The Boy

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

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The Boy

Beitragvon horror1966 » 28. Jun 2016 13:56

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The Boy
(The Boy)
mit Lauren Cohan, Rupert Evans, James Russell, Jim Norton, Diana Hardcastle, Ben Robson, Jett Klyne, Lily Pater, Matthew Walker, Stephanie Lemelin
Regie: William Brent Bell
Drehbuch: Stacey Menear
Kamera: Daniel Pearl
Musik: Bear McCreary
FSK12
USA / 2016

Um ihrer traumatischen Vergangenheit und ihrem gewalttätigen Ex-Freund zu entfliehen, hat die Amerikanerin Greta einen Job in England angenommen. Als Kindermädchen soll sie einen achtjährigen Jungen namens Brahms betreuen, während dessen Eltern nach Jahrzehnten erstmals Urlaub machen. Die vermeintlich leichte Arbeit hat aber ihre Tücken. Greta ist ganz allein in einem gespenstischen Anwesen - und der Junge tatsächlich eine unheimliche Porzellanpuppe, mit der das Elternpaar den Tod des eigenen Kindes zu verarbeiten versuchte


Puppen-Horrorfilme haben schon seit jeher ihren ganz besonderen Reiz, was wohl hauptsächlich in der Tatsache begründet liegt, das man den im Prinzip niedlichen Spielgefährten von Kindern nichts Böses zutraut. Umso überraschter ist man dann wenn man sieht, das Puppen ein böses Eigenleben entfachen und den Menschen regelrecht malträtieren, wie es beispielsweise in der "Chucky-Reihe" zu sehen ist. Mit "The Boy" ist das Sub-Genre nun um einen Beitrag bereichert worden und Regisseur William Brent Bell hat hier wirklich gute Arbeit geleistet, indem er eine äußerst gelungene Mischung aus Puppenhorror und Haunted House Grusler ins Leben gerufen hat. Dabei beginnt die Geschichte insbesondere für die Hauptfigur Greta extrem skurril, denn als sie ihren Job als Kindermädchen antreten will muss sie feststellen, das es sich bei ihrem Schützling um eine Porzellanpuppe namens Brahms handelt. Auch als Zuschauer ist man an dieser Stelle irgendwie sprachlos und weiß nicht so recht, ob man das Gesehene überhaupt ernst nehmen kann. Dieser Eindruck verflüchtigt sich allerdings sehr schnell, denn mit zunehmender Laufzeit lässt das Geschehen immer bedrohlichere Züge in den Mittelpunkt rücken, die vor allem im letzten Drittel des Filmes fast im Minutentakt auf der Bildfläche erscheinen.

Nun sollte man bei "The Boy" ganz sicher kein Feuerwerk an Innovation oder etliche Überraschungsmomente erwarten, vielmehr spielt Bell die gewohnten Zutaten gekonnt aus und füllt seine Erzählung zudem auch mit etlichen bekannten Klischees. Das mag im ersten Moment etwas banal und langweilig klingen, aber in vorliegendem Fall ist es meiner Meinung nach vielmehr die perfekte Rezeptur, um dem Betrachter ein äußerst atmosphärisches Grusel-Feeling zu präsentieren. In der ersten Stunde ist der Horror dabei eher von der subtilen Art, denn nur langsam und schleichend lässt sich das Grauen erahnen, dem die junge Greta in der riesigen und unheimlichen Villa ausgesetzt ist. Das ändert sich erst in den letzten gut 30 Minuten, in denen der Regisseur auch das bis dahin eher gemächliche Tempo ganz gehörig anzieht und dem Ganzen so auch ein hohes Maß an Intensität verleiht.

Ganz generell steckt in der Story weitaus mehr als man zu Beginn vermutet, denn im Laufe der Zeit kommen immer mehr Indizien ans Tageslicht, die in eine ganz bestimmte Richtung tendieren. Was es am Ende dann wirklich mit den unheimlichen Abläufen in der Villa auf sich hat ist zwar keine riesige Überraschung, aber dennoch steht der kleine Plot Twist dem Gesamtbild äußerst gut zu Gesicht. Freunde des gepflegten Gruselfilms dürften hier voll auf ihre Kosten kommen und sich ganz besonders am Schauspiel von Hauptdarstellerin Lauren Cohan erfreuen, die in der Rolle der Greta absolut zu überzeugen weiß. Im Grunde genommen wird fast das gesamte Werk von der guten Frau getragen, denn die anderen Darsteller kommen keinesfalls über den Status einer Nebenrolle hinaus. Cohen brilliert phasenweise in einem Szenario, das sich streckenweise wie eine Art Kammerspiel gestaltet, in dem sie und die Porzellanpuppe die einzigen Protagonisten sind. Diese Passagen gestalten sich aber keinesfalls langatmig, sondern entpuppen sich viel eher als absolute Höhepunkte des Szenarios, da die von Haus aus sehr gelungene Atmosphäre hier eine unglaubliche Dichte erkennen lässt.

Letztendlich beinhaltet "The Boy" zwar nicht unbedingt viel Neues, dennoch dürften sich gerade für Neueinsteiger in das Sub-Genre des Puppenhorrors einige kleinere Überraschungen offenbaren. Wie dem aber auch sei, mir persönlich hat diese Produktion sehr gut gefallen, denn William Brent Bell hat sämtliche notwendigen Zutaten äußerst gut miteinander vermischt, so das sich ein überzeugendes Gesamtbild ergibt. Eine spannende Geschichte, eine tolle und sehr dichte Grundstimmung, sowie eine glänzend agierende Hauptdarstellerin sorgen hier für gepflegten Grusel, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Man sollte sich auch keinesfalls von der 12er Freigabe des Filmes in die Irre leiten lassen, denn auch wenn in visueller Hinsicht keinerlei größere Härten zu erwarten sind, beinhaltet das Werk genügend bedrohliche Passagen, die für eine gepflegte Gänsehaut sorgen.


Fazit:


"The Boy" beinhaltet alles, was einen guten Vertreter des Puppenhorrors auszeichnet. Das dabei auch etliche Klischees mit an Bord sind ist keine Überraschung, jedoch passen diese auffallend gut in das gewonnene Gesamtbild und runden die Chose nahezu perfekt ab. Insgesamt gesehen kommt der Film also äußerst stimmig daher und ist so auch definitiv eine Empfehlung wert.


8/10
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Re: The Boy

Beitragvon horror1966 » 8. Dez 2016 16:09

Kritik ist drin.
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Re: The Boy

Beitragvon DriesVanHegen » 12. Jan 2017 11:59

Habe das hübsche MB seit einigen Wochen daheim, wenn sich Zeit findet, wird der mal mit der Freundin geschaut. Die mag so was mehr als ich :D
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