Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies

Fulci, Argento und Co. finden hier ihren Platz

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Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies

Beitragvon horror1966 » 30. Nov 2013 16:17

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Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies
(Zombi 2)
mit Tisa Farrow, Ian McCulloch, Richard Johnson, Al Cliver, Auretta Gay, Stefania D'Amario, Olga Karlatos, Nick Alexander, Ugo Bologna, Ramón Bravo, Omero Capanna, Giannetto De Rossi, Ottaviano Dell'Acqua
Regie: Lucio Fulci
Drehbuch: Elisa Briganti / Dardano Sacchetti
Kamera: Sergio Salvati
Musik: Giorgio Cascio / Fabio Frizzi
ungeprüft
Italien / 1979

Eine führerlose Segeljacht wird von der New Yorker Küstenwache auf dem Hudson Bay geentert. Beim Durchsuchen des Schiffes stoßen die Beamten auf abgetrennte Körperteile, und aus dem Hinterhalt werden sie von einer faulig aussehenden Gestalt angefallen, gegen die sie sich nur mit Schüssen zur Wehr setzten können. Durch die seltsamen Vorkommnisse neugierig geworden, beginnt der Journalist Peter West zu recherchieren und trifft dabei auf Ann Bowles, Tochter des Yachtbesitzers. Ihr Vater arbeitete zuletzt auf der Karibik-Insel Matul. Dort angekommen, werden sie von Dr. Menard, dem früheren Kollegen von Ann's Vater, über dessen Tod informiert. Doch keine Krankheit ist für die vielen Todesfälle auf der Insel verantwortlich: Ein Woodoo-Fluch der Eingeborenen lässt die Toten als Zombies aus ihren Gräbern steigen - ihr einziger Antrieb ist die Gier nach Menschenfleisch. Jedes neue Opfer lässt die Zahl der Zombies steigen, und Peter und Ann müssen sich fragen, ob sie die ständig wachsende Flut noch eindämmen können...


Nicht nur zur damaligen-sondern auch noch in der heutigen Zeit ist es für die meisten Zombie-Fans fast schon eine Glaubensfrage, ob man die bläulichen Untoten von George A. Romero oder die teils schon verwesten Zombies von Lucio Fulci bevorzugt. Rein optisch gesehen unterscheiden sich die beiden Varianten schon ganz erheblich und haben im Prinzip nur den Aspekt gemeinsam, das beide Gruppen zu denn sich langsam-und schlurfend bewegenden Oldschool-Zombies zählen, die in den 70er und 80er Jahren die Filmwelt unsicher machten. Nur ein Jahr nach Romero's "Dawn of the Dead" erschien mit "Woodoo" eines der unzähligen italienischen Ripp-Offs, das aufgrund einer regelrechten Zombie-Welle aus Italien fast unterzugehen drohte. Fast jeder Regisseur wollte unbedingt auf den Erfolgszug aufspringen, wobei nur relativ wenige Werke sich in Sachen Qualität mit Romero messen konnte. Vorliegender Film zählt aber definitiv dazu und frecherweise wurde das Werk auch teilweise unter dem Titel "Zombi 2" vermarktet, was sicherlich nicht gerade die schlechteste Marketing-Strategie darstellte, wobei die Geschichte natürlich bis auf die lebenden Toten überhaupt nichts mit dem 1978er "Zombie" zu tun hat. Zudem benötigt die Geschichte auch überhaupt nicht diesen kleinen aber dreisten Ettikettenschwindel, denn das Szenario schafft es absolut spielend, den Zuschauer durchgehend für sich einzunehmen.

Rein von der Geschichte her muss man hier wohl einige Abstriche machen, denn Fulci setzt keineswegs auf teilweise vorhandene inhaltliche Tiefe oder gar die sozialkritischen Ansätze, die Romero seinen Werken immer wieder beifügt, vielmehr lässt der italienische Regisseur von Beginn an keinen Zweifel an der Tatsache, das seine Story ihr Hauptaugenmerk auf die visuelle Gewalt legt, wobei die expliziten Gewaltdarstellungen einen Grad der Derbheit erreichen, der zur damaligen Zeit wirklich noch etwas Besonderes war. Das soll jetzt aber keinesfalls bedeuten das die hier erzählte Story-Line dumm oder gar uninteressant wäre, denn eher das Gegenteil ist der Fall. Nur merkt man an etlichen Stellen eben ganz eindeutig, das hier keine Kritik an der Gesellschaft stattfindet, sondern die Geschehnisse hauptsächlich darauf abzielen, den Betrachter mit manchmal brachial anmutender Gewalt und etlichen blutigen Passagen regelrecht zu schocken. Es muss wohl nicht näher erläutert werden, das die Kamera bei den entsprechenden Einstellungen immer voll drauf hält, denn wer die meisten Horrorfilme von Fulci kennt weiß ganz genau, das der gute Mann im Bezug auf derbe Szenen nie ein Kind von Traurigkeit war. So kann sich dann auch der geneigte Gorehound auf Ereignisse einstellen, die selbst nach heutigen Maßstäben immer noch absolut sehenswert erscheinen.

Es ist jedoch längst nicht so, das "Woodoo" sich nur durch seinen extremen Härtegrad auszeichnen würde und dabei einige wirklich spektakuläre Passagen wie beispielsweise den Unterwasserkampf zwischen einem Hai und einem Zombie an den Tag legt. Zum einen liegt dem Ganzen nämlich eine wirklich interessante Geschichte mit Woodoo-Thematik zu Grunde und andererseits wird das Geschehen durch eine absolut grandiose Grundstimmung getragen. Der dazu passende Score ist selbstverständlich auch vorhanden und so mausert sich der Film zu einer in atmosphärischer Hinsicht echten Granate, wie man sie in den folgenden Jahrzehnten nur noch selten präsentiert bekommen hat. Dabei beginnen die Ereignisse noch verhältnismäßig ruhig und mit dem Schauplatz New York, wobei hier zwar durchaus schon bedrohliche Elemente zu erkennen sind, die aber erst so richtig zur Geltung kommen, als die Location auf die mysteriöse Insel Matul wechselt, wo der Ursprung der Bedrohung zu suchen ist. Hier geht dann auch richtig die Post ab und die vorhandene Stimmung verdichtet sich schlagartig um ein Vielfaches, so das eine gepflegte Gänsehaut im Prinzip garantiert sein sollte. Zum Ende hin wechselt die Chose dann wieder zum Eröffnungs-Schauplatz und deutet dem Betrachter eine nahende Katastrophe an, die einen äußerst bitteren Nachgeschmack enthält.

Die zu Beginn angesprochene Glaubensfrage muss ein jeder für sich selbst beantworten, denn sowohl die Romero-Zombies wie auch die des Lucio Fulci bieten genügend positive Elemente, so das es im Endeffekt immer dem persönlichen Geschmack des Zuschauers überlassen ist, für welche Variante man mehr Sympathien hegt. Im Prinzip ist das allerdings auch vollkommen egal, denn "Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies" zählt wohl ganz eindeutig zu den absoluten Klassikern des Sub-Genres und sollte einen festen Platz in jeder gut sortierten Sammlung haben. Auch über dreißig Jahre nach seinem Erscheinen fesselt einen der Film immer wieder aufs Neue und hat dabei überhaupt nichts von seiner grausamen Faszination verloren, die sich immer wieder wie ein bleierner Mantel auf die Schultern des Betrachters legt und diesen schier erdrückt. Fulci hat hier einen echten Zombie-Klassiker kreiert, der fast in einem Atemzug mit Romero's "Dawn of the Dead" zu nennen ist, der jedoch für mich persönlich immer unangetastet bleiben wird.


Fazit:


Richtig derbe Effekte und ein hoher Blutgehalt zeichnen dieses Werk aus, das aber auch gleichzeitig mit einer herausragenden Atmosphäre ausgestattet ist, der man sich unmöglich verweigern kann. Der richtige Score untermalt das Ganze perfekt und so ergibt sich letztendlich ein Gesamteindruck, den man nur als sehr gut bezeichnen kann.


9/10
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Re: Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies

Beitragvon trebanator » 30. Nov 2013 20:02

..... einer der wichtigen Meilensteine des 70-80er Horrorkinos !!!
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Re: Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies

Beitragvon horror1966 » 30. Nov 2013 20:22

trebanator hat geschrieben:..... einer der wichtigen Meilensteine des 70-80er Horrorkinos !!!



Dem will und kann ich nicht widersprechen.
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Re: Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies

Beitragvon OpFeRmEtZgEr » 30. Nov 2013 20:31

10/10 ein rundum gelungener Zombiefilm mit schön fleischigen Effekten:)
Unterhält eigentlich immer wieder blendend.
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Re: Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies

Beitragvon MiamiVIP » 1. Dez 2013 04:38

Den Vergleich Romero Zombies/Fulci Zombies finde ich im Grunde etwas fehlinterpretiert, denn außer Woodoo hat Fulci doch garkeinen richtigen Zombiefilm gemacht. Außer Zombie 3 vielleicht, aber der ist als "Film" garnicht erwähnenswert und obendrein der größte Schrott den ich bis heute je gesehen habe... :D
Geisterstadt der Unken und die Unke am Glockenseil zähle ich da auch nicht zu, denn die haben bis auf ein paar Schlussminuten garnichts mit dem Genre gemeinsam und können meiner Meinung nach auch nicht als Zombiefilme durchgehen. Vielleicht interpretierte Fulci einen Zombiefilm auch einfach nur anders? Das kann natürlich sein, denn seine Filme leben ja irgendwo in einer ganz eigenen verstrahlten Welt. ^^


Zum Film:
Gute Atmo/Score und Schauplatz, aber bis es wirklich mal losgeht, ist der Film auch schon fast wieder vorbei. Ettliche Logiklöcher und zahlreiche Lücken im Drehbuch lassen die eigentlich sehr interessante Story über die gesamte Laufzeit unrund und unfertig erscheinen, dazu kommt noch ein hoher Trashfaktor, aber all das ist man ja bei so ziemlich jeder Fulci Gurke gewohnt, was daher rührt, das der Mann nie Wert auf eine ausgefeilte Story gelegt hat und diese mit (zumindest für die damalige Zeit) enorm blutigen Schockeffekten zu retuschieren versuchte. Das macht jedoch noch lange keinen guten Film aus und selbst die atmosphärisch dichten Score's reißen die Größtenteils minderwertigen Produktionen kaum heraus, wenn alles andere vollkommen unsympathisch ist.
Diese ganze Lobhudelei um einen Regisseur, der zu 90% nur gequirlte Scheisse produziert hat, werde ich wohl nie nachvollziehen können. Wer aber nur Wert auf ein paar Sekunden Splatter legt, der sei mit Fulci immer bestens bedient. Immerhin gehört Woodoo noch zu seinen besten Werken, auch wenn es wegen der genannten Mängel höchstens für 6/10 reicht. Dennoch bleibt der "Zombie 2 - Ettikettenschwindel" der beste Romero Ableger in der ganzen Zombie-Italo-Trashwelle. Das lässt sich nun mal wirklich nicht abstreiten.

Gruß vom Stänkerer. :mrgreen:
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Re: Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies

Beitragvon horror1966 » 1. Dez 2013 12:43

MiamiVIP hat geschrieben:
Gruß vom Stänkerer. :mrgreen:


Du bist halt unser bux. :mrgreen:
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Re: Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies

Beitragvon dr. freudstein » 1. Dez 2013 14:00

horror1966 hat geschrieben:
MiamiVIP hat geschrieben:
Gruß vom Stänkerer. :mrgreen:


Du bist halt unser bux. :mrgreen:


:lol: den wird er zwar jetzt nicht verstehen, aber stimmt schon. Meine Güte, was für ne Spaßbremse :roll:
Was die immer nur gegen den Fulci haben? Ich jedenfalls hab WOODOO auch im Kino gesehen, GRANDIOS und meine Heimkinosichtungen kann ich gar nicht mehr zählen. Einfach unvergleichlich und wer bitte sucht in einem Horrorfilmen nach Logiklöchern und Drehbuchschwächen? Generell ist ein Horrorfilm ja nur eine Fiktion, also sowieso gemessen an realen Maßstäben unsinnig. Fulcis Zombies oder Untote sind von der Maske her mit das Beste, was es gibt, hier sind sie wirklich verwesende Leichen. Ok, auf dem spanischen Friedhof müssten sie nach all den Jahrhunderten wirklich mehr als nur verwest sein, aber wenn scherts? Besonders gelungen sind sie auch in DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES.

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Re: Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies

Beitragvon dr. freudstein » 1. Dez 2013 14:19

VHS Deutschland
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JPV Austria Bootleg 1994, 90min., 90min., grosse Box, Fassungstitel: Zombi 2 Die Schreckensinsel der lebenden Toten
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DRAGON Collectors Edition 02 ,1999, 88min., grosse Box + Trailer
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MARKETING-FILM, kleine Box, Pappschuber, 85min.
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[size=100]JPV AUSTRIA, 1994, grosse Box, 90min., grosse Box
[/size]
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VHS Ausland
EDDE Entertai ment, kleine Box, Pappschuber, 1992, USA, 91min., Fassungstitel: Zombie 2 The dead are among us

Die CMV Pocket-Version
incl. Bonsai-Prints der Lobby-Cards und des Posters (DEU)

Film in deutscher und englischer Tonspur
Extras: dt. und int. Kinotrailer + Deutsche Kinofassung

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Soundtrack MC

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Filmprogramm Österreich
Neues Filmprogramm 7512, 1980

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Laserdisc Deutschland DRAGON
Gatefold, Film uncut ca. 88min. + 10min. Extras Trailer: Deutsch, Englisch, Italienisch
LD-Format: CLV, TV-Norm: PAL, Bildformat: 2,35:1

FRONT

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Innen links

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innen rechts

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Back

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ein belgisches Plakat habe ich auch noch

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und den OST auf LP

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Zuletzt geändert von dr. freudstein am 2. Dez 2013 23:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies

Beitragvon MiamiVIP » 1. Dez 2013 15:28

dr. freudstein hat geschrieben:
horror1966 hat geschrieben:
MiamiVIP hat geschrieben:
Gruß vom Stänkerer. :mrgreen:


Du bist halt unser bux. :mrgreen:


Meine Güte, was für ne Spaßbremse :roll:



Warum das denn? Nur weil ich mit den Filmen, die lediglich von den Splatter Fans und Gore Hounds vergöttert werden und sonst zurecht keinen großen Ruf genießen, kaum etwas anfangen kann? Ich muss den Film doch jetzt nicht auch hochloben, nur weil ich hier im Forum der Einzige bin, der Fulcis Werke eher nüchtern entgegen sieht. Ich sagte ja auch nie das Woodoo schlecht ist, ich sagte aber auch nicht, das er gut ist. ;)
Der "Stänkerer" war ja nur ironisch auf mich selbst bezogen, weil ich eben in manchen Bewertungen hier heraussteche, was ja auch gut so ist. Wir können ja nicht alle die gleichen Geschmäcker haben. ;)


dr. freudstein hat geschrieben:Was die immer nur gegen den Fulci haben?


Hatte ich doch oben schon erklärt, was mir allgemein missfällt.


dr. freudstein hat geschrieben:Ich jedenfalls hab WOODOO auch im Kino gesehen, GRANDIOS und meine Heimkinosichtungen kann ich gar nicht mehr zählen. Einfach unvergleichlich


Naja die alten Waranen hier haben doch so ziemlich alles noch im Kino gesehen. Das macht doch aber allgemein keinen Unterschied, wenn man wie in diesem Beispiel, Woodoo mal ohne die Fulci Fan/Splatterbrille betrachtet.


dr. freudstein hat geschrieben:und wer bitte sucht in einem Horrorfilmen nach Logiklöchern und Drehbuchschwächen? Generell ist ein Horrorfilm ja nur eine Fiktion, also sowieso gemessen an realen Maßstäben unsinnig.


Um das mal einwenig näher zu beleuchten, habe ich dir mal meinen Beitrag aus dem alten Forum rauskopiert:


Folgende Schwächen wurden ja von Laurie schon genannt:

Laurie Strode hat geschrieben:Nun muss ich aber leider auch auf die Schwächen des Films zu sprechen kommen. Ich werde beim anschauen des Films nie das Gefühl los, das die Story ursprünglich komplexer werden sollte, aber wegen Zeit oder Geldnot drastisch vereinfacht wurde. So gibt es Handlungsstränge die aufgenommen aber dann einfach ohne jede Erklärung wieder fallen gelassen wurden. Wer ist z.B dieser Mathias von dem zeitweise immer wieder gelabert wurde? Welche Schuld trägt Dr. Menard an der Zombieseuche? Schlieslich wirft seine Frau (ja die mit den reizenden Augen Yellow_Colorz_PDT_06 ) ihm ja vor daran schuld zu sein! Und weshalb hat eigentlich Dr. Menard das Boot inklusive Zombie richtung New York geschickt? Wieso hat Reporter Peter West der ja erst später in die Sache involviert worden ist, diesen sehr intimen Abschiedsbrief von Annes Vater? Viel viel mehr als die Handlungslücken stört mich jedoch das strunzdumme Verhalten der Weiber im Film. da sehen sie schon das Unheil in Form eines modrigen Zombies, langsam auf sich zuwanken, doch auf das naheliegenste kommen die werten Damen nicht: wegrennen! Stattdessen kreischen sie wie blöd in der gegend rum und warten darauf das der Zombie ihnen die Kehle durchbeißt! Die Ausnahme ist hier die Susan, da die nicht mal auf die Idee kommt rumzuschreien, sondern mehr oder weniger entspannt darauf wartet das der Zombie an ihr rumknabbert.


Dazu kommt noch, das Woodoo erstmal eine ganze Stunde benötigt, um überhaupt Zombiemäßig in Fahrt zu kommen. (Die Hai und Augen Szene mal vorweg) Und sind die Untoten erstmal da, ist es mit der Sache in der Kirche auch schnell wieder erledigt und plötzlich fallen sie schon in New York ein, worauf es auch keine direkte Erklärung gibt. Man kann sich aber zumindest hier noch denken, das der gebissene Cop am Anfang das Virus verbreitet hat.
Dennoch passiert hier einfach zu wenig. Die Handlungslücken die Laurie beschrieb, sind teilweise grausig. Wozu führt man Dinge ein, die nie zuende gedacht und einfach wieder vergessen wurden?
Die Grundgeschichte gefällt mir allerdings sehr gut und auch die Kulisse ist Spitze. Über die Zombie Maskerade und Splatter Szenen muss man keine großen Worte mehr verlieren. Die sind Top, Fulci eben. Allerdings reicht das alles nicht, um über einen Überdurchschnittlichen Zombiefilm hinauszuwachsen. Im direkten Vergleich ist Woodoo gegen die Romeros leider eine Unke. (Gut, welcher Zombiefilm kann da auch schon mithalten...) Zu trashig wirkt das Gesamtwerk, als wenn man hier wirklich enorm unter Zeitdruck gestanden und das Budget für mehr Zombies und Storydetails nicht gereicht hätte. Sicherlich ist Woodoo noch der Beste Italo Zombiefilm, denn was in der Zeit für Abklatschunken aus dem Boden schossen, war größtenteils Sondermüll. Dennoch stellt der Film keinen großen Wurf da. Die Zutaten stimmen, aber in den besagten Mängeln, fehlt einfach das Salz in der Suppe. Insgesamt ein bisschen nettes Zombiegekasper für zwischendurch, das man höchstens alle 10 Jahre mal aus dem Regal kramt, aber meiner Meinung nach nichts besonderes. 6/10



dr. freudstein hat geschrieben:Fulcis Zombies oder Untote sind von der Maske her mit das Beste, was es gibt, hier sind sie wirklich verwesende Leichen. Ok, auf dem spanischen Friedhof müssten sie nach all den Jahrhunderten wirklich mehr als nur verwest sein, aber wenn scherts?


Die Maskerade hatte ich auch nie angeprangert. Die war seinerzeit Zweifelsfrei einem Romero voraus. Das sind aber alles nur kleine Fische, wenn mich das Gesamtwerk nicht überzeugt und da hinterlassen Fulcis Filme Größtenteils bei mir eben wegen der genannten Mängel keinerlei Eindruck. Viel mehr langweilen mich diese billigen Italo Produktionen, als das sie mich unterhalten.
Woodoo fand ich in Ordnung, mehr aber auch nicht. Das Haus an der Friedhofsmauer emfpand ich sogar als recht gut, weil die Story auch einfach besser funktioniert hat. Den New York Ripper müsste ich mir nochmal ansehen, weil die letzte Sichtung schon Ewigkeiten zurückliegt, aber alles andere ist mir keine weitere Sichtung mehr wert.

Wem es gefällt, kann sich das ganze ja auch gerne noch weitere unzählige male im Heimkino ansehen, ist ja auch in Ordnung. Das wird bei mir eher weniger der Fall sein, was auch in Ordnung ist. ;)
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Re: Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies

Beitragvon dr. freudstein » 1. Dez 2013 16:42

Danke, das du das wirklich so gut erklärst und dich damit auseinandersetzt. Tatsächlich ist natürlich auch immer eine Menge Spass in den Aussagen dabei. Also natürlich entkommst du deiner öffentlichen Auspeitschung und Totalusweidung nicht, weil es den Zuschauern nun mal eine Menge Spass bereitet, dabei zuzusehen (schliesslich ist es nur legitim wenn einer sich opfert um Hunderten Spass zu bereiten, also nichts persönliches), aber die angesprochenen Mängeln sind mir natürlich auch immer wieder mal in den Sinn gekommen und früher hats mich auch ziemlich beschäftigt. Aber wie lässt sich das erklären? Ich bin nun mal ein Italophiler und hab ne Menge Spass an solchem Italoschund, der ja oft nur aus Amerika abgekupfert hat und durch einen Schnellschuss auf dem Fahrwasser erfolgreicher Filme mitschwimmen wollte. Wobei, ich guck natürlich nicht nur Splatter (ist sowieso viel weniger geworden oder auch generell Horror), sondern auch gerne Italowestern (schön dreckig und atmosphärisch) oder Poliziottis und Giallis. Italofilme haben halt ihren eigenen Flair und so auch bei Fulci. Die Atmosphäre beeindruckt mich nach wie vor, aber Gore und Splatter sind schon längst nicht mehr so wichtig für mich, aber natürlich ziehe ich trotzdem noch uncut Fassungen vor.

Die meisten Filme im Kino habe ich aber tatsächlich erst in den letzten Jahren gesehen, wo Freunde/Bekannte von mir ihre eigene Reihe haben BIZARRE CINEMA und auch Festivals aus eigenen Fundus oder eben werkstattkino etc. veranstalten. Ich selbst hab ja auch mit ner kleinen Gemeinschaft einige Kopien gekauft z.B. MAN EATER und die werden ja auch aufgeführt. Macht einfach Spass, aber auch viele alte Perlen wie INFERNO, DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HANDSCHUHE etc. endlich mal auf Grossleinwand zu sehen. WOODOO eben auch und es noch mal ein ganz anderes Erlebnis. Besonders beeindruckend auch nachhaltig war MANIAC, englische Kopie, auf der Leinwand entfaltete er erst seine ganze Kraft.

Letztendlich hat natürlich jeder seinen eigenen Geschmack und das ist auch gut so, denn sonst könnte man ja niemanden an den Pranger stellen. Nein, natürlich weil auch gerade diese unverblendeten Gegenmeinungen ohne Fanbrille, die natürlich den klaren Blick trüben durchaus interessant sind. Solange es einer gut erklären kann, völlig in Ordnung.

So und nun bereite dich auf dem Weg zum Scheiterhaufen vor (hab umdispioniert). Tschüssi, Gute Reise *winke, winke*
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