Das Phantom der Oper (1989)

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

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Das Phantom der Oper (1989)

Beitragvon horror1966 » 22. Sep 2013 22:41

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Das Phantom der Oper
(The Pjantom of the Opera)
mit Robert Englund, Jill Schoelen, Alex Hyde-White, Bill Nighy, Stephanie Lawrence, Terence Harvey, Nathan Lewis, Peter Clapham, Molly Shannon, Emma Rawson, Mark Ryan, Yehuda Efroni
Regie: Dwigjt H. Little
Drehbuch: Gerry O'Hara / Gaston Leroux
Kamera: Peter Lyons Collister / Eremer Ragalyi
Musik: Misha Segal
keine Jugendfreigabe
USA / 1989

Die Musikstudentin Christine entdeckt Noten zu einer unvollendeten Oper des mysteriösen Komponisten Destler. Als sie eine Arie vorträgt, beginnt für sie ein Alptraum. Sie erwacht aus tiefer Bewusstlosigkeit an der Londoner Oper Ende des 19. Jahrhunderts. Dort treibt der nach einem Pakt mit dem Teufel grausam entstellte Destler als mordendes Phantom der Oper sein Unwesen. Destler will mit allen Mitteln die Liebe von Christine erringen. Als er sie entführt, verfolgen ihn ein Polizeidetektiv und Christines Liebhaber in die Katakomben unter der Oper, wo Destler in einem Flammenmeer umkommt. Doch als Christine aus ihrem Traum erwacht, trifft sie auch in der Neuzeit auf das Phantom...


Nicht zum ersten Mal wurde hier der berühmte Roman von Gaston Leroux verfilmt, doch die Variante von Regisseur Dwight H. Little (Rapid Fire, Halloween 4) dürfte wohl die mit Abstand härteste-und vor allem blutigste Version des Stoffes sein, die es bisher auf Zelluloid geschafft hat. Eigentlich als Direct to Video Produktion gedacht, schaffte es der Film sogar in die Kinos, doch erst jetzt gelangte dieser durchaus sehenswerte Horrorfilm auch zu einer offiziellen deutschen DVD-Veröffentlichung, über die sich ganz bestimmt so mancher Genre-Fan sehr gefreut hat. Die vorliegende Geschichte ist zugegebenermaßen recht frei an die Romanvorlage angelehnt, was man jedoch keinesfalls als negative Kritik auffassen sollte. Hier wurde nämlich ganz eindeutig eine echte Horror-Variante gewählt, die ordentlich Blut und etliche Splatter-Szenen enthalten sollte und dieses Ziel wurde absolut erfüllt. Für die Hauptrolle konnte man dabei Robert Englund gewinnen, der wohl so ziemlich jedem Fan als Freddy Krueger aus der "Nightmare on Elm Street Reihe" bekannt sein dürfte und hatte somit gleichzeitig ein gutes Zugpferd, um den Zuschauer für dieses Werk zu begeistern. Englund kann dann auch in der Rolle des Phantoms jederzeit überzeugen, wohingegen die anderen Darsteller zumeist ein wenig farblos erscheinen, ihren Job jedoch zumindest solide erledigen.

Was man hier besonders gut hinbekommen hat sind die erstklassigen Kulissen, wobei insbesondere die des alten Londons ganz hervorragend ins Bild gesetzt wurden. Dabei beginnt die Geschichte in der heutigen Zeit mit einem Casting, an dem auch die Musikstudentin Christine teilnimmt und dabei die Musik des Komponisten Destler zum Besten gibt, der seine Seele dem teufel verschrieben hat und dessen Gesicht auf grausame Art entstellt wurde. Nach einem durch einen Unfall ausgelösten Ohnmachtsanfall wechselt das Geschehen dann in die Vergangenheit und spielt größtenteils im London zum Ende des 19. Jahrhunderts, bevor es zum Ende hin wieder in die Gegenwart umspringt. Dieser Wechsel der verschiedenen Jahrhunderte verleiht dem ganzen eine herrliche Atmosphäre, gerade die Passagen in der Vergangenheit entfalten dabei eine wunderbar dichte Grundstimmung und verleihen den Ereignissen gleichzeitig eine äußerst mysteriöse Note, die man förmlich spüren kann. Visuell kann das Szenario generell viele Pluspunkte sammeln, gerade die unterirdischen Katakomben der Londoner Oper werden brillant dargestellt und hinterlassen einen teilweise bedrohlichen Eindruck.

In mehreren Einstellungen überzieht einen sogar eine gepflegte Gänsehaut, denn Little hat es vortrefflich verstanden, seine Version mit einem erstklassigen Grusel-Feeling zu versehen, das in Kombination mit dem ordentlichen Härtegrad eine nahezu perfekte Mischung ergibt, über die man sich als Genre-Fan nur freuen kann. Da nimmt man dann auch bereitwillig einige andere Mankos in Kauf, die man leider schwerlich übersehen kann. Hier ist ganz besonders das Ende des Filmes betroffen, das im Prinzip jeglicher Logik entbehrt und einen leicht gestauchten Eindruck hinterlässt. Allerdings sollte man fehlende Logik bei einem Horrorfilm auch nicht überbewerten, denn ansonsten könnte man ja eigentlich das gesamte Genre kritisieren.

Letztendlich handelt es sich bei diesem Werk um eine meiner Meinung nach sehr gute Variante des Romans, die insbesondere sehr atmosphärisch ins Bild gesetzt wurde. Robert Englund ist dabei genau die richtige Besetzung für das Phantom und überzeugt durch einen erstklassige schauspielerische Leistung. Jede Menge Blut und einige harte Szenen verleihen dem Geschehen den gewünschten Horror-Anteil und die grandiose Grundstimmung des Werkes rundet das gewonnene Gesamtbild erstklassig ab. Sicherlich nicht die beste Verfilmung des Romans von Gaston Leroux, stellt diese Verfilmung aber sicherlich die härteste Version dar und dürfte für jeden Horror-Fan einen echten Leckerbissen darstellen, den es nun auch endlich offiziell auf DVD zu kaufen gibt.


Fazit:


Ein Ende ohne Logik ist in meinen Augen der einzige wirkliche Kritikpunkt an diesem Film, der ansonsten sehr kurzweilige-und atmosphärische Horrorkost anbietet, die auch nach über 20 Jahren nichts von ihrem Reiz verloren hat. Manch einer mag das sicherlich anders sehen, doch für mich persönlich handelt es sich um einen kleinen Klassiker, den ich auf keinen Fall missen möchte.


8/10
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