Der Würger von London - Walter Summers (1939)

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Der Würger von London - Walter Summers (1939)

Beitragvon dr. freudstein » 7. Jan 2014 16:24

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Originaltitel: The Dark Eyes of London

Alternativtitel: Die dunklen Augen von London, The Human Monster, Der Würger

Herstellungsland: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 1939
Regie: Walter Summers

Darsteller: Bela Lugosi, Hugh Williams, Greta Gynt, Edmon Ryan, Wilfred Walter, Arthur E. Owen, Alexander Field

Story:
London ist in Aufruhr, denn aus der Themse werden immer wieder Tote gefischt, die alle auf die gleiche Art und Weise aus dem Leben getreten sind, ohne sonst etwas miteinander zu tun zu haben. Viel Arbeit für die Polizei, speziell auch für Lieutenant Holtz, der nicht nur einen überführten Fälscher namens Grogan aus den Staaten samt seines Aufpassers O'Reilly übernehmen muß, er kommt schon bald auf sehr seltsame Parallelen bezüglich der Lebensversicherungen der ganzen Toten. Währenddessen sucht sich Dr.Orlof (Bela Lugosi), der Versicherungen verkauft und in einer privat geführten Blindenanstalt medizinische Dienste anbietet, ein neues Opfer...

http://www.ofdb.de/film/8775,Der-W%C3%BCrger-von-London
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Re: Der Würger von London - Walter Summers (1939)

Beitragvon dr. freudstein » 14. Jan 2014 10:26

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Bela Lugosi (Dracula, Der Leichendieb etc.) ist eines der ersten Schauspieler, gebürtiger Ungar, spielte er auch in britischen und deutschen Spielfilmen und ist uns besonders im Horrorbusiness geläufig. Seine einzigartige Mimik ist auch heute noch unverwechselbar und wie geschaffen für den Horrorfilm.

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Hier spielt er in einem frühem Edgar Wallace Film den Dr. Orloff, der als Filmfigur in einigen Filmen ebenfalls Verwendung fand und stets einen Mad Scientist mimte. In dieser Vorlage gibt er nach außen den biederen Versicherungsmakler, der gern großzügig Spenden und Kredite gibt, u.a. an ein Blindenheim. Das tut er natürlich nicht eigennützig, dient ihm das Blindenheim doch als geheimes Labor, in dem er seine Experimente weiterführen kann, die ihm offiziell verwehrt wurden, da man ihn für einen gefährlichen Verrückten hält. Nebenbei tauchen immer wieder Mordopfer in der Themse auf, die zuvor eine Lebensversicherung bei dem Dr. Orloff abgeschlossen habe. Das Geld braucht dieser für seine Experimente. Blinde können nicht sehen und so kann er ganz ungestört seinen Tätigkeiten im Geheimen nachgehen. Dieser Horrorkrimi fand erstmals in einem Buch von 1924 seine Aufmerksamkeit namens THE DARK EYES OF LONDON und wurde 1961 von Alfred Vohrer als DIE TOTEN AUGEN VON LONDON wiederverfilmt und diese Fassung ist auch die bekannteste.

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Ausgestattet mit einer schaurigen Atmosphäre und unheimlichen Figuren wie der schon erwähnte Dr. Orloff aber auch die blinden Insassen erscheinen Zuschauer doch als sehr rätselhaft und unheimlich, da deren Welt für den Normalsehenden ungewohnt ist. Besonders hervor sticht hier der blinde Jack (Wilfred Walter), der durch seine unheimliche, entstellte Fratze jedoch auch maßlos übertriebene Maske den Zuschauer erschaudern lässt.

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Besonders die s/w Optik unterstreicht den unheimlichen Charakter des Films deutlich. Natürlich entfacht der Film und seine Figuren und Kulissen nicht mehr den gleichen Zauber wie damals in den 30ern Jahren, als der Film noch sehr jung war (bemerkenswert jedoch, das die allerersten Filme schon oft im Horrorgenre angesiedelt waren. Aber Filme sind nun mal eine Fiktion, eine Phantasie und gerade der Horrorbereich bietet da genügend Stoff zur Umsetzung). Trotzdem bieten gerade diese frühen Filme eine ganz besondere Atmosphäre, die einen zwar nicht mehr im Fernsehsessel zusammenzucken lässt, dennoch bieten sie nach wie vor einen ganz besonderen Charme und ein beeindruckendes Schauspiel, welches keiner der heutigen Darsteller vermag. Sicher erinnert das frühe Schauspiel eine eher theaterlastige Schauspielkunst, was ich jedoch nicht anprangere. Im Gegenteil, gerade das gefällt mir besonders.Nur wenige moderne Darsteller können die Klasse der frühen Schauspieler überbieten.

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Mit gerade einmal 73 Minuten ist der Film zwar kurz geraten, aber das stört keineswegs, ist hier doch ausreichend Erzählstoff verpackt, wo man nichts vermisst. Oft, so finde ich, ist in den frühen Filmen in ca. 70 Minuten weitaus mehr verpackt an Eindrücken und wechselnden Szenen und Inhalten als in moderneren Filmen mit Überlänge.

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Ich fand den Film sehr ansprechend und unterhaltsam und habe ihn mir 2 x angesehen. Sicher werden viele das quasi Remake von 1961 weitaus mehr schätzen, so ich auch. Trotzdem bekam ich gute Unterhaltung und zudem eine sehr interessante Urverfilmung mit den Insassen eines Blindenheims, die abseits der Gesellschaft leben, dennoch trotz der unbegründeten Furcht vor diesen dann noch Sympathie für diese armen Geschöpfe empfindet und Dr. Orloff, der diese für seine Zwecke mißbraucht dafür abgelehnt wird

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Die DVD von Savoy gibt es für sehr kleines Geld von z.B. 5,98. Also kein Grund, auf diesen Schmankerl zu verzichten.

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7/10
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