Urlaub in der Hölle (1975)

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

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Urlaub in der Hölle (1975)

Beitragvon horror1966 » 22. Nov 2013 17:10

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Urlaub in der Hölle
(Race with the Devil)
mit Peter Fonda, Warren Oates, Loretta Swit, Lara Parker, R.G. Armstrong, Clay Tanner, Carol Blodgett, Phil Hoover, Ricci Ware, Paul A. Partain, James N. Harrell, Karen Miller, Arkey Blue, Jack Starrett, Wes Bishop
Regie: Jack Starrett
Drehbuch: Wes Bishop / Lee Frost
Kamera: Robert C. Jessup
Musik: Leonard Rosenman
FSK 16
USA / 1975

Eine Urlaubsfahrt wird zum Horrortrip... Zwei Ehepaare, unterwegs mit ihrem Wohnmobil, werden unfreiwillig Zeugen einer okkulten Teufelsmesse, in deren Verlauf es zu einem grauenvollen Menschenopfer kommt. Ihr Versuch, unbemerkt zu entkommen, bleibt der Gruppe der Teufels-Okkulisten nicht verborgen. Die Flucht wird zu einem Wettlauf mit dem Tode. Immer wieder kommt es zu Attacken der religiösen Fanatiker, deren einziges Ziel die Vernichtung der Mordzeugen ist. Je weiter sich das Geschehenvom Tatort entfernt, desto grausamer werden die Überfälle. Obwohl sich die Urlaubsgruppe bewaffnen kann, wird sie kurz vor dem rettenden Highway in die Falle gelockt und von einem LKW-Konvoi angegriffen. Mit knapper Not entkommen sie diesem vermeintlichen Angriff.


Es hätte für die beiden befreundeten Ehepaare ein herrlicher Urlaub werden können, denn in ihrem nagelneuen Luxus-Wohnmobil sind sie mit allem Komfort ausgestattet und zudem noch vollkommen unabhängig, so das sie die dadurch entstehende Freiheit in vollen Zügen genießen könnten, wenn sie nicht durch Zufall Zeugen eines Ritual-Mordes geworden wären. So entwickelt sich dann der ersehnte Urlaub zu einem wahren Albtraum aus wilden Verfolgungsjagden und es entsteht ein perfides Katz-und Mausspiel, in dem die beiden Päärchen anscheinend an keinem Ort vor den Mitgliedern der Teufelsanbeter auch nur annähernd sicher sind. Jack Starrett's Werk kombiniert perfekt die verschiedenen Elemente aus den Genres Action, Thriller-und Horror und die dabei entstandene Mixtur schafft es ganzzeitig, den Zuschauer zu fesseln und zu faszinieren. So enthält die Geschichte wirklich nicht eine nennenswerte Passage, die auch nur annähernd langatmig oder gar uninteressant erscheinen würde. Das ist umso erstaunlicher, da es im Prinzip überhaupt keine visuell dargestellte Härte zu begutachten gibt, was in der heutigen Zeit ja eigentlich schon undenkbar ist, da man dieses Stilmittel der Härte gern auch einmal etwas übertrieben darstellt, um einen Film künstlich aufzupäppeln und dem Publikum schmackhafter zu machen.

Und das ist das Besondere an diesem kleinen und teilweise richtig fiesen Thriller, er hat eine künstliche Aufpäppelung erst gar nicht nötig, denn seine in Fülle vorhandenen Qualitäten liegen in ganz anderen Bereichen und werden mit minimalem Aufwand äusserst gut zur geltung gebracht. Das fängt schon mit den absolut authentischen und überzeugenden Darstellern an, denen man die von ihnen gespielten Charaktere jederzeit abnimmt. Keine übertriebenen Darstellungen, noch nicht einmal ein Anflug von Theatralik, sondern einfach nur solides und gutes Schauspiel von Darstellern, die etwas von ihrem Handwerk verstehen. Stellvertretend hierfür sei nur Peter Fonda genannt, der auch in den vorhandenen Extrem-Situationen, die der Film übrigens reichlich zu bieten hat, niemals in Hektik oder gar übertriebene Panik verfällt, wie man es ansonsten in ähnlichen Genre-Vertretern schon oft genug gesehen hat. Dabei gibt es nicht gerade wenige Phasen, in denen man hier durchaus die Kontrolle über die eigenen Nerven verlieren könnte, da jedoch sein Freund und die beiden Frauen nahe an einem Nervenzusammenbruch sind, versucht er, die Ruhe zu bewahren und diese Ruhe auch auf die anderen zu übertragen. Insbesonders dieser Kontrast, der hier zum Tragen kommt, verleiht dem Ganzen sehr viel Authenzität und wirkt um ein Vielfaches glaubhafter, als wenn immer alle Beteiligten die reinsten Nervenbündel sind und sinnlos rumschreien.

Doch nicht nur die guten Darsteller machen die Geschichte so absolut sehenswert, auch die temporeiche und actiongeladene Erzählweise schlägt einen in ihren bann, denn wird man doch mit etlichen wilden Verfolgungsjagden konfrontiert, die absolut erstklassig und zudem noch äusserst spannend in Szene gesetzt wurden. Qualitätsmäßig können sich diese Passagen auch in der heutigen Zeit durchaus noch sehen lassen und wirken zudem viel realistischer als manch aufgemotzter Actionfilm der Gegenwart, in dem das Szenario doch teilweise zu stark übertrieben wird und dadurch nicht gerade einen großen Anspruch auf Glaubwürdigkeit anmelden darf. Man merkt hier ganz einfach, das man sich in den 70er Jahren befindet und das ist keineswegs negativ gemeint. Jeder, der diese Zeit erlebt hat, spürt schon nach wenigen Minuten das typische Feeling, das diesen Film umgibt und kann sich so hervorragend mit dem Geschehen identifizieren, das eine ungeheuer starke Intensität ausstrahlt, die sich allerdings nicht in harten und brutalen Szenen offenbart, sondern hauptsächlich durch die exzellente und sehr dichte Grundstimmung, die immer mehr in den Vordergrund tritt und stellenweise auch sehr unheimliche und bedrohliche Züge erkennen lässt.

Mit einfachsten Mitteln werden die beiden Paare hier terrorisiert, die mit der Zeit immer mehr merken, das sie anscheinend niemandem vertrauen können, denn immer mehr scheint sich herauszukristallisieren, das viel mehr Menschen der geheimnisvollen Sekte angehören, als man zu Beginn vermutet hätte. Und so wird das Wohnmobil samt seinen Insassen von Anfang bis zum bitteren Ende gejagd und gehetzt, so das man während des extrem temporeichen Geschehens kaum einmal dazu kommt, etwas Luft zu holen, aus Angst, etwas zu verpassen. Letztendlich kann man so zu dem Ergebnis kommen, das "Race with the Devil", wie der Film im Original heisst, ein absolut spannender und fieser kleiner Mix aus Action/Thriller-und Horrorfilm ist, der mit den geringsten Mitteln und ohne großartige Effekte das höchste Maß an Spannung und Unterhaltung bietet, die auch nach mittlerweile 35 Jahren nichts von ihrem Reiz verloren hat und nicht nur für ältere Film-Freunde eine Empfehlung darstellt.


Fazit:


"Urlaub in der Hölle" ist ein äußerst sehenswerter Film, der auf beeindruckende Art und Weise aufzeigt, das es nicht immer die teuren Blockbuster sein müssen, damit man spannend und kurzweilig unterhalten wird. Eine interessante Story, gute Darsteller, jede Menge Tempo-und Action und natürlich eine ausgezeichnete Atmosphäre sorgen hier für eine nahezu unschlagbare Kombination, die sich auch hinter weitaus höher budgetierten Filmen keineswegs zu verstecken braucht. Ein echter Geheimtipp für Freunde rasanter Action/Thriller mit Anlehnungen an das Horror-Genre.


8/10
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Re: Urlaub in der Hölle (1975)

Beitragvon trebanator » 22. Nov 2013 19:11

... Klasse Okkult Road Movie, das ich viel lieber mit dem kongenialen, ursprünglichen deutschen Titel
"Vier im rasenden Sarg" betitele :mrgreen:
... He, who makes a Beast of himself , get`s rid of the pain of being a human !
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Re: Urlaub in der Hölle (1975)

Beitragvon Cromwell » 28. Nov 2013 22:31

trebanator hat geschrieben:... Klasse Okkult Road Movie, das ich viel lieber mit dem kongenialen, ursprünglichen deutschen Titel
"Vier im rasenden Sarg" betitele :mrgreen:


Das Selbe hier :)

Hervorragender Streifen!
9/10 Pkt
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