Death Do Us Part

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

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Death Do Us Part

Beitragvon horror1966 » 30. Nov 2014 15:43

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Death Do Us Part
(Death Do Us Part)
mit Julia Benson, Peter Benson, Emilie Ullerup, Christine Chatelain, Kyle Cassie, Benjamin Ayres, Dave Collette, Aaron Douglas, Viv Leacock, Willis Horst
Regie: Nicholas Humphries
Drehbuch: Ryan Copple / Peter Benson / Julia Benson
Kamera: Christopher Charles Kempinski
Musik: Kim Oxlund / Maya Saxell
keine Jugendfreigabe
Kanada / 2014

Kennedy Jamieson aus der feinen Gesellschaft hat ihr gesamtes Leben von der perfekten Hochzeit geträumt. Dann ist es endlich soweit: Der große Tag mit ihrem charmanten Verlobten Ryan Harris ist zum Greifen nahe und auch die Vorbereitungen für den Junggesellenabschied sind im vollem Gange. Doch dann kommt alles anders. Für einen unvergesslichen Junggesellenabschied hat Ryans bester Freund Chet eine kleine Jagdhütte mitten im Nirgendwo organisiert. Doch die Dinge nehmen ihren unheimlichen Lauf, als ein Partygast nach dem anderen auf brutale Weise überfallen wird. Was als ausgelassene Feier beginnt, verwandelt sich schnell zu einem blutigen Alptraum, in dem auf der Suche nach dem Täter aus Freunden Feinde werden.


Der Slasher erfreut sich immer noch einer riesigen Fan-Gemeinde und so ist es auch nicht wirklich verwunderlich, das unzählige Regisseure immer wieder neue Genre-Beiträge auf den Zuschauer los lassen um sich dessen Gunst zu sichern. In vorliegendem Fall unternimmt Nicholas Humphries diesen Versuch und teilweise kann man auch durchaus von einem gelungenen Film reden, der aber in der Gesamtbetrachtung doch einige eklatante Schwächen erkennen lässt. Zunächst einmal deutet auch relativ wenig darauf hin, das man es hier mit einem Horrorfilm zu tun hat, denn die ersten gut 25 Minuten werden mit eher belanglosen Dingen vergeudet und bieten nebenbei eine eher oberflächliche Skizzierung der Haupt-Charaktere. An dieser Stelle offenbart sich dann auch gleich das erste offensichtliche Manko, denn ganz augenscheinlich gibt es keine einzige Figur mit der man als Betrachter mitfiebern könnte, da sämtliche Personen nach der Einführung schon mit erheblichen Makeln gezeichnet wurden. Lediglich die junge Kennedy bietet sich hier an, das man zumindest ein wenig Sympathie für sie aufbringen kann, alle anderen Akteure fallen vielmehr durch dunkle Geheimnisse und eher miese Charakter-Züge auf. So wird dem Szenario dann auch gleich eine große Stärke genommen, denn gerade bei dieser Gattung des Horrorfilms lebt eine Geschichte doch in der Hauptsache davon, das man mit den Protagonisten mitleidet, ganz egal wie dämlich sie sich eventuell verhalten mögen.

Dennoch baut sich nach der etwas zähen Einführung ein recht gelungener Spannungsbogen auf der in erster Linie darauf beruht, das Humphries im Bezug auf die Identität des Mörders einige falsche Spuren legt. Dennoch muss man nicht unbedingt studiert haben um die Zusammenhänge zu erkennen und auch die Frage nach dem offenbar psychopathischen Killer kann man sich frühzeitig beantworten, bevor man kurz vor dem Ende auch die visuelle Bestätigung für die eigenen Vermutungen erhält. Bis dahin gibt es diverse gute Ansätze, die man aber schlussendlich nicht konsequent ausgearbeitet hat. So bleibt dann auch so manches als Stückwerk zurück und manche Andeutungen werden ohne weitere Erklärungen einfach im Raum stehen gelassen. Natürlich kann man sich auch ohne Abitur seinen eigenen Reim auf gewisse Sachen machen, jedoch entschuldigt das auf keinen Fall, das man hier eine ganze Menge an Potential unbeachtet hat liegen lassen. Besonders hat mich dieser Punkt bei der Figur der Kennedy gestört die laut Erwähnung ihres Fast-Ehemannes anscheinend schon einmal in einer psychiatrischen Klinik war. Wieso, weshalb und warum wird allerdings vollkommen offen gelassen, dabei hätte man an dieser Stelle doch einen ungemein interessanten Nebenaspekt in die Geschichte einflechten können, der das Ganze mit einem mysteriösen Anstrich untermalt hätte. So muss man sich aber mit den zunächst wenigen bedrohlichen Momenten zufrieden geben, die hauptsächlich von dem Verwalter der Jagdhütte ausgehen, der rein von der Optik her der prädestinierte Killer wäre.

Mit zunehmender Laufzeit nimmt dann aber die gesamte Chose ein wenig an Fahrt auf und kann zudem mit einer recht dichten Grundstimmung aufwarten. Langsam schlagen die Ereignisse eine intensivere Richtung ein und der Zuschauer wird nun auch endlich mit ein wenig Kunstblut und ein bisschen visueller härte bedient. Man sollte aber gleich erwähnen, das "Death Do Us Part" zu keiner Zeit spektakuläres Gemetzel anbietet, denn die meisten Kills werden doch lediglich im Ansatz gezeigt und die wenigen etwas härteren Passagen machen den Kohl auch nicht wirklich fett. Zudem erscheinen die Tötungen auch nicht sonderlich fantasievoll gestaltet, so das man hier mit ganz normaler Durchschnittsware rechnen sollte.

Trotz diverser Mängel hat mir dieser Film aber dennoch ganz gut gefallen, wobei ich noch nicht einmal genau erklären könnte woran das eigentlich gelegen hat. Waren es eventuell die drei hübschen Darstellerinnen oder doch viel eher der Umstand, das die Geschichte zumindest von einer durchgehend vorhandenen und unheilvollen Atmosphäre begleitet wird? Wie dem auch sei, ich empfand "Death Do Us Part" keinesfalls als so schlecht wie manche Kritiken es vermuten lassen, denn prinzipiell beinhaltet das Szenario alle nötigen Zutaten eines Slashers. Das einige dieser Dinge leider nicht richtig ausgearbeitet wurden schwächt das Gesamtergebnis zwar ab, macht dieses Werk aber keinesfalls zu einem Totalausfall.


Fazit:


Mit etwas mehr Fantasie und der nötigen Konsequenz hätte Nicholas Humphries eine Menge mehr bewerkstelligen können und sicherlich einen gänzlich überzeugenden Film präsentiert. Doch auch in vorliegender Form kann man ohne Weiteres eine Sichtung riskieren, gab es doch in jüngerer Vergangenheit genügend gleich gelagerte Filme die weitaus schlechter unterhalten haben.


6/10
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