Die Mörderklinik - Elio Scardamaglia (1966)

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Die Mörderklinik - Elio Scardamaglia (1966)

Beitragvon dr. freudstein » 1. Nov 2015 23:15

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Originaltitel: La Lama nel corpo

Herstellungsland: Frankreich/Italien 1966

Regie: Elio Scardamaglia

Darsteller: William Berger, Mary Young, Barbara Wilson, Harriet Medin, Rossella Bergamonti,
Patricia Carr, William Gold, Philippe Hersent u.a.

Story:
In einer einsam gelegenen Irrenanstalt geht ein Mörder um, getarnt mit einer großen Kapuze und bewaffnet mit einem Rasiermesser. Eine Krankenschwester, die gerade erst neu zum Personal dazugestoßen ist, beginnt zu zweifeln wem sie trauen kann. Und eine hinterhältige Frau, die vom leitenden Arzt aufgrund eines Unfalls für einige Nächte als Gast ins Hospital eingeladen wurde, weiß mehr als gut für sie ist.

http://www.ofdb.de/film/24907,Die-Mörderklinik
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Re: Die Mörderklinik - Elio Scardamaglia (1966)

Beitragvon dr. freudstein » 2. Nov 2015 15:09

Ihr kennt den Film ja nicht (bisher VHS und Kino- only), aber ich kam gestern in den Genuß eines sehr guten und bisher nie gesehenen Streifens in sehr guter 35mm Qualität. Ein Mix aus Giallo und Gothic Grusel. Herrlich diese alten Bauten, da steckte man noch die Liebe ins Detail und nicht in den Profit. Jeder Raum ist anders verziert. Dazu noch die Gepflogenheiten und Umgangsformen des 19. Jhd.
Fassungstitel war hier DAS MONSTER AUF SCHLOSS MOORLEY. Der typische Weiberzickenkrieg um Eifersucht herrscht hier vor und dann geschieht der erste Mord. War es einer der verrückten Insassen oder etwa der Dr. selbst? Die Auflösung ist jetzt zwar auch nicht besonders überraschend aber auch nicht naheliegend. Im Mittelteil kam es zu einigen Hängern fand ich, holte dann aber wieder auf. Man mußte den Film wohl etwas strecken um auf eine Spielfilmlänge zu kommen, jedenfalls empfand ich es so. Nutzte ich aber für eine Pinkelpause, also alles gut. Sonst vermochte ich gar nicht aufzustehen, aber meine Kameraden und ich genoßen schon das erste Bier. Die entstellte Patientin erinnerte mich etwas an die alte Mutter aus SUSPIRIA, aber evt. ist das etwas zu weit her geholt. Macht ja nix. Der Streifen erinnerte von der Machart doch mehr an Meister Bava als an einen Argento, das ist schon deutlich.
Ich fühlte mich gut erhalten und daher gibts 7/10.

Ich empfehle euch (außer dem trebo) die kommende oder bereits erschienene DVD :D
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Re: Die Mörderklinik - Elio Scardamaglia (1966)

Beitragvon trebanator » 2. Nov 2015 19:55

dr. freudstein hat geschrieben:
Ich empfehle euch (außer dem trebo) die kommende oder bereits erschienene DVD :D

..... die auch automatisch die blu ray beinhaltet..... deswegen kannman auch nur diese Scheibe in derAmaray empfehlen :P
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Re: Die Mörderklinik - Elio Scardamaglia (1966)

Beitragvon dr. freudstein » 2. Nov 2015 20:14

die BLu würd ich dann halt in den Müll schmeissen :mrgreen:

Dir empfehle ich den Kauf nicht, weil archivieren nicht Sinn und Zweck eines Films ist :P
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Re: Die Mörderklinik - Elio Scardamaglia (1966)

Beitragvon trebanator » 2. Nov 2015 20:29

dr. freudstein hat geschrieben:die BLu würd ich dann halt in den Müll schmeissen :mrgreen:

Dir empfehle ich den Kauf nicht, weil archivieren nicht Sinn und Zweck eines Films ist :P

... Kauf schon seit 3 Tagen getätigt :P ..... und schauen tu ich mehr von Scheibe, als du denkst 8-)
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Re: Die Mörderklinik - Elio Scardamaglia (1966)

Beitragvon horror1966 » 15. Nov 2015 18:47

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Die Mörderklinik
(La Lama nel corpo)
mit William Berger, Françoise Prévost, Mary Young, Barbara Wilson, Philippe Hersent, Harriet Medin, Germano Longo, Massimo Righi, Delfi Mauro, Anna Maria Polani, Rossella Bergamonti, William Gold
Regie: Elio Scardamaglia
Drehbuch: Ernesto Gastaldi / Luciano Martino / Robert Williams
Kamera: Marcello Masciocchi
Musik: Francesco De Masi
ungeprüft
Frankreich / Italien / 1966

Es ist Nacht. In den düsteren Gängen der abgelegenen Nervenheilanstalt von Dr. Robert Vance werden binnen kürzester Zeit mehrere junge Frauen mit einem Rasiermesser ermordet. Die neue Krankenschwester, Mary, bemerkt schnell, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Angestellten des Anwesens verhalten sich merkwürdig. Jeder scheint vor Mary Geheimnisse zu haben. Allen voran Dr. Vance, der im oberen Teil des Hauses ein ganz persönliches Geheimnis hütet. Die Morde werden immer bestialischer. Gerade als Mary die Polizei rufen will, scheint der Täter gestellt: Fred, ein an Schizophrenie leidender Patient der Klinik, ist aus seiner Zelle ausgebrochen...und das nächste Opfer lässt nicht lange auf sich warten.


Manchmal ist es schon recht witzig, in welche Sparte so mancher Film eingeordnet wird. So ist nun gerade beispielsweise der erste und gleichzeitig einzige Film von Regisseur Elio Scardamaglia in der Filmart Giallo Collection erschienen, obwohl er im Prinzip einem ganz anderen Genre zuzuordnen ist. Sicher, "Die Mörderklinik" beinhaltet durchaus das ein oder andere Element des italienischen Gialli, von der Grundausrichtung her handelt es sich allerdings vielmehr um einen wundervollen Gothic Grusler im klassischen Stil, der auch ohne Weiteres aus den berühmten Hammer Studios stammen könnte. Durch die Vermischung mit den Zutaten des Gialli präsentiert sich dem Zuschauer eine extrem atmosphärische Mörderjagd, für die Scardamaglia mit dem riesigen und weitläufigen Gebäude der Nervenklinik den nahezu idealen Schauplatz gefunden hat. Entsprechend dem späten 19. Jahrhundert in dem die Geschichte angesiedelt ist offenbart sich eine perfekte Innenausstattung, wobei hier ganz generell anscheinend sehr viel Wert auf ein Höchstmaß an Authentizität gelegt wurde. So zeigen sich auch die Protagonisten in herrlichen Kostümen und als Betrachter des Szenarios erlebt man das Gefühl, als wenn man eine Zeitreise in die Vergangenheit unternommen hat. So ist das Geschehen dann auch von der ersten bis zur letzten Minute ein visueller Augenschmaus und die von Beginn an vorherrschende Grundstimmung kann mit zunehmender Laufzeit eine immer ansteigende Dichte zum Vorschein bringen, von der man sich nur allzu gern in Beschlag nehmen lässt. Immer tiefer taucht man dabei in die ominöse Mordserie ein, die zu Beginn anscheinend ganz eindeutig eine bestimmte Person als Mörder präsentieren möchte.

Äußerst viele Anhaltspunkte deuten nämlich in eine spezielle Richtung und Scardamaglia versteht es durchaus geschickt, sein Szenario über einen längeren Zeitraum recht vorhersehbar erscheinen zu lassen. Erst im letzten Drittel des Filmes wendet sich das Blatt langsam und die bis dahin immer wieder falsch gestreuten Hinweise lösen sich förmlich in Schall und Rauch auf. Nun handelt es sich in vorliegendem Fall keinesfalls um die absolute Hochspannung, denn mit ein wenig Fantasie kann man sich ohne Weiteres einen Reim auf das Ganze machen, dennoch hat es der Regisseur durchgehend verstanden, einen konstanten Spannungsbogen aufzubauen, der eigentlich auch keinerlei größere Einbrüche zu verzeichnen hat. Auch nach nunmehr fast fünf Jahrzehnten erscheint "Die Mörderklinik" so noch immer als absolut sehenswerter Beitrag, der sehr gekonnt die Elemente des britischen Gruselfilmes mit denen des italienischen Gialli paart und dabei 90 Minuten erstklassige Unterhaltung bietet.

Auch die darstellerischen Leistungen der Akteure können sich sehen lassen, das Schauspiel ist durchaus überzeugend und wird aber auch gleichzeitig in mehreren Passagen von einem gewissen Overacting begleitet, das bei Werken aus den 60er Jahren aber keine Seltenheit darstellt. Dadurch entsteht an diversen Stellen eine leichte Theatralik, was insbesondere in den Passagen zu bemerken ist, in denen es sich um diverse Patienten der Nervenklinik und deren Krankheiten dreht. Manch einer mag das eventuell als negativen Kritikpunkt ansehen, doch meiner persönlichen Meinung nach verleiht insbesondere diese markante Note den Filmen der damaligen Zeit etwas absolut Charmantes und Unverwechselbares. Und genau diese Dinge beinhaltet Scardamaglia's Film, den man ohne zu übertreiben als absolutes Kleinod bezeichnen kann, dem nun endlich eine würdige Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray zu teil wurde, was im Prinzip schon längst überfällig war. Solch wunderbar atmosphärische Filme werden in der heutigen Zeit leider nicht mehr gedreht, weshalb jede Veröffentlichung eines solchen Schatzes immer wieder zu begrüßen ist.

Letztendlich ist es wie immer die reine Geschmackssache und wer an dieser Stelle einen reinrassigen Gialli erwartet, dürfte am Ende vielleicht ein wenig enttäuscht sein. Denn auch wenn sich die Inhaltsangabe nach einem typischen Italiener anhört, gewinnt der britische Gothic Grusel doch ziemlich schnell die Oberhand. Das Endergebnis ist dann eine durchgehend sehenswerte Kombination, in der man jedoch keinerlei visuelle Härten erwarten sollte. Aus diesem Grund ist es auch absolut nicht nachvollziehbar, warum "Die Mörderklinik" immer noch mit einer vollkommen überzogenen Alterseinstufung ausgestattet ist, wobei eine Freigabe ab 16 Jahren doch mehr als ausreichend erscheint. Im Endeffekt ist das aber auch vollkommen egal, denn im Endergebnis zählt definitiv der Inhalt dieses Werkes und dieser kann sich ohne Weiteres sehen lassen.


Fazit:


Man sollte schon im Vorfeld wissen, das es sich hier keinesfalls um einen waschechten Gialli handelt, um nach Beendigung der Sichtung keine Enttäuschung zu erleben. Im Prinzip dürfte das aber auch kaum möglich sein, denn das Gesamtbild des Szenarios ist absolut stimmig und die gefundene Mischung tut ihr Übriges, um die Fans des britischen Gruselfilmes ebenso zu begeistern wie die des italienischen Gialli.


8/10
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