Apocalypse of the Living Dead

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Apocalypse of the Living Dead

Beitragvon horror1966 » 3. Okt 2013 16:04

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Apocalypse of the Living Dead
(Zona mrtvih)
mit Ken Foree, Kristina Klebe, Emilio Roso, Miodrag Krstovic, Vukota Brajovic, Steve Agnew, Nenad Ciric, Marko Janjic, Ariadna Cabrol, Eugeni Roig, Iskra Brajovic, Zoran Miljkovic, Maria Kawecka, Bojan Dimitrijevic, Zivko Grubor
Regie: Milan Konjevic / Milan Todorovic
Drehbuch: Milan Todorovic / Vukota Brajovic
Kamera: Steve Brooke Smith
Musik: Stefano Caprioli
Keine Jugendfreigabe
Italien / Serbien / Spanien / 2009

Das Militär transportiert heimlich Giftgas in einem Zug. Terroristen wollen die Waffe in ihren Besitz bringen, aber beim Überfall geht einiges schief, der Tank mit dem Gas wird undicht, und es entweicht. Im näheren Umkreis fallen alle, die das Gift einatmen in einen komatösen Zustand. Aber sie sterben nicht. Sie verwandeln sich. Als sie erwachen, verspüren sie Lust auf Menschenfleisch. Und sie sind sauer, denn das Gas verursacht höllische Schmerzen. Zur gleichen Zeit rollt ein Gefangenentransport mit einem zum Tode Verurteilten durch die Gegend. Die Zombies greifen den Konvoi an. Nur Agent Mortimer Reyes überlebt das Gemetzel und macht nun seinerseits Jagd auf die Untoten.


Die Invasion der Balkan-Zombies


Nachdem vor einigen jahren selbst die Griechen durch "Evil - To Kako" einen Beitrag zum Zombie-Genre abgeliefert haben, wird nun auch der Balkan von den Untoten überrannt. Schauplatz dieses europäischen Zombie-Flicks ist nämlich eine serbische Kleinstadt, an dessen Bahnhof Gift aus einem Zug austritt und die Bewohner erst tötet und dann als menschenfressende Bestien wieder auferstehen lässt. Der Titel des Filmes ist ganz sicher strategisch sehr gut gewählt, wird es doch bestimmt nicht wenig Leute geben, die aufgrund der Namensgebung einen weiteren Teil von George A. Romeros Dead-Reihe erwarten, wobei vorliegender Film rein gar nichts damit zu tun hat. Ausserdem ist diese offensichtliche Marketing-Strategie auch überhaupt nicht notwendig, denn dieser B-Movie ist absolut sehenswert und zählt ganz bestimmt nicht zu den schlechtesten Zombiefilmen, von denen es ja auch genügend gibt. Sicher, Innovation und sensationelle Neuerungen sollte man nicht unbedingt erwarten, aber immerhin bekommt man ein äusserst solides Story-Gerüst serviert, um das sich insbesondere in atmosphärischer Hinsicht ein absolut sehenswertes Szenario aufbaut, das in der Hauptrolle mit Ken Foree (Dawn of the Dead) besetzt ist. Zwar merkt man dem alten recken mittlerweile sein Alter an, denn das Rad der Zeit hat auch vor ihm keinen Halt gemacht, dennoch agiert er immer noch einigermaßen souverän. Lediglich in einigen Bewegungsabläufen steht ihm seine Körperfülle etwas im Weg, so das diverse Bewegungen doch etwas behäbig erscheinen. Die äusserst sich insbesondere in der immer währenden Flucht vor den agressiven Untoten, die sich wie in den letzten Jahren üblich äusserst schnell bewegen können.

Bei diesem Aspekt offenbart sich allerdings auch ein Widerspruch des Szenarios, denn obwohl die Zombies rennen können und auch ansonsten durch gut ausgebildete Reflexe verfügen, bewegen sich immer wieder einige Untote so ungelenk und hölzern, das den wenigen Überlebenden ständig die Flucht vor ihnen gelingt. Umso erstaunlicher ist dieser Umstand, wenn man die zahlenmäßige Überlegenheit der Bestien sieht, die hier wirklich in Scharen auftreten. Meiner Meinung nach handelt es sich dabei aber lediglich um Feinheiten, über die man auch großzügig hinwegsehen kann, denn ansonsten weiss der Film größtenteils wirklich zu überzeugen. Mit einem Budget von gerade einmal geschätzten 1.700.000 $ wurde absolut gute Arbeit geleistet, wodurch sich so manch höher budgetierter genre-Vertreter hinter diesem Zombie-Flick verstecken kann. Dabei wurde insbesondere in atmosphärischer Hinsicht ganze Arbeit geleistet, denn durch die Tatsache, das sich fast das komplette Geschehen in der nacht abspielt, sind schon von haus aus sehr bedrohliche Züge zu erkennen, die sich mit zunehmender Laufzeit immer mehr verdichten und so für das genau richtige Zombie-Feeling beim Zuschauer sorgen.

Auch der vorhandene Spannungsbogen wird kontinuirlich aufgebaut und zieht sich auf einem äusserst konstanten Niveau durch die ganze Geschichte. Doch das Wichtigste bei einem Film dieser Art ist sicherlich der vorhandene Härtegrad und der kann sich jederzeit sehen lassen. Zugegebenermaßen gibt es sicherlich etwas zu viele Kopfschüße und zu wenig echte Beiß-Attacken, hier wäre etwas mehr Abwechslung förderlich für die stattfindenden Ereignisse gewesen, aber es ist keinesfalls so, das in irgendeiner Phase so etwas wie Langeweile aufkommen würde. Ich würde den Härtegrad als angemessen bezeichnen, ohne das es dabei in ein vollkommen sinnbefreites Gemetzel ausarten würde. Einzige Ausnahme ist hierbei sicherlich der finale Showdown, in dem die wenigen Überlebenden einer unglaublichen Anzahl an Untoten gegenüberstehen, die dann allerdings selbstverständlich trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit den Kürzeren ziehen. An diesem Punkt sollte man nun nicht zwangsweise an die Glaubwürdigkeit des Filmes apellieren, was sich bei vorhandener Thematik eigentlich von selbst verbietet. Hier zählt keine tiefergehende Geschichte oder ein logischer Ablauf der Geschenisse, denn einzig und allein der Unterhaltungswert sollte das Haupt-Kriterium dieses Filmes sein. Und unterhalten wird der geneigte Zombie-Fan auf jeden Fall und das auch noch auf eine gute Art und Weise, die man in einigen anderen Vertretern des Genres in den letzten jahren vermisst hat.

Letztendlich handelt es sich bei "Apocalypse of the Living Dead" um einen äussert kurzweiligen Zombie B-Movie, der zwar qualitativ keinesfalls an die wirklichen Größen des Genres heranreichen kann, aber sehr atmosphärisch und größtenteils auch harte Zombie-Unterhaltung anbietet, die man sich sehr gut anschauen kann. Eine solide, wenn auch nicht unbedingt innovative Rahmenhandlung, eine herrlich düstere-und bedrohliche Grundstimmung und solide agierende Darsteller sind vollkommen ausreichend für gut 90 Minuten spannende-und blutige Genre-Kost, die man sich als Fan keinesfalls entgehen lassen sollte. Ich persönlich möchte sogar behaupten, das sich das Werk von den Regisseuren Milan Konjevic und Milan Todorovic sogar wohlwollend von der in den letzten Jahren breiten Masse der Zombiefilme abhebt, auch wenn die Story-Line keinerlei Innovation oder neuerungen beinhaltet.


Fazit:


Auch kleinere offensichtliche Defizite und ein in die Jahre gekommener Ken Foree können den insgesamt recht guten Gesamteindruck nicht trüben, den "Apocalypse of the Living Dead" beim Betrachter hinterlässt. Sicherlich wird es auch wieder genügend Leute geben, die das vollkommen anders sehen, doch man sollte nicht in jedn neuen Zombiefilm die Hoffnung stecken, ein Meisterwerk wie Romeros "Zombie - Dawn of the Dead" serviert zu bekommen. Es gibt leider nur sehr wenige Genre-Vertreter, die sich auf einem extrem hohen Qualitäts-Level ansiedeln können, der große rest ist halt nur extrem schlecht oder breites Mittelmaß. Vorliegender Beitrag weiß auf jeden Fall sehr gut und kurzweilig zu unterhalten, so das ich definitiv eine Empfehlung aussprechen kann.


7/10
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