Hans Kloss - Spion zwischen den Fronten

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Hans Kloss - Spion zwischen den Fronten

Beitragvon horror1966 » 1. Aug 2014 13:19

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Hans Kloss - Spion zwischen den Fronten
(Hans Kloss. Stawka wieksza niz smierc)
mit Stanislaw Mikulski, Emil Karewicz, Tomasz Kot, Piotr Adamczyk, Daniel Olbrychski, Marta Zmuda Trzebiatowska, Anna Szarek, Grzegorz Kowalczyk, Adam Woronowicz, Jerzy Bonczak, Piotr Garlicki, Wojciech Mecwaldowski
Regie: Patryk Vega
Drehbuch: Wladyslaw Pasikowski / Przemyslaw Wos
Kamera: Miroslaw Brozek
Musik: Lukasz Targosz
FSK 16
Polen / 2012

Königsberg, 1945. Getarnt als Agent der deutschen Abwehr ist Hans Kloss, Codename J-23, einem der größten Geheimnisse des Dritten Reiches auf der Spur: Dem von den Nazis gestohlenen Bernsteinzimmer, das von Königsberg aus verschifft werden soll. Doch in den Irrungen der letzten Tage des Krieges interessieren sich viele für die unschätzbar wertvolle Fracht, unter ihnen auch Hans' alter Gegenspieler, SS-Hauptsturmführer Hermann Brunner. Ein tödliches Duell beginnt …


Immerhin geschätzte 3.000.000 $ standen Regisseur Patryk Vega für seinen Agenten-Thriller zur Verfügung, der zeitlich gesehen auf zwei verschiedenen Ebenen spielt. Zum einen wird der Zuschauer mit einem in den 70er Jahren spielenden Erzählstrang konfrontiert, um dann immer wieder in das Königsberg des Jahres 1945 entführt zu werden und dabei mit den letzten Tagen des 2. Weltkrieges Bekanntschaft macht. Im Mittelpunkt des Geschehens steht dabei immer der polnische Agent J-23, der unter der Identität von Hans Kloss bei den Nazis den Rang eines Hauptmanns einnimmt. Die eigentliche Thematik der Geschichte ist dabei durchaus interessant, dreht sich doch alles um das berühmte Bernsteinzimmer, das von den Nazis aus Polen heraus geschmuggelt werden soll, um es an einem sicheren Ort zu verwahren. Nun hätte Vega an dieser Stelle einen wirklich überzeugenden Mix kreieren können, doch der gute Mann hat es ganz einfach versäumt, vor allem die Passagen aus den 70ern durchgehend interessant zu gestalten.

In den dort angesiedelten Spielanteilen offenbart sich dem Betrachter nämlich eine weiterführende Story die doch zumeist arg konstruiert und phasenweise vollkommen an den Haaren herbei gezogen erscheint. Zudem fehlt es hier an der nötigen Action, um einen die ganze Zeit über kurzweilig und gut zu unterhalten. Anders sieht das zumindest im Kriegs-Erzählstrang aus, der einem doch relativ gelungene Action-Passagen und definitiv auch den spannenderen Teil der Geschichte offeriert. Vielleicht hätte man ganz einfach noch mehr Spielzeit auf diese Zeit-Epoche legen sollen, doch aus eher unverständlichen Gründen haben die Macher des Filmes zu viel Wert auf auf die Stellen gelegt, die gut 30 Jahre später angesiedelt sind. Dort wird man dann also auch mit dem stark gealterten Hans Kloss in Berührung gebracht, der übrigens von Stanislaw Mikulski dargestellt wird, der diese Rolle auch schon in der aus den 60er Jahren stammenden polnischen Erfolgs-Serie "Sekunden entscheiden" gespielt hat und die ihm damals den Spitznamen "roter James Bond" eingebracht hat. Davon ist hier allerdings herzlich wenig zu sehen, denn ebenso altbacken wie die Darsteller erscheinen auch die Handlungen, das Ganze hinterlässt dabei einen fast schon äußerst angestaubten Eindruck, der den ansonsten guten Eindruck des Filmes doch sichtlich beeinträchtigt.

In diesen Phasen des Geschehens baut sich zu keiner Zeit wirkliche Spannung auf, was bei den ständigen Rückblenden in die letzten Tage des 2. Weltkriegs doch erheblich anders aussieht. Und so hinterlässt "Hans Kloss - Spion zwischen den Fronten" dann auch einen eher zwiespältigen Gesamteindruck, wobei sich das Gesamt-Szenario meiner persönlichen Meinung nach aber immer noch als absolut sehenswert darstellt. Dennoch verhindert die zweigeteilte Story ein besseres Ergebnis und für mich ist es eher unverständlich, wie man zwei qualitätsmäßig so dermaßen unterschiedliche Erzähl-Ebenen konstruieren kann, von denen eine fast schon als ziemlich hanebüchen bezeichnet werden kann.

Letztendlich liegt es natürlich wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters, doch den großen Erfolg in seinem Herstellungsland Polen konnte "Hans Kloss" bei mir nur streckenweise auslösen. Dabei wäre ein weitaus gelungeneres Resultat sicherlich möglich gewesen, wenn der Regisseur sich an diversen Stellen nicht zu sehr von der möglichen Realität entfernt hätte und einem so eine kaum nachvollziehbare Handlung präsentiert hätte. Wie dem aber auch sei, wenn man nicht allzu großen Wert auf Logik und nachvollziehbare Handlungen legt und einen auch das altbackene Schauspiel der Akteure in den 70er Jahre Passagen nicht weiter stört, dann ist man mit diesem Film bestens bedient, der sich insgesamt gesehen allerdings nur leicht über dem normalen Durchschnitt einreihen kann, da zu viel Potential sinnlos vergeudet wurde.


Fazit:


"Hans Kloss - Spion zwischen den Fronten" ist wahrlich kein schlechter Film, doch in vorliegendem Fall ist die Spaltung in 2 zeitlich unterschiedliche Erzählstränge eindeutig verantwortlich dafür, das der Zuschauer mit eher zwiespältigen Eindrücken zurück bleibt. Dennoch kann man durchaus einen Blick riskieren, doch einen allzu nachhaltigen Eindruck wird dieses Werk wohl eher nicht hinterlassen.


6/10
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horror1966
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Re: Hans Kloss - Spion zwischen den Fronten

Beitragvon OpFeRmEtZgEr » 1. Aug 2014 15:11

Du bist auch so 'n Hans Klos du olle Oppaunke :)
Horratio die Feder sträubt sich fortzufahren :D
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