Lost After Dark

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

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Lost After Dark

Beitragvon horror1966 » 28. Apr 2016 11:38

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Lost After Dark
(Lost After Dark)
mit Sarah Fisher, Mark Wiebe, Jesse Camacho, Kendra Leigh Timmins, David Lipper, Robert Patrick, Elise Gatien, Justin Kelly, Stephan James, Eve Harlow, Lanie McAuley, Alexander Calvert, Michael Vincent Dagostino, Rick Rosenthal
Regie: Ian Kessner
Drehbuch: Ian Kessner / Bo Ransdell
Kamera: Curtis Petersen
Musik: Eric Allaman
keine Jugendfreigabe
Kanada / 2014

Irgendwann in den frühen 1980ern: Eine Gruppe von Teenagern möchte in Ruhe einen draufmachen. Als Lokalität wählt man die Waldhütte eines Jägers, auf deren Schlüssel eines der Mädchen Zugriff hat. Als Transportmittel dient der Schulbus, den man kurzerhand in einer kühnen Transaktion unter der Nase des Dekans entwendet. Doch auf halber Strecke geht der Sprit zur Neige, und die Kids müssen Obdach suchen auf einer nur scheinbar verlassenen Farm. Dort treibt, was keiner ahnt, ein alteingesessener Kannibalenclan sein Unwesen.


Nur allzu gern bedienen sich Regieneulinge im Horror Genre, um einen ordentlichen Erstling auf die Beine zustellen. Im vorliegenden Fall präsentiert Ian Kessner nach zwei Kurzfilmen mit seinem Beitrag "Lost After Dark" eine Art Homage an den 80er Jahre Slasher und bedient sich dabei auch reichlich an sämtlichen Zutaten, die so manchen Klassiker des Genres auszeichnen. Böse Zungen könnten nun behaupten das es sich um einen frech zusammen geklauten Film handelt und so ganz wäre diese Behauptung auch nicht aus der Luft gegriffen. Innovation oder eigene Ideen sollte man nämlich nicht unbedingt erwarten, stattdessen bekommt man die handelsüblichen Elemente in einer recht dünnen Rahmenhandlung serviert, was aber dennoch zumindest für kurzweilige Horror Unterhaltung ausreicht. Kessner agiert dabei stellenweise erstaunlich routiniert und beweist auf jeden Fall das nötige Gespür für einen konstanten Spannungsaufbau und die nötige Atmosphäre für einen Film dieser Art.

Das kommt dem Gesamtbild durchaus zu Gute, dafür mangelt es der Geschichte bei anderen Punkten ein wenig an der nötigen Klasse, um einen durchgehend überzeugenden Eindruck zu hinterlassen. In erster Linie sind dabei die blassen Darsteller zu nennen, von denen sich nicht ein einziger als wirklicher Sympathieträger in den Vordergrund spielen kann. Sämtliche Protagonisten wirken jederzeit austauschbar und sind zudem mit sämtlichen Klischees beladen, die man sich nur vorstellen kann. Dementsprechend treten fast selbstverständlich auch die handelsüblichen und nicht immer nachvollziehbaren Handlungsweisen der Charakter in Erscheinung, wobei man allerdings fairerweise anmerken sollte, das dieser Aspekt in so gut wie jedem Slasher zum tragen kommt. Wie dem auch sei, die einzige wirkliche Schwäche der Geschichte liegt meiner persönlichen Meinung nach in ihrer nicht gerade liebevollen Umsetzung. Für eine echte Homage wirkt das Ganze irgendwie etwas zu steril und man wird die ganze Zeit über das Gefühl nicht los, das die Ereignisse zwar richtig ordentlich ins Bild gesetzt wurden, es dem Geschehen aber etwas am nötigen Herzblut fehlt.

Vielleicht ist das aber auch nur mein rein subjektiver Eindruck, denn im Prinzip gibt es an diesem Vertreter nicht wirklich viel zu bemängeln. Phasenweise geht es sogar richtig gut zur Sache, denn Kessner hat mehrere blutige und harte Einstellungen eingebaut, die einen ordentlichen Härtegrad erkennen lassen. Freunde der härteren Gangart dürften also auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen, denn der unheimliche Mörder lässt so manch einen blutig über die Klinge springen. So ergibt sich dann trotz der schon angesprochenen Schwächen ein überdurchschnittlich guter Genre Vertreter, der knapp 90 Minuten gute und sehr kurzweilige Horror Unterhaltung anbietet.

Letztendlich bekommt man im Prinzip genau das was man sich von einem Slasher erwartet und ehrlich gesagt ist es auch verdammt schwer, gerade diesem Sub Genre wirklich neue Impulse zu verleihen. Wenn man also seine Erwartungshaltung von Beginn an in die richtigen Bahnen lenkt wird man auch nicht enttäuscht, nur sensationelle Neuerungen sollte man eben nicht erwarten. Für einen Erstling ist "Lost After Dark" jedenfalls mehr als ordentlich geworden, so das man ohne Weiteres eine Empfehlung für diesen Film aussprechen kann.


Fazit:


Wem altbekannte Zutaten innerhalb einer schon oft gesehenen Rahmenhandlung ausreichend sind, der wird bei "Lost After Dark" bestens bedient. Liebhaber eigener Ideen und großer Innovation werden dagegen kaum auf ihre Kosten kommen, aber einen Blick kann man als Fan des Genres jederzeit riskieren.


7/10
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Re: Lost After Dark

Beitragvon horror1966 » 28. Apr 2016 15:50

Kritik ist drin.
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horror1966
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