The Diabolical - Das Böse ist zeitlos

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

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The Diabolical - Das Böse ist zeitlos

Beitragvon horror1966 » 23. Mai 2016 12:45

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The Diabolical - Das Böse ist zeitlos
(The Diabolical)
mit Ali Larter, Max Rose, Chloe Perrin, Wilmer Calderon, Kurt Carley, Merrin Dungey, Joe Egender, Patrick Fischler, Arjun Gupta, Trey Holland, Thomas Kuc, Ethan Josh Lee, Scott MacArthur, Laura Margolis, McCarrie McCausland
Regie: Alistair Legrand
Drehbuch: Alistair Legrand / Luke Harvis
Kamera: John Frost
Musik: Ian Hultquist
FSK 16
USA / 2015

In Madisons Haus geht nicht alles mit rechten Dingen zu: Immer wieder bedrohen abstoßende Geistererscheinungen die alleinerziehende Mutter in finanziellen Nöten und ihre beiden schulpflichtigen Kinder. Selbst professionelle Geisterjäger können nicht helfen, suchen vielmehr nach wenigen Untersuchungen panisch das Weite. Das hinterlässt über kurz oder lang auch seine Risse im Alltagsleben. Hilfe kommt unverhofft von Madisons neuem Lover, dem Physiklehrer ihres Sohnes. Der weiß, wie sich herausstellt, mehr über die Phänomene als erwartet.


Viele Regieneulinge begeben sich mit ihren Erstlingswerken ganz gern auf die sichere Seite und präsentieren Genre Beiträge, bei denen man im Prinzip nicht allzu viel falsch machen kann. Diesen Vorwurf kann man Alistair Legrand definitiv nicht machen, vielmehr serviert der Franzose dem Zuschauer eine recht mutige Geschichte, die inmitten ihrer Erzählung schon fast sprunghaft in ein völlig anderes Genre wechselt. Dabei beginnt "The Diabolical" wie der typische Haunted House Horrorfilm und lässt diesen Eindruck auch eine geraume Zeit lang so im Raum stehen. So bekommt man die handelsüblichen Effekte geboten und es baut sich eine relativ dichte und zudem bedrohliche Grundstimmung auf. Mit zunehmender Laufzeit driften die Ereignisse dann jedoch immer mehr in den SCI/FI Bereich ab, so das man letztendlich einen mutigen Genre Mix zu Gesicht bekommt, der allerdings nicht frei von diversen Schwachstellen ist. Das liegt meiner persönlichen Meinung nach hauptsächlich in der Laufzeit begründet, denn diese ist für die komplexe Thematik doch viel zu kurz geraten. Es bleibt ganz einfach nicht genügend Zeit für richtige Erklärungsversuche und die eingebauten Andeutungen fallen einfach viel zu vage aus, als das am Ende ein vollkommen überzeugender Gesamteindruck entstehen würde.

Dabei arbeitet Legrand hier wirklich mit innovativen Ideen, deren Umsetzung aber in der vorliegenden Form nie zur richtigen Entfaltung gelangen können. Und so bekommt der Betrachter insbesondere im letzten Drittel eine Fülle von Informationen, bei denen auch das komplexe Thema der Zeitreisen eingewebt wird. Anstatt das Szenario aber mit der dafür nötigen Laufzeit auszustatten, werden einem die vielen Informationen in äußerst komprimierter Form serviert und man versucht in lediglich knapp 30 Minuten, eine möglichst plausible Auflösung für die mysteriösen Ereignisse zu liefern.

Man kann sich eventuell denken das dieser Versuch zum scheitern verurteilt ist, denn anstelle einer möglichst logischen Aufklärung verzettelt sich das Ende dann in einem relativ wirren Showdown. Der bis dahin sehr gute Eindruck des Filmes wird durch diesen Umstand sichtlich geschmälert und es ist sehr schade wenn man sieht, wie viel vorhandenes Potential an dieser Stelle liegen gelassen wurde. "The Diabolical" hätte nämlich ein gänzlich gelungener Film werden können, doch dafür hätte man das Werk auf jeden Fall mit einer längeren Laufzeit ausstatten müssen. Die unzähligen Andeutungen und vagen Erklärungsversuche hätten definitiv diese zusätzliche Zeit gebraucht, damit Legrand dem Zuschauer auch die nötigen und vor allem schlüssigen Informationen hätte geben können. Dieses aber geballt in einer Art Zeitraffer zu präsentieren ist fast schon fahrlässig und trübt den gewonnenen Eindruck doch erheblich. Dabei ist ansonsten im Prinzip eigentlich alles recht stimmig, eine prickelnde Atmosphäre, ein gelungener Spannungsaufbau und gut agierende Darsteller sorgen nämlich dafür, das man vor allem in der ersten Stunde voll auf seine Kosten kommt.

Besonders Hauptdarstellerin Ali Larter weiß dabei zu gefallen und ehrlich gesagt fragt man sich bei der Ansicht der hübschen Frau, ob das Rad der Zeit spurlos an der Schauspielerin vorbei gegangen ist. Man sieht ihr ihre mittlerweile 40 Jahre in keinster Weise an, vielmehr wirkt sie wie eine Mutter, die ihre Kinder wohl schon im frühen Teenageralter bekommen hat. Aber auch die gute Ali kann das letzte Filmdrittel nicht retten und wird wie auch alle anderen Akteure zu einem Spielball der Verwirrung, die auch am Ende längst nicht alle Fragen zufriedenstellend beantworten kann. Schade eigentlich, denn an dieser Stelle hätte ein wirklich heraus ragender Genre Mix entstehen können, aber in der vorliegenden Form kann sich "The Diabolical" leider nur im Durchschnittsbereich ansiedeln. Dennoch handelt es sich um eine mutige und auch innovative Genre Mixtur, die man sich ohne Weiteres zumindest einmal anschauen kann. Mit mehr Liebe zum Detail, ausführlichen Erklärungen und zusätzlichen Minuten Spielzeit wäre viel mehr drin gewesen und das Debüt von Alistair Legrand hätte ganz sicher einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterlassen.


Fazit:


Ich finde es immer extrem ärgerlich, wenn innovative Ideen nicht konsequent heraus gearbeitet werden und man so viel an Potential im Sande verlaufen lässt. Genau das ist aber leider bei "The Diabolical" der Fall, so das im Endeffekt eine viel höhere Bewertung verhindert wird.


6/10
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Re: The Diabolical - Das Böse ist zeitlos

Beitragvon horror1966 » 1. Jun 2016 13:55

Kritik ist drin.
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horror1966
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