Wolfman

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Wolfman

Beitragvon horror1966 » 24. Sep 2013 11:00

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Wolfman
(The Wolfman)
mit Benicio Del Toro, Anthony Hopkins, Simon Merrells, Gemma Whelan, Emily Blunt, Mario Marin-Borquez, Asa Butterfield, Cristina Contes, Art Malik, Malcolm Scates, Nicholas Day, Michael Cronin, David Sterne, David Schofield, Roger Frost
Regie: Joe Johnston
Drehbuch: Andrew Kevin Walker / David Self
Kamera: Shelly Johnson
Musik: Danny Elfman
FSK 16
Großbritannien / USA / 2010

Lawrence Talbot stammte aus adligem Hause und verlor seine Kindheit in dem Augenblick, als seine Mutter starb. Inzwischen erwachsen hört er eines Tages von dem Verschwinden seines Bruders - was ihn zurückkehren lässt in seine einstige Heimat. Dort trifft er nicht nur auf seinen entfremdeten Vater, sondern erfährt auch von einem blutrünstigen Monster, welches die Dorfbewohner reihenweise umbringt. Allmählich sieht Lawrence sich auf der Suche nach seinem Bruder mit seiner eigenen dunklen Seite konfrontiert und macht eine unheilvolle Entdeckung.


Man kann ja nun zu Neuauflagen von alten Horror-Klassikern stehen wie man will, doch auf das Remake des wohl größten Werwolf-Klassikers (Der Wolfsmensch 1941) habe ich mich schon seit langer Zeit gefreut. Und was soll man sagen, der Film hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern zusätzlich noch übertroffen. Deshalb war ich doch auch sichtlich verwundert, das diese neuauflage teilweise doch recht schlechte Kritiken erhält, was ich persönlich nun überhaupt nicht nachvollziehen kann. Vielleicht liegt es an den vorhandenen CGI-Effekten, die insbesondere für Verehrer des Originals äusserst gewöhnungsbedürftig sind, doch zähle ich mich auch zu den Liebhabern des Originals und empfand dennoch die vorhandenen Rffekte alles andere als störend.

Das Wichtigste ist jedoch die Tatsache, das Regisseur Joe Johnston (Jurassic Park 3) bei seiner Inszenierung keinesfalls in blinden Aktionismus verfallen ist und die Geschichte durch zu viel übertriebene Härte verfälscht hat, sondern immer die Story an sich im Vordergrund gehalten hat. Manch einem wird eventuell garade in der ersten Stunde etwas die Action fehlen, aber insgesamt gesehen wurden die blutigen Passagen meiner Meinung nach wohl dosiert und gut über die gesamte Laufzeit verteilt. Insbesondere die zweite Filmhälfte hat dann doch so einige Szenen zu bieten, die für eine 16er Freigabe doch streckenweise recht beachtlich erscheinen. Dennoch ist die Alterseinstufung durchaus gerechtfertigt und passend, eine höhere Freigabe wäre somit auch etwas überzogen gewesen.

Der Aspekt, das die Story hier etwas abgeändert wurde empfand ich keineswegs als Schwäche, denn kommt so doch etwas frischer Wind in das Geschehen und macht das Gesamtpaket doch noch um Einiges interessanter. Dazu zählt auch das vollkommen zerrüttete Verhältnis zwischen vater und Sohn Talbot, die von A. Hopkins und B. Del Torro ganz hervorragend dargestellt werden. Vor allem Hopkins als scheinbar eiskalter und vollkommen gefühlsloser Vater liefert einmal mehr eine grandiose Kostprobe seines schauspielerischen Könnens ab, zudem gebührt im gerade zum Ende hin noch eine entscheidende Rolle zu, wenn das gut gehütete Geheimnis der Familie Talbot endgülzig gelöst wird und sich die Gesamtzusammenhänge so richtig offenbaren. Natürlich wird es wieder genügend leute geben, die gerade die Abänderung der Story nicht gutheissen werden, doch ehrlich gesagt ergibt sich doch ein äusserst gelungenes Gesamtbild, in dem alles nahezu perfekt aufeinander absgestimmt ist.

Nun wird das Original von 1941 sicherlich trotz allem znangetastet bleiben, doch die neuauflage kann sich jederzeit sehen lassen. Mich hat sie sogar regelrecht begeistert, wurde mir doch ein Film mit einer erstklassigen und sehr dichten Atmosphäre geboten, der jederzeit spannend und interessant in Szene gesetzt wurde. Zudem wurde wurde das genau richtige Maß an Härte und blutigen Passagen gewählt, so das keineswegs ein künstlich herbeigeführtes und vollkommen sinnbefreites Gemetzel geboten wird. Die Abänderung der Geschichte verleiht dem Ganzen noch zusätzlich eine äusserst interessante Note, die ihm extrem gut zu Gesicht steht.


Fazit:


Allen Unkenrufen zum Trotz hat mich diese Neuauflage regelrecht begeistert. Eine sehr spannende Geschichte wurde in imposante Bilder umgesetzt und mit erstklassigen Darstellern besetzt, die allesamt einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Und auch wenn viele das ganz anders sehen werden, ist hier eines der besten Remakes der letzten Jahre entstanden, das auch dem unerreichten Original alle Ehre macht und jedem zu empfehlen ist, der Filme mit der Werwolf-Thematik zu schätzen weiß.


9/10
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Re: Wolfman

Beitragvon MiamiVIP » 24. Sep 2013 17:11

Wie schon beim Original geschrieben fand ich das Remake einfach besser, was ja bei mir nicht sonderlich oft (eher selten bis nie) vorkommt, aber in diesem Fall stinkt das Universal Original für meinen Geschmack einfach gewaltig ab. Ebenfalls 9/10
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Re: Wolfman

Beitragvon horror1966 » 24. Sep 2013 17:19

Man kann die beiden Filme nur schwerlich wirklich miteinander vergleichen, aber bei mir hat das Original dennoch die Nase vorn. Von abstinken kann ja wohl gar keine Rede sein, du Unwissender. :mrgreen:
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Re: Wolfman

Beitragvon MiamiVIP » 24. Sep 2013 17:47

Das Original ist einfach zu lahm, zu kurz und sonderlich viel bekommt man den Wolf auch nicht zu sehen. Eigentlich fast garnicht. Daher war ich von Anfang davon enttäuscht. Da haben mir Dracula und Frankenstein aus der Universal Horror Reihe wesentlich besser gefallen.
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Re: Wolfman

Beitragvon horror1966 » 24. Sep 2013 18:02

Wenn ich den Begriff lahm im Zusammenhang mit einem der alten Klassiker höre, fallen mir immer die Haare aus. :mrgreen:
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Re: Wolfman

Beitragvon DriesVanHegen » 24. Sep 2013 18:38

Das Remake ist eine super Neuauflage, die noch immer altmodisches oder eher nostalgisches Flair atmet: wallende Nebel, verfallene Schlösser, Familienflüche...herrlich.
Aber natürlich ist das alles verpackt nach zeitgemäßen Maßstäben: flotte Inszenierung und einige nette Gewaltspitzen.
Leider wirkt der meine Meinung nach völlig übertriebene Kampf zum Schluss dank massivem CGI-Einsatz völlig peinlich...
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Re: Wolfman

Beitragvon MiamiVIP » 25. Sep 2013 17:05

horror1966 hat geschrieben:Wenn ich den Begriff lahm im Zusammenhang mit einem der alten Klassiker höre, fallen mir immer die Haare aus. :mrgreen:


Ich weiß was du meinst, das geht mir meist auch so. :mrgreen: War vielleicht auch etwas unpassend ausgedrückt. Mir fehlt im Original einfach mehr Werwolf Aktivität. Ein Faktor warum mir auch Hammer's Werwolf "Siniestro" nicht zusagt.
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