Tormented

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Tormented

Beitragvon horror1966 » 9. Nov 2013 14:30

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Tormented
(Tormented)
mit Alex Pettyfer, April Pearson, Dimitri Leonidas, Calvin Dean, Tuppence Middleton, Georgia King, Mary Nighy, Olly Alexander, James Floyd, Sophie Wu, Hugh Mitchell, Larissa Wilson, Ruby Bentall, Tom Hopper, Peter Amory
Regie: Jon Wright
Drehbuch: Stephen Prentice
Kamera: Trevor Forrest
Musik: Paul Hartnoll
Keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2009

Diese Schule ist wirklich mörderisch: Die Clique um den Schulrowdy Bradley macht sich einen Sport daraus, die Schwächeren und Außenseiter zu tyrannisieren. Doch bei Darren haben sie den Bogen überspannt: Der übergewichtige Asthmatiker weiß keinen anderen Ausweg, dem systematischen Terror zu entfliehen, als sich das Leben zu nehmen. Doch sein Tod ist erst der Anfang: Auf einer Party erhalten Bradley und seine Kumpels mysteriöse SMS - von der Handynummer des verstorbenen Darren: Er kündigt seine Rache an, und die wird unerbittlich sein. Noch lachen seine damaligen Peiniger: Sie vermuten, dass der einzige Freund Darrens dahinter steckt. Doch dann beginnt das Sterben. Und die verzweifelte Suche nach einem Ausweg: Wer steckt hinter den Morden? Oder ist Darren tatsächlich von den Toten zurückgekehrt?


Regisseur Jon Wright hat mit "Tormented" ein absolut gelungenes Regie-Debut abgeliefert, in dem er es zudem auch noch geschafft hat, einen erstklassigen Spagat hinzubekommen. Beansprucht der Film doch gleichzeitig zwei Genres für sich, da er einerseits ein durchaus gelungener Horrorfiln und auf der anderen Seite eine recht witzige Komödie ist. Auf den ersten Blick scheint das zwar nicht besonders erwähnenswert, da es ja an gelungenen Horror-Komödien nicht gerade mangelt, die Besonderheit besteht viel eher darin, wie ausgeglichen hier doch die einzelnen Anteile verteilt sind. Wright ist es dabei erstklassig gelungen, eine phasenweise äusserst bedrohliche Grundstimmung zu erschaffen, die ein nahezu perfektes Grusel-Feeling entstehen lässt, so das auch eine von den Geschenissen ausgehende Faszination auf den Betrachter überspringt. Interessiert verfolgt man das interessante Szenario, in dem die Frage nach dem Mörder eigentlich nebensächlich und so auch die Identität des Killers doch ziemlich offensichtlich ist.

Das ist allerdings überhaupt nicht schlimm und beeinträchtigt den gutgezogenen Spannungsbogen in keinster Weise, denn stehen sowieso die Terror-Schüler im Focus dieser Geschichte, die den lieben langen Tag nichts Besseres zu tun haben, als schwächere Schüler bis aufs Blut zu quälen. Sind sie doch auch für den Selbstmord des Aussenseiters Darren verantwortlich, der die Hänseleien einfach nicht mehr ausgehalten hat. Doch anscheinend ist nun der Tag der Abrechnung gekommen, denn die Reihen der Mobbing-Täter lichten sich doch zunehmend schnell und das auch teilweise auf äusserst blutige Art und Weise. Vor allem in der zweiten Filmhälfte bekommtder Zuschauer einige wirklich nette Kills zu sehen, die auch recht hart und blutig in Szene gesetzt wurden, ohne dabei jedoch einen gewissen Rahmen zu sprengen. Dennoch wird selbst für die Freunde der etwas härteren Schiene etwas geboten und der Härteanteil des Filmes kann sich so auch ganz generell durchaus sehen lassen.

Das Ganze wird dann auch noch mit einer ordentlichen Portion Humor angereichert, wobei die Story zu keiner Zeit in irgeneiner Art übertrieben albern erscheint. Vielmehr wird man mit eher trockener Situationskomik und jeder Menge qualitativ hochwertigem Wortwitz konfrontiert, was ja im Prinzip auch eine Art Markenzeichen der Briten ist. In nicht wenigen Passagen kann man auch immer wieder unverhohlen sehr deutliche Züge einer Gesellschaftssatire erkennen, was den gewonnenen Gesamteindruck dieses Werkes meiner meinung nach noch einmal zusätzlich aufwertet. Es ist ganz einfach die insgesamt hervorragend gelungene Mischung, die diesen Film so besonders sehenswert macht, der zudem mit einem geschätzten Budget von ca. 700.000 englischen Pfund eher ziemlich günstig produziert wurde, ohne dabei jedoch einen billigen Eindruck zu hinterlassen. Da gibt es genügend weitaus höher budgetierte Werke, die nicht annähernd so stilvoll und gut in Szene gesetzt wurden.

Letztendlich kann man mit dem hier präsentierten Gesamtpaket mehr als zufrieden sein, bekommt man doch einen erfrischenden Horrorfilm geboten, der mit jeder Menge tollem und streckenweise beissendem Humor angereichert wurde und viel von einer Gesellschaftssatire beinhaltet. dabei wurde sorgsam darauf geachtet, das sich die jeweiligen Anteile der verschiedenen Genres sehr ausgeglichen zueinander verhalten, so das keine Richtung zu sehr überwiegt. Selbst bei den Darstellern wurde wirklich alles richtig gemacht, wird man doch mit sehr guten und vor allem authentischen Leistungen bedient, wobei insbesondere die Charaktere der sogenannten Schulmobber sehr realitätsnah gezeichnet wurden. Von der ersten Minute an erscheinen diese doch so herrlich arrogant, selbstherrlich und vollkommen unsymphatisch, so das ihr an den Tag gelegtes Verhalten und ihre Taten auch absolut glaubwürdig erscheinen. So wird man also durchgehend erstklassig unterhalten und kann seine wahre Freude an diesem herrlichen Film haben, der zu guter Letzt auch noch mit einem absolut stimmigen und sogar makaber angehauchten Ende daherkommt, das den Zuschauer rundum zufrieden aus dem geschehen entlässt.


Fazit:


Gerade wenn man bedenkt, das es sich bei "Tormented" um ein Erstlingswerk handelt, muss man Jon Wright wirklich größten Respekt zollen. Hat er doch einen insgesamt vollkommen überzeugenden beitrag abgeliefert, der insbesondere durch die ausgeglichenen Anteile verschiedener Genres zu überzeugen weiss. Der Spagat zwischen Horror-und Komödie ist selten so gut gelungen wie in vorliegendem Film, der meiner Meinung nach einen kleinen Geheimtipp darstellt und ganz sicher seine Fangemeinde finden wird. Wer Freude am trockenen britischen Humor hat und zudem noch einen atmosphärischen Horrorfilm zu schätzen weiss, der sollte sich dieses Filmerlebnis keinesfalls entgehen lassen.


7/10
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