Nackt und zerfleischt

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Re: Nackt und zerfleischt

Beitragvon horror1966 » 17. Okt 2015 19:01

Kritik eingefügt.
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Re: Nackt und zerfleischt

Beitragvon dr. freudstein » 17. Okt 2015 22:24

Schön beschrieben, Cheffe, Wort für Wort gelesen. Da sieht man (deine Jünger hoffentlich auch, wenn sie es sich überhaupt durchlesen), das man auch zu Klassikern (Miami ausgenommen, der ist ja eh bald Geschichte) noch passende Worte finden kann :D
Die mahnenden Worte der sog. zivilisierten (konsum- und machtgesteuerten) Gesellschaft, die alles auf sich nimmt (auch maßlos übertriebenes und inszeniertes Material), um wie im vorliegendem Fall der Presse Sensationsmaterial zu geben, welches dieses so gierig erhaschen soll, um ihre Vorurteile der sog. Ureinwohnern, die ihrer Meinung nach immer noch wie in der Steinzeit leben und somit - weil nicht ausbeutungsfähig durch Versklavung wie Arbeit und dem Machtinstrument Nr. 1 - dem Geld sich gefügig zu machen. Wie weit manche der sog. Fortgeschrittenen gehen, zeigt dieser Film. Die Wilden folgen hier nur natürlichen Naturinstinkten wie Angst und setzen sich - nachdem sie massiv bedroht und gemordet wurden - zur Wehr, auf ihre Weise, denn staatlich verordnete Gesetze kennen sie nicht (woher auch). Sie deshalb als menschenunwürdige Wesen zu behandeln und zu solchen zu degradieren, entspricht der Arroganz der überheblichen (in diesem Falle natürlich Hellhäutige = Weiße) Zivilisierten, die sich keinen Deut, gar schlimmer, weil nicht Naturinstinkten folgend, benehmen. Auch hier zeigt sich, wer in der Hand von Macht, Geld und Medien ist (wenn auch als Buckler der oberen Reichen), der regiert über noch Schwächere. Sie selbst sind schon die Schwächeren in dieser Gesellschaft, da sie dies alles nur tun, um einen Stück vom Kuchen abzubekommen, den sie den Oberen abnehmen, um zu überleben. Doch die sog. Wilden folgen diesen Gesetzen nicht, sie folgen nur ihren Urinstinkten und scheinen mir der Natur gleichwohl wesentlich angepasster und ehrlicher zu sein als diese fremdgesteuerten Unmenschen in moderner Kleidung und Technik. DIE HUMAN RACE, DIE!!!
Der Tiersnuff wurde hier auch nur den Zivilisierten zugeschrieben, die Wilden indes nutzen die Natur und ihre Geschöpfe nur, um weiter zu leben, ohne diese aber unnötig auszubeuten und um sich derer zu bereichern. Eine Eigenschaft, die den meisten Zivilisierten fehlt. Sie denken nur an Profit und sind selbst instande, ihren eigenen Bruder dafür zu töten. Dieses würde den Eingeborenen niemals in den Sinn kommen und so hoffe ich, das sich solche Naturvölker noch über Jahrhunderte weiterhin erhalten, denn nur sie leben so, wie es sich die Evolution erdachte für den Menschen, auch wenn es den Multikonzernen dieser Welt wie auch die USA widerstrebt.
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Re: Nackt und zerfleischt

Beitragvon DriesVanHegen » 21. Okt 2015 20:17

Ob die Intention con CANNIBAL HOLOCAUST tatsächlich so etwas wie Gesellschaftskritik beinhaltet...ich weiß es nicht und mag da ach nicht drüber urteilen. Man kann die Handlung aufgesetzt finden oder als Rechtfertigung für die gezeigten Gräueltaten sehen - man kann aber auch das komplette Gegenteil annehmen, nämlich dass uns, der vermeintlich zivilisierten und freundlichen Gesellschaft, ein Spiegel vorgehalten wird.
Ich denke so oder so: der Film funktioniert. Ohne den kritischen Tönen Beachtung zu schenken, bekommt man einen derben, stark atmosphärischen Dschungelschocker mit ausgemachten Effekten, der jedem Genrefan begeistern sollte.
Auf der anderen Seite kann man aber auch einen in die Tiefe gehenden Film sehen. Der weiß zwar noch immer mit plakativen Szenen zu schocken, bindet diese aber in einen Kontext ein.
Was nun der wahre Hintergrund ist, wird wohl nur Deodato selber wissen.
Ach und: der Soundtrack ist wahnsinnig gut und trägt viel zur schwülen, drückenden und bedrohlichen Stimmung bei.
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Re: Nackt und zerfleischt

Beitragvon dr. freudstein » 22. Okt 2015 05:38

Klar, interpretiert es auch jeder anders, ich hab ja auch eine andere Denkweise. Grade was soziale Gerechtigkeit etc. angeht auch aufgrund eigener Erfahrungen und eben Denkstruktur. Daher sollte sich auch nicht jeder zurück lehnen und sagen haben andere doch schon genug drüber geschrieben. Man kann aus vielen Filmen so viel mehr raus holen und unterschiedliche Sichtweisen haben.
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Re: Nackt und zerfleischt

Beitragvon MiamiVIP » 9. Mär 2016 19:23

Wie sich Meinungen doch ändern können... :shock: :o Schuld war Eli Roth's Green Inferno, den ich optisch viel zu Sellerie empfand. Außerdem hatte ich nach der Sichtung eindeutig das Gefühl: Cannibal Holocaust war irgendwie der bessere Film. Vorallem dudelte mir irgendwie schon länger der Soundtrack im Schädel rum. Also doch nochmal eine Zweitsichtung gewagt und sogar in der Wertung gestiegen. Die erste Hälfte mit der Suche gefällt mir deutlich besser, als die restlichen Videoaufnahmen vom Filmteam. Liegt wohl auch daran das Hälfte 2 jeglichen Realismus und Verstand über Bord wirft. Ja ok - Horrorfilm - man sucht nicht nach dem Sinn. Trotzdem ist oder war mir das zumindest bei der Erstsichtung einfach zu hohl. Die marschieren da mit 4 Leuten, spärlich bewaffnet und einem einzigen Führer quer durch den Dschungel um Kannibalen zu suchen/zu filmen?!?! Das ist schon 4 mal dämlich. Und dazu beschwören se noch ihr eigenes Massaker herbei, indem se sich aus den gegebenen, kontraproduktiven Tatsachen auch noch selbst zum Banquet einladen...
Die 3-Köpfige Suchmannschaft machts nur teilweise besser, denn die sind sogar noch einer weniger und kein Stück besser bewaffnet...Naaaaaaaaajaaaaa

Ok insgesamt 6 Augen zugedrückt, jegliche Vorurteile durch allen anderen Kannibalen Trash beiseite gelegt.
Atmo, Soundtrack, Drehort, Nacktärsche (wurden die nicht in Fitzcaraldo so genannt? :geek: ) und Darsteller wirken allesamt authentisch. Außerdem steckt hier zumindest - im Gegensatz zu anderen Kannibalen Trashern - eine kleine Story hinter, was das ganze ohnehin aufwertet. Mich hat die Zweitsichtung gut unterhalten. Insgesamt gibts jetzt 7/10 von mir.

Doc, ich nehme den selben Preis wie immer. Kannst auch in Vinyl bezahlen... :mrgreen:
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