Phantasm: Ravager

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

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Phantasm: Ravager

Beitragvon horror1966 » 9. Jun 2017 09:36

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Phantasm: Ravager
(Phantasm: Ravager)
mit Reggie Bannister, A. Michael Baldwin, Dawn Cody, Gloria Lynne Henry, Stephen Jutras, Kathy Lester, Bill Thornbury, Daniel Roebuck, Daniel Schweiger, Cean Okada, Jon Johannessen
Regie: David Hartman
Drehbuch: David Hartman / Don Coscarelli
Kamera: David Hartman
Musik: Christopher L. Stone
FSK 16
USA / 2016

Der unheimliche "Tall Man" macht seit Jahren mit seinen zwergenhaften Helfern und seinen mörderischen Silberkugeln die Welt unsicher. Reggie ist ihm auf den Fersen, seit er mit seinem Freund Jody und dessen jüngerem Bruder Mike das Geheimnis des vermeintlichen Bestatters entdeckt hatte: Dessen Gehilfen sind menschliche Leichen, die er umgewandelt in kleine Kreaturen durch Dimensionstore auf seinen Heimatplaneten schickt. Nachdem Jody und Mike verschwunden sind, versucht Reggie unerbittlich, den Tall Man zu stoppen.


Fast vier Jahrzehnte ist es mittlerweile her, das Don Coscarelli 1979 mit "Phantasm - Das Böse" eine Horrorfilm-Reihe ins Leben gerufen hat, die nun mit dem vorliegenden fünften Teil ihren vorläufigen Abschluss gefunden hat. Dabei kann man durchaus die berechtigte Frage stellen ob es überhaupt Sinn gemacht hat einen weiteren Film zu präsentieren, denn schließlich liegen zwischen dem vierten Teil "Phantasm 4 - Oblivion" und dem nun erschienenen Nachfolger ganze 18 Jahre. Fans der Filmreihe ist das wohl ziemlich egal, denn obwohl der letzte Beitrag schon äußerst schwach geraten war freut man sich auf ein Wiedersehen mit Reggie und Co., die einmal mehr den Tall Man endgültig zur Strecke bringen wollen. Nach Sichtung des neuesten Werkes muss man allerdings ziemlich ernüchtert feststellen das man sich diesen Ableger durchaus hätte sparen können, denn ehrlich gesagt beinhaltet die Geschichte nicht sonderlich viel, was den Zuschauer wirklich begeistern würde. Schon rein inhaltlich bewegt man sich in einem fast leeren Raum, denn die Handlung der Erzählung würde ohne Weiteres auf einem halben Bierdeckel ihren Platz finden. Zudem gestaltet sich das Drehbuch verhältnismäßig löchrig und holprig, so das eigentlich zu keiner Zeit ein echter Erzählfluss zu erkennen wäre.

Stattdessen offenbart sich ein größtenteils heilloses Durcheinander und es fällt streckenweise schon relativ schwer, überhaupt die Zusammenhänge richtig zu erkennen. Es ist zwar ein starker Mystery-Einfluss erkennbar, aber die unzähligen surrealen Momente des Filmes sorgen doch für viel mehr Verwirrung, als das sich dem Zuschauer ein schlüssiges und stimmiges Gesamtbild präsentieren würde. Ein weiterer negativer Kritikpunkt ist außerdem der äußerst trashige Anstrich des Ganzen, denn haben sich insbesondere die ersten drei Teile noch durch eine ungemein bedrohliche Atmosphäre ausgezeichnet, so ist von einer solchen an dieser Stelle rein gar nichts mehr zu spüren. Und so wirkt die Chose in weiten Teilen sogar unfreiwillig komisch und dieser Umstand passt so gar nicht zu dieser Filmreihe. Durch die unzähligen Schauplatz-und Dimensionswechsel schwächt sich die Geschichte ständig selbst und man sorgt so auch unweigerlich dafür, das man als Betrachter trotz größtmöglicher Aufmerksamkeit kaum einen roten Faden erkennen kann, der sich konstant durch das Geschehen zieht.

Was an dieser Stelle sicherlich gut gemeint war sorgt im Endeffekt lediglich dafür, das man ganz offensichtlich durch das Einstreuen surrealer Momente die inhaltlichen Defizite kaschieren will, aber dieser Schuss geht ganz eindeutig nach hinten los. Phasenweise wirkt die gesamte Chose nämlich wie eine willkürliche Aneinanderreihung diverser Video-Clips, die in der Summe allerdings kein stimmiges Ganzes erkennen lassen. Da hilft es dann auch nicht das "Phantasm: Ravager" einige etwas blutigere Einstellungen zu bieten hat, wobei der enthaltene Härtegrad insgesamt gesehen auch nicht sonderlich erwähnenswert ist. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, denn schließlich hat sich die Reihe noch nie über visuelle Gewalt definiert. Und so bleibt am Ende nicht viel übrig was man wirklich positiv erwähnen könnte, denn bis auf das Wiedersehen mit den in die Jahre gekommenen Lieblingen der eigenen Jugend hat dieser mittlerweile fünfte Teil kaum etwas Sehenswertes zu bieten. Am meisten vermisst man dabei die dichte Grundstimmung der ersten drei Filme, denn diese ist in keiner Phase des Geschehens zu verspüren.

Obwohl ich ein bekennender Fan der "Phantasm-Reihe" bin muss ich feststellen, das man sich diesen Beitrag ohne Weiteres hätte sparen können. Aus Gründen der Vollständigkeit gehört er selbstverständlich in die heimische Sammlung, aber allzu oft wird er bestimmt nicht mehr im Player landen. Man konnte nach den ganzen Jahren ganz bestimmt kein filmisches Meisterwerk erwarten, aber ein wenig mehr hätte es dann durchaus sein dürfen. An die Qualität der Teile 1-3 kommt "Phantasm: Ravager" noch nicht einmal in Ansätzen heran, denn dieses wirre Treiben ist maximal im unteren Durchschnittsbereich anzusiedeln und hat mir persönlich trotz etlicher Defizite immer noch ein wenig besser gefallen als der müde "Phantasm 4: Oblivion". Manch einer wird das eventuell völlig anders sehen, aber richtig überzeugend war der vorliegende Beitrag wirklich nicht.


Fazit:


Bei aller Vorfreude über die Fortsetzung der Horrorfilm-Reihe muss man feststellen, das "Phantasm: Ravager" nicht mehr ist als ein verwirrendes Filmchen ohne jegliche inhaltliche Substanz. Lediglich das Wiedersehen mit Reggie und Konsorten tröstet ein wenig darüber hinweg, das dieser Beitrag die in ihn gesetzten Hoffnungen keinesfalls erfüllen kann.


5/10
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