horror's Reise durch die Welt der Filme

Hier ist Platz für eure gesehenen Filme, zu denen ihr auch gern etwas schreiben könnt.

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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 27. Jan 2016 19:39

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Francesca
(Francesca)
mit Luis Emilio Rodriguez, Gustavo Dalessanro, Raul Gederlini, Silvina Grippaldi, Evangelina Goitia, Juan Bautista Massolo, Florencia Ollé, Fernanda Cerrudo, Idiel Idiaquez, Juan María Onetti
Regie: Luciano Onetti
Drehbuch: Luciano Onetti
Kamera: keine Information
Musik: Luciano Onetti
keine Jugendfreigabe
Argentinien / Italien / 2015

Ein brutaler Serienmörder treibt sein Unwesen und versetzt die Bewohner einer ganzen Stadt in Angst und Schrecken. Die Polizeibeamten Moretti und Succo versuchen ihm das Handwerk zu legen, doch der Mörder scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein. Die beiden kommen dem Täter erst näher, als sie feststellen, dass die Morde mit dem 15 Jahre zuvor entführten Mädchen Francesca zusammenhängen...


In den 90er Jahren war das Sub Genre des Gialli eigentlich komplett von der Bildfläche verschwunden und wartete lediglich mit äußerst spärlich veröffentlichten Werken auf. Dieser Umstand hat sich gerade in den letzten Jahren sehr stark geändert, denn in regelmäßigen Abständen kommen immer wieder sehenswerte Beiträge auf den Markt, die man hauptsächlich als Neo Gialli bezeichnet. Der argentinische Regisseur Luciano Onetti legt nun mit "Francesca" seinen mittlerweile zweiten Film vor und präsentiert dabei eine Geschichte, die nicht nur sämtliche nötigen Zutaten beinhaltet, sondern sich auch stellenweise an großen Vorbildern orientiert. Bei Ansicht des Filmes kommt einem dabei hauptsächlich der Name Dario Argento in den Sinn, denn ganz offensichtlich huldigt Onetti zumindest phasenweise den Beiträgen des Altmeisters und lässt vor allem kleinere Anlehnungen an dessen Spät Gialli "Sleepless" aus dem Jahre 2001 erkennen. Dabei hat man sich nicht nur den Namen Moretti für einen der ermittelnden Beamten ausgeliehen, denn gleichzeitig hängt die in der Inhaltsangabe beschriebene Mordserie auch hier mit einem Verbrechen aus der Vergangenheit zusammen. Damit hat es sich dann aber auch schon mit den Ähnlichkeiten, denn im Großen und Ganzen pflegt der Regisseur hier seinen ganz eigenen und teilweise auch eigenwilligen Stil, der sicherlich nicht bei allen Genre Fans auf extreme Gegenliebe stoßen wird.

So offenbart "Francesca" insbesondere in visueller Hinsicht eine fast schon unverwechselbare Note, denn strotzt das Geschehen auf der einen Seite manchmal schon vor einer grandiosen Ästhetik, so mischt sich diese auch immer wieder mit eher nüchternen Bildern. Hierbei treten auch ganz erhebliche Unterschiede in der Farbgebung auf, denn während stellenweise ein wunderbar kräftiges Farbenspiel auf den Plan tritt, so zeichnen sich diverse Passagen wiederum durch ziemlich blass gehaltene Farben aus, die dem Ganzen in Teilen einen stark nüchternen Eindruck verleihen. Gleichzeitig ist es vor allem ein Aspekt der dem Betrachter ins Auge springt, denn Onetti hat seine Geschichte mit verhältnismäßig wenigen Dialogen ausgestattet. Stattdessen konfrontiert er den Zuschauer streckenweise mit einer ungeheuren Bildgewalt, die lediglich von einer kräftigen und wuchtigen Filmmusik untermalt sind, die der gute Mann übrigens auch selbst komponiert hat. An sich ist das noch nicht einmal etwas Besonderes, bei näherer Betrachtung stellt man allerdings fest, das die erwähnten Passagen sich mehr als einmal über mehrere Minuten erstrecken. Dabei werden besonders zu Beginn der Erzählung die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart nahezu gegenstandslos, denn die Abfolge der Bild Sequenzen ist absolut fließend und könnte so zumindest auch für eine gewisse Zeit für dezente Verwirrungen sorgen. Erst im nachhinein erscheint dieses Stilmittel fast schon genial, wird so doch der teils bizarre Anstrich dieses Werkes noch einmal zusätzlich hervor gehoben und in den Fokus gerückt.

An diesem Punkt könnte "Francesca" dann andererseits auch vielleicht diverse negative Kritiken ernten, denn nicht jeder wird etwas mit dem an den Tag gelegten Drehstil anfangen können. Die immer wieder eingestreuten und oft auf den ersten Blick zusammenhanglos erscheinenden Bilder ergeben erst am Ende wirklich Sinn und hinterlassen bei manch einem während der Laufzeit von knapp 77 Minuten einen eher befremdlichen Eindruck. Mir persönlich hat das sehr gut gefallen, denn in der Gesamtbetrachtung erscheint einem alles recht logisch und so manche zuvor sinnlos wirkende Bildfolge kann später sogar als eingefügter Hinweis für die Auflösung des Ganzen betrachtet werden. Insgesamt gesehen hat Onetti also eher geschickt agiert, denn obwohl er während der Abläufe recht offensichtlich den Betrachter bei der Suche nach dem Mörder in eine bestimmte Richtung drängt, so offenbart sich am Ende dann doch ein Showdown, den man in dieser Form wahrlich kaum vorhersehen konnte. An dieser Stelle kommen dann wieder die schon erwähnten und manchmal sinnlos erscheinenden Bilder ins Spiel, denn nur bei einer genauen Deutung dieser könnte man unter Umständen das überraschende Ende vorher sehen.

Letztendlich handelt es sich bei "Francesca" auf jeden Fall um einen Gialli der neueren Art, den man Fans nur bedenkenlos ans Herz legen kann. Dennoch gibt es aus meiner Sicht einen Kritikpunkt den man keinesfalls unterschlagen sollte und dieser bezieht sich auf das Schauspiel der Akteure. Diese wirken nämlich leider größtenteils ungelenk und hölzern, so das der gewonnene Gesamteindruck dann doch ein wenig getrübt wird. Zudem ist die deutsche Synchronisation nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, wobei manch einer das eventuell ganz anders empfinden wird. Zusammen genommen handelt es sich jedoch um einen überzeugenden Genre Beitrag, in dem die klassischen Elemente des italienischen Gialli durchgehend vorhanden sind, die aber phasenweise eine ganz eigene Interpretation erfahren, die ganz bestimmt nicht jedermanns Geschmack treffen wird. Abschließend sollte man noch erwähnen, das "Francesca" trotz der hohen Alterseinstufung auf keinen Fall übermäßig hart ist, es gibt zwar einige blutige Einstellungen zu sehen, doch diese verlassen im Prinzip zu keiner Zeit den normalen Rahmen. Man sollte also nicht mit der Erwartung an einen vor Blut triefenden Film an die Geschichte heran gehen, denn in dieser Beziehung bewegt sich das Szenario in einem normalen Rahmen. Alles andere hätte dann aber auch nicht unbedingt zum Gialli gepasst, denn in der Regel definieren sich die Beiträge dieser Filmart eher selten über ihren vorhandenen Härtegrad.


Fazit:


Für manch einen eher gewöhnungsbedürftig, für andere eine Homage an ein beliebtes Genre und ganz offensichtlich eine in Teilen eigenwillige Frischzellen Kur, das sind wohl die treffendsten Bezeichnungen für einen Film, der mir außerordentlich gut gefallen hat. Natürlich nicht gänzlich frei von Defiziten geht "Francesca" seinen ganz eigenen Weg und vermischt diesen mit den altbekannten Zutaten des italienischen Sub Genres. Das Endergebnis kann sich jederzeit sehen lassen und dürfte die Herzen der Fans auf jeden Fall höher schlagen lassen.


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horror1966
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 29. Jan 2016 14:14

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I Spit on Your Grave 3
(I Spit on Your Grave 3)
mit Sarah Butler, Jennifer Landon, Doug McKeon, Gabriel Hogan, Harley Jane Kozak, Michelle Hurd, Russell Charles Pitts, Walter Perez, Karen Strassman, Christopher Hoffman, Megan Raich, Andrew Dits, Adam Dunnells
Regie: R.D. Braunstein
Drehbuch: Daniel Gilboy
Kamera: Richard J. Vialet
Musik: Edwin Wendler
ungeprüft
USA / 2015

Jennifer Hills (Sarah Butler) wird noch immer von den grausamen Erinnerungen ihrer brutalen Vergewaltigung gequält, die sie vor Jahren erleiden musste. Nun ist sie in eine neue Stadt gezogen, hat ihre Identität gewechselt und besucht eine Selbsthilfe-Gruppe, um ein neues Leben zu beginnen. Dabei hilft ihr auch ihre neue beste Freundin Marla, die ihr mit ihrer positiven Art wieder Sinn im Leben gibt. Als Marla eines Tages von ihrem Ex-Freund brutal ermordet wird und dieser auch noch aus Mangel an Beweisen nicht verhaftet werden kann, beschließt Jennifer, ihre Freundin zu rächen. Doch auch in ihrer Selbsthilfegruppe häufen sich immer mehr Missbrauchsfälle, deren Täter es zu stoppen gilt. Und somit begibt sich Jennifer Hills erneut auf einen blutigen Rachefeldzug.


Nun geht es also in die mittlerweile dritte Runde der Rape and Revenge Reihe und nachdem "I Spit on Your Grave 2" als eigenständiger Film zu betrachten ist, knüpft die hier erzählte Geschichte an den ersten Teil von Steven R. Monroe an. Dieser zeichnet allerdings nicht mehr für die Regie verantwortlich , denn dieses Mal hat man R.D. Braunstein verpflichtet, was sich aber keinesfalls nachteilig bemerkbar machen soll. Jennifer Hills lebt mittlerweile unter anderem Namen in einer Großstadt und hat immer nach mit dem Trauma ihrer brutalen Vergewaltigung zu kämpfen. Um dieses zu bewältigen ist sie bei einer Therapeutin in Behandlung und schließt sich gleichfalls nach einer Selbsthilfegruppe an. Gearde zu Beginn der Erzählung legt Braunstein gesteigerten Wert darauf, die Hauptfigur als zutiefst verletzte und psychisch labile Frau darzustellen, was aufgrund der vergangenen Ereignisse auch als durchaus glaubwürdig zu bezeichnen ist. In unregelmäßigen Abständen werden dem Zuschauer auch noch diverse Flashbacks aus Teil eins präsentiert, durch die man die seelische Verfassung der nun unter dem Namen Angela Jitrenka lebenden Hauptfigur umso besser nachvollziehen kann. Gerade aufgrund dieses Aspektes erscheint die im späteren Verlauf einsetzende Wandlung der jungen Frau umso eindringlicher, denn ab einem gewissen Zeitpunkt ist nichts mehr von Angst oder Verzweiflung an ihr zu spüren. Vielmehr verwandelt sich Angela nach diversen Ereignissen in eine reißende Bestie und geht als kompromissloser Racheengel auf die Jagd nach Männern, die sie ihrer Gerechtigkeit zuführen will.

Als Auslöser dafür zeichnet der Mord an ihrer neuen Freundin Marla verantwortlich, deren Ex-Freund aus Mangel an Beweisen frei gesprochen wird. Damit wird eine Welle von Brutalität und Gewalt in Gang gesetzt für die es anscheinend kein Gegenmittel gibt, denn von nun an scheint Angela durch nichts und niemanden mehr aufzuhalten sein. Das Ganze hat Braunstein streckenweise extrem blutig und heftig in Szene gesetzt, so das "I Spit on Your Grave 3" seinen beiden Vorgängern in dieser Beziehung in nichts nach steht. Der geneigte Gorehound kommt voll auf seine Kosten und bekommt ein Szenario geboten, in dem es phasenweise ordentlich zur Sache geht. Positiv ist an dieser Stelle zu bemerken, das für die an dieser Stelle ausgelöste Gewaltspirale keine neuerliche und explizit dargestellte Vergewaltigung verantwortlich zeichnet, denn das macht die Abläufe doch viel erträglicher. Hat man nämlich noch die heftigen Bilder aus dem ersten Teil vor Augen, dann muss man auch im nachhinein noch ordentlich mit sich kämpfen. Dennoch wirkt Teil drei keinesfalls "weicher" als seine Vorgänger, denn die gute Angela ist größtenteils so richtig am wüten und dabei auch in der Wahl ihrer Mittel nicht gerade zimperlich.

Einige der Gewaltpassagen entspringen lediglich Angelas Fantasie, wobei die gezeigten Bilder aber dennoch ihre volle Intensität entfalten können. Gleichzeitig wird so aber auch der ausgeprägte Wunsch der Frau zum Ausdruck gebracht, etwaige Männer mit gnadenloser Härte zu bestrafen. Dies kommt insbesondere immer dann zum Vorschein, wenn Angela im Laufe der Zeit von diversen Möchtegern Banditen drangsaliert wird und ihre Fantasie einen tiefen Einblick in die tiefsten Abgründe ihrer Seele offenbart. So entsteht letztendlich ein derber Mix aus realer und Fantasie Gewalt, was dem Geschehen meiner Meinung nach einen noch intensiveren Touch verleiht. Braunstein hat hier wirklich alle Register gezogen und einen weiteren Rape and Revenge Film auf den Weg gebracht, der aufgrund des finalen Showdowns auch die Hoffnung beim Betrachter schürt, das mit "I Spit on Your Grave 3" noch längst nicht das Ende dieser Filmreihe erreicht ist. Wie schon in Teil eins versteht es Hauptdarstellerin Sarah Butler einmal mehr zu überzeugen, wobei ganz besonders der Übergang von einer verschüchterten und ängstlichen Frau in einen gnadenlosen Racheengel als absoluter Höhepunkt zu bewerten ist.

Die zierliche Frau bringt dabei ihre Emotionen sehr authentisch zum Ausdruck und trotz ihres grazilen Körperbaus kann man sich ohne Weiteres vorstellen, das eine kompromisslose Furie in diesem zarten Wesen steckt. Unterstützt wird dieser Eindruck durch eine überzeugende Mimik und Gestik, so das es in diesem Punkt absolut nichts zu bemängeln gibt. Das gilt im Prinzip aber auch für den gesamten Film, der sich nahtlos in die Reihe sehenswerter Genre Beiträge einreihen kann. Eventuell Bedenken aufgrund des Wechsels auf dem Stuhl des Regisseurs sind also vollkommen unbegründet, denn R.D. Braunstein hat hier einen exzellenten Film auf den Weg gebracht, der auch ohne explizite Vergewaltigungspassagen ein Höchstmaß an visueller Härte beinhaltet und einem streckenweise richtig zusetzt. Gleichzeitig werden selbstverständlich auch wieder moralische Aspekte in den Vordergrund gerückt und bei Ansicht dieses Werkes ist man selbst in etlichen Phasen wirklich mit gemischten Gefühlen bei der Sache, denn auch wenn die Taten der Hauptfigur vom juristischen Standpunkt aus gesehen nicht tragbar sind, so kann man doch zumindest von der menschlichen Seite her ein gewisses Verständnis aufbringen. Wo das Gesetz versagt, sind die Türen für andere Arten der Gerechtigkeit immer geöffnet und betroffene Menschen werden durch die Unfähigkeit des Justizapparates nahezu verleitet, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen. Ob das richtig ist steht auf einem ganz anderen Blatt, jedoch kann man für gewisse Handlungen zumindest von der menschlichen Seite her nachvollziehen.


Fazit:


"I Spit on Your Grave 3" beinhaltet sämtliche Zutaten eines sehenswerten Rape and Revenge Films und wartet dabei einmal mehr mit extremer Härte auf. Eine gut agierende Hauptdarstellerin, etliche derbe Passagen und ein Ende das auf weitere Nachfolger hoffen lässt ergeben in der Summe einen wirklich gelungenen Beitrag, der sich keinesfalls hinter seinen beiden Vorgängern verstecken braucht.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 29. Jan 2016 18:08

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From Dusk Till Dawn
(From Dusk till Dawn)
mit George Clooney, Quentin Tarantino, Harvey Keitel, Juliette Lewis, Ernest Liu, Salma Hayek, Cheech Marin, Danny Trejo, Tom Savini, Fred Williamson, Michael Parks, Brenda Hillhouse, John Saxon, Marc Lawrence
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: Robert Kurtzman / Quentin Tarantino
Kamera: Guillermo Navarro
Musik: Graeme Revell
keine Jugendfreigabe
USA / 1996

Die Gecko-Brüder, berüchtigte Gewaltverbrecher, ziehen eine blutige Spur durch Texas. Nach einem spektakulären Banküberfall pflastern sie ihren Fluchtweg mit zahlreichen Leichen - der krankhafte, unberechenbare Richard rastet gelegentlich einfach aus. Mit einem gottlosen Priester und seinen Kindern als Geiseln schaffen die Gecko-Brüder den Sprung über die mexikanische Grenze. Zur Feier des Tages besaufen sie sich im "Titty Twister", wo die einheimische Kundschaft Fremde so richtig "zum Fressen" gern hat.


Die Bezeichnung Kultfilm wird oft genug schon fast inflationär vergeben, doch im vorliegenden Fall trifft dieser Begriff genau ins Schwarze. Auch wenn "From Dusk Till Dawn" mittlerweile auch schon zwei Jahrzehnte auf dem Buckel hat, trifft der Film immer noch genau den Nerv des Zuschauers, der sich an diesem grandiosen Meisterwerk kaum satt sehen kann. Dabei spürt man ganz eindeutig die Zusammenarbeit von Robert Rodriguez (Regie) und Quentin Tarantino (Drehbuch), denn während man sich in der ersten Hälfte in Sachen Action noch ein wenig zurück hält und mehr Wert auf geschliffene Dialoge legt, so geht dann danach so richtig die Post ab und man bekommt ein actionreiches und teilweise blutiges Treiben geboten, das Rodriguez alle Ehre macht. Wie in fast allen Filmen mit Beteiligung von Tarantino kann man sich auch hier einer prominenten und extrem gut aufgelegten Darsteller Riege erfreuen. George Clooney hat man wohl kaum in einer cooleren Rolle gesehen, Tarantino selbst mimt ganz exzellent einen vollkommen durchgeknallten Psychopathen und auch Harvey Keitel und Juliette Lewis können in den anderen Hauptrollen absolut überzeugen. Doch selbst die kleinsten Nebenrollen sind äußerst prominent besetzt, so gibt es beispielsweise auch Auftritte von Danny Trejo, Tom Savini oder auch Salma Hayek, wobei Letztere auch noch ein optischer Leckerbissen vom Feinsten ist. Mit diesem Cast kann also von vorn herein nicht allzu viel schief gehen und so entwickelt sich von der ersten Minute an eine geniale Mixtur aus Road Movie, Vampirhorror und Komödie, der insbesondere im zweiten Teil mit einem ordentlichen Härtegrad bestückt ist und so auch die Freunde der etwas heftigeren Gangart befriedigen dürfte.

Die entsprechenden Szenen sind aber gar nicht das Wichtigste in diesem Werk, es ist vielmehr die Kombination der verschiedenen Zutaten und deren Umsetzung, die dieses Werk zu etwas ganz Besonderem machen. Das man das Ganze dann auch noch stellenweise mit einem fast schon tiefgründigem Humor versehen hat veredelt das Szenario noch einmal zusätzlich und die schon kurz erwähnten Dialoge sind dermaßen gestochen scharf und auf den Punkt gebracht, das man hier ohne wenn und aber das Prädikat Meisterwerk verteilen kann. Sicherlich ist diese Einschätzung auch subjektiv, aber ehrlich gesagt fällt mir kein einziger und ähnlich inszenierter Film ein, der auch nur annähernd die Qualität von "From Dusk Till Dawn" erreicht, weshalb das Werk auch vollkommen zu recht den absoluten Kultstatus erreicht hat. So macht es einem auch überhaupt nichts aus, das die Geschichte bis auf die Eröffnungs- Sequenz in den ersten gut 50 Minuten keine weiteren Höhepunkte im Bereich Action zu verzeichnen hat. Das Geschehen ist nämlich zu keiner Zeit auch nur im Entferntesten langatmig gestaltet, denn die Wortwechsel der Akteure und so manch skurril anmutende Szene sorgen dafür, das durchgehend für genügend Abwechslung gesorgt ist und der Zuschauer auf seine Kosten kommt.

Mit der Ankunft im mittlerweile legendären "Titty Twister" ändert sich die Grundstimmung dann fast schlagartig und gleichzeitig wird man auch mit einem Großteil des grandiosen Soundtracks konfrontiert. Die Biker und Trucker Kneipe erscheint auf den ersten Blick wie eine der coolsten Locations die man je gesehen hat, verwandelt sich jedoch innerhalb kürzester Zeit in einen wahren Höllenpfuhl, der den geschockten Besuchern eine riesige Horde von Vampiren entgegen wirft. Unter den brillanten Klängen der amerikanischen Rockband "Tito & Tarantula" die als Musiker und Darsteller gleichzeitig auftreten entwickelt sich ein zahlenmäßig ungleicher Kampf, den nur die wenigsten Figuren überleben sollen. Dabei geht es streckenweise hoch her, doch bei aller vorhandenen Härte hat man sorgsam darauf geachtet, das zwischendurch immer wieder äußerst humorige Momente eingestreut werden, die man unter anderem zu den absoluten Höhepunkten dieses Werkes zählen darf. Und selbst bei der unzähligsten Sichtung der Geschichte hat man immer wieder Spaß an dem bunten Treiben und stößt dabei auch auf so manche Kleinigkeiten, die man gar nicht mehr so wirklich auf dem Schirm hatte. Wirklich vergessen kann man aber im Laufe der Jahre nicht wirklich etwas, denn dafür hinterlässt der Film dann doch einen viel zu nachhaltigen Eindruck.

Letztendlich mag jeder zu einer anderen Einschätzung gelangen, doch die Meinungen zu "From Dusk Till Dawn" sind in der Regel mehr als nur positiv. Schade, das die beiden gewöhnungsbedürftigen Nachfolger noch nicht einmal in die Nähe der Klasse dieses Meisterwerkes kommen, denn in meinen Augen hätte man sich beide Filme auch gern sparen können. Das ist natürlich Geschmackssache und gleichzeitig ist es selbstverständlich auch so gut wie unmöglich, in die allzu großen Fußstapfen zu treten, die Rodriguez und Tarantino mit ihrer genialen Geschichte hinterlassen haben.


Fazit:


Man kann sich "From Dusk Till Dawn" auch gern hundertmal anschauen und verliert dennoch niemals die Freude und den Spaß an dieser heraus ragenden Genre Kombination, die auch nach 20 Jahren so gut und kurzweilig unterhalten kann wie am allerersten Tag. Es handelt sich eben um einen neuzeitlichen Klassiker, der definitiv zum Besten gehört, an dem Rodriguez und Tarantino je beteiligt waren.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 31. Jan 2016 14:45

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Der Schrei nach Leben
(Au nom de tous les miens)
mit Michael York, Brigitte Fossey, Jacques Penot, Helen Hughes, Macha Méril, Jean Bouise, Wolfgang Müller, Boris Bergman, Bernard Freyd, Dominique Frot, Jean Lescot, Guy Matchoro, Eugeniusz Priwieziencew
Regie: Robert Enrico
Drehbuch: Robert Enrico / Max Gallo / Martin Gray / Tony Sheer
Kamera: François Catonné
Musik: Maurice Jarre
FSK 12
Frankreich / Kanada / 1985

Martin Gray, ein gebürtiger Pole jüdischer Abstammung, hat durch einen Waldbrand in Südfrankreich seine Frau und vier Kinder verloren. Völlig verzweifelt beginnt er seine Lebensgeschichte aufzuschreiben: Als 1939 die Deutschen in Warschau einmarschierten, tauchte sein Vater unter. Martin musste die Mutter und zwei Brüder allein durchbringen. Er begann Lebensmittel ins Warschauer Ghetto zu schmuggeln, wurde von der Gestapo gefasst. Er kam zunächst ins berüchtigte Pawiak-Gefängnis, später erlebte er das Grauen im Vernichtungslager Treblinka. Seine gesamte Familie wurde getötet, doch Martin gelang die Flucht. Der junge Mann kämpfte auf Seiten der polnischen Partisanen und später der Roten Armee, mit der er 1945 in Berlin einmarschierte. Martin verließ die Armee, emigrierte nach Amerika und machte eine Karriere als Geschäftsmann.


"Der Schrei nach Leben" ist ein dreiteiliger Spielfilm, der auf der Autobiografie des Holocaust-Überlebenden Martin Gray basiert. Das Werk erschien 1985 und entstand unter der Regie von Robert Enrico, der an dieser Stelle einen Film präsentiert, der keinesfalls spurlos am Zuschauer vorbei geht. Zeitlich gesehen setzt die Erzählung 1970 ein und schildert die tragischen Ereignisse, bei denen Gray seine Frau samt seiner vier Kinder bei einem furchtbaren Waldbrand verliert. Der unsägliche Schmerz über den unfassbaren Verlust drängt ihn dazu sein Leben selbst zu beenden, doch das Versprechen an seine Frau seine Lebensgeschichte zu erzählen, hält ihn letztendlich von dieser Kurzschlusshandlung ab. Wäre allein schon der Verlust seiner Familie ein nachvollziehbarer Grund für den Selbstmord gewesen, so bekommt der Betrachter von nun an noch jede Menge anderer Gründe dafür geliefert, denn von nun an wird Martins Lebensgeschichte in den Mittelpunkt gerückt, wobei die Ereignisse zeitlich gesehen mit dem Einmarsch der Deutschen in Polen im Jahr 1939 beginnt. Es offenbart sich dabei ein fast schon unglaublicher Leidensweg eines jungen Juden, der aber trotz aller Verluste das unglaubliche Glück hatte, irgendwie den zweiten Weltkrieg zu überleben, um danach in Amerika zu einem erfolgreichen Geschäftsmann aufzusteigen.

Während der gut 270 Minuten Laufzeit des Dreiteilers stellt man sich ganz unweigerlich mehrmals die Frage, wie viel Leid, Verlust, Angst und Schmerz ein Mensch aushalten kann, bevor er innerlich vollkommen zusammen bricht. Am Beispiel von Martin Gray wird diesen Dingen teilweise eine ganz neue Dimension verliehen und es erscheint einem fast schon unglaublich, wie stark dieser Mann innerlich sein muss, um ständig aufs Neue den Kampf gegen sämtliche Grausamkeiten aufzunehmen, die ihm im Laufe der Jahre widerfahren sind. Die unzähligen Schicksalsschläge reichen nämlich für eine ganze Gruppe von Menschen aus und jeder einzelne Verlust wäre ausreichend, um eine menschliche Seele zu zerbrechen. So ist der vorliegende Film dann auch in gewisser Art und Weise ein absolutes Aushängeschild für Mut und Stärke, dient aber auch ebenso als ein Plädoyer des ungebrochenen Willens nach Leben, der die gesamte Zeit über im Fokus des Geschehens steht. Jacques Penot in der Rolle des jungen Martin Gray und Michael York als Erwachsener verleihen der Hauptfigur starke Konturen und sorgen durch ihre brillanten Performances dafür, das man sich äußerst gut mit der Figur auseinander setzen kann. Größtenteils leidet man dabei richtiggehend mit und fühlt sich streckenweise auch fast einer Ohnmacht nahe, da man hilflos mit ansehen muss, wie ein einzelner Mann mit Schicksalsschlägen regelrecht zugepflastert wird.

Das geht wirklich unter die Haut und ehrlich gesagt gibt es diverse Passagen, in denen einem ganz automatisch die Tränen in die Augen steigen. Wie eine zentnerschwere Last liegen die Geschehnisse dabei auf den eigenen Schultern und obwohl man eigentlich nur ein unbeteiligter Zuschauer vor dem heimischen TV ist, scheint einen diese Last schier zu erdrücken. Dieses Empfinden zieht sich durch die gesamte Erzählung, denn auch nach dem Krieg läuft Martins Leben nicht unbedingt beschwerdefrei, wobei ihm aber zumindest in beruflicher Hinsicht die Glückssterne zur Seite stehen. Das geht aber auf Kosten des Privatlebens, denn dieses findet im Prinzip überhaupt nicht statt. Martin stürzt sich in seine Arbeit um seine Einsamkeit zu bekämpfen und dieser Umstand ändert sich auch erst, als er mehr durch Zufall die junge Dina kennen lernt und mit ihr seine eigene Familie gründet. Somit wären wir dann auch schon wieder beim Anfang des Filmes und der Kreis des Verlustes hat sich geschlossen. Nach Beendigung der Filmsichtung braucht man dann wirklich erst einmal ein wenig Zeit, um das Gesehene auch richtig sacken zu lassen. Gänzlich gelingt das sicher nicht, denn auch lange Zeit später stellt man sich immer noch die Frage, wie ein Mensch so viel unsägliches Leid erleben kann, ohne endgültig daran zu zerbrechen.

"Der Schrei nach Leben" ist eines der ergreifendsten Werke, das ich in den letzten Jahren gesehen habe und der Aspekt das es sich hier um eine Geschichte dreht die auf wahren Begebenheiten beruht, schnürt einem auch noch mehrere Tage nach der Sichtung des Filmes die Luft ab. Es erscheint eigentlich unfassbar, das Martin diese Tour der Verluste und Schmerzen überlebt hat ohne gänzlich daran zu Grunde zu gehen und mittlerweile stolze 93 Jahre alt ist. Über das Innenleben dieses Mannes kann man sich ganz bestimmt kein echtes Bild machen, denn es wäre absolut vermessen anzunehmen, ein Urteil über das Seelenleben dieses Menschen zu fällen. Eines dürfte allerdings unumstößlich feststehen, Martin Gray zählt zu den wenigen Menschen denen das Leben unendlich grausame Prüfungen auferlegt hat und die dennoch nicht an den widrigen Umständen zerbrochen sind. Davor kann man nur uneingeschränkt den größten Respekt zollen und sollte sich sogar ein wenig von dem "Schrei nach Leben" anstecken lassen, der auch die schlimmsten Hürden überwindet.


Fazit:


"Der Schrei nach Leben" ist eines der intensivsten Filmerlebnisse die man sich nur vorstellen kann. Es ist sicherlich mehr als nur schwer, ein solch bewegtes Leben in lediglich 270 Minuten zusammen zu fassen, doch Robert Enrico ist das sehr gut gelungen. Natürlich können dabei nur die prägendsten Ereignisse in Szene gesetzt werden und das ist auch gut so, denn ansonsten würde man wohl unter dem Druck zusammen brechen, denn dieses Werk auch beim Betrachter hinterlässt.


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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 31. Jan 2016 16:33

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Der Fluch von Downers Grove
(The Curse of Downers Grove)
mit Kevin Zegers, Helen Slater, Lucas Till, Bella Heathcote, Zane Holtz, Penelope Mitchell, Mark L. Young, Tom Arnold, Jacqueline Emerson, Marcus Giamatti, Martin Spanjers, Steven Martini, Lars Slind, Kayla Servi
Regie: Derick Martini
Drehbuch: Derick Martini / Bret Easton Ellis
Kamera: Frank Godwin
Musik: Pinar Toprak
FSK 16
USA / 2014

Downers Grove bei Chicago sieht aus wie ein ganz normaler und durchschnittlicher Vorort aber Downers Grove hütet ein beängstigendes Geheimnis. Seit acht Jahren stirbt jedes Jahr ein High School Absolvent einen bizarren Tod immer kurz vor den Abschlussfeiern. Und dieses Jahr hat Chrissie Swanson das schreckliche und paranoide Gefühl, diejenige zu sein, die sterben muss. Kann Chrissie den Fluch von Downers Grove besiegen oder wird sie sterben?


Ok, die Inhaltsangabe sowie auch der Filmtitel drängen die hier erzählte Geschichte fast zwangsläufig in die Richtung eines Mystery - Horrorfilms, aber nach Beendigung des Filmes muss man als Zuschauer feststellen, das man mit dieser Einschätzung ziemlich eindeutig einem Trugschluss aufgesessen ist. Das ist jetzt aber keinesfalls negativ zu bewerten, denn "Der Fluch von Downers Grove" ist ein wirklich gelungener Beitrag von Derick Martini, der sich allerdings letztlich viel eher als Teenager Drama zu erkennen gibt, als das man ihm dem Horror Genre zuordnen könnte. Das mag bei manch einem eventuell für eine Enttäuschung sorgen, doch ehrlich gesagt haben es die Macher sehr gut verstanden die Erwartungshaltung des Zuschauers fast durchgehend auf die Mystery Schiene zu lenken, denn unterschwellig ist der sogenannte Fluch immer präsent, auch wenn das Hauptaugenmerk der Geschichte auf ganz andere Elemente gerichtet ist. So beginnt das Szenario dann auch gleich mit dem Tod eines Schülers unter mysteriösen Umständen, was dann auch für die richtige Einstimmung sorgt. Dabei verwendet man in den ersten Passagen schwarz weiß Bilder, um dem Ganzen auch noch einen zusätzlich düsteren Anstrich zu verleihen und dieser Schachzug geht zunächst auch durchaus auf.

Nach einigen Minuten weicht man dann jedoch langsam aber sicher von der Fluch Thematik ab, die von nun an auch fast nur noch durch diverse Träume der Hauptdarstellerin und eher hintergründige Kleinigkeiten thematisiert wird. Vordergründig entfaltet sich aber ein interessantes und spannendes Jugend Drama, in deren Mittelpunkt die junge Chrissie steht, die nur mit viel Glück einer Vergewaltigung entgehen kann. Da sie ihrem Peiniger bei ihrer Gegenwehr fast ein Auge ausdrückt, wird sie in der Folge von ihm und seinen Freunden permanent drangsaliert. Das hört sich nun zwar nicht sonderlich spektakulär an und schreit auch nicht unbedingt nach unzähligen Action Passagen, doch Martini hat seine Erzählung äußerst gelungen aufgebaut und lässt insbesondere zum Ende hin eine Menge Steigerungspotential erkennen. Spielen sich die Ereignisse eine geraume Zeit über in einem eher ruhigen, aber dennoch intensiven Rahmen ab, so erfährt das Geschehen beim finalen Showdown eine erhebliche Temposteigerung und wartet dabei auch noch mit mehreren recht heftigen Einstellungen auf, die man in dieser Form nicht wirklich erwarten konnte,

In einem fast schon furiosen Showdown wird dann eine gewisse Verrohung der Jugend thematisiert und bebildert, wobei aber in der Hauptsache ein ordentlicher Schuss Zynismus Einzug in die Abläufe hält. Das Finale hinterlässt einen stellenweise heftigen und gleichzeitig makaberen Eindruck und eine letzte verbale Äußerung der Hauptfigur dient im Endeffekt als Erklärungsversuch für den ominösen Fluch, wobei man diesen auf verschiedene Arten deuten kann. Wie dem aber auch sei, auch wenn "Der Fluch von Downers Grove" nicht den von vielen Leuten erwarteten Horrorfilm darstellt, handelt es sich auf jeden Fall um einen sehr gelungenen Film. Lediglich die in einem Nebenerzählstrang immer wieder auftretenden Beziehungskisten der Hauptfigur nehmen stellenweise etwas zu viel Platz ein und lassen den Erzählfluss an diversen Stellen ein wenig ins Stocken geraten.

Insgesamt gesehen kann man Derick Martini aber ein überdurchschnittlich gutes Zeugnis für diesen Beitrag ausstellen, denn "Der Fluch von Downers Grove" bietet knapp 90 Minuten gute und auch spannende Unterhaltung. Dafür sorgt allein schon die Geschicklichkeit des Regisseurs, der die Erwartungshaltung des Betrachters auf einen Mystery-Horrorfilm am Leben hält, obwohl sich die Geschehnisse eigentlich ziemlich offensichtlich in eine ganz andere Richtung entwickeln. Mir hat dieser Film jedenfalls äußerst gut gefallen und man kann so auch ohne Bedenken eine Empfehlung aussprechen.


Fazit:


Sicher werden die Meinungen über diesen Beitrag auseinander gehen, wobei etwaige schlechte Kritiken wohl hauptsächlich darin begründet sein dürften, das man letztendlich nicht den Film präsentiert bekommt, den Inhaltsangabe sowie auch der Filmtitel einem suggerieren. Objektiv gesehen bekommt man dafür allerdings ein gelungenes Teenie Drama serviert, das phasenweise sogar ein wenig Tiefgang erkennen lässt.


7/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 1. Feb 2016 19:24

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Deathgasm
(Deathgasm)
mit Milo Cawthorne, James Blake, Kimberley Crossman, Sam Berkley, Daniel Cresswell, Delaney Tabron, Stephen Ure, Colin Moy, Jodie Rimmer, Nick Hoskins-Smith, Erroll Shand, Kate Elliott, Aaron McGregor
Regie: Jason Lei Howden
Drehbuch: Jason Lei Howden
Kamera: Simon Raby
Musik: keine Information
keine Jugendfreigabe
Neuseeland / 2015

Brodie, gerade neu in die Stadt gezogen, und der wilde Zakk gründen die Heavy-Metal Band DEATHGASM kein leichtes Unterfangen hier in der Provinz. Doch nachdem sie eher zufällig auch noch eine wild gewordene Zombie-Meute zum Leben erweckt haben, müssen Ruhm und Erfolg noch etwas warten...


Schon im Vorfeld erntete diese neuseeländische Produktion eine ganze Menge Vorschusslorbeeren und soll laut Aussage einiger Leute auch an die Anfänge eines Peter Jackson erinnern, der in seiner Anfangszeit mit Kultfilmen wie "Bad Taste" und "Braindead" für jede Menge Furore sorgte. Und wirklich, in bester Tradition der genannten Werke präsentiert sich mit "Deathgasm" ein extrem unterhaltsamer Fun Splatter, der das Herz eines jeden Fans höher schlagen lassen müsste. Jason Lei Howden hat an dieser Stelle ein absolut bemerkenswertes Regie Debüt an den Tag gelegt, das teilweise aberwitzig und insbesondere in der zweiten Filmhälfte äußerst blutig daher kommt. Die FX können sich dabei wirklich mehr als sehen lassen und in Kombination mit dem erstklassigen Humor ergibt sich so eine Mischung, die dem Zuschauer jede Menge Freude bereitet. In den ersten gut 40 Minuten hält sich die Erzählung in Sachen Härte noch etwas zurück, denn bis auf 1-2 kleinere Einlagen gibt es hier noch nicht viel zu bestaunen. Stattdessen werden einem die wichtigsten Figuren ein wenig näher gebracht und das Szenario zeichnet sich in erster Linie durch jede Menge Wortwitz und skurriler Situationskomik aus. Der zum Vorschein kommende Humor gehört dabei nicht zur albernen und völlig überzogenen Sorte, sondern ist erstaunlicherweise durch eine gewisse Trockenheit gekennzeichnet, wobei jeder einzelne Spruch wie eine Pfeilspitze ins Schwarze trifft und der jeweiligen Situation etwas urkomisches verleiht.

Das veredelt das Ganze dann auch ein wenig und lässt einen richtig edlen Trash Anstrich erkennen, der in vorliegendem Fall absolut passend ist und den Gesamteindruck des Filmes noch einmal zusätzlich aufwertet. Die Einstufung als Zombiekomödie kann man jedoch nur teilweise akzeptieren, denn eigentlich handelt es sich bei den hier wütenden Horden um von Dämonen besessenen Menschen, die durch eine "schwarze Hymne" auf den Plan gerufen werden, die der junge und deprimierte Brodie mit seiner Metal Band "Deathgasm" zum Besten gibt. Zombies oder Dämeonen, im Prinzip ist das vollkommen egal, denn was Jason Lei Howden in der zweiten Hälfte seines Erstlings auf die Menschheit los lässt ist der absolute Kracher. Splatter-und Gore vom Feinsten prasseln nun auf den Betrachter ein und die dabei verwendeten Effekte wurden absolut erstklassig in Szene gesetzt, so das sich ein grandioser Fun Splatter offenbart, der meiner persönlichen Meinung nach das absolute Zeug zu einem Kultfilm aufweist. Hier werden alle Register gezogen und dennoch definiert sich "Deathgasm" keinesfalls einzig und allein über seinen Härtegrad. Dieser ist zwar relativ hoch und erinnert zumindest teilweise an eine wunderbare Schlachtplatte, aber um den Blutgehalt eines "Braindead" zu erreichen, fehlen dann doch noch einige Liter.

Das ist aber auch überhaupt nicht weiter schlimm, denn letztendlich ist es das geschnürte Gesamtpaket, das hier einen überragenden Gesamteindruck hinterlässt. Die Kombination aus Härte, Blut, brillantem Wortwitz und herausragender Situationskomik ist dermaßen grandios, das einem das Herz vor Freude lacht. Diverse groteske Ideen würzen das Szenario dann noch zusätzlich, so werden beispielsweise Sexspielzeuge wie Dildos als Waffe gegen die Dämonen eingesetzt, wobei diese Zweckentfremdung für o manchen herzhaften Lacher beim Zuschauer sorgt. Mit solchen Momenten ist dieser Film reichlich bestückt und man kann sich so ein gutes Bild darüber machen, das es phasenweise herrlich witzig zur Sache geht. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht daran erinnern, in letzter Zeit einen so gelungenen Regieerstling gesehen zu haben, der sämtliche Zutaten eines Fun Splatters beinhaltet und diese auch noch so extrem gut vermischt, das man über die gesamte Laufzeit ohne Ausnahme hervorragend unterhalten wird.

Im Endeffekt war die Vorfreude auf den neuesten neuseeländischen Streich mehr als gerechtfertigt, denn "Deathgasm" kann die hohe Erwartungshaltung die man in diesen Film gesetzt hat fast spielerisch erfüllen. Freunde der harten und blutigen Gangart kommen dabei ebenso auf ihre Kosten wie die Liebhaber des trockenen Humors, wobei Letzterer zu jeder Zeit den Nagel genau auf den Kopf trifft. Auch eine kleine Huldigung an den guten Mr. Jackson ist dann noch mit von der Partie, ist doch einer der Protagonisten mehrmals in einem "Bad Taste" T-Shirt zu sehen, worin man auch ohne Weiters eine Homage an den Filmemacher erkennen kann. Zum Schluss sollten auch die Darsteller nicht gänzlich unerwähnt bleiben, denn an dieser Stelle wird man mit jungen und unverbrauchten Gesichtern konfrontiert, die durch die Bank einen äußerst ordentlichen Job abliefern. Das wirkt ungemein erfrischend, denn das ständige Auftreten irgendwelcher Hollywood Schönlinge bekommt man ja in genügend anderen Filmen geboten, so das in dieser Beziehung endlich einmal für ein wenig Abwechslung gesorgt ist. Auf jeden Fall kann man für "Deathgasm" nur eine ganz dicke und uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, denn das blutige Szenario unter teils heftigen Metalklängen ist weit mehr als nur ein Geheim Tipp, in meinen Augen wird man endlich mal wieder mit einer Horrorkomödie konfrontiert, die das nötige Potential beinhaltet, um in gewissen Kreisen den Kultstatus zu erlangen.


Fazit:


Meine persönliche Erwartungshaltung an "Deathgasm" war nach all den im Vorfeld zu hörenden Lobeshymnen entsprechend hoch, wurde aber durchgehend und gänzlich erfüllt. So muss ein echter Fun Splatter aussehen, damit der geneigte Fan vollends auf seine Kosten kommt. Bleibt zu hoffen das auch in Zukunft noch viel mehr von Jason Lei Howden zu sehen sein wird, denn der gute Mann hat anscheinend das richtige Gespür den Nerv der Zeit zu treffen und dürfte zumindest im Horror Genre noch für richtig Furore sorgen.


9/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 3. Feb 2016 17:33

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The Fast and the Furious
(The Fast and the Furious)
mit Paul Walker, Vin Diesel, Michelle Rodriguez, Jordana Brewster, Rick Yune, Chad Lindberg, Johnny Strong, Matt Schulze, Ted Levine, Ja Rule, Vyto Ruginis, Thom Barry, Stanton Rutledge, Noel Gugliemi
Regie: Rob Cohen
Drehbuch: Gary Scott Thompson / Erik Bergquist / David Ayer
Kamera: Ericson Core
Musik: BT
FSK 16
Deutschland / USA / 2001

Dem L.A.-Police-Department ist klar, dass eine Serie gewagter Truck-Entführungen mitten auf den kalifornischen Highways nur von echten Profis durchgezogen werden konnte. Die Hintermänner der Verbrechen vermuten die Cops in der Gang um Streetracing-Legende Dominic. Um die Car-Napper zu stellen, schleust sich Undercover-Cop Brian O'Conner in die illegale Rennfahrer-Szene ein. Entgegen aller Pläne freundet er sich mit Dominic an und verliebt sich Hals über Kopf in dessen schöne Schwester Mia. Schnell verwischen die Grenzen zwischen Leidenschaft und Pflicht. Hin und her gerissen zwischen Mia und Dominic auf der einen Seite und seinem Job als Cop auf der anderen, steht Brian vor der härtesten Entscheidung seines Lebens. Es kommt zum gnadenlosen rasanten Showdown...


Bisher hatte ich mich dieser Reihe strikt verweigert, da sie mich in keiner Form auch nur annähernd gereizt hätte. Im nachhinein ärgere ich mich ein wenig darüber, bekommt man an dieser Stelle doch wirklich rasante Action, coole Autos und gut agierende Darsteller geboten, was einem insgesamt gesehen eine Menge an Kurzweil und bester Unterhaltung anbietet. Insbesondere Walker und Diesel erscheinen extrem spielfreudig und drücken diesem rasanten Abenteuer ihren persönlichen Stempel auf. Ganz generell ergibt sich bei diesem ersten Teil ein äußerst stimmiges Gesamtbild und ich bin froh, das ich mir die Blu-ray Box mit allen 7 bisher erschienenen Filmen gegönnt habe.


8/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 3. Feb 2016 17:53

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2 Fast 2 Furious
(2 Fast 2 Furious)
mit Paul Walker, Tyrese Gibson, Eva Mendes, Cole Hauser, Ludacris, Thom Barry, James Remar, Devon Aoki, Amaury Nolasco, Michael Ealy, Jin Auyeung, Edward Finlay, Mark Boone Junior, Mo Gallini, Roberto 'Sanz' Sanchez
Regie: John Singleton
Drehbuch: Gary Scott Thompson / Michael Brandt / Derek Haas
Kamera: Matthew F. Leonetti
Musik: David Arnold
FSK 16
Deutschland / USA / 2003

Der ehemalige Cop Brian O'Conner wird vom FBI um Hilfe gebeten. Verone Carter, einem korrupten Dealer, soll das Handwerk gelegt werden. Der einzige Haken: Abgesehen von einer Verbindung zu einer Gang, die illegale Autorennen organisiert, hat das FBI nichts in der Hand. Doch O'Conner kennt sich in der Szene bestens aus, hat doch seine Freundschaft zu Gangsterboss Dom Toretto ihm damals seine Marke gekostet. Er beginnt mit seinem Freund Roman Pearce in Miami zu ermitteln. Zusammen nehmen sie Carters Verfolgung auf und klinken sich in die Organisation ein. Doch um Verone Carters Vertrauen zu gewinnen, muss Brian wieder fahren - nur diesmal ist der Einsatz sein Leben...


Die erste Fortsetzung kann sich absolut sehen lassen, lediglich das Fehlen von Vin Diesel fällt ein wenig auf. Aber auch hier bekommt man eine interessante Geschichte, in der Tempo und Action im Überfluss vorhanden sind. Natürlich wirken etliche Szenen überzogen, aber bei einem Film dieser Art will man auch nicht unbedingt auf die Glaubwürdigkeit der Geschehnisse schauen. "2 Fast 2 Furious" bietet ebenso wie Teil 1 hervorragendes Popcorn Kino und sorgt dabei für einen ordentlichen Adrenalinschub beim Zuschauer.


7,5/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 4. Feb 2016 19:12

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We Are Still Here - Haus des Grauens
(We Are Still Here)
mit Barbara Crampton, Andrew Sensenig, Lisa Marie, Larry Fessenden, Monte Markham, Susan Gibney, Michael Patrick Nicholson, Kelsea Dakota, Guy Gane, Elissa Dowling, Zorah Burress, Marvin Patterson, Connie Neer
Regie: Ted Geoghegan
Drehbuch: Ted Geoghegan
Kamera: Karim Hussain
Musik: Wojciech Golczewski
FSK 16
USA / 2015

Anne und Paul Sacchetti haben bei einem Autounfall ihren einzigen Sohn verloren. Um wieder zurück ins Leben zu finden, ziehen sie in ein abgelegenes Landhaus. Doch bald mehren sich in dem Haus einige unheimliche und unerklärliche Vorkommnisse. Die beiden suchen bei May und Lacob Lewis, einem befreundeten Paar, nach Hilfe. Die Lewis beschäftigen sich seit Jahren mit solch mysteriösen Phänomenen. Sie sollen dem Spuk ein Ende bereiten. Schnell wird klar, dass eine rachsüchtige Geister-Familie das Haus bewohnt und alle Neuankömmlinge attackiert. Von den Einwohnern der Stadt ist keine Hilfe zu erwarten hütet doch das ganze Dorf ein sehr dunkles Geheimnis.


Einmal mehr steht ein ominöses Spukhaus im Mittelpunkt einer Geschichte und dennoch weicht "We Are Still Here" ein wenig von den ansonsten üblichen Haunted House Vertretern ab. In der Hauptsache liegt das darin begründet, das Regisseur Ted Geoghegan (Hatchet III) auch diverse Splatter und Gore Elemente beigemischt hat, die sich allerdings erst zum Ende der Geschichte hin zu erkennen geben. Zunächst einmal beginnt nämlich alles äußerst ruhig und behutsam, wobei es Geoghegan recht gut gelungen ist, von der ersten Minute an eine ziemlich deprimierende Grundstimmung zu erzeugen. Diese tritt schon bei der Einführung der beiden Hauptfiguren zu Tage, denn das ältere Ehepaar Sachetti hat durch einen tragischen Unfall seinen erwachsenen Sohn verloren und dieser Umstand ist insbesondere der Mutter stark anzumerken, die sich ganz augenscheinlich überhaupt nicht damit anfreunden kann. Die Geschehnisse zeichnen sich dann in den ersten Minuten auch hauptsächlich durch eine bedrückende Stille aus, da das Ehepaar kaum miteinander redet. Das sorgt natürlich nicht unbedingt für intensive Charakter Zeichnungen, gibt jedoch andererseits die Gefühlslage der beiden sehr gut wieder.

Die Location des alten Landhauses wirkt nicht gerade einladend und auch diverse Kameraeinstellungen der einzelnen Zimmer hinterlassen keinen einladenden Eindruck beim Zuschauers. Man vermeint vielmehr spüren zu können, das hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht und diese Vorahnung soll sich dann in der Folge auch eindrucksvoll bestätigen. Zunächst wirkt das Szenario aber keinesfalls sonderlich bedrohlich, so das insbesondere im ersten Teil der Erzählung kaum so etwas wie ein gepflegtes Gruselgefühl aufkommen will. In diesem Aspekt ist dann aber auch der einzig negative Kritikpunkt zu suchen, da ansonsten wirklich sämtliche Zutaten vorhanden sind. um für ein spannendes Filmerlebnis zu sorgen. Natürlich liegt das auch im Auge des Betrachters und dessen Empfinden, denn es ist durchaus nachvollziehbar, wenn der hier zum Vorschein kommende Horror eventuell nicht bei jedem den Funken überspringen lässt. Bei mir selbst hat "We Are Still Here" aber definitiv gezündet, auch wenn das Werk ganz sicher nicht frei von irgend welchen Mängeln ist. Einer ist sicherlich darin zu finden, das es kaum erschöpfende Erklärungen für die Vorkommnisse gibt, die sich im Laufe der Zeit in dem Landhaus abspielen. Man kann zwar einige Dinge erahnen und manche der Dorfbewohner treten auch immer wieder mit diversen Andeutungen auf den Plan, wirklich lückenlose Erklärungsversuche bekommt der Zuschauer dabei jedoch leider nicht angeboten.

So läuft es am Ende dann auch auf ein recht offenes Finale hinaus und es wird eine ganze Menge der Fantasie des Betrachters überlassen. Das mag manch einen eher stören, doch mir hat gerade das offene Ende äußerst gut gefallen, kann man sich so doch der eigenen Vorstellung hingeben und die Abläufe für sich selbst interpretieren. An diesem Punkt haben die Macher also eine Menge richtig gemacht, was ebenso auf den Hauch der 80er Jahre Atmosphäre zutrifft, die diesen Film immer wieder durchstreift. "We Are Still Here" ist also keinesfalls perfekt, bietet aber auf jeden Fall richtig gute Genrekost, die streckenweise auch diverse recht derbe Einstellungen zu bieten hat. In den letzten Minuten nimmt das bis dahin eher ruhige Geschehen nämlich nicht nur ordentlich an Tempo auf, es treten auch mehrere Splatter und Gore Einlagen in den Vordergrund, die man in einem Haunted House Vertreter eher selten zu Gesicht bekommt. De erscheint es bei manchen Szenen schon erstaunlich das dieses Werk mit einer 16er Freigabe davon gekommen ist, denn schon ganz andere Filme sind wegen weitaus harmloseren Passagen höher eingestuft worden.

Im Prinzip ist das aber auch vollkommen egal, denn letztendlich ist es doch das Gesamtpaket das man hier bewerten sollte. Und dieses ist trotz kleinerer Mängel ziemlich gelungen, was manch einer aber vielleicht völlig anders sehen wird. Mir hat "We Are Still Here" jedenfalls sehr gut gefallen und insbesondere die Kombination aus verschiedenen Sub Genres des Horrorfilms empfand ich als extrem angenehm. Mit einer deprimierenden Grundstimmung, einem sehenswerten Härtegrad und diversen gruseligen Momenten ergibt sich so in der Summe ein größtenteils stimmiger Gesamteindruck, so das man an dieser Stelle definitiv eine Empfehlung aussprechen kann.


Fazit:


Ein ruhiger Beginn und ein recht deftiges Finale, dazwischen ein gelungener Spannungsaufbau und eine Atmosphäre, die an die Gruselfilme der 80er Jahre erinnert, so trifft man den Nagel wohl genau auf den Kopf. Die Meinungen bei diesem Film werden bestimmt auseinander gehen, denn nicht jeder ist empfänglich für den eher subtilen Horror, der erst am Ende seine volle Wucht und Intensität entfalten kann.


8/10
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Re: horror's Reise durch die Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 5. Feb 2016 17:53

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Das Parfüm der Dame in Schwarz
(Il Profumo della signora in nero)
mit Mimsy Farmer, Maurizio Bonuglia, Mario Scaccia, Jho Jhenkins, Nike Arrighi, Lara Wendel, Aleka Paizi, Renata Zamengo, Ugo Carboni, Roberta Cadringher, Sergio Forcina, Luigi Antonio Guerra, Carla Mancini
Regie: Francesco Barilli
Drehbuch: Francesco Barilli / Massimo D'Avak
Kamera: Mario Masini
Musik: Nicola Piovani
ungeprüft
Italien / 1974

Die junge Sylvia wird von rätselhaften Alpträumen heimgesucht, in denen unheilvolle Bilder des rätselhaften Todes ihrer Mutter auftauchen. Ihr Freund Roberto beginnt langsam sie für geistig verwirrt zu halten. Lediglich in ihrem Nachbarn, einem alten Herrn von nebenan, findet sie eine Art Vaterfigur. Sie beginnt sich immer häufiger in ihr Apartment zurück zu ziehen. Dort verspürt sie jedoch keine Sicherheit. Unheimliche Vorfälle häufen sich und ein erstes Todesopfer gibt es zu beklagen. Ist Sylvia in Gefahr? Eine unvorhersehbare Wendung wird alles verändern!


Unter der Regie des Italieners Francesco Barilli sind lediglich drei Filme entstanden und der vorliegende "Das Parfüm der Dame in Schwarz" stellt dabei das Erstlingswerk dar. Das ist umso erstaunlicher, da es sich um ein wahres Meisterwerk handelt das keinesfalls den üblichen Konventionen folgt, sondern einen ganz eigenen und unverwechselbaren Stil an den Tag legt. Obwohl dieser Film dem Sub Genre des Giallo zugeordnet wird handelt es sich um keinen der üblichen Vertreter seiner Art, handelt es sich doch vielmehr um einen höchst sehenswerten Mix verschiedener Genres, in dem der Horrorfilm ganz eindeutig im Vordergrund steht. Dennoch benutzt Barilli durchaus die üblichen Versatzstücke des beliebten italienischen Thrillers, jedoch bekommt der Zuschauer hier keine Mordserie, geschweige denn einen ominösen Mörder mit Handschuhen vorgesetzt. In der Anfangsphase tendiert das Geschehen in die Richtung eines waschechten Psycho Thrillers mit der dazu gehörigen geheimnisvollen Grundstimmung, doch im Laufe der Zeit besticht die Erzählung mit dermaßen vielen Wendungen und Richtungswechseln, das einem fast schon schwindelig werden kann. Ominöse und mysteriöse Ereignisse häufen sich und phasenweise sind die Grenzen zwischen Realität und Fiktion so gut wie gar nicht mehr zu erkennen.

Das ist dem erstklassig aufgebauten Spannungsbogen durchgehend sehr förderlich und weckt gleichzeitig auch die Neugier des Betrachters. Im Mittelpunkt des Ganzen steht dabei die junge Sylvia (Mimsy Farmer), die ganz augenscheinlich in ihrer Jugend mehrere Traumata erlebt haben muss, die sie nun anscheinend einholen und ihr diverse Tagträume vorspielen. Zumindest entsteht dieser Eindruck, doch ehrlich gesagt fällt es unglaublich schwer, sich einen wirklichen Reim auf die geheimnisvollen Abläufe zu machen, denn immer wenn man der Meinung ist der Lösung ein wenig näher gekommen zu sein, steht schon die nächste Wendung auf dem Plan um das Szenario wieder um zu werfen. In diesem Aspekt liegt dann auch der ganz besondere Reiz dieses eher unbekannten, aber qualitativ unglaublich starkem Werk, denn bis wenige Minuten vor dem Ende stellt man zwar so manche Theorie auf, kann sich aber nie wirklich sicher sein, ob die eigenen Vermutungen auch zutreffen. Als wenn das nicht schon für ein grandioses Filmerlebnis ausreichen würde, wartet der Regisseur dann zum Ende hin mit einem absolut krassen Showdown auf, der nicht nur das bis dahin Gesehene völlig auf den Kopf stellt und sämtliche Vermutungen in Luft auflöst, sondern den Zuschauer zudem auch noch fassungslos zurück lässt.

Fast ungläubig beobachtet man die letzten gut zehn Minuten und kann wirklich nicht fassen, was Barilli seiner Geschichte für einen krönenden, aber gleichzeitig auch im ersten Moment verstörenden Abschluss verpasst hat. Danach braucht man auch erst einmal eine gewisse Zeit um das Ganze so richtig sacken zu lassen und betrachtet dieses Meisterwerk im nachhinein auch mit einem vollkommen anderen Blickwinkel. Fairerweise sollte man an dieser Stelle anmerken, das "Das Parfüm der Dame in Schwarz" ganz sicher keine leichte Kost für den üblichen Mainstreamer darstellt, denn streckenweise offenbart sich hier ein regelrechter Hirnverbieger, der auch genügend Freiraum für eigene Spekulationen lässt. Wie dem aber auch sei, auf jeden Fall bekommt man an dieser Stelle eine echte Perle des italienischen Kinos serviert, die in vielen Teilen schon stark an Roman Polanskis Meisterwerk "Rosemary's Baby" erinnert. Die Kombination aus Elementen des Giallo, Zutaten des Psycho Thrillers und dem Hauptanteil des subtil aufkommenden Horrors verleihen diesem Meisterwerk etwas absolut Faszinierendes, dem man sich unmöglich entziehen kann. Mystische Ansätze und surreal anmutende Passagen würzen das Szenario noch zusätzlich und so ergibt sich in der Summe ein extrem stimmiges Gesamtbild.

Es ist immer wieder schön zu sehen, das in den letzten Jahren etliche eher unbekannte europäische Filmjuwelen endlich zu einer würdigen Veröffentlichung gelangen. "Das Parfüm der Dame in Schwarz" zählt definitiv zu dieser Kategorie und dürfte jeden Liebhaber des Cinema Italiano regelrecht begeistern. Man sollte nur keinen reinrassigen Giallo erwarten, denn wer mit dieser Erwartungshaltung an die Story heran gehen sollte, könnte am Ende eventuell eine Enttäuschung erleben. Das scheint aber bei der Klasse des Filmes so gut wie unmöglich, denn die Zusammensetzung der verschiedenen Elemente aus mehreren Genres sind so außergewöhnlich gut gelungen, das man letztendlich vor diesem herausragenden Beitrag des europäischen Filmes den Hut ziehen kann. Wer hier nicht zugreift ist selbst schuld und weiß zudem auch nicht, was für eine brillante Inszenierung ihm durch die Lappen geht, die ihren absoluten Höhepunkt vor allem in dem keinesfalls vorhersehbaren Ende beinhaltet.


Fazit:


Zwar hatte ich persönlich auch mit einem reinrassigen Giallo gerechnet, bin im nachhinein über diese Fehleinschätzung keinesfalls enttäuscht. Viel zu sehr zieht einen dieser extrem außergewöhnliche Beitrag in seinen Bann und verwöhnt einen zudem auch noch mit sehr viel Ästhetik, so dam man im Endeffekt nur ein überragendes Gesamtzeugnis ausstellen kann.


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