X 312 - Flug zur Hölle

Komödien, Kriegsfilme, Western und schwer einzuordnende Filme finden hier ihren Platz

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X 312 - Flug zur Hölle

Beitragvon horror1966 » 24. Feb 2016 14:41

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X 312 - Flug zur Hölle
(Vuelo al infierno)
mit Thomas Hunter, Gila von Weitershausen, Hans Hass Jr., Fernando Sancho, Esperanza Roy, Ewa Strömberg, Siegfried Schürenberg, Howard Vernon, Paul Muller, Antonio de Cabo, Beni Cardoso, Arne Elsholtz
Regie: Jesús Franco
Drehbuch: Artur Brauner / Mickey Knox
Kamera: Manuel Merino
Musik: Wolf Hartmayer / Bruno Nicolai
FSK 16
Deutschland / Spanien / 1971

Rio de Janeiro: Tom Nilsen (Thomas Hunter), Korrespondent einer US-Zeitung, kommt erschöpft in sein Büro. Von dort aus telefoniert er mit einem Bekannten bei der Polizei, der nicht glauben kann, mit wem er da spricht! Tom war nämlich an Bord des Flugs X 312, der über dem Amazonas im Dschungel von Mato Grosso spurlos verschwand und galt seither wie die gesamte Besatzung als verschollen. Wie durch ein Wunder gelang es ihm jedoch, aus der grünen Hölle zu entkommen. Nun hat er Angst zu sterben und bespricht ein Tonband, auf dem er die entsetzlichen Ereignisse dokumentiert: er berichtet über eine Flugzeugentführung, die Juwelen des chilenischen Bankpräsidenten (Siegfried Schürenberg), einen Flugzeugabsturz und den gefährlichen Weg der Überlebenden, die sich durch den Dschungel kämpfen. Im Nacken lauert stets die Gefahr, denn die Juwelen strahlen weiterhin großen Anreiz auf Verbrecher aus...


Das der gute Jesus Franco für den Großteil seiner Filme eher berüchtigt ist dürfte sicher keine Neuigkeit sein. Zeichnen sich doch die meisten seiner Werke durch puren Dilettantismus aus, den man im Prinzip auch auf sämtliche Zutaten der jeweiligen Geschichten anwenden kann. Bei dem vorliegenden "X 312 - Flug zur Hölle" hat der gute Mann dann aber besonders dick aufgetragen, denn anstatt eines ordentlichen Abenteuerfilmes präsentiert Herr Franco eine Story die dermaßen an den Haaren herbei gezogen daher kommt, das dem Zuschauer durchgehend die Haare zu Berge stehen. Gestaltet sich die Erzählung schon von Haus aus nicht sonderlich innovativ, so verschlägt die völlig sinnlose Umsetzung des Ganzen einem doch glatt die Sprache. Was hier als bedrohlicher Überlebenskampf im brasilianischen Dschungel gedacht war, entpuppt sich viel eher als eine Aneinanderreihung etlicher Peinlichkeiten, die durch das miese Schauspiel der Protagonisten noch zusätzlich hervor gehoben werden.

Die Skizzierung der einzelnen Figuren fällt generell extrem flach aus, so das man erst gar keine Bindung zu den jeweiligen Personen herstellen kann. Am schlimmsten sind allerdings die vollkommen hanebüchenen Handlungsweisen der Akteure, die den Weg durch den unbekannten Dschungel anscheinend mit einer kleinen Vergnügungsreise verwechseln. So fallen sich völlig fremde Menschen in die Arme und entdecken ungeahnte Gefühle füreinander und natürlich würde es sich auch um keinen Film von Jesus Franco handeln, wenn im Laufe der Zeit nicht dementsprechende Nacktszenen auf den Plan treten würden. Das ist aber längst nicht der totale Negativpunkt in diesen abstrusen Szenario, denn ganz generell mangelt es hier an jeglichem Erzählfluss. So wirkt das Ganze selten wie ein zusammen hängender Film, denn vielmehr bekommt der Betrachter mit zunehmender Laufzeit das Gefühl, das auf Teufel komm raus irgendwelche Passagen zusammen geschustert wurden um die Geschichte letztendlich ein wenig auf Länge zu trimmen.

Eine Konstante beinhaltet dieses schräge Filmchen aber schon, denn über die gesamte Laufzeit wird man ständig mit den sinnlosesten Dialogen und Handlungen der Darsteller zugemüllt, das es schon eine wahre Pracht ist. Und so kann man "X 312 - Flug zur Hölle" eventuell aus der Sicht eines Trash Liebhabers etwas abgewinnen, denn nichts anderes präsentiert sich einem an dieser Stelle. Das Darsteller wie Gilla von Weitershausen und insbesondere Siegfrid Schürenberg sich für einen solchen Mumpitz hergegeben haben ist kaum nachvollziehbar und dieser krude Beitrag wird auch ganz bestimmt nicht als Höhepunkt in den jeweiligen Filmografien vermerkt sein. Wie dem auch sei, aus filmischer Hinsicht handelt es sich hier um einen sagenhaften Rohrkrepierer, der nun wirklich rein gar nichts beinhaltet, was ein Abenteuerfilm benötigt um gut zu unterhalten.

Dennoch kann man sich zumindest über den unverhohlenen Dilettantismus freuen der einen von Anfang bis Ende begleitet, denn so gestalten sich die Abläufe zumindest auf eine höchst skurrile Art extrem kurzweilig. Langeweile wird bei einer Sichtung also keinesfalls aufkommen, dafür sollte man schon im Vorfeld die übliche Messlatte für ein filmisches Werk zur Seite legen. Ernst nehmen kann man diesen Beitrag bei bestem Willen nicht und so sollten lediglich die Freunde von Trash und abstrusen Szenarien einen Blick riskieren.


Fazit:


Mein lieber Scholli, da hat der gute Jesus Franco einen echten Kracher ausgepackt. der dem Zuschauer aufgrund der unzähligen Unzulänglichkeiten glatt die Sprache verschlägt. Sinnlose Filme gibt es wirklich genügend, aber "X 312 - Flug zur Hölle" schiebt den Begriff Sinnlosigkeit wirklich in die Richtung einer ganz neuen Dimension.


2/10
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Re: X 312 - Flug zur Hölle

Beitragvon horror1966 » 1. Mär 2016 14:05

Kritik ist drin
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