Blutbad des Schreckens

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 35

Blutbad des Schreckens

Beitragvon horror1966 » 19. Jun 2016 17:03

Bild




Blutbad des Schreckens
(Scream Bloody Murder)
mit Fred Holbert, Leigh Mitchell, Robert Knox, Ron Bastone, Suzette Hamilton, Willey Reynolds, A. Maana Tanelah, Florence Lea, Angus Scrimm, Cecil Reddick, Gloria Earl, J.M. Jones, Norman, Rob Max
Regie: Marc B. Ray
Drehbuch: Marc B. Ray / Larry Alexander
Kamera: Stephen H. Burum
Musik: Rockwell
ungeprüft
USA / 1973

Ein Junge verursacht den Unfalltod seines Vaters und büßt dabei selbst eine Hand ein. Mit einer Stahl-Prothese wird er nach Jahren aus der Heilanstalt entlassen, hat aber den Schock nicht überwunden und wird zum Massenmörder.


So kurz und knapp die Inhaltsangabe gehalten ist präsentiert sich auch die vorliegende Geschichte eines Filmes, der allein schon aufgrund seines irreführenden deutschen Titels falsche Erwartungen beim Zuschauer weckt. Von einem Blutbad oder Ähnlichem ist nämlich weit und breit nichts zu verspüren, auch wenn sich die Anzahl der Morde durchaus sehen lassen kann. Das bezieht sich jedoch ausschließlich auf die Anzahl und keinesfalls auf die vorhandene Qualität der Kills, denn diese ist im Prinzip so gut wie gar nicht vorhanden. Damit ist man dann auch schon beim größten Problem von "Blutbad des Schreckens" angelangt, denn die fehlende Klasse ist prinzipiell durchgehend deutlich sichtbar und schließt dabei sämtliche Elemente des Filmes ein. Es handelt sich eindeutig um eine absolute Low Budget Produktion, wobei das ja nicht unbedingt negativ zu bewerten ist. Das Problem der Erzählung liegt ganz einfach darin begründet, das sie die ganze Zeit über eher belanglos daher kommt und im Prinzip jegliche inhaltliche Substanz vermissen lässt.

Dabei hätte man wirklich etwas aus den vorliegenden Zutaten machen können, denn auch wenn sich keinesfalls der eventuell erwartete Splatterfilm offenbart, beinhaltet das Geschehen alle nötigen Elemente für einen gelungenen Psycho-Horrorschocker. Es ist vielmehr die dilettantische Umsetzung der Abläufe die beim Betrachter auf Ablehnung stößt, denn Regisseur Marc B. Ray fehlte es ganz augenscheinlich am nötigen Talent, seine Story flüssig, interessant und vor allem spannend in Szene zu setzen. Verzweifelt versucht der gute Mann das Psychogramm eines offensichtlich geistesgestörten jungen Mannes zu zeichnen und lässt das Szenario mit zunehmender Laufzeit immer mehr zu einer regelrechten Farce abgleiten. In erster Linie liegt das wohl am richtig üblen Schauspiel der Akteure, wobei sich insbesondere Hauptdarsteller Fred Holbert ganz besonders hervor tut. Seine Performance ist lediglich absolut nervtötend, denn der Bengel geht einem schon nach wenigen Minuten ganz gehörig auf den Zeiger.

Ursache dafür ist neben der völlig misslungenen Darstellung die furchtbar quäkende deutsche Synchronstimme und auch die größtenteils unsinnigen Dialoge tragen nicht gerade dazu bei, diesen Eindruck ein wenig abzuschwächen. Die anderen Protagonisten stehen ihm aber in kaum etwas nach, was sich vor allem in der Figur der naiven Prostituierten Vera zu erkennen gibt. Der Beginn der sogenannten Freundschaft der beiden setzt dem Ganzen dann auch die Krone der Unsinnigkeit auf, denn kein normaler Mensch kann die Kontaktaufnahme und die darauf folgenden Abläufe auch nur ansatzweise ernst nehmen. Zu offensichtlich lässt Matthew nämlich mit jedem gesprochenen Wort erkennen das er definitiv nicht alle Latten am Zaun hat, als das man ihn so nah an sich heran lassen würde, wie Vera es letztendlich zulässt. Kein Wunder also, das sich die Sichtung dieses teils grotesken Werkes phasenweise extrem anstrengend gestaltet, denn weder pure Unterhaltung, geschweige denn inhaltliche Tiefe sind wirklich zu erkennen. Stattdessen präsentiert sich fast durchgehend ein völlig obskures Szenario, das man beim besten Willen nicht als ernsthaften Beitrag des Genres ansehen kann.

Mit viel Geduld und Spucke kann "Blutbad des Schreckens" eventuell aus der Sicht des Trash Liebhabers punkten, wobei selbst die hart gesottenen Freunde des schlechten Geschmacks hier stellenweise an ihre Grenzen stoßen dürften. Marc B. Ray lässt hier eigentlich sämtliche Dinge vermissen die ein Film dieser Art benötigt. Stattdessen offenbart er dem Zuschauer eine Geschichte, die in weiten Teilen schon als miese Parodie auf den Horrorfilm bezeichnet werden kann. Keinerlei Spannung, hohle Dialoge, null Atmosphäre und Darsteller, die diese Bezeichnung erst gar nicht verdienen sind nicht gerade das Aushängeschild für einen Beitrag, den man sich auch gut und gern hätte verkneifen können. Lediglich Freunde des puren Dilettantismus dürften an dieser Stelle auf ihre Kosten kommen, denn in dieser Beziehung hat "Blutbad des Schreckens" viel mehr zu bieten, als es für einen Film gut ist.


Fazit:


Außer Spesen nichts gewesen, so kurz und knapp dürfte das Fazit zu dieser grotesken Story ausfallen und das Geld für die DVD hätte man auch ohne Weiteres verbrennen können. Am interessantesten ist immer noch die Aufschrift auf dem DVD Cover, denn diese verspricht immerhin, das es "Der härteste Schocker seit langem" ist, wobei diese Einschätzung wohl eine der größten Übertreibungen aller Zeiten sein dürfte.


3/10
Heimat der Waranen Gemeinde und Illuminaten

Auch ein Aal in des Mannes Hose passt nicht gleich in jede Dose

Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
El Presidente
 
Beiträge: 5136
Registriert: 09.2013
Geschlecht:

Re: Blutbad des Schreckens

Beitragvon dr. freudstein » 19. Jun 2016 17:08

Hab ich nen Rip von, ich fand den aber eher Mittelmaß nach einmaliger Sichtung. Ziemlicher Spinnerkram, aber doch halbwegs unterhaltsam. Müßt ich nochmal antesten. Aber im Großen und Ganzen stimme ich dir schon zu, vergebe aber etwas mehr Punkte.
Frage nicht, was das Forum für dich tut
sondern frage dich, was DU für das Forum tun kannst
Benutzeravatar
dr. freudstein
Propaganda Minister & Popp-Ikone
 
Beiträge: 4867
Registriert: 09.2013
Wohnort: Die Film-Outlaws
Geschlecht:


Zurück zu "Der amerikanische Horrorfilm"

 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast