Cornered - Das Killerspiel

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

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Cornered - Das Killerspiel

Beitragvon horror1966 » 19. Nov 2013 20:57

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Cornered - Das Killerspiel
(Cornered!)
mit Steve Guttenberg, James Duval, Peter Story, Elizabeth Nicole, Eduardo Antonio Garcia, Elia English, David Basila, David Jean Thomas, Annie McKnight, Josiah Trager, Alexander Yurchikov, Jod Soraci, Roger C. Ambrose
Regie: Daniel Maze
Drehbuch: Darrin Grimwood / Daniel Maze
Kamera: Keith Dunkerley
Musik: Konstantinos Zacharopoulus
FSK 16
USA / 2008

Ein Serienkiller treibt sein Unwesen. Er genießt es, Angestellte von kleinen Läden nach Ladenschluss zu terrorisieren und dann zu töten. Dabei foltert und ermordet er sie vor den Überwachungskameras und nimmt die Videos als Trophäe an sich. Der Schnapsladenbesitzer Steve und seine Kumpels unterhalten sich über das ausgelobte Kopfgeld, das auf den Killer ausgesetzt wurde: 500.000 Dollar. Sie träumen davon, was sie mit all diesem Geld anfangen könnten. Und haben keine Ahnung, dass ihr nächtliches Pokerspiel, das in Steves Laden stattfindet, das neueste Spielfeld für den Killer ist. Aus Spiel wird bitterer Ernst und einer nach dem anderen fällt dem Killer in die Hände. Haben Steve und seine Freunde überhaupt eine Chance, die Nacht zu überleben?


Nicht selten kommt es vor, das gerade Debut-Werken eines Regisseurs gern einmal auf den guten alten Slasher zurückgegriffen wird und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, das Regie-Neuling Daniel Maze wohl eine ähnliche Idee hatte und mit seinem ersten Film eine Art Slasher-Komödie präsentieren wollte. Leider ist ihm dies aber nur ganz bedingt gelungen, denn kann dieses Werk doch weder durch gelungene und blutige Passagen, noch durch wirklich gelungenen Humor überzeugen. Sicher, es gibt einige gute Momente und einige Szenen können dem Zuschauer auch durchaus ein Schmunzeln auf das Gesicht zaubern, doch in der Regel ist der hier aufkommende Humor doch eher ziemlich flach ausgefallen. Ich möchte sogar behaupten, das ein Großteil des Filmes eher unfreiwillig komisch erscheint, als das einen das Gefühl überkommen würde, als das hier völlig beabsichtigt eine komödiantische Note beigefügt wurde. Das liegt vielleicht in erster Linie an den äusserst dümmlichen Charakteren, die sich einem präsentieren und die den gewollten Witz ganz einfach nicht so rüberbringen, wie er eigentlich gedacht war. Dabei ist es schon eine äusserst skurrile Ansammlung von Loosern, die sich hier zusammenfindet und im Laufe der Geschichte von einem Serienkiller niedergemetzelt werden.

Da wäre die übliche Quoten-Blondine, die sich ihren Lebensunterhalt mit Prostitution verdient, eine schwer übergewichtige Afro-Amerikanerin, die sich mit Telefon-Sex begnügt, der anscheinend knallharte Ladenbesitzer, der jeden rumkommandiert, wie es im in den Kram passt, ein kleines Dickerchen, das anscheinend den ganzen langen Tag nur Donuts in sich hineinstopft und nicht zu vergessen der drogensüchtige Neffe des ladenbesitzers, der bei seinem kalten Entzug schon Scharen von Kakerlaken auf sich zukommen sieht. So grotesk und skurril sich diese Ansammlung gescheiterter Existenzen anhört, so verhält sie sich dann auch und bei dem hier auftretenden und vollkommen unlogischen Verhalten wird wirklich so ziemlich jedes Klischee bedient, das man aus Horrorfilmen kennt. Dabei offenbaren sich dann auch so dermaßen unlogische Passagen, das es schon kaum noch als lustig anzusehen ist, viel zu überzeichnet erscheint das Verhalten der Akteure, das man im Prinzip nur noch als albern bezeichnen kann.

Diese Sichtweise entsteht aber lediglich, wenn man "Cornered" wirklich als Horror-Komödie ansieht, denn tut man das nicht und geht viel eher von einem extrem trashigen Film aus, dann kann man durchaus auf seine Kosten kommen, allerdings ist die Grundvorraussetzung dafür, das man eine gewisse Vorliebe für diese Art von Filmen hat. Und als Trashfilm, an dem man im Prinzip mit einer vollkommen anderen Erwartungshaltung herangeht, funktioniert diese Low Budget Produktion ausgezeichnet, denn man bewertet den Humor und die ziemlich miesen Darsteller ganz anders, denn mit einemmal erscheinen ihre dargebrachten Leistungen als sehr passend und verleihen dem Ganzen sogar eine ganz besondere Note. Allein die Dialoge erscheinen einem plötzlich recht witzig und viele Passagen, die man vorher wegen des anscheinend platten Humors eher mitleidig betrachtet hat, vermitteln dem geneigten Trash-Fan auf einmal einen viel höheren Unterhaltungswert, so das man richtig Gefallen an dem skurrilen Szenario findet, das sich einem offenbart.

Letztendlich bekommt man es mit einer sehr vorhersehbaren Geschichte zu tun, in der man schon äusserst früh erahnt, um wen es sich bei dem Killer handelt. Doch dieser Punkt ist gar nicht einmal maßgeblich und wichtig für die Story, die von haus aus nicht gerade über einen straff gezogenen Spannungsbogen verfügt, der wenn überhaupt, sowieso erst in der zweiten Filmhälfte etwas zum Vorschein gelangt. Vielmehr erfeut man sich am nicht gerade niedrig angesiedelten Trash-Gehalt eines Werkes, das durch die Bank mit eher unsymphatischen Charakteren besetzt ist, die zudem noch extrem dämlich agieren, so das man bei ihrem Ableben auch keinerlei Mitleid verspürt. Die dabei auftretenden Tötungen sind bei einer 16er Freigabe natürlich nicht besonders hart geraten, jedoch bekommt man auch einige wenige Szenen geboten, in denen es nicht gänzlich blutarm zur Sache geht.


Fazit:


Man sollte "Cornered" wirklich nicht unbedingt als Horror-Komödie, sondern vielmehr als echten Trashfilm ansehen, denn auch, wenn viele Leute der Meinung sind, das dies keine Unterschiede macht, ist die Herangehensweise an diesen Film allein schon von der Erwartungshaltung eine vollkommen andere. Manchmal kommt es letztendlich einzig und allein auf die Sichtweise an, wie man einen Film betrachtet, um feststellen zu können, ob er funktioniert oder nicht. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um einen Rohrkrepierer, wenn man eine Horror-Komödie zugrunde legt, als Trashfilm jedoch funktioniert dieses äusserst skurrile Gesamtbild einwandfrei und bereitet jede Menge Spaß.



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