur nämlich mit einer erstaunlichen Emotionslosigkeit auf, was er während des Filmes auch des Öfteren verbal zum Ausdruck bringt. Er spürt eine dunkle Seite in sich und O'Brien ist es auch ganz vorzüglich gelungen, diesen Aspekt immer wieder in den Vordergrund zu rücken. Ob nun ein echter Serienkiller in John steckt kann man nur erahnen, aber sein Verhalten und die dazu gehörigen Gedanken deuten doch recht stark in eine bestimmte Richtung. Auf jeden Fall aber hat der Heranwachsende morbide Gedanken, was durch seine Nebentätigkeit im Beerdigungsinstitut seiner Mutter noch zusätzlich untermalt wird.

Anscheinend hat der Tod eine nahezu faszinierende Ausstrahlung auf den Jungen und so kommt es ihm im Prinzip wie gerufen, als in der Kleinstadt ein Serienkiller sein Unwesen treibt. Nachdem John eher zufällig auf die Identität des Mörders stößt entwickelt sich ein geradezu perfides Katz und Mausspiel zwischen den beiden. O'Brien hat für seine Geschichte eine äußerst ruhige Erzählweise gewählt, wer also auf ein enormes Tempo oder actiongeladene Passagen hofft, wird im Endeffekt nicht wirklich bedient. Stattdessen wird man mit einer sehr ausführlichen Charakter-Zeichnung der Hauptfigur konfrontiert, was durchaus für eine höchst intensive Note sorgt. Viele gute Dialoge erzeugen hier einen konstanten Spannungsbogen, denn als Betrachter wird man bis kurz vor dem Ende darüber im Unklaren gelassen, ob die dunkle Seite in John die Oberhand gewinnt. Eine eindeutige Tendenz in eine Richtung ist also lange nicht zu erkennen und genau aus dieser Tatsache bezieht der Film dann auch seinen ganz besonderen Reiz. Ein weiterer Pluspunkt ist das wirklich gelungene Schauspiel von Max Records, denn der 20-Jährige Schauspieler passt nicht nur optisch ganz hervorragend in die Rolle eines 15-Jährigen. Die Interpretation der Rolle ist sehr glaubwürdig und erscheint absolut authentisch, denn genauso stellt man sich einen innerlich unentschlossenen Jugendlichen vor, der noch nicht so ganz weiß in welche Richtung sein Leben gehen wird.

Andererseits gibt es aber auch gewisse Passagen die man als Zuschauer nicht so ganz nachvollziehen kann. Insbesondere ist dies auf die Figuren von Johns Mutter und seinen Therapeuten zu beziehen, denn deren Verhalten ist nicht gänzlich durch nachvollziehbare Logik geprägt. Nicht selten überkommt einen nämlich das unbestimmte Gefühl, das die beiden das immer auffälliger werdende Verhalten von John nicht richtig einschätzen. So gerät gerade die Mutter in eine sehr brenzlige Situation mit ihrem Sohn, in der einem doch für einen Moment fast der Atem stockt. Die durchgehend im Raum stehende Gefahr wird hier stellenweise fahrlässig unterschätzt, wodurch allerdings der Spannungsbogen stets aufrecht erhalten wird.

Es ist durchaus möglich, das "I am Not a Serial Killer" die Meinungen spalten wird, denn nicht jedem wird die ruhige Erzählung zusagen. Man muss schon ein wenig Geduld mitbringen und sich auf die Story einlassen, um mit diesem Beitrag warm zu werden. Trotz einer 16er Freigabe beinhaltet das Werk einige nette Szenen, denn des Öfteren bekommt man Szenen geboten, in denen ziemlich explizit an Leichen herum gewerkelt wird, ansonsten gibt es jedoch keinerlei blutrünstige Einstellungen. Diese hat der Film aber auch gar nicht nötig, denn allein schon die herrlich morbide und düstere Grundstimmung des Szenarios geht einem so richtig unter die Haut. Man bekommt also auch ohne größere Härten ein höchst intensives Filmerlebnis geboten, dessen Sichtung sich allemal lohnt Wer außergewöhnliche Werke zu schätzen weiß wird hier bestens bedient, der geneigte Gorehound hingegen kommt nicht wirklich auf seine Kosten und sollte lieber zu anderen Beiträgen greifen, um seine Blutgier zu stillen.


Fazit:


Billy O'Brien hat mit "I am Not a Serial Killer" eine ganze Menge richtig gemacht und gleichzeitig einen Genre Vertreter geschaffen, der sich wohlwollend von anderen Kollegen abhebt. Dabei wird der Film allerdings längst nicht jeden Geschmack treffen, denn die ruhige und teils ungewöhnliche Erzählung ist bestimmt nicht jedermanns Sache.


7/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 9. Mär 2017 11:36

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Shark Lake
(Shark Lake)
mit Dolph Lundgren, Sara Malakul Lane, Lily Brooks O'Briant, James Chalke, Michael Aaron Milligan, Ibrahim Renno, Jacquie Allen, Jerry Atkinson Jr., Melissa Bolona
Regie: Jerry Dugan
Drehbuch: Gabe Burnstein / David Anderson
Kamera: J.R. Hall
Musik: Nicholas Rivera
FSK 16
USA / 2015

Clint hat noch ein paar Rechnungen offen, als er aus dem Gefängnis entlassen wird. Deshalb setzt der ehemalige Schmuggler exotischer Tierarten eine ganze Familie superhungriger Riesenhaie in den Lake Tahoe frei. Immer mehr spurlos verschwundene Menschen rufen Polizistin Meredith Hendricks und ihren neuen Liebhaber Peter, praktischerweise ein Biologe, auf den Plan. Als sie erkennen, was der Grund ist, ist es fast schon zu spät. Zum Glück schlägt sich nun auch Clint auf ihre Seite.


Etliche ehemalige Ikonen des B-Actioners haben ihre besten Zeiten längst hinter sich und müssen sich mittlerweile anscheinend in kleinen Produktionen ihr Geld verdienen. Nicht anders ergeht es auch dem alten Schweden Dolph Lundgren, der in diesem unterdurchschnittlichen Vertreter des Tierhorrors in der Hauptrolle zu sehen ist. Das Erstlingswerk von Jerry Dugan widmet sich dabei der immer wieder beliebten Hai-Thematik und man kann durchaus das stete Bemühen verspüren, das der gute Mann an dieser Stelle einen ernsten Beitrag abliefern wollte. Leider ändert das aber rein gar nichts an der Tatsache das "Shark Lake" seinem Namen eher keine Ehre macht, denn von den Killern der Meere ist hier eher selten etwas zu sehen. So dauert es beispielsweise volle 50 Minuten, bis man überhaupt einmal einen Hai zu Gesicht bekommt, der sich im Bein eines Reporters verbissen hat und somit den ersten kleinen und nennenswerten Schauwert dieser Produktion offenbart. Ansonsten gestaltet sich die erste Filmhälfte eher sehr schleppend und zähflüssig, was nicht unbedingt für einen ordentlichen Unterhaltungswert Sorge trägt.

Dugan versucht immerhin, dem Zuschauer die einzelnen Figuren etwas näher zu bringen, verzettelt sich dabei aber zu sehr in angespannten Verhältnissen der Hauptfiguren untereinander. So gestaltet sich das Szenario streckenweise fast schon wie ein kleines Familiendrama, als das man von einem gelungenen Vertreter des Tierhorror-Genres sprechen könnte. Gleichzeitig kann sich auch zu keiner Zeit ein wirklicher Spannungsbogen aufbauen, denn trotz einiger zu erkennender Ansätze verflacht die gesamte Chose immer mehr und gibt sich selbst der Banalität preis. Wenn die Geschichte nun zumindest ein wenig Ironie oder gewisse Trash-Elemente beinhalten würde könnte man noch auf seine Kosten kommen, aber in dieser Beziehung bekommt man leider überhaupt nichts geboten. Nun ist es zwar sehr löblich, das Dugan nicht auf den Zug der unzähligen Trashfilme aufspringen wollte, aber wenn man einen ernsten Beitrag des Genres auf den Weg bringen will, dann sollten doch zumindest die dafür notwendigen Zutaten wie Spannung und eine bedrohliche Grundstimmung vorhanden sein.

In der vorliegenden Form kann "Shark Lake" jedoch keinesfalls überzeugen und entpuppt sich als extrem seichte Unterhaltung, die man eventuell als Vielseher einmal anschauen kann. Eine nachhaltige Wirkung wird die Erzählung allerdings nicht hinterlassen, zumal Fans des Hai-Horrors definitiv nicht auf ihre Kosten kommen. Auch ein angemessener Härtegrad ist eigentlich zu keiner Zeit zu erkennen, denn die äußerst seltenen blutigen Einstellungen lassen sich locker an einer Hand abzählen. Da haben selbst bewusst trashige Vertreter wie beispielsweise "Sharknado" viel mehr zu bieten und sorgen insbesondere durch ihre bewusst abstruse Machart für jede Menge Kurzweil. All diese Dinge vermisst man hier schmerzlich und verspürt dabei das Verlangen, einen Film wie Spielbergs Meisterwerk "Der weiße Hai" anzuschauen, der immer noch das mit weitem Abstand beste Werk ist, wenn es um Hai-Filme geht.

Letztendlich bietet Dugan's Erstling keinerlei Höhepunkte und bietet lediglich knapp 90 Minuten relativ überflüssige Filmkost, die man nicht zwingend gesehen haben muss. Auch mit Dolph Lundgren als Zugpferd wird der Film nicht besser, zumal das dargebrachte Schauspiel sämtlicher Akteure auch nicht sonderlich erwähnenswert ist. Selbst wenn man mit ziemlich geringen Erwartungen an "Shark Lake" heran geht werden diese leider noch unterschritten, so das sich diese Produktion noch nicht einmal im breiten Durchschnittsbereich ansiedeln kann. Eine Empfehlung kann man also nicht wirklich aussprechen, allerdings wird es sicherlich auch genügend Leute geben, die selbst an diesem extrem belanglosen und enttäuschendem Werk ihre Freude haben werden.


Fazit:


Obwohl ich schon im Vorfeld nicht sonderlich große Erwartungen an "Shark Lake" hatte, ist die Enttäuschung nach der Sichtung des Filmes recht groß. Lediglich zum Ende hin bekommt man ein klein wenig Hai-Action geboten, ansonsten gestaltet sich die Szenerie völlig belanglos und offenbart keinerlei erwähnenswerte Schauwerte. Es fehlt ganz einfach am nötigen Gespür für das Wesentliche und das wird hier die gesamte Laufzeit über mehr als deutlich.


3/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 9. Mär 2017 17:07

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Love to Kill
(The Last Horror Film)
mit Caroline Munro, Joe Spinell, J'Len Winters, John Kelly, Simone Overman, Malgosia Casey, Patty Salier, Chip Hamilton, George Valismis, Peter D'Arcy, Filomena Spagnuolo, Don Talley, Mai Britt Finseth, Robert Paget
Regie: David Winters
Drehbuch: David Winters / Judd Hamilton / Tom Klassen
Kamera: Thomas F. Denove
Musik: Jesse Frederick / Jeff Koz
ungeprüft
USA / 1982


Der New Yorker Taxifahrer Vinny hat eine große Leidenschaft, er liebt Horrorfilme und die Schauspielerin Jana Bates. Vinnys größter Traum ist, einmal einen eigenen Horrorfilm zusammen mit seiner Lieblingsdarstellerin zu drehen. Um seinem Traum etwas näher zu kommen, entschließt er sich, samt seiner Filmausrüstung, nach Cannes zu den Filmfestspielen zu fliegen. Auch Jana Bates ist in Cannes, sie erwartet dort eine wichtige Auszeichnung. Doch es wartet ein grausames Horrorspektakel auf sie und diesmal ist es kein Film, sondern die blutige Realität...


Um eines gleich vorweg zu nehmen, trotz der beiden gleichen Hauptdarsteller und des Alternativtitels "Maniac 2 - Love to Kill" handelt es sich nicht um eine Fortsetzung des Klassikers "Maniac" von William Lustig aus dem Jahr 1980. Eigentlich handelt es sich bei der Namensgebung vielmehr um eine geschickte Marketing Strategie um den Film besser zu vermarkten, dennoch handelt es sich bei dem Werk von David Winters um einen der am stärksten unterschätzten Horrorfilme der 80er Jahre. Dabei ist die hier erzählte Geschichte wirklich gut und beinhaltet zudem sämtliche Zutaten die ein Film dieser Art nötig hat. Mit dem großartig agierenden Joe Spinell ist die männliche Hauptrolle absolut perfekt besetzt, denn die Rolle eines durchgeknallten Psychopathen ist ihm ganz augenscheinlich auf den Leib geschneidert. Konnte man sich davon schon in "Maniac" überzeugen, so legt der viel zu früh verstorbene Schauspieler an dieser Stelle eine meiner Meinung nach noch eindrucksvollere Performance an den Tag und drückt der Geschichte damit seinen ganz persönlichen Stempel auf. Als fanatischer Taxifahrer und Film-Fan ist der gute Mann nämlich die absolute Wucht, was im Prinzip in jeder einzelnen Einstellung der Story eindrucksvoll zu erkennen ist. Ihm zur Seite steht mit der bezaubernden Caroline Munro das perfekte Gegenstück und die beiden ergänzen sich wie schon zwei Jahre zuvor nahezu perfekt. Absoluter Höhepunkt dieser Produktion ist in meinen Augen die Darstellung von Vinny's (Spinell) seelischer Verfassung, denn während der Fanatiker im wahren Leben eigentlich ein totaler Versager und zudem auch noch ein Muttersöhnchen ist, gaukeln ihm die eigenen Fantasien etwas vollkommen anderes vor. In seiner Vorstellung ist er nämlich ein gefeierter Regisseur, der allerdings von echten Darstellern und Regisseuren ständig ausgelacht und nieder gemacht wird. Schon bei diesen immer wieder kehrenden Visionen macht sich die innere Zerrissenheit des Mannes mehr als stark bemerkbar und die Bebilderung des Ganzen verleiht der offensichtlichen psychischen Störung ein Höchstmaß an Intensität. So empfindet man als Zuschauer auch fast schon echtes Mitleid für die Figur von Vinny, der ziemlich offensichtlich in seiner eigenen Fantasiewelt lebt.

Der Schauplatz in Cannes verleiht dem Szenario sehr viel Authentizität und man kann wirklich zu der Einschätzung gelangen, das man sich hier in der Welt des Filmes bewegt. Passend dazu hat Winters dann auch auf das allseits beliebte Stilmittel der Film im Film Thematik zurück gegriffen, was dem Ganzen einen noch interessanteren Aspekt verleiht. Der Einsatz teilweise hektischer Schnittfolgen verleiht den Abläufen einen manchmal fast schon surreal anmutenden Anstrich, was in der Gesamtbetrachtung jedoch äußerst stimmig erscheint und im Einklang mit der psychischen Störung der Hauptfigur eine brillante Ergänzung darstellt. Neben der fanatischen Liebe zum Horrorfilm ist das obsessive Gefühl für die Schauspielerin Jana Bates (Munro) ein weiterer Höhepunkt des Geschehens, denn Vinny macht in keiner Phase der Geschichte einen Hehl daraus, was er für die bildhübsche, aber für ihn doch unerreichbare Frau empfindet. Durch das grandiose Schauspiel Spinell's wird wirklich der Eindruck erweckt, das man im vorliegenden Fall die perfekte Skizzierung einer psychischen Wahrnehmungsstörung serviert bekommt und aus diesem Aspekt bezieht der Film eine immense Kraft. Diese macht sich allerdings auch durch diverse explizite Gewaltdarstellungen bemerkbar, denn in einigen Szenen geht es schon relativ derbe zur Sache. Dennoch steht die Mordserie in Cannes eigentlich eher im Hintergrund, denn der Fokus ist ganz eindeutig auf die seelische Verfassung der männlichen Hauptfigur ausgerichtet.

Und so steht dann auch die Suche nach dem offensichtlich wahnsinnigen Mörder nicht zwingend im Vordergrund, was sicherlich auch in der Tatsache begründet ist, das die Verdachtsmomente äußerst offensichtlich in eine ganz bestimmte Richtung tendieren. Aber in dieser Beziehung weiß "Love to Kill" letztendlich doch zu überraschen, denn durch eine am Ende eingebaute Wendung wird das im Prinzip Offensichtliche völlig über den Haufen geworfen. David Winters hat hier insgesamt wirklich sehr gute Arbeit abgeliefert und einen räudigen Bastard von Horrorfilm abgeliefert, der sich größtenteils vielmehr als ein intensives, menschliches Drama darstellt, dem aber sämtliche Zutaten des Horrorfilmes beigemengt wurden. Wie dem auch sei, auf jeden Fall ist diesem Beitrag nie die Beachtung zu teil geworden, die er aufgrund der enthaltenen Qualität definitiv verdienen würde, denn allein schon die brillante Leistung eines Joe Spinell macht "Love to Kill" zu einem echten Leckerbissen für den geneigten Horror-Fan. Selbst als Gorehound kommt man stellenweise auf seine Kosten und für den Liebhaber intensiver Charakterzeichnungen offenbart sich ein wahrer Festschmaus. Das die ganze Chose dann auch noch mit einer herrlich kranken Atmosphäre ausgestattet ist rundet die Sache perfekt ab und sorgt für einen stimmigen Gesamteindruck.

"Fanatic" ist ein weiterer Alternativtitel für dieses Werk und dieses einzige Wort trifft den Nagel buchstäblich genau auf den Kopf. Kurz aber prägnant wird damit der Inhalt einer Story beschrieben, die dem Betrachter phasenweise richtig gehend unter die Haut fährt. Ein heraus ragender Joe Spinell spielt alles und jeden richtig gehend gegen die Wand und seine Omnipräsenz sorgt phasenweise sogar dafür, das einem der ein oder andere kalte Schauer über den Rücken jagt. Bleibt eigentlich nur noch zu hoffen, das dieser krude Horrorfilm durch die Veröffentlichung im Mediabook nun endlich die Beachtung findet die er eigentlich schon längst verdient hätte. Bisher hat "Love to Kill" nämlich ein eher stiefmütterliches Schattendasein geführt, was aufgrund der zu Grunde liegenden Qualität des Beitrags nur schwerlich nachzuvollziehen ist.


Fazit:


Auch nach nunmehr mittlerweile 35 Jahren schafft es dieser Film immer noch, durch seine kranke Grundstimmung ein starkes Gefühl der Beklemmung beim Betrachter hervor zu rufen. Desweiteren kann man sich immer wieder am Schauspiel des fantastisch auftrumpfenden Joe Spinell ergötzen, der den fanatischen Vinny mit einem Höchstmaß an Glaubwürdigkeit interpretiert, die wirklich ihres gleichen sucht.


9/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 10. Mär 2017 16:42

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Teleios - Endlose Angst
(Teleios)
mit Sunny Mabrey, Lance Broadway, T.J. Hoban, Christian Pitre, Mykel Shannon Jenkins, Ursula Mills, Weetus Cren, Michael Nouri, Brett Robert Culbert, Armando DuBon Jr.
Regie: Ian Truitner
Drehbuch: Ian Truitner
Kamera: Jasmin Kuhn
Musik: Roman Kovalik
FSK 16
USA / 2016

Das Frachtschiff ''Teleios'' wird seit über zwei Jahren im fernen Weltraum vermisst. Alle Daten und Übertragungen lassen darauf schließen, dass sich die Crew gegenseitig brutal ermordet hat. Ein Rettungsteam wird ausgesandt, um das vermisste Schiff und überlebende Crew-Mitglieder zu finden. Doch der wichtigste Teil der Mission ist die Bergung der Fracht der Teleios. Im Laufe der Mission wird der Crew klar, dass die mysteriöse Ladung etwas mit dem Unglück zu tun haben muss.


Mit günstig produzierten SCI/FI Filmen ist es immer so eine Sache, denn erstens sieht man ihnen zumeist das geringe Budget an und zweitens kommen die meisten dieser Beiträge in der Regel äußerst trashig daher. Auf den vorliegenden Film "Teleios - Endlose Angst" trifft das allerdings nur bedingt zu, denn trotz des kleinen Budgets von ca. 1.000.000 $ hat Ian Truitner hier eine wirklich interessante Geschichte an den Start gebracht, die allerdings in visueller Hinsicht keine sonderlichen Höhepunkte beinhaltet. So spielt sich das gesamte Szenario dann auch auf dem räumlich stark eingeschränkten Schauplatz eines Raumschiffes ab und der Zuschauer sollte keine großartigen Effekte erwarten. Die hat die Story aber ehrlich gesagt auch gar nicht nötig, denn von Anfang an baut sich ein sehr konstanter Spannungsbogen auf und zudem zieht sich durchgehend eine stark mysteriöse Grundstimmung durch das Geschehen. Von dieser bezieht "Teleios" auch definitiv seine größte Stärke, denn Truitner hat es sehr gut verstanden, die Hintergründe des Szenarios ziemlich lange im Dunkeln zu lassen.

Häppchenweise bekommt man immer mehr Informationen und Andeutungen serviert, die erst mit der Zeit ein recht stimmiges Gesamtbild ergeben. So ist dann auch die Aufmerksamkeit des Betrachters jederzeit vorhanden und äußerst gespannt wartet man auf die Lösung des Rätsels um das Verschwinden der Teleios. Schon nach einer relativ kurzen Zeitspanne präsentiert Truitner diverse Abläude die eine Menge Fragen aufwerfen, so ändert sich beispielsweise das Verhalten aller Mitglieder der Suchmannschaft, schon kurz nachdem sie an Bord des vermissten Raumschiffs gelangen. Mit zunehmender Laufzeit werden die Gründe dafür immer offensichtlicher und es offenbart sich zudem auch noch eine stark sozialkritische Note, die dem Ganzen insgesamt sehr gut zu Gesicht steht. Selbst ein paar wenige Action Einlagen sind vorhanden, doch im Prinzip handelt es sich in der Hauptsache um ein waschechtes SCI/FI Drama, das einem gut 90 Minuten interessante und kurzweilige Unterhaltung anbietet.

An einigen Stellen merkt man dann aber doch das es sich hier um eine kostengünstige Produktion handelt. In erster Linie fallen einem dabei sofort die Uniformen der Akteure ins Auge, denn wohl eher selten bekommt man dermaßen schlecht sitzende Kostüme angeboten. Dennoch machen vor allem die weiblichen Darsteller eine hübsche Figur in den Klamotten, wobei dies allerdings hauptsächlich darin begründet ist, das es sich um richtig gut aussehende Frauen handelt. Das dargebotene Schauspiel kann man ohne Weiteres als gut bezeichnen, wobei sich jedoch keiner der Protagonisten sonderlich in den Vordergrund spielen würde. Die Spielanteile der einzelnen Figuren sind gut und gleichmäßig verteilt, so das es in dieser Beziehung nicht wirklich etwas zu kritisieren gibt. "Teleios - Endlose Angst" ist also definitiv kein Blockbuster und schon gar kein Meisterwerk des Genres, aber dieser Film ist allein schon auf Grund seiner interessanten Geschichte einen Blick wert. Wer hier das große Spektakel erwartet ist fehl am Platz, wer aber ruhig erzählte SCI/FI Dramen zu schätzen weiß, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren.

Es muss also nicht immer zwingend ein negativer Aspekt sein, wenn gerade Filme aus diesem Genre mit verhältnismäßig wenig Geld produziert wurden. Eine gute Story, eine mysteriöse Grundstimmung, solide Darsteller und etwas Sozialkritik sind vollkommen ausreichend, um ein sehenswertes Filmerlebnis zu präsentieren. Da kann man auch gut und gern einmal auf spektakuläre Effekte verzichten, denn rein inhaltlich bekommt man an dieser Stelle richtig gute Kost geliefert. Mich hat "Teleios" jedenfalls äußerst positiv überrascht, so das ich definitiv eine Empfehlung an all jene aussprechen kann, die nicht nur auf Effektgewitter und pausenlose Action geeicht sind.


Fazit:


"Teleios - Endlose Angst" ist bestimmt kein echter Burner, erzählt aber eine Geschichte die auf Grund ihrer Botschaft auch ein wenig nachdenklich stimmen kann. Das alles geschieht in einem eher ruhigen Erzähltempo und ohne sonderliche Höhepunkte, dafür wird man letztendlich jedoch mit einem äußerst stimmigen Gesamtbild konfrontiert.


6,5/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 19. Mär 2017 19:04

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Crystal Lake Memories
(Crystal Lake Memories: The Complete History of Friday the 13th)
mit Corey Feldman, Peter Bracke, Melyssa Ade, Diane Almeida, Gabriel Bartalos, Kimberly Beck, Jennifer Cooke, Wes Craven, Sean S. Cunningham, Noel Cunningham, Robert Englund, Kane Hodder, Warrington Gillette, Erin Gray, David Kagen, Dana Kimmell, Ken Kirzinger, Harry Manfredini, uvm.
Regie: Daniel Farrands
Drehbuch: Peter Bracke / Daniel Farrands
Kamera: Buz Wallick
Musik: Harry Manfredini
FSK 16
USA / 2013

Regisseur Daniel Farrands gewährt dem Zuschauer in seiner Dokumentation einen Blick hinter die Kulissen der Horror-Klassiker um das „Freitag, der 13.“-Franchise. Begonnen hat alles mit Sean S. Cunninghams gleichnamig betitelten Film aus dem Jahr 1980 mit Kevin Bacon, in dem ein Camp zum Schauplatz einer schauerhaften Mordserie wird. Der Streifen wurde ein wahrer Erfolg an den Kinokassen. Zahlreiche weitere Filme sollten im Laufe der Jahre folgen. Von den Anfängen im Jahr 1980 bis zum Reboot von 2009 führen nie zuvor gezeigte Fotos, Film-Clips, Outtakes, Archiv-Dokumente, Konzeptbilder und mehrere Interviews mit über 150 Cast- oder Crewmitgliedern durch alle zwölf Filme und eine auf den Kinofilmen basierende Fernsehserie.


Es gibt mehrere wirklich gute Dokumentationen über das Horror Genre, von denen auch einige bestimmte Filmreihen recht ausführlich beleuchten. In diesem Bezug ist wohl vor allem "Never Sleep Again: The Elm Street Legacy" zu nennen, in der man der Horror-Ikone Freddy Krueger und so auch der "Nightmare on Elm Street" Reihe huldigt. Mit knapp vier Stunden Laufzeit handelt es sich dabei um eine der informativsten und ausführlichsten Dokus, die gleichzeitig auch eine mehr als würdige Veröffentlichung darstellt und das Herz eines jeden Fans in die Höhe schlagen lässt. "Crystal Lake Memories" setzt dem Ganzen noch einmal einen drauf, denn auf drei DVD's mit insgesamt über sechs Stunden Laufzeit präsentiert Regisseur Daniel Farrands das ultimative Fan-Package für alle Liebhaber der "Freitag der 13." Filmreihe und widmet sich dabei sämtlichen Filmen des Franchises, wobei selbstverständlich auch das Spin-Off "Freddy vs. Jason" als auch das Reboot von Marcus Nispel mit an bord sind. Aufgezogen ist die Dokumentatiom im Stil von "Never Sleep Again", denn auch in vorliegendem Fall lebt die Chose in erster Linie von unzähligen O-Tönen unzähliger Darsteller, der verschiedenen Regisseure und diversen Produzenten. Desweiteren werden jedoch auch etliche Filmausschnitte und Anekdoten präsentiert, so das letztendlich eine Ansammlung interessanter Informationen und Hintergründe entsteht, die wirklich jeden Fan begeistern dürfte. Die Gesamtlaufzeit von gut sechs Stunden wirkt zwar ziemlich gewaltig, aber immerhin handelt es sich ja auch um die langlebigste Filmreihe des Genres. Zudem wird jeder einzelne Film richtig eingehend vorgestellt und die dabei an den Tag tretende Fülle an Informationen beinhaltet eine Menge Details, die wohl selbst der eingefleischteste Fan noch nicht kannte.

Besonders imponierend ist insbesondere die Anzahl an ehemaligen Darstellern die sich hier versammeln, um liebevoll und charmant ihre Erfahrungen mit dem Franchise zum Besten geben. Etliche der Protagonisten erkennt man selbst heute noch wieder da sich sich rein äußerlich nur wenig verändert haben, bei anderen muss man schon zweimal hinschauen, wenn man den direkten Vergleich zwischen damals und heute im Bild präsentiert bekommt. Sie alle schildern ihre ganz persönlichen Erfahrungen und dabei kommen etliche wohl eher unbekannte Details ans Tageslicht, von denen man bisher keine Ahnung hatte. Sämtliche Interviews drücken dabei eine extrem positive und sympathische Grundeinstellung aus und mancher der Akteure gerät manchmal richtig gehend ins schwärmen. Die problematischen Aspekte der einzelnen Teile werden in der Hauptsache von den Regisseuren und Produzenten wieder gegeben, wobei in der Hauptsache immer wieder die Sprache auf das Kürzen etlicher Gewalteinstellungen kommt, damit man zur damaligen Zeit auch die Freigabe für die einzelnen Teile erhalten konnte. Gleichzeitig wird auch über unzählige Szenen gesprochen die nie in die Filme eingefügt wurden obwohl man sie abgedreht hatte, was für mich persönlich einer der spannendsten Aspekte dieser Doku war. Leider wurde laut diversen Aussagen das überschüssige Filmmaterial einiger Filme von Paramount vernichtet, so das das die Hoffnungen der Fangemeinde auf irgendwann einmal erscheinende Director Cuts der jeweiligen Filme zerstört ist. Bis auf diesen einen Punkt hat "Crystal Lake Memories" ansonsten aber nur positive Seiten, denn die Fülle der hier dargebrachten Hintergrundinformationen ist eine wahre Pracht.

So werden einem beispielsweise auch die Beweggründe näher gebracht, warum jeder einzelne Teil der Reihe in der vorliegenden Form abgedreht wurde und welche Intension der Macher hinter ganz bestimmten Dingen steht. Es werden etliche Einstellungen gezeigt in denen offensichtliche Anspielungen auf bestimmte Personen oder andere Filme serviert werden, auf die man während der Sichtung eines Filmes vielleicht gar nicht so achtet. Gerade diese kleinen und oft übersehenen Details sind sehr reizvoll und sorgen gleichzeitig dafür, das man bei der nächsten Sichtung der "Freitag der 13." Reihe auch auf die kleinsten Kleinigkeiten achten wird. Natürlich nehmen auch die Effekte in einer so ausführlichen Doku einen gewichtigen Stellenwert ein und so bekommt man einen äußerst guten Einblick präsentiert, wie etliche Gewalteinstellungen überhaupt gedreht wurden. An dieser Stelle kommen wirklich sehenswerte Tricks ans Tageslicht, die einen ungefähren Eindruck darüber geben, wie schwer so manche Szene überhaupt zu realisieren war. Tom Savini ist bei diesem Schwerpunkt natürlich ein unverzichtbarer Name, denn schließlich zeichnet er für die SFX in mehreren Teilen verantwortlich. Neben ihm kommen allerdings auch andere Meister ihres Faches zu Wort, die einen tollen Einblick in ihre Arbeit gewähren. Und so wird man dann eventuell auch so manch explizite Gewaltdarstellung bei einer neuerlichen Sichtung mit ganz anderen Augen sehen, denn was als fertiges Produkt immer so selbstverständlich aussieht, ist mit jeder Menge schwerer Arbeit und einem kaum für möglich gehaltenen Zeitaufwand verbunden. Wenn man dann sieht, mit wie viel Liebe und Herzblut die einzelnen Einstellungen möglich gemacht wurden, entwickelt man einen ungeheuren Respekt vor dieser teils mühseligen Arbeit.

"Freitag der 13." ist im Genre ein nicht weg zu denkender Begriff und die langlebigste Horrorfilmreihe erhält mit der vorliegenden Dokumentation eine verdiente Würdigung. Die ausführliche Vorstellung der einzelnen Filme und die damit verbundenen Hintergründe sind absolut erstklassig, gleichzeitig haftet dem Ganzen ein unglaublich hoher Unterhaltungswert an. Die komplette Dokumentation ist dabei nicht nur extrem informativ, sondern sie beinhaltet auch sehr viel Charme und Liebreiz, was insbesondere in den Aussagen der unzähligen Akteure immer wieder zum Ausdruck kommt. Gerade bei den Darstellern ist dabei des Öfteren ein ganz bestimmter Glanz in den Augen zu sehen, was unweigerlich auch einen gewissen Stolz erahnen lässt, an diesem Franchise beteiligt gewesen zu sein. Dies äußert sich zwar auch vermehrt in unzähligen Aussagen, doch vor allem der Blick in die Augen mancher Akteure hinterlässt den untrüglichen Eindruck, das sie an etwas Großem mitgewirkt haben. Zuletzt sollte man nicht unerwähnt lassen, das die Filmreihe auch in finanzieller Hinsicht ein relativ guter Erfolg ist, denn auch wenn einzelne Teile nicht den ersehnten Erfolg an den Kinokassen hatten, kann man sich insgesamt gesehen nicht wirklich beschweren. Letztendlich ist "Crystal Lake Memories" für mich die ultimative Dokumentation über eine Horrorfilmreihe, die sogar noch informativer als "Never Sleep Again" daher kommt. Während der gesamten Laufzeit kommt noch nicht einmal der Ansatz von Langeweile auf, denn dafür sorgen allein schon die unzähligen O-Töne der vielen Protagonisten. Und so bekommt der geneigte Fan das volle Paket aus Hintergründen, Informationen und persönlichen Anekdoten geliefert, das in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte.


Fazit:


Diese liebevoll zusammen gestellte Würdigung von "Freitag der 13." kann oder muss man sich sogar mehrmals anschauen, denn es dürfte so gut wie unmöglich sein, sämtliche Infos bei nur einer Sichtung zu speichern. Dafür bekommt man einfach zu viel Input und außerdem werden einem bei einer neuerlichen Sichtung ganz bestimmt noch etliche Kleinigkeiten ins Auge stechen, die man bei der Erstsichtung noch nicht entdeckt hat. Wie dem aber auch sei, "Crystal Lake Memories" dürfte für jeden Fan von Jason Voorhees ein wahres Sammelsurium an Details sein, von denen man viele auch noch nicht kannte.


10/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 22. Mär 2017 15:43

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The Night Watchmen
(The Night Watchmen)
mit Ken Arnold, Dan DeLuca, Kevin Jiggetts, Kara Luiz, Max Gray Wilbur, James Remar, Matt Servitto, Diona Reasonover, Rain Pryor, Tiffany Shepis, Dan Franko, Matthew Bowerman
Regie: Mitchell Altieri
Drehbuch: Ken Arnold / Dan DeLuca / Jamie Nash
Kamera: Amanda Treyz
Musik: Kevin Kerrigan
keine Jugendfreigabe
USA / 2016

Justin hat gerade einen Job als Nachtwächter eines Bürogebäudes angetreten. Dort muss er die Aufnahmerituale seiner Kollegen erdulden, bis sie eine ungewöhnliche Fehlzustellung erhalten: Ein Sarg, der eigentlich ans benachbarte Leichenschauhaus gehen sollte. Darin ein berühmter Clown, der mit seiner kompletten Zirkusmannschaft an einer mysteriösen Krankheit gestorben war - in Rumänien. Als ein Angestellter den Sarg öffnet, erwacht der vermeintlich Tote zu monströsem Leben und macht Jagd auf die Belegschaft.


"The Night Watchmen" ist endlich einmal wieder eine gelungene Horrorkomödie, bei der man als Fan des Genres definitiv auf seine Kosten kommt. Aufgrund des deutschen Blu-ray Covers könnte man nun von einer weiteren Geschichte um einen Killer-Clown a la "Stitches" ausgehen, doch diese Annahme bewahrheitet sich lediglich stellenweise. Der verstorbene Clown Blimpo bleibt nämlich eher im Hintergrund und dient in der Hauptsache nur als Auslöser für eine schnell um sich greifende Vampir-Seuche. Ansonsten ist der ehemalige Spaßmacher viel eher eine Randerscheinung, was aber ehrlich gesagt gar nicht einmal so wichtig ist. Mitchell Altieri hat nämlich eine äußerst kurzweilige und unterhaltsame Story auf den Weg gebracht, die schon von der ersten Minute an andeutet, das die Chose mit jeder Menge skurrilem Humor ausgestattet ist. Und dieser kommt auch nicht nur stellenweise vor, sondern zieht sich vielmehr wie ein roter Faden durch die teils aberwitzigen Geschehnisse. Meinem subjektiven Empfinden nach ist es insbesondere die grotesk und völlig abgedreht erscheinende Situationskomik die dieser Produktion ihre Stärke verleiht, denn manchmal ist es wirklich schon nicht mehr feierlich, in welch abstruse Situationen die wenigen Überlebenden hier geraten. Doch auch die stellenweise hanebüchenen Dialoge können sich echt hören lassen, wobei die enthaltenen Wortwechsel immer wieder zwischen völlig behämmert und trockenem Wortwitz hin und her pendeln. Gerade diese trashige Mixtur hat genau meinen Geschmack getroffen, wobei die hier dargestellte Komik sicherlich nicht alle Geschmäcker treffen wird.

Die Geschichte an sich hat rein inhaltlich nicht sonderlich viel zu bieten, doch die gewählte Rahmenhandlung reicht vollkommen aus, um den Zuschauer gut 80 Minuten lang bei bester Laune zu halten. Zudem hat "The Night Watchmen" auch eine ganze Menge an blutigen Passagen zu bieten, bei denen die Effekte auch durchaus zu überzeugen wissen. Nun sollte man allerdings kein echtes Splatter-Spektakel erwarten, denn wirklich explizite Gewaltdarstellungen kommen zwar immer wieder vor, sind jedoch keinesfalls im Überfluss vorhanden. Durch die komödiantische Inszenierung des Ganzen mag der Film einem aber ganz generell nicht zu hart vorkommen, da brutale Szenen im Einklang mit der extremen Komik eigentlich immer ein wenig abgeschwächter wirken als beispielsweise in einem ernsten Zombiefilm. Bei der Auswahl der Schauspieler wurde auch ganz ordentlich gecastet, denn die Akteure passen nahezu perfekt in das Geschehen und wissen auch jederzeit, mit welcher Mimik und Gestik sie aufwarten müssen, um diese Spaß-Granate stimmig erscheinen zu lassen.

Verlaufen die ersten Minuten der Story noch einigermaßen ruhig und fallen lediglich durch witzige Dialoge auf, so nimmt der Film danach ordentlich an Fahrt auf. Altieri setzt auf ein ordentliches Tempo und lässt dabei auch keinesfalls die nötige Action vermissen. Die kleine Gruppe Überlebender muss sich alsbald mit einem zahlenmäßig weit überlegenen Gegner auseinandersetzen und es kommt dabei auch zu jeder Menge Nahkämpfen zwischen Mensch und Vampir. Dabei fließt das Kunstblut dann phasenweise in wahren Strömen, doch im Prinzip legt man sein Hauptaugenmerk viel eher auf die manchmal abwegigen Methoden, mit denen die Gruppe sich gegen die Vampire zur Wehr setzt. An dieser Stelle wird dann selbstverständlich auch kein Klischee ausgelassen, was aber absolut wunderbar in das überzeugende Gesamtbild hinein passt. Und so präsentiert sich dann mit "The BNight Watchmen" ein richtig stimmiges Gesamtpaket, das unter Genre-Liebhabern unter Garantie jede Menge Freunde finden wird. Die Kombination aus Horror und Komödie ist mehr als gelungen und beide Elemente wurden ganz bewusst völlig überspitzt ins Bild gesetzt. Das mag bestimmt nicht jedem gefallen, doch wer seine Freude an überzogen dargestellten Beiträgen hat, der kommt an dieser Stelle unter Garantie auf seine Kosten.

Mitchell Altieri hat wirklich äußerst gute Arbeit geleistet und eine Horrorkomödie kreiert, die diese Bezeichnung auch verdient. Sarkasmus und Ironie geben sich hier die Klinke in die Hand und im Zusammenspiel mit manchen echten Blödeleien ergibt das eine Art von Humor, die dem Betrachter so manches Mal die Tränen in die Augen treibt. Dennoch kommen auch die Freunde von jeder Menge Blut und diversen Härten auf ihre Kosten, denn auch in dieser Beziehung kann "The Night Watchmen" richtig gut punkten. Am besten sollte sich aber ein jeder selbst ein Bild von diesem unterhaltsamen Film machen, denn eine Sichtung wird man keinesfalls bereuen.


Fazit:


Horrorkomödien gibt es wie Sand am Meer, aber die richtig guten kommen eher selten vor. "The Night Watchmen" zählt in meinen Augen definitiv zu den besseren Vertretern und zumindest mich konnte der Film so richtig überzeugen. Ein herrlicher Vampir-Spaß der grotesken Art, bei dem kein Auge trocken bleibt und genau das stellt diese Produktion eindrucksvoll dar.


8/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 23. Mär 2017 10:50

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Seoul Station
(Seoulyeok)
Animation
Regie: Sang-ho Yeon
Drehbuch: Sang-ho Yeon
FSK 16
Südkorea / 2016

Die rebellische Hyun-suen ist von zu Hause ausgerissen und lebt mit ihrem nichtsnutzigen Freund in einem kleinen Apartment, für das ihr mittlerweile das Geld ausgeht. Als der Freund plötzlich gewalttätig wird und sie zur Prostitution zwingen will, bleibt ihr keine Wahl, als erneut die Flucht zu ergreifen. Zeitgleich ist ihr sich sorgender Vater auf der Suche nach ihr und verpasst sie um Haaresbreite. Verzweifelt läuft er auf der Suche nach seiner Tochter durch das Herz der koreanischen Hauptstadt. Doch im Untergrund des großen Bahnhofs, dort wo das Elend kaum noch Steigerung kennt, regt sich plötzlich eine neue Gefahr. Eine Epidemie, die Horden von Untoten hervorbringt


Normalerweise sind asiatische Animes überhaupt nicht mein Ding, aber "Seoul Station" hat dann doch irgendwie mein Interesse geweckt. Handelt es sich hierbei doch um die Vorgeschichte zum südkoreanischen Blockbuster-Zombiefilm "Train to Busan" und das ist doch durchaus ein ausreichender Grund, um einmal einen Blick zu riskieren. Ehrlich gesagt hat mich der Film wirklich positiv überrascht, präsentiert Regisseur Sang-ho Yeon doch ein düster anmutendes Szenario, in dem sogar eine ordentliche Portion Sozialkritik mitschwingt. Der Zeichenstil ist absolut passend und vor allem die matte Farbgebung der Geschichte sorgt dafür, das größtenteils eine echte Endzeitstimmung in den Vordergrund rückt. Die durch einen Obdachlosen ausgelöste Zombie-Epidemie greift rasend schnell um sich und so entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit eine ziemlich rasante Erzählweise der Ereignisse, wobei das Tempo bis zum Ende aufrecht erhalten werden kann. Langeweile ist hier also überhaupt kein Thema, wird man doch immer wieder mit etlichen Szenen konfrontiert, in denen Menschen auf Untote treffen. Dabei geht es dann auch ganz ordentlich zur Sache, wobei es mir allerdings dennoch schwer fällt, von einem echten Härtegrad zu sprechen.

Sicherlich gibt es diverse blutige Passagen, aber diese in einem Anime zu sehen, ist für mich persönlich immer noch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Das ist allerdings nur eine rein subjektive Empfindung, dennoch stellt man sich während der Sichtung des Filmes mehrmals die Frage, wie das Ganze denn wohl in einer Realverfilmung wirken würde. Nichtsdestotrotz versteht es "Seoul Station" durchaus einen durchgehend bei Laune zu halten, denn jede Menge Kurzweil und ein hoher Unterhaltungswert sind definitiv enthalten. Zudem haben mir die sozialkritischen Aspekte der Geschichte äußerst gut gefallen, denn wenn man einmal die ablehnende Haltung der Polizisten und Soldaten betrachtet, kann einen das schon sehr nachdenklich stimmen. Insgesamt gesehen ist es also absolut lohnenswert, sich vor der Sichtung von "Train to Busan" auch einmal die vorliegende Story zu Gemüte zu führen, denn so bekommt man die perfekte Einstimmung für den Film, der schon seit längerer Zeit in aller Munde ist und schon im Vorfeld einen riesigen Hype ausgelöst hat.


Fazit:


Selbst wenn man so wie ich kein Fan von Animes ist, sollte man "Seoul Station" auf jeden Fall eine Chance geben. Das animierte Prequel zu "Train to Busan" hat nämlich durchaus seinen Reiz und überzeugt in erster Linie durch eine gelungene Endzeitstimmung, die ich ehrlich gesagt nicht unbedingt erwartet hätte. Dennoch wäre es besonders interessant gewesen, wenn man auch die Vorgeschichte als Realverfilmung auf die Beine gestellt hätte, denn dann hätte sich das Double Feature in meinen Augen noch spannender gestaltet.


7/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 23. Mär 2017 18:03

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Train to Busan
(Boosanhaeng)
mit Yoo Gong, Soo-an Kim, Yu-mi Jung, Dong-seok Ma, Woo-sik Choi, Eui-sung Kim, Gwi-hwa Choi, Seok-yong Jeong, Chang-hwan Kim, Myung-sin Park, Eun-kyung Shim
Regie: Sang-ho Yeon
Drehbuch: Sang-ho Yeon
Kamera: Hyung-deok Lee
Musik: keine Information
FSK 16
Südkorea / 2016

Sok-woo und seine Tochter Soo-ahn befinden sich an Bord eines hochmodernen Schnellzugs, der sie von Seoul nach Busan bringen soll. Während der Fahrt werden sie und die anderen Insassen unvermittelt mit einer Horde Untoter konfrontiert, die nicht zögern, an ihr blutiges Werk zu gehen. Das Aussteigen bei rasender Geschwindigkeit ist unmöglich, also müssen die Überlebenden einen Weg finden, den Zug nicht zu ihrem Sarg werden zu lassen.


Wohl kaum ein anderer Film hat in der letzten Zeit einen dermaßen großen Hype ausgelöst wie der vorliegende Zombie-Blockbuster "Train to Busan" aus Südkorea. Mit etlichen Vorschusslorbeeren bedacht weckte die Produktion also durchaus hohe Erwartungen beim Zuschauer, der die Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray somit kaum erwarten konnte. Mittlerweile hat sich die Hysterie wieder ein wenig gelegt und auch die Bewertungen des Filmes scheinen die Begeisterung der Fans durchaus zwiespältig darzustellen, was in erster Linie wohl in der Machart der Geschichte zu begründen ist. Umso wichtiger erscheint deshalb auch der Aspekt, das man mit den richtigen Erwartungen an das Ganze heran geht, denn wer hier einen Zombiefilm der alten Schule erwartet, könnte im Endeffekt ohne Weiteres ein wenig enttäuscht sein. Und so sollte man beispielsweise keinesfalls einen Vergleich mit den echten Größen des Genres anstellen, denn wer ein ähnlich gelagertes Szenario wie bei "Zombie - Dawn of the Dead" oder auch "Woodoo" erwartet, wird definitiv nicht auf seine Kosten kommen. Regisseur Sang-ho Yeon präsentiert nämlich keine Geschichte mit dem Härtegrad eines George A. Romero oder Lucio Fulci, vielmehr kann man die Produktion am ehesten mit dem amerikanischen Blockbuster "World War Z" vergleichen. Das dürfte aber aufgrund einer 16er Freigabe nicht wirklich verwundern, denn allein daraus geht doch schon eindeutig hervor, das man an dieser Stelle einen Beitrag kreiert hat, der ziemlich stark auf die breite Masse zugeschnitten ist. Wenn man das als Grundlage anerkennt und somit die eigene Erwartungshaltung in die richtigen Bahnen lenkt, dann wird man auf jeden Fall mit einem wahrhaft erstklassigen Genre-Vertreter konfrontiert, der keinerlei Wünsche offen lässt.

Nach einer eher kurzen Einführung von gut 20 Minuten geht es dann auch gleich mal richtig zur Sache und das zu Beginn noch recht ruhige Erzähltempo erfährt eine enorme Steigerung. Sobald der Zug sich in Bewegung gesetzt hat ist es vorbei mit der bis dahin eher beschaulichen Grundstimmung. Es entfaltet sich schlagartig eine extrem dichte und klaustrophobische Atmosphäre, was selbstverständlich dem räumlich begrenzten Schauplatz innerhalb des Zuges geschuldet ist. Fast im Minutentakt treten dabei immer bedrohlichere Züge in den Vordergrund, wobei das Ganze von unzähligen Action-Passagen und einem enormen Tempo umrahmt wird. Gleichzeitig wird auch der sehr gelungene Spannungsbogen immer weiter in die Höhe getrieben, was sich ganz zwangsläufig auch auf das Sehverhalten des Betrachters niederschlägt. Die beengte und scheinbar aussichtslose Situation der Reisenden fährt einem nämlich richtig unter die Haut und phasenweise fühlt man sich dabei, als wenn man selbst als Passagier mit an Bord wäre. Der enthaltene Härtegrad bewegt sich dabei in einem ausreichenden Rahmen, ohne das jedoch die normalen Grenzen in irgendeiner Weise überschritten werden. Das mag nicht jedem schmecken, denn übertrieben blutrünstig geht es nur in wenigen Einstellungen zur Sache. Der geneigte Gorehound wird also nicht unbedingt auf seine Kosten kommen, dafür werden allerdings die Freunde des modernen Zombiefilms mit Mainstream-Anstrich bestens versorgt. Mich persönlich hat lediglich die manchmal etwas unpassende Hochglanz-Optik ein wenig gestört, denn phasenweise erscheint das Szenario dann doch etwas zu glatt, was sich allerdings wirklich nur auf die visuelle Umsetzung bezieht. Ansonsten gibt es keinerlei Grund zur Beanstandung, denn "Train to Busan" ist absolut erstklassiges Popcorn-Kino, wobei diese Bezeichnung bei einem Zombiefilm immer etwas befremdlich erscheinen mag. Mit knapp zwei Stunden Laufzeit ist das Werk ordentlich bemessen und trotz der Spielzeit kommt an keiner Stelle Langeweile auf.

Das hat Sang-ho Yeon allein schon durch die temporeiche Erzählstruktur seiner Story nahezu vortrefflich vermieden, denn die äußerst seltenen Ruhephasen des Filmes kann man sich an einer Hand abzählen. Immer wenn man meint, das die Ereignisse einem etwas Zeit zum verschnaufen geben, steht schon die nächste Auseinandersetzung zwischen Menschen und Untoten vor der Tür. Dabei kann man diese Bezeichnung auch ohne Weiteres wörtlich nehmen, denn innerhalb des Zuges müssen sich die Überlebenden von Wagen zu Wagen durchkämpfen, um sich mit anderen Passagieren zu vereinen. Dabei passiert dann auch eine ganze Menge und gleichzeitig bekommt man auch einen guten Einblick in die verschiedenen Charaktere der Gattung Mensch. Nicht jeder denkt hier an die Allgemeinheit, verschiedene Akteure unserer Spezies legen stattdessen eine Art von Egoismus an den Tag der sämtliche Rahmen zu sprengen droht. Wirklich überraschend ist das allerdings nicht, zudem sind etliche Handlungen diverser Personen auch sicherlich dem Umstand der Todesangst zuzuordnen, so das man schwerlich das Urteil über die Protagonisten fällen kann. Dennoch merkt man, wie sich durch das Verhalten Einzelner eine gewisse Wut in einem selbst aufbaut und gleichzeitig stellt man sich die Frage, wie man wohl selbst reagieren würde wenn das eigene Leben so extrem bedroht ist.

Letztendlich bin ich mir sicher, das "Train to Busan" die Lager der Fans etwas spalten wird, denn nicht jedem wird dieser auf Mainstream getrimmte Beitrag zusagen. Mir hat der Film allerdings ausnehmend gut gefallen und obwohl ich mit den Klassikern des Sub-Genres aufgewachsen bin, kann ich auch diesem modernen Szenario jede Menge abgewinnen. Es muss eben nicht immer nur das übliche Splatter-Gore Festival sein, manchmal ist es auch äußerst gelungen, wenn sich der Fokus mehr auf Action als denn auf einen übertrieben Härtegrad richtet. Tote gibt es hier mehr als genug, nur von den Tötungen an sich bekommt man halt die etwas entschärfte Version zu sehen. Dennoch kann man sich auf keinen Fall beklagen, denn was Sang-ho Yeon eventuell an visueller Härte etwas versäumt hat, wird durch jede Menge Tempo, erstklassige Action und eine bedrohliche Grundstimmung jederzeit ausgeglichen. Am besten sollte man sich jedoch selbst ein Bild davon machen, denn sehenswert gestaltet sich dieser asiatische Genre-Beitrag definitiv und manch einer könnte vielleicht sogar seine Vorliebe für den heutigen Mainstream-Zombie entdecken.


Fazit:


"Train to Busan" ist sicherlich nicht die von vielen Leuten fälschlicherweise erwartete Splatter und Gore Explosion, was man meiner Meinung nach aber allein schon aufgrund der 16er Freigabe auch nicht erwarten konnte. In Sachen Kurzweil und Unterhaltungswert ist dieser Beitrag allerdings eine echte Granate und dürfte auch eine riesige Zielgruppe bestens bedienen. Mir hat die Geschichte extrem gut gefallen, so das ich nur eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen kann.


9/10
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