Bite

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

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Bite

Beitragvon horror1966 » 6. Nov 2017 15:24

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Bite
(Bite)
mit Elma Begovic, Annette Wozniak, Denise Yuen, Jordan Gray, Lawrene Denkers, Barry Birnberg, Daniel Klimitz, Tianna Nori, Caroline Palmer, Justin Moses
Regie: Chad Archibald
Drehbuch: Chad Archibald / Jayme Laforest
Kamera: Jeff Maher
Musik: Steph Copeland
keine Jugendfreigabe
Kanada / 2015

Die hübsche Casey steht kurz vor ihrer Hochzeit und will ihre letzten Tage „in Freiheit“ nochmal richtig abfeiern. Bei einem kleinen Kurzurlaub mit ihren besten Freundinnen, lassen sie es krachen. Cocktails, Sonne, Strand und Jungs, das wollen die Freundinnen. Als Casey plötzlich beim Baden von einem Tier gebissen wird, verwandelt sich ihr eigentlich so glückliches Leben in einen Alptraum: Für Casey beginnt eine erschreckende Transformation in ein gefährliches, insektenähnliches Wesen...


Auf der Rückseite des deutschen Blu-ray Covers wird dieser Beitrag von Chad Archibald regelrecht mit Lobeshymnen überhäuft und auch in den bisher veröffentlichten Kritiken kommt "Bite" ziemlich gut weg. Als Liebhaber des berühmt-berüchtigten Body-Horrors kann man im Prinzip nur in das gleiche Horn stoßen, denn was sich dem Zuschauer hier präsentiert, ist an Ekel-Faktor und Schleimigkeit nur schwer zu überbieten. In bester Tradition eines David Cronenberg werden sämtliche Register gezogen und ehrlich gesagt könnte die Geschichte auch ohne Weiteres aus der Feder des kanadischen Kult-Regisseurs stammen. Dabei beginnt die Chose eher belanglos und eröffnet zunächst den Einblick in den Jungesellinnen-Urlaub, bei dem die junge Casey kurz vor ihrer geplanten Hochzeit noch einmal richtig die Sau raus lassen will. Diese ersten Minuten sind im gewöhnungsbedürftigen Found Footage Look gefilmt, wobei das Szenario danach dann die gewohnte Optik eines typischen B-Movies an den Tag legt. Zunächst baut Archibald seine Erzählung noch ziemlich ruhig auf und wägt den Betrachter so auch in einer eher trügerischen Sicherheit. Der eigentliche Horror entfaltet sich nur langsam und subtil, was dem Geschehen insgesamt aber sehr zu Gute kommt. Nach und nach verändert sich Casey immer mehr und es werden wirklich sämtliche Zutaten verwendet, die das Sub-Genre des Body-Horrors so absolut sehenswert machen. Eitrige Pusteln, jede Menge ekliger Schleim und noch diverse andere Dinge sorgen dafür, das man sich selbst nicht unbedingt wohl in der eigenen Haut fühlt.

Das Schöne an der Sache ist, das man auf künstliche CGI-Effekte verzichtet hat und Archibald viel lieber auf von Hand gemachte Effekte zurück greift. Das sorgt schon einmal für einige Pluspunkte, zudem passt es auch viel besser in die offensichtlich eher kostengünstige Produktion. Alles wirkt gut aufeinander abgestimmt und die einzelnen Komponenten der Erzählung greifen nahezu perfekt ineinander. Nach der etwas ruhigeren Einführung legt das Szenario mit zunehmender Laufzeit immer mehr an Intensität zu und entfaltet dabei eine äußerst bedrohliche Atmosphäre. Die Abläufe gehen einem dabei im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut und lassen ein extrem starkes Gefühl der Beklemmung entstehen. In visueller Hinsicht wurde das Ganze durchaus ansprechend in Szene gesetzt, allein schon der Blick in Casey's völlig voll geschleimte Wohnung jagt einem kalte Schauer über den Rücken. Hier ist man dann auch gleich am Hauptschauplatz der Ereignisse angelangt, denn ein Großteil des Filmes spielt sich in diesen vier Wänden ab.

Beim immer schlechteren Zustand der jungen Frau ist es allerdings auch kein Wunder das sie ihre Wohnung nicht mehr verlässt, denn insbesondere in der zweiten Filmhälfte nimmt der unaufhaltsame Zerfall des zierlichen Frauenkörpers immer heftigere Züge an. Fast im Minutentakt treten immer neue Veränderungen auf und aus der einst relativ hübschen Frau wird ein nicht näher zu beschreibendes Monster. Natürlich hat sich Mr. Archibald alle Mühe gegeben, diesen Prozess auch möglichst ekelhaft ins Bild zu setzen und dieses Vorhaben ist auch ganz vortrefflich gelungen. Man sollte sich "Bite" also nicht unbedingt während der Nahrungsaufnahme anschauen, denn dieser Film ist definitiv nicht für schwache Gemüter geeignet. Ein weiterer sehr wohlwollender Aspekt ist die Tatsache, das sich die Geschichte in vielen Passagen selbst nicht allzu ernst nimmt. Immer wieder erhascht man diverse Szenen bei denen man schmunzeln muss, wobei dieser Beitrag aber keinesfalls in die Richtung einer Horror-Komödie tendiert. Es sind vielmehr diverse schwarzhumorige Spitzen, die den gewonnenen Gesamteindruck noch einmal zusätzlich aufwerten.

Im Endeffekt dürfte "Bite" ganz sicher nicht das breite Mainstream-Publikum ansprechen, da der sogenannte Body-Horror doch viel eher für eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtet ist. Diese dürfte dann allerdings voll auf ihre Kosten kommen, zudem Beiträge dieser Machart auch nicht gerade jede Woche auf dem Markt erscheinen. Wer also eine Vorliebe für Ekel, Schleim und körperlichen Zerfall hat ist hier an der genau richtigen Adresse, alle anderen werden wohl angewidert die Nase rümpfen. Auf jeden Fall bekommt man aber einen sehr gelungenen Genrebeitrag serviert der keine Wünsche offen lässt und dabei sämtliche Zutaten beinhaltet, die diese Kategorie des Horrorfilms so auszeichnen.


Fazit:


Chad Archibald hat sämtliche Register des Body-Horrors gezogen und alle Komponenten grandios miteinander vermischt. Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen und bietet intensive und hauptsächlich eklige Filmkost, die sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Starke Anlehnungen an Werke von David Cronenberg sind dabei unübersehbar, wobei das sicher kein negativer Umstand ist.


7,5/10
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Re: Bite

Beitragvon dude-1984 » 6. Nov 2017 19:05

bei einigen hochgelobt aber letztendlich nurn mickriger aufguss vonem cronenbergschen film....

5/10
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Re: Bite

Beitragvon DriesVanHegen » 6. Nov 2017 19:42

Ich glaube da warte ich mal noch auf eine Amazon Prime-Veröffentlichung :?
Aber Body-Horror gibt's ja prinzipiell viel zu selten, von daher muss man den eigentlich schon schauen :o
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Re: Bite

Beitragvon horror1966 » 7. Nov 2017 14:07

Kritik ist drin.
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