British Scarface

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British Scarface

Beitragvon horror1966 » 6. Nov 2014 15:31

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British Scarface
(Full English Breakfast)
mit Dave Courtney, Lucy Drive, Jerry Anderson, Richard Angol, Sukhraj Singh, Jamie Bannerman, Nigel St Lewis, Anna Alfieri, Delia Boghian, Oana Boghian, Sara Bryant, Eleanor Chambers, Patrick Connolly, Howard Daly
Regie: Manish Patel
Drehbuch: Manish Patel
Kamera: Ralph Stewart
Musik: keine Information
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2014

Dave Bishop war einst ein Londoner Kleinkrimineller, der sich seinen Weg bis an die Spitze eines Drogenimperiums empor getötet hat. Nun ist er im Ruhestand und verbringt diesen an der idyllischen Küste von Kent. Aber natürlich hat er immer noch seine Finger im Geschäft - und das ist auch gut so, denn die perfiden Al-Quaida-­Terroristen wollen sein Imperium übernehmen. Damit nicht genug, hat Dave auch Sorgen wegen seiner schönen, aber auch des Geldes willigen Frau, die eigentlich einen jüngeren Stecher bevorzugt ...


Der britische Gangsterfilm hat schon seit jeher eine große Tradition und so geht man sicherlich auch mit recht hohen Erwartungen an das neue Werk von Manish Patel heran, die sich jedoch letztendlich leider nicht ganz erfüllen. Zudem ist der deutsche Filmtitel ein wenig falsch gewählt, denn Vergleiche mit Tony Montana aus "Scarface" sollte man sich von Beginn an verkneifen, da vorliegende Geschichte doch ihren ganz eigenen Weg geht und im Prinzip kaum Ähnlichkeiten mit Brian De Palma's Meisterwerk beinhaltet. Im Mittelpunkt stehen der ehemalige Drogen-Boss Dave Bishop, der trotz andersartiger Beteuerungen immer noch seine Finger in illegalen Geschäften hat und der Ex-Soldat Jamie, der scheinbar zufällig in die Dienste von Bishop tritt. Das die beiden noch eine ganz andere Sache miteinander verbindet wird erst zum Ende hin offensichtlich, doch wer während der Abläufe etwas genauer aufpasst, kann die zum Ende hin als Überraschung gedachte Pointe schon durchaus frühzeitig erkennen.

Das ist auch das größte Mankos dieses Werkes das sicherlich nicht unbedingt schlecht inszeniert wurde, aber dennoch die nötige Spannung vermissen lässt, die das Ganze etwas attraktiver gestalten würde. Stattdessen hält man sich aber zu oft mit Nebensächlichkeiten auf und schiebt eine eher unnötige Romanze zwischen Jamie und der Frau seines Chefs ein, die schon fast zwangsläufig zu einer Eskalation führen muss. Ganz nebenbei thematisiert Patel auch noch Jamies Versuch, ein Kriegs-Trauma aus Afghanistan zu verkraften und insbesondere dieser Part der Geschichte hinterlässt einen etwas befremdlichen Eindruck beim Betrachter, der sich doch eigentlich auf etwas ganz Anderes eingestellt hatte.

Dennoch gestaltet sich "British Scarface" zumindest streckenweise recht unterhaltsam, allerdings fehlt der Chose der nötige Pep, um aus dem breiten Mittelmaß heraus zu kommen und somit in die Riege der durchgehend überzeugenden Gangsterfilme aufzusteigen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, das man am Ende einige blutige Szenen eingebaut hat die zumindest erahnen lassen, warum dieses Werk überhaupt eine 18er Freigabe erhalten hat. Damit sind die offensichtlichen Schwächen des Drehbuchs aber keinesfalls zu übertünchen, denn die eigentliche Thematik um die Hauptfigur Dave Bishop wird leider immer nur oberflächlich angekratzt. Diesem Aspekt hätte man weitaus mehr Priorität verleihen müssen, doch im Wulst der Nebensächlichkeiten ist leider nicht genügend Raum, damit die Beleuchtung intensiver ausfällt. Zum Schauspiel der Akteure kann man nur sagen, das die Performances an etlichen Stellen ein wenig hölzern und ungelenk erscheinen, was den bis dahin gewonnenen Gesamteindruck noch einmal zusätzlich ein bisschen trübt.

Insgesamt gesehen kann man so feststellen, das "British Scarface" sicher nicht das liefert, was sich manch einer aufgrund des Titels erwartet. Mit den echten Größen des Genres kann dieser Film sicherlich nicht konkurrieren, aber zur einmaligen Sichtung eignet sich die Geschichte allemal. Man sollte nur schon im Vorfeld mit eher niedrigen Erwatungen an das Ganze herangehen, um am Ende keine zu große Enttäuschung zu erleben.


Fazit:


Mit einem besseren Drehbuch und etwas Spannung wäre hier bestimmt weitaus mehr drin gewesen, doch in vorliegender Form siedelt sich "British Scarface" maximal im üblichen Durchschnittsbereich an. Für alles andere ist die Chose viel zu vorhersehbar und zudem hält man sich zu sehr mit diversen Nebensächlichkeiten auf, als das man die eigentliche Thematik gebührend hervorkehren würde.


5/10
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