Die letzte Front - Defenders of Riga

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Die letzte Front - Defenders of Riga

Beitragvon horror1966 » 26. Apr 2014 11:27

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Die letzte Front - Defenders of Riga
(Rigas sargi)
mit Janis Reinis, Elita Klavina, Girts Krumins, Romualds Ancans, Girts Kesteris, Andris Keiss, Vilis Daudzins, Arturs Skrastins, Kestutis Jakstas, Ainars Ancevskis, Uldis Anze, Enriko Avots, Juris Bartkevics, Indra Brike
Regie: Aigars Grauba
Drehbuch: Andris Kolbergs / Lisa Eichhorn / Valentin Yemelyannov
Kamera: Vladimir Bashta / Gvido Skulte
Musik: Aigars Grauba
FSK 16
Lettland / 2007

Im November 1919 marschiert die deutsche Eiserne Division mit 50.000 Mann vor den Toren Rigas auf. Deren Kommandeur General von der Goltz hat das Ende des ersten Weltkrieges nicht akzeptiert und will das Baltenland wieder unter deutsche Kontrolle bringen. Aus Angst vor einem Flächenbrand zögern die Alliierten, der jungen Nation Lettland beizustehen. Veteran Martin ist gerade erst von der Ostfront zurückgekehrt und auf dem Weg zu seiner Hochzeit. Gegen den Willen seiner Braut Elsa entscheidet er sich, den Widerstand der Hauptstadt zu organisieren. Doch können die einfachen Bürger der übermächtigen Bedrohung trotzen und den Untergang ihres Heimatlandes verhindern? Eine erbitterte Schlacht beginnt...


Lettland gilt nicht unbedingt als absolute Größe in der Filmwelt, umso erfreuter ist man doch über die Tatsache, das mit "Die letzte Front - Defenders of Riga" endlich einmal wieder ein recht interessanter Beitrag den Weg zu uns gefunden hat. Zudem wird eine eher unbekannte Thematik behandelt, die zumindest streckenweise wirklich gut in Szene gesetzt wurde, aber dennoch keinesfalls frei von Schwächen ist. So muss der Zuschauer fast eine geschlagene Stunde darauf warten, bis sich endlich einmal kürzere Gefechtsszenen zu erkennen geben, was bei einem Kriegsfilm schon eine ziemlich lange Zeitspanne bedeutet. Bis dahin konfrontiert einen Regisseur Aigars Grauba hauptsächlich mit den für die Geschichte wichtigen Charakteren und legt dabei sein Hauptaugenmerk auf die Liebesgeschichte zwischen Martin und Elsa, was dem eigentlichen Thema nicht wirklich zu gute kommt.

Zu sehr konzentriert sich das Geschehen dabei auf Nebensächlichkeiten und der eigentliche Kern der Geschehnisse gerät streckenweise zu sehr in den Hintergrund, was sich auch erst in der zweiten Hälfte des Filmes zunehmend ändern soll. Dennoch sollte man auch jetzt kein großartiges und pompös in Szene gesetztes Kriegsgeschehen erwarten, denn die vorhandenen Kampf-Passagen kommen doch viel eher etwas bieder daher. Auf der anderen Seite kann der Film jedoch einen relativ glaubwürdigen Anschein wahren und man kann sich durchaus vorstellen, das die Ereignisse auch wirklich in dieser Form stattgefunden haben. Wirklich absolut erstklassig sind die tollen Kulissen, die auch gleichzeitig einen großen Anteil am authentischen Eindruck des Szenarios haben, das sich allerdings insgesamt gesehen immer wieder zu sehr auf die Romanze der beiden Hauptfiguren bezieht, was den Gesamteindruck doch ein wenig verwässert. Auch die politische Komponente des Ganzen und das Verhalten der Alliierten kommt ein wenig zu kurz, lediglich einige Dialoge deuten hier die Situation an, in der sich das kleine Lettland und im vorliegenden fall ganz besonders die Stadt Riga befinden.

Ganz allgemein fällt die Geschichte ziemlich dialoglastig aus was im Grunde genommen noch nicht einmal als negativer Aspekt gelten würde, doch leider stehen auch an dieser Stelle eher nebensächliche Dinge im Vordergrund, so das die eigentliche Thematik immer wieder in den Hintergrund gedrängt wird. Doch auch wenn sich das alles jetzt etwas negativ anhören mag ist "Die letzte Front - Defenders of Riga" wahrlich kein schlechter Film, lediglich die Gewichtung der einzelnen Zutaten ist bei der Produktion etwas falsch verteilt worden. Dennoch ist man in erster Linie vom dargebotenen Schauspiel der Akteure recht angetan, denn die für uns eher unbekannten Darsteller können durch die Bank mit guten Performances überzeugen. Besonders Janis Reinis legt in der Rolle des Martin eine sehr spielfreudige Leistung an den Tag und schält sich auch im gleichen Atemzug zum Helden der Geschehnisse heraus. Im Prinzip versucht die Story ganz allgemein die offensichtlich aussichtslose Lage der Bewohner von Riga in den Mittelpunkt zu rücken, wodurch diese dann selbstverständlich zum Ende hin alle durch ihren Husaren-Streich ein wenig glorifiziert werden.

Letztendlich handelt es sich bei dieser lettischen Produktion um einen durchaus sehenswerten Film, dem es allerdings besser zu Gesicht gestanden hätte, wenn man die Gewichtung der einzelnen Zutaten ein wenig besser verteilt hätte. Etwas weniger Romanze und ein besserer Blick für das Wesentliche wären angebracht gewesen, denn dann würde es sich in vorliegendem Fall sogar um einen absolut überzeugenden Film handeln. So aber bekommt man es mit einer Geschichte zu tun, die an diversen Stellen doch etwas verwässert wurde, was den gewonnenen Gesamteindruck dann doch ein wenig trübt. Trotzdem kann man hier bedenkenlos zugreifen, denn mit kleineren Abstrichen präsentiert sich im Endeffekt immer noch eine absolut sehenswerte Produktion.


Fazit:


Ein teilweise etwas schwächelndes Drehbuch und einige etwas zu lang geratene Phasen sind sicherlich negativ zu bewerten, dennoch bietet das Werk von Janis Reinis größtenteils gute und auch kurzweilige Filmkost. Authentisch in Szene gesetzt und vor großartigen Kulissen spielend eröffnet sich eine Geschichte, die auf jeden Fall sehr interessant ist und so auch die volle Aufmerksamkeit des Betrachters verdient hat.


6,5/10
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