28 Weeks Later

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28 Weeks Later

Beitragvon horror1966 » 15. Nov 2014 11:05

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28 Weeks Later
(28 Weeks Later)
mit Robert Carlyle, Rose Byrne, Jeremy Renner, Harold Perrineau, Catherine McCormack, Idris Elba, Imogen Poots, Mackintosh Muggleton, Amanda Walker, Shahid Ahmed, Garfield Morgan, Emily Beecham, Beans El-Balawi
Regie: Juan Carlos Fresnadillo
Drehbuch: Rowan Joffe / Juan Carlos Fresnadillo / Enrique López Lavigne / Jesús Olmo
Kamera: Enrique Chediak
Musik: John Murphy
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / Spanien / 2007

Sechs Monate sind vergangen, seitdem der Wut-Virus Besitz von Großbritannien ergriffen hat. Nachdem alle Infizierten tot zu sein scheinen, versucht die US-Armee, das Land aus einer Sicherheitszone in London heraus neu zu bevölkern. Dort arbeitet Don Harris als Hausmeister, der die eigene Frau den Infizierten überlassen hatte, um seine Haut zu retten. Als seine Kinder aus Spanien eingeflogen werden, nehmen seine Schuldgefühle weiter zu. Die Lage eskaliert, als seine Frau lebendig entdeckt wird, obwohl sie den Virus in sich trägt.


2002 brachte Danny Boyle mit seinem "28 Days Later" eine Prise frischen Wind in das Sub-Genre des Zombie-Filmes, waren die betreffenden Personen doch gar keine Untote, sondern durch den sogenannten "Wut-Virus" Infizierte Menschen die Großbritannien fast dem Erdboden gleich machten. Volle fünf Jahre musste man nun auf die sehnlichst erwartete Fortsetzung warten, für die dieses Mal Juan Carlos Fresnadillo als Regisseur verantwortlich zeichnet. Thematisch gesehen sollte man keine sonderlichen Neuerungen erwarten, aber dennoch unterscheiden sich die beiden Teile doch recht erheblich voneinander. Setzte Boyle noch hauptsächlich darauf, den Zuschauer mit einer geradezu brillanten Endzeitstimmung zu konfrontieren und dadurch ein unglaublich starkes Gefühl von Tristesse und Hoffnungslosigkeit zu erzeugen, so setzt Fresnadillo ganz eindeutig auf eine äußerst temporeiche Inszenierung, die zudem auch mit etlichen Härte-Spitzen durchzogen ist. Durch das größtenteils enorme Tempo der Erzählung kommt es auch immer wieder zu unzähligen und sehr hektischen Bildschnitten, was den Seh-Genuss an einigen Stellen doch ein wenig beeinträchtigt. Gerade bei den vorhandenen SFX kann man dadurch nicht alles gänzlich erkennen und die blutigen Stellen sind teilweise dermaßen schnell geschnitten, das man wirklich Schwierigkeiten hat die Ereignisse in voller Pracht zu verfolgen ohne dabei Augenschmerzen zu bekommen.

Dennoch handelt es sich um eine durchgehend gelungene Fortsetzung, die allerdings den hohen Standard des Vorgängers nicht ganz erreichen kann. Zudem hat "28 Days Later" auch ein wenig die Eigenständigkeit aufgegeben, denn in nicht gerade wenigen Passagen fühlt man sich doch arg an einige Filme aus Romero's "Dead-Reihe" erinnert. Durch den Einbau militärischer Präsenz kommt es nämlich fast zwangsläufig zu diversen Ähnlichkeiten mit Werken wie "Day of the Dead", oder auch "Land of the Dead", wobei sich die Szenarien in mehreren Momenten wirklich ziemlich gleichen. Manch einem mag das eventuell nicht so gefallen, aber dennoch erscheint diese Fortsetzung relativ stimmig. So ergeben sich unzählige bedrohliche Momente und auch der Spannungsaufbau des Szenarios kann sich jederzeit sehen lassen. Dahingegen vermisst man eben diese geniale Endzeitstimmung des ersten Teiles, denn trotz des sichtbaren Bemühens des Regisseurs kann diese zu keiner Zeit wirklich in Erscheinung treten.

Mich persönlich hat ein wenig die Tatsache gestört das die Macher hier einer einzelnen Familiengeschichte etwas zu viel Gewichtung beigemessen haben, denn bei genauerer Betrachtung der Geschehnisse entpuppt sich die Story phasenweise schon fast wie ein kleines Familien-Drama, als das man es mit einem Horrorfilm zu tun hat. Sicherlich könnte man nun dagegen argumentieren, denn immerhin ist Robert Carlyle in der Rolle des Familienvaters Don Harris im Prinzip allein dafür verantwortlich, das der Wut-Virus wieder ausbricht. Dadurch ihn und seine Familie als Aufhänger zu nehmen geht generell auch vollkommen in Ordnung, aber diverse Momente nach seinem "Seitenwechsel" wirken doch arg schwülstig und etwas zu dick aufgetragen. Diesen Aspekt mag aber jeder anders betrachten, doch bei einer wiederholten Ansicht des Filmes fällt es doch relativ stark ins Auge.

So muss man dann doch diverse Abstriche machen, wobei die Gorehounds das sicherlich vollkommen anders sehen werden. "28 Weeks Later" ist nämlich definitiv härter, blutiger und temporeicher gestaltet als der Vorgänger, hat dafür aber leider einige Schwächen innerhalb der Geschichte und kann auch atmosphärisch gesehen nicht an Teil 1 anknüpfen. Auf jeden Fall aber ist die Fortsetzung absolut sehenswert und es wäre wirklich zu wünschen, das nach dem offen gelassenen Ende eventuell doch noch ein weiterer Teil folgt, der dann höchstwahrscheinlich und logischerweise nur den Namen "28 Months Later" tragen müsste. Ob sich diese Hoffnung erfüllt wird die Zukunft zeigen, aber genügend Potential für einen weiteren Film dürfte definitiv noch abrufbar sein. Außerdem wäre es doch sehr reizvoll mit anzusehen, wie der Virus außerhalb Großbritanniens Fuß fasst, denn das dies geschieht wird in den letzten Bildern vorliegenden Werkes ganz klar ersichtlich.

Fazit:


Juan Carlos Fresnadillo hat mit "28 Weeks Later" eine überdurchschnittlich gute Fortsetzung abgeliefert, die aber keinesfalls an die Klasse des ersten Teiles herankommt. Mit mehr Härte und einem sehr hohen Tempo versucht man die manchmal fehlende Dichte der Atmosphäre zu überspielen, was allerdings nur phasenweise gelingen will.


7/10
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