Bloodparty

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

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Bloodparty

Beitragvon horror1966 » 17. Apr 2016 13:17

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Bloodparty
(Home Sweet Home)
mit Jake Steinfeld, Vinessa Shaw, Peter De Paula, Don Edmonds, Charles Hoyes, David Mielke, Leia Naron, Lisa Rodríguez, Colette Trygg, Sallee Young, J. Kelly, R. Fouts, Victor Paddock, Rochelle Constanten, Anne Cribbs
Regie: Nettie Peña
Drehbuch: Thomas Bush
Kamera: Don Stern
Musik: Richard Tufo
FSK 18
USA / 1981

Es ist Thanksgiving und während überall der Festtagstruthahn zubereitet wird, flieht aus dem Hobart-Sanatorium der muskelbepackte Psychopath Jay Jones (Jake Steinfeld), der seinerzeit seine Eltern umgebracht hat. Rücksichtslos und brutal besorgt er sich ein Gefährt und flieht aus der Stadt, um in einer eher abgelegenen Gegend schließlich auf das Haus der Bradleys zu treffen, die ebenfalls gerade mit Freunden auf einen ausgelassenen Erntedank zusteuern. Schon bald meuchelt Jay auch hier die Bewohner und Besucher nieder, kann aber selbst kaum gestoppt werden, weil er sich zusätzlich noch PCP gespritzt hat, das seine Schmerzwahrnehmung praktisch aufgehoben hat..


Im normalfall greift man doch nur allzu gern auf die Filme der goldenen 80er Jahre zurück und gerade das Horror Genre hat aus diesem Jahrzehnt so manche echte Perle zu bieten. Das es aber auch ganz anders geht stellt mit dem vorliegenden "Bloodparty" ein gewisser Nettie Peña, der an dieser Stelle auch gleich seine einzige Regiearbeit vorlegt. Warum es bei diesem einen Film geblieben ist kann man sich nämlich nach Ansicht des Werkes nur allzu gut vorstellen, denn ganz augenscheinlich fehlte es am nötigen Talent, um wirklich gute Filme auf die Beine zu stellen. Dabei beinhaltet die vorliegende Geschichte doch sämtliche Zutaten für einen ordentlichen Home Invasion Horrorfilm, wobei das allerdings vollkommen unerheblich erscheint, wenn man die Umsetzung des Ganzen so dermaßen in den Sand setzt wie es hier der Fall ist. Schon der Einstieg in das Geschehen lässt Böses erahnen, denn von einer Einleitung ist weit und breit nichts zu sehen und der Zuschauer wird vollkommen unvorbereitet in das kalte Wasser geschmissen, indem er sich mit einer im ersten Moment völlig sinnlos erscheinenden Eröffnungs-Sequenz auseinandersetzen muss. Das allein wäre ja durchaus zu verkraften, nur stellt dieser Aspekt lediglich den Auftakt zu einer Reihe von Peinlichkeiten dar, in der sich die Absurditäten förmlich die Klinke in die Hand geben.

Das beginnt schon bei den talentfreien Darstellern, von denen anscheinend kein einziger je eine Schauspielschule von innen gesehen hat. Das dargebotene Schauspiel spottet wirklich jeder Beschreibung und die damit verbundenen Handlungsweisen sind so hanebüchen, das an gewissen Stellen zumindest der Hauch von brauchbarem Trash Einzug in das obskure Szenario hält. Eine wirklich Geschichte lässt sich zu keiner Zeit erkennen, vielmehr erscheinen die Abläufe wie eine lose aneinander gereihte Sammlung von Momenten, die in keiner Phase irgendwelche Zusammenhänge erkennen lassen. Dadurch entsteht auch nie ein echter Spannungsbogen, wobei Peña aber durchaus versucht so etwas wie Spannung aufkommen zu lassen. Die Vorhersehbarkeit der Ereignisse, die schlechten Darsteller und die extrem mies umgesetzte Story verhindern dies jedoch absolut vortrefflich und so muss man sich letztendlich mit diversen unfreiwillig komischen Momenten zufrieden geben, die mit zunehmender Laufzeit immer häufiger in den Vordergrund rücken.

Bei einem Film dieser Art sind aber gerade solche Dinge der absolute Todesstoß, denn eigentlich erwartet man doch viel eher einen atmosphärisch dichten Home Invasion Horrorfilm, doch dieses Prädikat kann man "Bloodparty" beim besten Willen nicht verleihen. Viel zu absurd und von jeglicher Logik befreit präsentiert sich stattdessen eine Story Line die diese Bezeichnung im Prinzip überhaupt nicht verdient hat. Ein wirklicher Erzählfluss ist nie zu erkennen, denn zu allem Überfluss gestaltet sich die eher langweilige Chose extrem abgehackt und zusammen gestückelt, was einem mit der Zeit sogar ganz erheblich gegen den Strich geht. Die größte Frechheit ist jedoch die Alterseinstufung des Filmes, denn wer an dieser Stelle einen blutigen und harten Beitrag erwartet, der wird am Ende mehr als nur enttäuscht sein. Zwar gibt es genügend Morde, doch diese wirken vielmehr skurril amüsant, als das sie den Betrachter in irgend einer anderen Form auch nur annähernd berühren würden. Und so erscheint das Ganze mit der Zeit immer mehr wie eine völlig schräge und schlecht inszenierte Parodie auf einen Horrorfilm, als das man diesen Vertreter irgendwie ernst nehmen könnte.

Im Normalfall müsste man an dieser Stelle sagen das sich jeder selbst ein Bild davon machen sollte, doch ehrlicherweise sollte man davon absehen, da es sich hier um verschwendete Lebenszeit handeln würde. "Bloodparty" ist definitiv nicht zu empfehlen, denn dieser vollkommen missratene Versuch eines Horrorfilms kommt nicht nur wie ein schlechter LSD Trip daher, der Film ist zudem auch noch stinklangweilig. Könnte man nicht zumindest phasenweise über den hier ins Bild gesetzten Müll lachen, dann wäre wirklich überhaupt nichts Positives vorhanden. Allerdings reicht das noch lange nicht aus, um knapp 90 Minuten kostbare Lebenszeit zu vergeuden und so sollte man sich doch sorgsam überlegen, ob man diesem filmischen Offenbarungseid überhaupt eine Chance geben sollte.


Fazit:


Nettie Peña wird schon wissen, warum nach dem vorliegenden "Bloodparty" kein weiterer Film mehr gefolgt ist, denn weitere Beiträge dieser Qualität hätte die Filmwelt sicher kaum verkraftet. Andererseits eignet sich das Werk vortrefflich als Beweis dafür, das auch den den goldenen 80er Jahren nicht nur gelungene Horrorfilme gemacht wurden.


2/10
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